So müsste die ödp in Münster zum Beispiel 16100 Unterschriften sammeln, um überall kandidieren zu dürfen. Zum Vergleich: Für die letzte Bundestagswahl waren für ganz Nordrhein-Westfalen nur 2000, zur Europawahl bundesweit nur 4000 Unterschriften.
Als besonders undemokratisch kritisiert die ödp landesweit die Einstimmenwahl, bei der man im Gegensatz zur Kommunalwahl und Bundestagswahl keine getrennten Stimmen für Direktkanditat und Partei abgibt. So kann sich der Wähler nicht gleichzeitig für eine Partei, aber auch für den Kandidaten einer anderen Partei entscheiden. Zudem wird bei der Einstimmenwahl ein und dieselbe Stimme doppelt gezählt, einmal für den Direktkanditaten, einmal für die Partei. Stimmen für parteilose Kandidaten dagegen zählen nur einmal. Das verstoße gegen die in der Verfassung verankerte Gleichheit der Stimmen, so Gerd Kersting weiter. Schließlich wähle man in fast allen anderen Bundesländern und zur Bundestagswahl aus gutem Grunde mit zwei Stimmen. Die münsteraner ödp frage sich, warum das in NRW nicht auch möglich sein sollte.
Daher plädiert die ödp für die Einführung des Zweistimmenwahlrechts
auf Landesebene, um den Bürgerinnen und Bürgern eine differenzierte
Willensäußerung zu ermöglichen. Auf Beschluss ihrer Mitgliederversammlung
schont die ödp diesmal ihre personellen und finanziellen Kapazitäten
und unterstützt stattdessen den landesweit agierenden Verein "Mehr
Demokratie e. V." bei seinem Vorhaben, bessere demokratische Voraussetzungen
in NRW durchzusetzen. In diesem Zusammenhang lädt Gerd Kersting alle
Interessierten am kommenden Samstag, dem 13.05.2000 zwischen 11 Uhr und
15 Uhr zum Infostand in der Windthorststraße Ecke Stubengasse zum
Gespräch ein.