Ökologisch-Demokratische Partei
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ödp reagiert auf geplante Freisetzung von genmanipuliertem Saatgut


„Kreis Warendorf soll gentechnikfreie Zone werden“

Anregung an den Landrat im Kreistag Warendorf

Ökologisch-Demokratische Partei: "Jetzt helfen nur noch Verträge zwischen Bauern, Kirchen und Landkreisen!"

Der Kreisverband der Ökologisch Demokratischen Partei Münster-Steinfurt-Warendorf hat beschlossen, eine Initiative der ödp-Mitglieder in Kreis Warendorf – das Münsterland gentechnikfrei!" zu starten. Der Kreistag und somit Landrat Dr. Wolfgang Kirsch möchte aktiv werden und ein vertragliches Bündnis aller landwirtschaftlichen Grundbesitzer anstoßen.

"Nachdem die EU leider vor den US-Gentechnikkonzernen eingeknickt ist und auch die Bundesregierung mit dem angekündigten Gentechnikgesetz ihren Widerstand praktisch aufgegeben hat, schlägt jetzt die Stunde der örtlichen warendorfer Verantwortlichen". Gleichzeitig mit dieser Anregung an den Kreistag werden alle Bauernverbände, Biobauernverbände, Imkerbund, Naturschutzverbände und Kirchen angeschrieben, um eine Informations-Veranstaltung zu initiieren.

ödp-Kreisvorsitzender Gerd Kersting betont, dass sich alle nordrheinwestfälischen Landkreise, die sich zur gentechnikfreien Zone erklären, in sehr guter Gesellschaft befänden: "In Deutschland bereiten sich Bauern z. B. in vielen Regionen Schleswig-Holsteins, Bayerns, Baden-Würtembergs und Niedersachsens darauf vor, ihre Landwirtschaft vor genmanipuliertem Saatgut zu schützen."

Wegen der konzernfreundlichen Gesetzgebung müsste man dieses Ziel in freiwillig abgeschlossenen privatrechtlichen Verträgen erreichen. Kersting verweist auch auf ein kürzlich beschlossenes Grundsatzpapier des Zentralkomitees der deutschen Katholiken: Darin wird den kirchlichen Eigentümern landwirtschaftlicher Nutzflächen dringend empfohlen, in allen Pachtverträgen die Aussaat genmanipulierten Saatgutes zu untersagen.

Das angekündigte neue Gentechnikgesetz, mit dem die Bundesregierung eine EU-Richtlinie zur Zulassung von genveränderten Organismen (GVO) umsetzt und ein Nebeneinander von ökologischen, konventionellen und gentechnisch veränderten Kulturen in Deutschland organisieren will, bringt nach Ansicht der ödp für alle Landwirte erhebliche Risiken mit sich. "Für die ökologisch wirtschaftenden Betriebe wird die Existenzgrundlage gefährdet, weil eine wilde Auskreuzung genmanipulierten Erbgutes auch nach Ansicht des Max-Planck-Instituts nicht verhindert werden kann und damit - trotz größter Anstrengungen der Betroffenen - die Richtlinien für den ökologischen Landbau nicht mehr eingehalten werden können", betonte Gerd Kersting.

Aber auch für die konventionell wirtschaftenden Landwirte entstehe durch den von interessierten Konzernen geförderten Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen ein massiver Kostendruck, der sie über kurz oder lang trotz der bei den meisten Landwirten vorhandenen Skepsis zur Verwendung von genmanipuliertem Saatgut drängen wird. Stellt sich dann nach Jahren heraus, dass tatsächlich wilde Auskreuzungen stattgefunden haben oder gar gesundheitlich negative Folgen durch die Verwendung von genmanipulierten Pflanzen festgestellt werden mussten, könnten auf diese Landwirte existenzbedrohende Schadenersatzforderungen zukommen.

ödp-Kreisvorsitzender Gerd Kersting wies darauf hin, dass für den Touristik-Standort Warendorf - Münsterland die erfolgreiche Deklaration als gentechnikfreie bäuerliche Region zu einem außerordentlich wirksamen Werbeargument werden könnte: "Eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung lehnt die Freisetzung genmanipulierter Organismen und die Erzeugung genmanipulierter Nahrung und das Risiko einer Naturgefährdung durch Auskreuzen ab!“

Ab sofort sammelt die ödp Unterschriften zu der Aktion: "Gentechnikfreie Zone“. Unterschriftenlisten können angefordert werden über die ödp-Geschäftsstelle 0251 / 201 73 57 oder unter www.muenster.org/oedp.

Bitte veröffentlichen Sie die Pressemitteilung in Ihrer nächsten Ausgabe. Herzlichen Dank!


Mit freundlichen Grüßen

Sieglinde Nowak (ödp Kreis-Geschäftsstelle)