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Ökologisch-Demokratische Partei - P r e s s e m i t t e i l u n g - Münster, 27.04.2004 An die Lokalredaktionen ödp fordert die Aufhebung des Bebauungsplanes York-Tower Die ödp in Münster lehnt das Bauvorhaben York-Tower in seiner jetzigen Form ab. Wie Stefan Höpel vom ödp-Kreisverband mitteilt, wurde fristgerecht eine Eingabe zum bis vor kurzem offengelegten Entwurf des Bebauungsplanes Nr. 478 (York Tower) an die Stadt Münster gemacht. Demnach fordert die ödp eine Neubewertung des Bauvorhabens im Bereich Steinfurter Straße/York-Ring/Gasselstiege unter Berücksichtigung stadtplanerischer und stadtökologischer Gesichtspunkte. Zur Begründung werden mehrere Punkte angeführt: So wird das geplante Hochhaus mit ca. 65 m Höhe und einem rechteckigen Baukörper das historische Stadtbild Münsters nachhaltig beeinflussen. Insbesondere von der zentralen Verkehrsachse Steinfurter Straße aus gesehen, haben alle stadteinwärts fahrenden Verkehrsteilnehmer ab Abzweigung Nienberger Straße bislang einen ungetrübten Blick auf die historische Stadtsilhouette und deren Wahrzeichen (Lambertikirche, St.-Paulus-Dom, Überwasserkirche). Diese Sichtmöglichkeit besteht bereits, seit dem die Steinfurter Straße als zentral auf die Stadtmitte ausgerichtete preußische Chaussee im 19. Jahrhundert angelegt wurde. Der 18stöckige York-Tower wird die Sicht auf die historischen Kirchtürme beeinflussen, da er genau in Blickrichtung auf die oben beschriebene Silhouette liegt. Die ödp fordert daher eine erneute fachliche Prüfung, ob das Hochhaus die beschriebene Stadtsilhouette nicht nachhaltig stört. Auch unter stadtgestalterischen und städtebaulichen Aspekten wäre zu prüfen, ob, gemäß den Angaben im Bebauungsplan, an dieser exponierten Stelle eine bauliche Dominante in Form eines Hochhauses wirklich entstehen muss oder ob die gewünschte markante Bebauung nicht auch durch einen architektonisch auffälligen Baukörper mit maximal 4 bis 5 Geschossen erzielt werden kann. Als einen weiteren Grund, der gegen das geplante Bauvorhaben in der vorgesehenen Form spricht, führt die ödp das tagsüber erhöhte Verkehrsaufkommen und die damit verbundene Lärmbelastung für die Anwohner an. Die Planungen für den York-Tower sehen eine bebaute Fläche von ca. 7.000 qm mit ca. 650-850 Arbeitsplätzen plus einer Tiefgarage mit 300 Stellplätzen vor. Das dem Bebauungsplan beiliegende Verkehrsgutachten bewertet die zunehmende Lärmbelästigung nicht korrekt, weil die bereits vorhandenen hohen dB-Werte an dieser Stelle nicht berücksichtigt werden. Nach gültiger Rechtsprechung sind auch geringe Zunahmen von 1,5 dB (A) bei bestehender hoher Belastung besonders zu berücksichtigen. Auch die Auswirkung der geplanten Bebauung auf die Nachbarbebauung werden gravierend sein. In der Begründung zum Bebauungsplan wird selbst festgestellt, dass die sich östlich/nördlich des York-Towers befindlichen Wohnbauten nachweislich bis zu 2 Stunden täglich verschattet werden. Die ödp zweifelt an der Aussage, dass diese Tatsache an keiner Stelle in der Umgebung des Plangebietes unzumutbar sein wird. Im Gegenteil, es ist davon auszugehen, dass durch eine geringere Besonnung die Aufenthaltsqualität für die Anwohner gemindert wird. Demnach wäre die voraussichtliche Wohnwertbeeinträchtigung erneut zu beurteilen. Als weiteren Kritikpunkt nennt die ödp die nächtliche Illumination des Hochhauses zu Werbezwecken. Aus fachmedizinischer Sicht sollten Aussagen zur gesundheitlichen Auswirkung einer geplanten Beleuchtung des Baukörpers auf die Anwohner gemacht werden. Die ödp begrüßt, dass sich in der Bürgerschaft schon jetzt eine starke Opposition gegen dieses Bauvorhaben zusammengeschlossen hat. Ein Prestigebauprojekt an dieser Stelle zur Schaffung von Büroräumen ist hinsichtlich der etwa 50.000 qm großen unvermieteten Büroflächen in Münster nicht erforderlich. Zur Schließung von Baulücken sieht die ödp allenfalls im Gewerbegebiet Loddenheide eine Alternative zur Realisierung eines Bürohochhauses. Hier besteht eine gute innerstädtische Busanbindung. In direkter Nachbarschaft befindet sich dort auch die Hauptverkehrsachse Albersloher Weg mit Anbindung an die Umgehungsstraße und die BAB A 1/A 43. Des Weiteren regt die ödp an, den exponierten Standort York-Tower für andere Projekte zu nutzen. So wäre zu prüfen, ob sich der Standort für den Bau einer Musikhalle eignen würde. Die schon jetzt bestehende gute innerstädtische Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr, die Nähe des Stadtringes und der Autobahn A1 sind geeignete Voraussetzungen. Bei einer optisch gut geplanten Bebauung mit einer Musikhalle in relativ niedriger Höhe und in Kuppelform sowie einer durchgrünten Umgebung könnten sogar die Lebensqualität und der Wohnwert im betroffenen Viertel verbessert werden.
gez. Stefan Höpel |
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