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Ökologisch-Demokratische Partei
An die Lokalredaktionen - P r e s s e m i t t e i l u n g v o m 0 4 . 0 5 . 2 0 0 4 -
Der Kreisverband der Ökologisch Demokratischen Partei Münster-Steinfurt-Warendorf hat beschlossen, eine Initiative der ödp-Mitglieder in Kreis Warendorf das Münsterland gentechnikfrei!" zu starten. Der Kreistag und somit Landrat Dr. Wolfgang Kirsch möchte aktiv werden und ein vertragliches Bündnis aller landwirtschaftlichen Grundbesitzer anstoßen. "Nachdem die EU leider vor den US-Gentechnikkonzernen eingeknickt ist und auch die Bundesregierung mit dem angekündigten Gentechnikgesetz ihren Widerstand praktisch aufgegeben hat, schlägt jetzt die Stunde der örtlichen warendorfer Verantwortlichen". Gleichzeitig mit dieser Anregung an den Kreistag werden alle Bauernverbände, Biobauernverbände, Imkerbund, Naturschutzverbände und Kirchen angeschrieben, um eine Informations-Veranstaltung zu initiieren. ödp-Kreisvorsitzender Gerd Kersting betont,
dass sich alle nordrheinwestfälischen Landkreise, die sich zur gentechnikfreien
Zone erklären, in sehr guter Gesellschaft befänden: "In
Deutschland bereiten sich Bauern z. B. in vielen Regionen Schleswig-Holsteins,
Bayerns, Baden-Würtembergs und Niedersachsens darauf vor, ihre Landwirtschaft
vor genmanipuliertem Saatgut zu schützen." Das angekündigte neue Gentechnikgesetz,
mit dem die Bundesregierung eine EU-Richtlinie zur Zulassung von genveränderten
Organismen (GVO) umsetzt und ein Nebeneinander von ökologischen,
konventionellen und gentechnisch veränderten Kulturen in Deutschland
organisieren will, bringt nach Ansicht der ödp für alle Landwirte
erhebliche Risiken mit sich. "Für die ökologisch wirtschaftenden
Betriebe wird die Existenzgrundlage gefährdet, weil eine wilde Auskreuzung
genmanipulierten Erbgutes auch nach Ansicht des Max-Planck-Instituts nicht
verhindert werden kann und damit - trotz größter Anstrengungen
der Betroffenen - die Richtlinien für den ökologischen Landbau
nicht mehr eingehalten werden können", betonte Gerd Kersting.
Aber auch für die konventionell wirtschaftenden Landwirte entstehe durch den von interessierten Konzernen geförderten Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen ein massiver Kostendruck, der sie über kurz oder lang trotz der bei den meisten Landwirten vorhandenen Skepsis zur Verwendung von genmanipuliertem Saatgut drängen wird. Stellt sich dann nach Jahren heraus, dass tatsächlich wilde Auskreuzungen stattgefunden haben oder gar gesundheitlich negative Folgen durch die Verwendung von genmanipulierten Pflanzen festgestellt werden mussten, könnten auf diese Landwirte existenzbedrohende Schadenersatzforderungen zukommen. ödp-Kreisvorsitzender Gerd Kersting
wies darauf hin, dass für den Touristik-Standort Warendorf - Münsterland
die erfolgreiche Deklaration als gentechnikfreie bäuerliche Region
zu einem außerordentlich wirksamen Werbeargument werden könnte:
"Eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung lehnt
die Freisetzung genmanipulierter Organismen und die Erzeugung genmanipulierter
Nahrung und das Risiko einer Naturgefährdung durch Auskreuzen ab! Ab sofort sammelt die ödp Unterschriften zu der Aktion: "Gentechnikfreie Zone. Unterschriftenlisten können angefordert werden über die ödp-Geschäftsstelle 0251 / 201 73 57 oder unter www.muenster.org/oedp. Bitte veröffentlichen Sie die Pressemitteilung
in Ihrer nächsten Ausgabe. Herzlichen Dank!
Sieglinde Nowak (ödp Kreis-Geschäftsstelle) |
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