Pressemitteilung zum geplanten Forensikstandort Münster-Amelsbüren, 18.04.2001

Forensik in Münster-Amelsbüren - Für ödp steht Sicherheit an erster Stelle

Das Hauptthema mehrerer Aktiventreffen des ödp-Kreisverbandes Münster war die geplante "Forensik in Amelsbüren". Die Position der Ökologisch-Demokratischen Partei basiere auf zwei wichtigen Grundgedanken: Erstens gehe es den Ökodemokraten grundsätzlich um ein gerechtes Miteinander. Zweitens habe die Sicherheit aller Betroffenen höchste Priorität, so der ödp-Kreisvorsitzende Gerd Kersting in seiner Pressemitteilung.
Die Position der Bürgerinitiative "Keine Forensik in Amelsbüren" sei durchaus nachvollziehbar, insbesondere wenn man die Sorgen der direkt betroffenen Menschen aus Münster/ Amelsbüren und Senden/ Ottmarsbocholt ernst nehme. Der eingerichtete Planungsbeirat habe lediglich beratende Funktion und keine Entscheidungsbefugnis. Damit sei das ausschlaggebende demokratische Kriterium der Mitbestimmung nicht verwirklicht.
Die bundesweite Arbeit der Ökologisch-Demokratischen Partei für mehr direkte Demokratie (auch zusammen mit dem Verein "Mehr Demokratie e.V.") bestehe aus vielen kleinen Schritten. Eine echte Kontrollfunktion des Beirates unter Mitwirkung der Bürgerinitiative sei in diesem Fall der Anfang, so die einhellige Meinung der ödp'ler.

Neben den grundsätzlichen demokratischen und sicherheitspolitischen Erwägungen gebe es zur Forensik in "Haus Kannen" jedoch auch Bedenken im Detail. Denn die von den Ratsparteien vorgesehene Konzentration von über 50 psychisch kranken Straftätern in unmittelbarer Nachbar-schaft zu nicht straffälligen kranken Menschen könne auch intern zu Konflikten führen, so Gerd Kersting weiter. Eine übermäßige Belastung nicht nur der Bevölkerung im Umfeld, sondern auch des Pflegepersonals wäre die Folge.

Andererseits dürfe allen Beteiligten klar sein, dass eine Lösung für die überfüllte Forensik in Eickelborn gefunden werden müsse.

Die ödp schlage vor, alle für Münster geplanten Plätze auf bereits vorhandene Psychiatrische Krankenhäuser mit geschlossenen Abteilungen zu verteilen. Dabei solle sichergestellt werden,
dass die Forensiker nicht mit den psychisch Kranken in Konflikt geraten können.
Für optimale personelle sowie technische Sicherheitsvoraussetzungen müsse ein finanzieller Rahmen geschaffen werden. Im benachbarten Ausland (Niederlande) seien die Bedingungen dafür vorhanden (Beispiel: 1:1 Betreuung). Das müsse auch hierzulande möglich sein.
Die vorgeschlagene Dezentralisierung der Unterbringungsplätze könne für mehr Sicherheit sorgen und die Erfolgsaussichten der Therapie verbessern, so das Fazit der ödp-Aktiven.

Generell sollten die Betroffenen bei solch kommunalpolitisch relevanten Themen, wie hier die Forensik in Amelsbüren, mehr Mitentscheidungsrechte haben.
Nur so werde durch mehr Beteiligung mehr Bürgerzufriedenheit erreicht, und die sei das beste Mittel gegen Politikverdrossenheit.
Für Gerd Kersting steht fest:  "Die münsteraner ödp wird als außerparlamentarische Opposition besonders in puncto "Mehr Demokratie" weiterhin mit örtlichen Vereinen und Initiativen zusammenarbeiten."


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