Arbeit
Sinnvolle Arbeitsplätze schaffen - durch verantwortliches Wirtschaften
Eine deutliche Senkung der Arbeitslosenzahlen kann durch eine Ökologisch-Soziale Markwirtschaft erreicht werden. (Ü siehe Bundespolitisches Programm)
Ebenso entstehen Tausende von Arbeitsplätzen durch die starke Nachfrage nach regenerativen Technologien. Z. B. arbeiten heute schon in der deutschen Windkraftindustrie mehr als doppelt so viele Menschen wie in der Atomkraftwerk-Branche. Bundespolitische Weichenstellungen setzen einer wirksamen kommunalen Arbeitsmarktpolitik enge Grenzen. Dennoch muss die Stadt verfügbare Spielräume nutzen, um Arbeitsplätze zu schaffen. (Ü siehe Wirtschaft)

ödp-Konzept:
Überprüfung aller kommunalpolitischen Entscheidungen auf ihre mittel- und langfristigen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, d. h. Aufgabe von überdimensionierten Prestigeprojekte zugunsten weniger spektakuläre, dafür aber günstigere und nachhaltige arbeitsplatzwirksame Maßnahmen (Beispiel: Parkhaus Ludgeriplatz). Dadurch keine Gefährdung von Arbeitsplätzen durch kurzfristige Schaffung dieser, da bei überproportionalem Kapitalaufwand längerfristig mindestens ebenso viele gefährdet oder gar vernichtet werden
Schaffung eines Netzwerkes aller arbeitsmarkt- und sozialpolitisch relevanten Stellen (Arbeitsagentur, Sozialamt, Wirtschaftsverbände, arbeitsmarktpolitische Initiativen, Gewerkschaften usw.), um Arbeit Suchende möglichst effizient unterstützen zu können. Hierdurch Förderung und Unterstützung der notwendigen Bemühungen des Einzelnen durch Beratung und Begleitung in jeder Phase im Rahmen eines Fallmanagements
Kein Ersatz von regulär bestehender Arbeitsverhältnisse durch Niedriglohnjobs, auch wenn Programme wie 'Arbeit statt Sozialhilfe' grundsätzlich begrüßenswert sind
Überprüfung von Möglichkeiten auch auf kommunaler Ebene zur Einführung eines Mindestlohns, der deutlich über dem Regelsatz der Sozialhilfe liegt, um Ansätze zu einem nach unten offenen Lohndumping einen Riegel vorzuschieben, z. B. durch die in Form einer freiwilligen Selbstverpflichtung der örtlichen Arbeitgeber
Keine steuer- und investitionspolitische Entscheidungen auf Kosten kleiner und mittlerer Unternehmen, da diese viele Arbeitsplätze bereitstellen, denn Großbetriebe (Konzerne und Ketten) tendieren häufig zur Rationalisierung von Arbeitsplätzen (Ü siehe Wirtschaft)
Keine Standortkonkurrenz zwischen Münster und benachbarten Gemeinden, sondern verstärkte regionale Zusammenarbeit im Interesse aller beteiligten Kommunen, da dadurch frei werdende Mittel zur Schaffung bzw. Förderung von Arbeitsplätzen auf kommunaler Ebene eingesetzt werden können (Synergieeffekte)
Förderung von Projekten für Arbeitslose, insbesondere für Jungendliche aber auch Langzeitarbeitslose zur Integration in den Arbeitsmarkt; z. B. AIM (Arbeitsmarktinitiative Münster)
Schaffung von nachhaltigen Arbeitsplätzen mit regenerativen, innovative und umweltfreundlichen Techniken, da diese auch nachfolgenden Generationen nicht schaden. (z. B. Kryo-Recycling Ü siehe Müllpolitik, Ü siehe Energie)
Arbeit gerecht verteilen
Vieles deutet darauf hin, dass Vollbeschäftigung im Sinne der ersten Nachkriegsjahrzehnte nicht mehr zu erreichen sein wird. Darin liegt auch eine Chance für ein sinnerfülltes Leben, wenn nämlich die Arbeitswelt der Zukunft als eine sinnvolle Mischung von verkürzter herkömmlicher Erwerbsarbeit, verstärkter Eigenarbeit, Familienarbeit und ehrenamtlichen Engagements gestaltet wird! Eine generelle Verkürzung der Erwerbsarbeitszeit hat auf jeden Fall positive Züge. Bis heute wird allein der herkömmlichen Erwerbsarbeit zentrale Bedeutung zugemessen. Bisher unbezahlte, gesellschaftlich notwendige und wertvolle Familienarbeit darf aber nicht länger unterbewertet werden. Von besonderem gesellschaftlichem Wert sind die Kindererziehung und die Pflege Angehöriger (Ü siehe Bundespolitisches Programm).

ödp-Konzept:
Ansätze zu einer Neudefinition sowie zu einer neuen und gerechteren Verteilung von Arbeit, unter verstärkter Berücksichtigung der unbezahlten Arbeitsleistungen, sollten von der Stadt im Rahmen ihrer Kompetenzen und Möglichkeiten aufgegriffen und unterstützt werden. Wichtige Anstöße in diese Richtung liefern z.B. das Frauen-Euregio-Projekt und die in dessen Rahmen erstellte Dokumentation.