Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft
Umwelt und Naturschutz
Die Vielfalt der münsterländischen Natur- und Kulturlandschaft mit ihrem Artenreichtum muss für kommende Generationen dauerhaft erhalten werden. Dazu ist ein konsequenter Schutz der Natur notwendig. Naturschutz in der Stadt ist dabei genauso wichtig wie Naturschutz im nicht besiedelten Bereich. Grundlage für einen ausreichenden Schutz ist daher eine an ökologischen Kriterien orientierte Stadt- und Landschaftsplanung, in der die Belange des Wasser-, Luft-, Boden- und Artenschutzes eine Berücksichtigung finden.
Umweltschutz ist für uns untrennbar verbunden mit den Bereichen Verkehr, Energie, Abfall, Land- und Forstwirtschaft, Gewerbe und Industrie. Die Berücksichtigung von ökologischen Grundlagen bei ökonomischen Planungen ist von elementarer Bedeutung.

ödp-Konzept:
Ausbau des Erholungsgebietes Aasee zu einem Naherholungsgebiet mit ausreichendem Platz für die Natur durch geeignete Maßnahmen:
Die Wasserqualität des Aasees ist dauerhaft zu verbessern, wie es die Naturschutzverbände fordern: Breite Röhrichtpflanzungen an verschiedenen Stellen im Uferbereich des Aasees können Wasservögeln und Fischen geeignete Lebensräume bieten und den See als Naherholungsgebiet aufwerten. Eine Verbesserung der Wasserqualität kann durch die Extensivierung der Landwirtschaft und Gewässerschutz in den Uferbereichen erreicht werden. Düngemittel, die in die Aa gelangen, gelten als Ursache für die Probleme am Aasee.
Keine bewusste Herbeiführung einer chemischen Reaktion durch eine so genannte Phosphatfällungsanlage (Beispielstadt: Bautzen Sachsen) am und vor dem Aasee, da der neu entstehende umweltbelastende Müll (Phosphat) neue Probleme bei der Entsorgung bedeutet. Eine ganzheitliche Aufklärung zur Problembeseitigung (Überdüngung) ist die geeignetere Maßnahme (Ü siehe Landwirtschaft).
Weiterhin umweltfreundliche Nutzung des Aasees mit Segelbooten ohne Motor. Der derzeitige Antrieb (Dieselmotor) des Wasserbusses Prof. Landois ist aus wasserschutzrechtlicher Hinsicht auf eine ökologischere Antriebsmaschine (Elektromotor) umzustellen.
Keine Flächenversiegelung am Aasee, wie sie derzeit die neuen Pläne des Stadtplanungsamtes im Bereich "Goldene Brücke" vorsehen.
Keine Bebauung von größeren Freiflächen in der Innenstadt: Erhalt des Hindenburgplatzes mit seinem alten Baumbestand, Schaffung eines Stadtparks (mit Wasserfläche) und Erhalt des Baumbestandes auf dem Parkplatz Stubengasse, Erhalt der Grünfläche im Ludgerikreisel
Einschränkung des Flächenverbrauches durch überdimensionierte Ausweisung von Wohn- und Gewerbegebieten, d. h. Flächenrecycling muss Priorität vor einer Neuausweisung haben (Ü siehe Stadtentwicklung)
Wiederherstellung des natürlichen Wasserrückhaltevermögens durch Fließgewässerrenaturierungen, d. h Regenrückhaltung z. B. durch Flächenentsiegelungen, damit Regenwasser wieder in den Boden versickern kann und nicht in die Kanalisation gelangt; also mit Maßnahmen zur Vermeidung von Hochwasser im bebauten Bereich und in der freien Landschaft beitragen
Erhalt von Frischluftzonen, die für eine Verbesserung des Stadtklimas notwendig sind, deshalb kein Bau der sogenannten 3. Nordtangente (Ü siehe Stadtentwicklung). Münsters Luft muss durch weniger Treibhausgase sauberer werden; so muss das oberstes Ziel sein, auch lokal dafür zu sorgen, den CO2-Ausstoß zu reduzieren (Ü siehe Energie)
Der Titel des 1997 erworbenen Preises "Hauptstadt des Klimaschutzes" ist zu unterstützen und neu aufleben zu lassen; z. B. muss der ausgefallene Aktionstag in der "Europäischen Woche der Mobilität" nach dem Motto "In die Stadt ohne mein Auto" nachgeholt oder neu initiiert werden. Bekannte Umwelt- und alternative Verkehrsverbände haben mit Recht dieses Versäumnis der Stadt kritisiert
Einrichtung einer ehrenamtlichen Landschaftswacht, um den Zustand der Landschaft zu beobachten und Gefahren und Schäden rechtzeitig zu erkennen
Im Europa-Vogelschutz- und Naherholungsgebiet "Rieselfelder Münster" ist die viel befahrene Durchgangsstraße zu sperren, mindestens ist aber eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h einzuführen (Ü siehe Verkehr)
Dauerhafter Schutz des Europa-Vogelschutzgebietes Rieselfelder
Ausreichender Schutz von Tieren und Pflanzen durch Vorhandensein von Biotopen; d. h. mindestens 10-15% der Fläche von Münster sind durch Schutzgebietsausweisungen und Neuanlagen von Lebensräumen im Rahmen einer Biotopverbundplanung dauerhaft zu sichern
Erhalt auch kleiner Gewässer; z. B. des Seihof-Teiches in Roxel, wie vom Heimat- und Kulturkreis gefordert
Förderung spezielle Artenschutzmaßnahmen in und an öffentlichen und nicht öffentlichen Einrichtungen; z. B. kann durch Anbringung künstlicher Nisthilfen für Mauersegler oder Fledermäuse, vor allem im Innenstadtbereich, ein wertvoller Beitrag zum Artenschutz geleistet werden
Unterstützung einer möglichen Teilnahme der Stadt Münster am Bundeswettbewerb "Unsere Stadt blüht auf" (Entente Florale Deutschland 2005)
Verbesserung des Stadtklimas und Aufwertung des Stadtbildes durch "Mehr Grün in unsere Stadt":
Durchgrünung der Innenstadt nach Erstellung eines Konzepts, so dass Grünbereiche in der Innenstadt und damit attraktive und lebensnotwendige Räume für Menschen, Tiere und Pflanzen geschaffen werden, da Stadtgrün Staub bindet und Sauerstoff produziert wird. Geeignete Maßnahmen, z. B. Dach- und Fassadenbegrünung, an öffentlichen und nicht öffentlichen Gebäuden sowie Entsiegelung von Flächen und Streifen entlang von Gebäuden, tragen zur Verbesserung des Klimas und zur allgemeinen Erholung bei (Ü siehe Stadtentwicklung)
Vermehrung des Baumbestandes an zentralen, markanten Plätzen im Stadtgebiet
Mehr naturnahe Pflege und ökologische Unterhaltung in Parks und parkähnlichen Grünanlagen im Stadtgebiet, z. B. durch die Anlage von Wildblumenwiesen(streifen), Blumenbeeten mit heimischen Stauden, Altholz- und Totholzerhalt
Keine Atomtransporte / Atomenergie in Münster und dem Umland (Ü siehe Sicherheit Ü siehe Energie)
Kein Ausbau des FMO (Ü siehe Verkehr), da die Umwelt durch Flugverkehr und/oder Startbahnverlängerung schwer beeinträchtigt wird
Landwirtschaft
Landwirtschaft für Mensch und Natur
Die Abhängigkeit der
Landwirtschaft von der chemischen Industrie, von Banken, von Öl-
und Futtermitteleinfuhren steigt stetig. Der gesamte Bereich
Landwirtschaft, Lebensmittelproduktion und Vermarktung wird zunehmend
zum Geschäft von wenigen Großbetrieben, wobei die
Einführung gentechnisch veränderter Nutzpflanzen und -tiere
diese Entwicklung weiter vorantreibt.
Am Ende steht die
politische, wirtschaftliche und ökologische Erpressbarkeit
unserer Gesellschaft. Intensive Viehhaltung, Monokulturen (z.B. beim
intensiven Maisanbau), Überdüngung und Drainage zerstören
die natürliche Fruchtbarkeit der Böden, erodieren den
Mutterboden und wirken sich verheerend auf Grund- und
Oberflächenwasser aus.
Jährlich Zehntausende von Tonnen ausgebrachte "Pflanzenschutzmittel" töten Mikroorganismen in der Ackerkrume und reichern Giftstoffe in den Nahrungsketten, im Grundwasser und in der Atmosphäre an. Rückstände von Pestiziden, Nitraten und Medikamenten finden sich im Trinkwasser und in Lebensmitteln wieder.
Entwässerung von Feuchtgebieten, Begradigung von Bachläufen und Rodung von Hecken zerstören natürliche Lebensgemeinschaften und Landschaften. Die Tier- und Pflanzenwelt verarmt.
Die ödp Münster meint:
Wir achten die Landwirte nicht nur als Lebensmittelproduzenten, sondern auch als Energielieferanten und vor allem als Kulturträger und Landschaftspfleger.
Langfristiges Ziel der ödp ist eine nachhaltige Landwirtschaft, die weit über die heutigen Vorgaben einer "ordnungsgemäßen Landwirtschaft" hinausgeht. Sie erfordert eine extensive Bewirtschaftungsweise, die nicht ausschließlich auf eine optimale Nutzung von Boden und Tieren gerichtet ist. Weil aber der ökologische Landbau die nachhaltigste Form bäuerlicher Landwirtschaft darstellt, ist diese bewährte Anbaumethode besonders förderungswürdig.
Zu einer ökologischen Landwirtschaft gehören auch eine nachhaltige Bodenbearbeitung, maßvolle organische Düngung, Verzicht auf Kunstdünger und synthetische Biozide sowie zahlreiche weitere Maßnahmen wie Auswahl der Pflanzenarten und -sorten (nach Standort), Untersaaten, Zwischenfrüchte und angepasste Fruchtfolgen.
Lebensmittel sollen dezentral erzeugt wie auch vermarktet werden, damit feste regionale Wirtschaftskreisläufe entstehen können und die Abhängigkeit von Großkonzernen abnimmt. Das "Höfesterben" muss auch deshalb gestoppt werden, weil kleine und mittlere bäuerliche Familienbetriebe am ehesten in der Lage sind, ökologische und regionale Gesichtspunkte zu berücksichtigen.

ödp-Konzept:
Förderung von regionalen Betrieben mit kontrolliert biologischer, Umwelt schonender Landwirtschaft und artgerechter Tierhaltung, die eine gesunde Ernährung garantiert. Wer die Umwelt weniger belastet, muss von der Stadt besonders gefördert werden
Verstärktes Angebot von ökologisch-biologischen Produkten in städtischen Einrichtungen (Kantinen, Schulen, Kindergärten)
Beratung der Landwirte zur mittel- und langfristigen Vermeidung von Pestizid- und Nitrateinträgen ins Grundwasser. Wasser ist unsere Lebensgrundlage, und die Reinigung ist mit nicht mehr akzeptablen Kosten für die Allgemeinheit verbunden, deshalb "Vermeiden statt Filtern"
Erhalt des Ackerbaus im Stadtgebiet Münster (Ü siehe Arbeit)
Keine Gentechnik im Münsterland; d. h., keine Gentechnik in Nahrungsmitteln, da sie lediglich Aktionären und Großkonzernen nutzt. Mehr Verbraucherschutz, da die Gentechnik für die Verbraucher nicht in einem erkennbaren Nutzen gegenüber dem unkalkulierbaren Risiken für Gesundheit und Umwelt steht (Ü siehe Gesundheit)