Verkehr
Münster ist die einzige Großstadt in Deutschland, in der es mehr Fahrräder als Einwohner gibt. Gegenwärtig liegt der Radverkehrsanteil in Münster bei 30%. In der Vergangenheit wurde mit Hilfe der Umweltverbände bereits viel dafür getan, Münster zu einer Stadt der kurzen Wege mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln zu machen.
Die ödp in Münster meint dazu:
Münster ist auf dem Weg zu einer autogerechten Stadt im Stil westdeutscher Großstädte der 60er Jahre. Diese Stadt braucht jedoch nicht mehr Parkplatzkapazitäten und Straßen, sondern intelligente Lösungen, um unnötigen Autoverkehr zu verlagern und zu vermeiden.
Der motorisierte Individualverkehr (MIV) leistet zwar grundsätzlich einen Beitrag zur Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen und zum funktionierenden Wirtschaftsleben, dabei kommt es aber auf die Umweltverträglichkeit des jeweiligen Verkehrsmittels an. Deshalb möchten wir den Radverkehr und den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) noch mehr stärken und damit Anreize schaffen, das Auto stehen zu lassen.
In der Verkehrspolitik wollen wir den Umweltverbund im Sinne einer guten Erreichbarkeit der Innenstadt und der Stadtteilzentren zu Fuß, mit Fahrrad, Bus und Bahn stärken. Davon würde auch der Einzelhandel profitieren.
Der Flugverkehr ist der umweltschädlichste Verkehr, der im erheblichen Maße zum Treibhauseffekt und zur Zerstörung der Ozonschicht beiträgt. Deshalb darf die Ökonomie nicht zu Lasten der Ökologie bevorzugt werden. Jedoch erkennen wir den wirtschaftlichen Nutzen für unsere Region (siehe FMO - unten).

ödp-Konzept:
Zum Fahrradverkehr:
Konsequenter Ausbau des Radwegenetzes auch in den Stadtteilzentren und Nahverkehrsknotenpunkten sowie Planung weiterer Fahrradstellplätze bzw. Fahrradparkhäuser
Markierte Randstreifen für Radfahrer sind gegenüber Hochbordradwegen zu bevorzugen
Ein guter Zustand der Radwege ist auch für Kindertransporte (Fahrradanhänger) unerlässlich; d. h. Engpässe sind anzupassen
Eine so genannte "Grüne Welle" für Radfahrer macht das Radfahren für Umsteiger noch attraktiver
Neben dem bestehenden Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof und den anderen vorhanden Stellplätzen sollten Fahrradboxen im Rahmen des so genannten "Ökologischen Mobil-Management" an anderen wichtigen Verkehrsknotenpunkten errichtet werden (s. u.)
Zum ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr):
Intelligente Lösungen für den öffentlichen Nahverkehr, z. B. durch eine neue Buslinienführung auf direkteren und kurzen Wegen sowie die Einführung von Zubringerlinien in den Stadtteilen
Mehr Busspuren und so genannte Busschleusen für die wichtigsten Verbindungen
Stärkung des Busverkehrs in der Innenstadt, z. B. an der Stubengasse, um kürzere Wege für Besucher und Kunden vom und zum Bus zu ermöglichen
Kein Wettbewerb im Busverkehr auf Kosten der Beschäftigten und Kunden und keine Privatisierung des Verkehrsbetriebes der Stadtwerke - stattdessen zwecks Kostensenkung verstärkte Kooperation mit Partnern wie z. B. dem Regionalverkehr Münsterland
Unkomplizierte und attraktive Preisgestaltung (Beispiele: Anregung des VCD-Münster oder die Stadt Sigmaringen, südwestlich von Ulm)
Unterstützung von Familien mit einer gerechten Familienkarte
Finanzielle Förderung des ÖPNV aus dem Energiesektor der Stadtwerke (Ü siehe Energie)
Zum MIV (motorisierter Individualverkehr):
Spürbare
Reduzierung des MIV aus dem Umland durch Realisierung einer
Regionalstadtbahn
Beispiele: Karlsruhe und Kassel oder die
S-Bahnen im Ruhrgebiet. Unterstützung aller Initiativen für
Erfolg versprechende Verbindungen wie z. B. die Wiederbelebung der
WLE-Gleise (Westfälische Landeseisenbahn), um mit günstigen
Verbindungen Anreize zu schaffen, die Bahn häufiger zu benutzen
Verstärkte Förderung des "Car-Sharing-Systems", d. h. der gemeinsamen Fahrzeugnutzung, durch z. B. Bereitstellung städtischer Stellplätze in jedem Stadtviertel
Keine Nordtangente zwischen Steinfurter Straße und Schifffahrter Damm wegen ihrer geringen verkehrlichen Entlastungswirkung und ihrer enormen ökologischen Folgeschäden
Sperrungen von einigen Straßen sowie Geschwindigkeitsüberprüfungen im Stadtgebiet auch aus Umwelt- und Naturschutzgründen, z. B. in den Rieselfeldern. (Ü siehe Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft / Ü siehe Sicherheit)
Individuelle Mobilität ist bei umweltschonenden Techniken alternativer Energieträger, z. B. Biodiesel, Autogas, Solarstromzapfstelle beim Stadtteilauto, über ein kommunales Gremium zu unterstützen, z. B. bei Ausweisung von neuen Gewerbegebieten mit einem Angebot von Tankstellen mit allen alternativen Antriebsstoffen (Ü siehe Wirtschaft)
Initiierung eines so genannten "Ökologischen Mobil-Managements", wodurch Pendler (täglich ca. 253.000) animiert werden, ihr Fahrzeug vor der Stadt stehen zu lassen
Überprüfung des Parkleitsystems, um den unvermeidbaren MIV besser fließen zu lassen; d. h. Weiterleitung des Verkehrs zu vorhandenen nahe gelegenen Parkhäusern, z. B. Engelenschanze und/oder Aegidii, wenn die Parkplätze Stubengasse und/oder Domplatz (z. B. an Markttagen) ausgelastet sind. Ggf. Schließung der Windthorststraße oder Pferdegasse, damit Behindertete und Anlieger besser zu ihren Parkplätzen kommen können (kein Rückstau)
Zum besonderen Schutz jüngerer und älterer Verkehrsteilnehmer weitere Ausweitung von 30-km/h-Zonen in eng bebauten Wohngebieten sowie vermehrte Geschwindigkeitskontrollen in diesen Bereichen auch durch das Ordnungsamt (Ü siehe Sicherheit)
Zum FMO (Flughafen Münster-Osnabrück):
Demokratisch faire Beteiligung aller im Immissionsbereich des FMO lebenden Bürger an behördlichen Verfahren
Kein
weiterer Ausbau des FMO, da die Umwelt schwer beeinträchtigt
wird
Keine Startbahnverlängerung, keine größeren
Flugzeuge, keine zusätzlichen Flugbewegungen
Kein neuer Airport-Park, d. h. kein Gewerbegebiet im Bereich des FMO, da zwar kurzfristig Arbeitsplätze vor Ort geschaffen werden, jedoch der Mittelstand im Umland nicht gestärkt wird (Ü siehe Wirtschaft)
Nachtflugverbot für den FMO von 22 Uhr bis 6 Uhr früh, um Anwohner im Umkreis des FMO vor Lärm zu schützen (Ü siehe Gesundheit)
Ausbau eines Schienennetzes (Regionalbahn s. o.) zur Anbindung des FMO an Münster und Umgebung
Keine Abwertung des FMO, um mit alternativen Umwelt schonenden Antriebssystemen eine wirtschaftliche Option offen zu halten (Ü siehe Wirtschaft)
Keine Subventionierung des FMO durch die Stadt Münster, sondern eine Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene oder Ersatz durch Telekommunikation (Ü Bundespolitisches Programm)