Finanzen und Verwaltung
Der ständig steigende
Finanzbedarf der öffentlichen Haushalte ist eine der
Hauptursachen des Zwangs zum Wirtschaftswachstum und seiner
verheerenden Folgen. Nicht nur ökologisch leben wir auf Kosten
kommender Generationen, auch finanziell lassen wir unseren
verschwenderischen Lebensstil großenteils von unseren Kindern
bezahlen, indem wir die Staatsverschuldung (von Bund, Ländern
und Gemeinden) auf schwindelerregende Höhen anwachsen lassen.
Diese Verschuldung hat bereits die Summe von 1.200 Mrd. Euro
überschritten, das Volkseinkommen eines ganzen Jahres. Allein
die Zinsen, die dafür zu zahlen sind, betragen 20% des
Bundeshaushalts.
Der Schuldenstand der Stadt Münster
entwickelte sich von 210,5 Mio. Euro Ende 1992 auf 561,2 Mio. Euro
Ende 2002. Die Pro-Kopf-Verschuldung hat sich damit auf 2.100,21 Euro
am Stichtag 31.12.2002 erhöht; binnen eines Jahres um mehr als
10 % Steigerung! Rücklagen der Stadt sind inzwischen komplett
verbraucht worden, die Nettoneuverschuldung liegt bei 56 Mio. Euro!
Die jährlichen Zinsen von ca. 30 Mio. Euro übersteigen bei
weitem die so genannten ordentlichen Tilgungen (keine 20 Mio. Euro).
Wir stehen für eine solide Finanzpolitik,
um in Münster handlungsfähig zu bleiben. Schulden müssen abgebaut
werden, um kommende Generationen nicht übermäßig zu belasten.
Eine Neuverschuldung kann durch eine kostengünstige Stadtplanung vermieden
werden.
Beispiele: Prestigeobjekte wie der Tiefgaragenbau Ludgeriplatz oder der York-Tower,
Straßenbau wie die 3. Nordtangente (die so genannte "Entlastungsstraße
Nord"), das Kulturzentrum auf dem Hindenburgplatz. Auch wenn durch verschiedene
Projekte Landes- und Bundeskassen in Anspruch genommen werden sollen, dürfen
diese nicht mehr als nötig strapaziert werden. (Ü
siehe Stadtentwicklung)
Die ödp Münster gewährleistet eine lebenswerte Stadtentwicklung
durch umweltgerechte Verkehrspolitik, Erhalt der intakten Parklandschaft, Vermeidung
von Großbauprojekten, Unterstützung von Familien und mittelständischen
Betrieben, mehr Begrünung in der Innenstadt sowie Förderung der Bildung
und Kultur. Tierschutz innerhalb und außerhalb von Besitztum ist auch
Menschenschutz (Ü
siehe Tierschutz).
Die Sicherheit auf Münsters Straßen gewährleisten wir durch
fortschrittliche Sozialpolitik. Das fängt bereits bei der Kinder- und Jugendarbeit
an (Ü siehe Familie,
Ü siehe Soziales).
Das alles kann nur mit einer soliden Haushaltspolitik in die Wege geleitet werden.
Arbeitslosigkeit kostet auch die Kommune Geld. Mittelständische Betriebe
sorgen für mehr Arbeitsplätze als Konzerne. Wir wollen deshalb Gewerbe
und Einzelhandel unterstützen, insbesondere Firmen, die umweltschonende
Technologien verwenden oder produzieren. (Ü
siehe Arbeit)
Auch wenn der Haushalt noch ausgeglichen ist, kann nur konsequentes Sparen Münster vor dem finanziellen Kollaps bewahren. Daher wollen wir die Stadtverwaltung zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen umbauen!

ödp-Konzept:
Abbau der Schulden (mehr als 560 Mio. Euro), da die Zinsen den Haushalt zunehmend belasten, die zukünftige Handlungsfähigkeit der Stadt bedroht ist und wir auf Kosten kommender Generationen leben
Verzicht auf teure Prestige- und Repräsentationsprojekte
Überprüfung aller städtischen Neubau- und Straßenbauprojekte auf Notwendigkeit, Folgekosten und sinnvolle Ausgestaltung
Mehr Bürgerbeteiligung bei Planungen und Großprojekten, auch wenn dies rein rechtlich nicht vorgesehen ist
Energieeinsparungspotential in städtischen Gebäuden voll nutzen, um die Betriebskosten dauerhaft zu senken
Stellenbesetzungen nach Kompetenz und nicht nach Parteibuch, vor allem bei Amtsleitungen und Dezernentenposten
Kein kurzsichtiges Sparen bei notwendigen Gebäudeerhaltungsmaßnahmen, da zukünftige Reparaturkosten dann um so höher liegen
Einführung eines Anti-Korruptionsausschusses (siehe Stadt Essen)
Überprüfung städtischer Mitgliedschaften und Beteiligungen auf ihre Kosten-Nutzen-Relation
Überprüfung der verwaltungsinternen Effektivität und Umbau der Verwaltung zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen (Vorbild: Oberhausen), z.B. eigenes Budget für die Fachämter, Führung nach modernen Unternehmensprinzipien, stärkere Verantwortung für den einzelnen Mitarbeiter, Verkürzung der verwaltungsinternen Steuerungswege
Stärkung der Bezirksvertretungen, d. h. Kompetenzerweiterung der Politik in den Stadtbezirken
Verkauf städtischer Grundstücke nur nach öffentlicher Ausschreibung
Ablehnung des so genannten "Cross Border Leasing" bei kommunalen Einrichtungen (Ü siehe Stadtentwicklung)