Die
Ratsfraktion UWG/ödp (Unabhängige Wählergemeinschaft /
Ökologisch-Demokratische Partei) distanziert sich entschieden
gegen die geplante Demonstration am kommenden Freitag vor dem
Polizeipräsidium Münster am Friesenring. Bei den jetzt dazu
aufrufenden Demonstranten handelt es sich nicht um das „Bündnis
gegen Nazis“ (bürgerlich), sondern um das „Bündnis
gegen Rechts“ (eher linkes Spektrum), die allerdings noch am
letzten Samstag zusammen demonstrierten.
Der friedenspolitische
Sprecher der Ratsfraktion, Gerd Kersting, sieht bei dem
Polizeieinsatz vom vergangenen Samstag bei den Veranstaltungen in
Münster Hiltrup (Aufzug der Rechten Szene mit A. Reitz und
entsprechende Gegendemonstrationen) keinen Anlass zur Kritik
gegenüber der Polizei.„Ganz
im Gegenteil“, so ödp Ratsherr Kersting, „die
Polizei ist besonders besonnen vorgegangen, hat deeskalierend auf
beide Seiten eingewirkt und damit für alle Beteiligten
demokratische Rechte gewährleistet. Ich persönlich war von
Beginn an in Hiltrup dabei, habe mir also ein Bild gemacht. Auf meine
Frage an einen Polizeibeamten nach dem endgültigen Zugweg der
Nazis, wurde mir wahrheitsgemäß geantwortet, dass dieser
aus Sicherheitsgründen den umgekehrten Weg gehen werde. Das
nenne ich Transparenz am Bürger und Handeln im Rahmen der
Verhältnismäßigkeit sowie taktischen Möglichkeiten
von moderner Polizei“, so Kersting weiter in seiner
Pressemitteilung.
Um Sicherheit für alle Beteiligten im
Veranstaltungsraum zu gewährleisten, war die Verkürzung und
Abänderung des Zugwegs der Rechtsextremen von Seiten der
Staatsgewalt salomonisch gelöst. Man sollte zufrieden sein, dass
es heute kooperative Polizeiführer gibt, denn früher wurden
„Blockierer“ oft einfach von der Straße befördert,
um konsequent den Weg frei zu machen.
„Allein dass die
Gegendemo im Zentrum von Hiltrup statt finden durfte, obwohl wir erst
als Zweite unsere Kundgebung anmeldeten, ist ein Zeichen von
Entgegenkommen der Polizei. Natürlich kann so eine
Zusammenarbeit nur klappen, wenn genug Menschen Zivilcourage zeigen,
und tatsächlich auf die Straße gehen, um zu demonstrieren.
Nach meinen Geschmack hätten es noch ein paar Tausend Menschen
mehr sein dürfen.“
gez.
Gerd Kersting