Gegen die Nordtangente - für ein lebenswertes Münster

 Oktober 2005 - Beitrag in der draussen

Straßen säen, Verkehr ernten

Titelseite der draussenWährend die Tagespresse die Nordtangente offenbar für ein Thema hält, das ausschließlich Münsters Norden angeht - was angesichts der Belastung für das Mikroklima der Innenstadt eine recht kurzsichtige Sicht der Dinge ist - hat Münsters Straßenmagazin »draußen« die Bedeutung des Themas für ganz Münster erkannt.

In einem ausführlichen Beitrag widmet sie sich in der Oktober-Ausgabe der geplanten Nordtangente. Und stellt den Zusammenhang zum Weiterbau der Umgehungsstraße her, die an den Schiffahrter Damm angeschlossen wird und damit direkt der Einspeisung der geplanten Nordtangente dient.

Die Ausgabe 10/05 gibt es als PDF zum Runterladen: http://www.muenster.org/draussen/



 13.04.05 - B481n: Es wird ernst

Planfeststellungsverfahren für die 481n wird eingeleitet.

Der aktuelle Stand der Planungen für die B481 N, also die Verlängerung der Umgehungsstraße bis zum Schiffahrter Damm, wird aus einem Schreiben des Stadt- und Bezirksverband Münster der Kleingärtner deutlich.

Darin wird erlärtert, daß das Planfeststellungsverfahren noch in 2005 eingeleitet und 2007 abgeschlossen werden wird. Frühester Baubeginn ist demnach 2008.

Für die III. Nordtangente ist der Bau der B481N von besonderer Bedeutung. Durch den Lückenschluß zur Umgehungsstraße bzw. zur Warendorfer Straße wird die Nordtangente zum Verkehrsmagneten für den Durchgangsverkehr in Ost-West-Richtung. Was den euphemistischen Begriff einer "innerörtlichen Entlastungsstraße", wie ihn die regierenden Ratsfraktionen zu etablieren versuchten, als Farce entlarvt.

Das vollständige Schreiben als PDF hier: b481n.pdf



 Feinstaub 2005:

13 Überschreitungstage an der Steinfurter Straße

Beim Landesumweltamt NRW sind die Überschreitungen des erlaubten Grenzwertes für Feinstaub gelistet.

Die Steinfurter Straße hat es danach bis Anfang April schon auf 13 Überschreitungstage gebracht.

Fragt sich natürlich der Bürger, wie die Politik darauf reagiert. Naheliegend wäre, lokalpolitisch alles zu tun, um PKW- und LKW-Verkehr zu verringern. Zugunsten intelligenterer Mobilitätskonzepte. Das reduziert direkt den gesundheitsschädlichen Schadstoffausstoß.

Was tut die Politik stattdessen? Sie beschließt in der jüngsten Sitzung der BV Nord, die Planungen für den Bau der III. Nordtangente voranzutreiben. Einer Straße, die, wie das Gutachten der Stadt zeigt, PKW-Verkehr erzeugt, anstatt ihn zu verringern. Und damit Feinstaub auf derzeit noch grünen Wiesen verteilt. Und über die durchtrennten Frischluftschneisen in die Innenstadt trägt.

Setzen wir alles daran, um zu verhindern, daß es so weit kommt: Nicht nur für Münsters Norden, sondern für die Luft in der gesamten Stadt!



 Montag, 14.03.05, 20 Uhr

Treffen der Bürgerinitiativen

Die BI Lincoln lädt ein zu einem Treffen der BIs gegen die Nordtangente. Am Montag gibt es in der Gaststätte Atrium in Kinderhaus, Sprickmannplatz 1 eine Vorführung des Bewerbungsfilms der Stadt zum Wettbewerb "lebenswerte Stadt", anschließend wird die dazu erschienene Publikation erörtert, und wir planen das weitere vorgehen.

Die KandidatInnen der SPD und der Grünen für die Landtagswahl werden anwesend sein.

Kommt zahlreich!



 Aus der Koalitionsvereinbarung der CDU- und der FDP-Fraktion

(...) Ein gutes Verkehrswegenetz entlastet die Bürgerinnen und Bürger von Lärm und Emissionen. Daher werden die Koalitionspartner den Bau von Entlastungsstraßen fördern, um die betroffenen Stadtteile zu stärken. (...)

Beide Fraktionen setzen sich u.a. für folgende Straßenbauprojekte ein (...)

  • Weiterführung der Umgehungsstraße (B51/481) bis zum Schiffahrter Damm
  • Entlastungsstraße Nord (vom Schiffahrter Damm bis zur Grevener Straße) - Flächensicherung im FNP (Priorität Abschnitt Coerde: UVP)
  • (..)



     Zur Umfrage der CDU in Coerde:

    Wie wir in Coerde leben wollen ...

    Es ist Frühling in Münster - die Säfte steigen. Da kann einer großen Volkspartei in einem vom Verkehr geschundenen Stadtteil eine geniale Idee:
    Sollen wir nicht die Bürger nach ihren Erwartungen an die Politik fragen? Es macht unbestritten Sinn, den Souverän einer Demokratie in politische Entscheidungsprozesse zu integrieren.

    Die klugen Politiker der großen Volkspartei entschieden sich dazu, einen Fragebogen zu verfassen und an die Haushalte des Stadtteils zu verteilen. Auf diesem fanden sich dann so wohlüberlegte Fragen wie: Es ist für Coerde sinnvoll, wenn der Durchgangsverkehr aus dem Stadtteilzentrum an den Rand verlagert wird. Hierzu sollte der Bürger Stellung beziehen.

    Was natürlich nicht gefragt wurde waren Dinge wie:
    Soll Coerde mit mehr Durchgangsverkehr belastet werden?
    Soll eine Ortsumgehung "Coerde" gebaut werden, die den Durchgangsverkehr vom ganzen Stadtteil fernhält?

    Als Coerder Bürger liegt der Gedanke nahe, dass die CDU gezielt nur Fragen gestellt hat, die Probleme wie die Überlastung der Anwohner der Königsberger Straße und des Edelbaches aufgreifen, aber von den anstehenden Horrorszenarien für den Stadtteil (B 481n) ablenken. Böse ist, wer dabei gar an den Versuch einer gezielten Wählertäuschung denkt.
    Aber es ist ja Wahlkampf und da eröffnet man bekanntlich keine soliden Diskussionsforen sondern versucht, den Wähler von seinem eigenen Engagement für den Stadtteil auch dann zu überzeugen, wenn man eigentlich den Stadtteil durch eine große Bundsstraße belasten wird und vielleicht sogar will. Fragen wie: "Coerde braucht eine Verkehrsentlastung." werden vor diesem Hintergrund zu blankem Hohn.

    Nun wollen wir wirklich nicht die gute Idee einer Bürgerbefragung verteufeln - die Idee ist nämlich einfach genial. Wir sind absolut dafür, dass eine Fragebogenaktion zum Thema "Wie wir in Coerde leben wollen ..." durchgeführt wird. Das Ergebnis kann dann auch Richtschnur für die politische Willensbildung sein. Nur - sie muss solide und in der Ausrichtung offen vorbereitet, durchgeführt und ausgewertet werden! Bleibt nur zu hoffen, dass dieser Vorschlag von den klugen Kommunalpolitikern der CDU aufgegriffen wird.

    Bei realistischer Betrachtung der Lage ist aber zu befürchten, dass es die Partei vorzieht, aus in ihrer "self-fulfilling-prophecy" dreckiges politisches Kapital zu schlagen. Es wäre nämlich für die anstehende Wiederwahl der Damen und Herren CDU-Politiker äußerst schädlich, wenn zu viele Coerder Bürger durch eine solide Auseinandersetzung mit den Perspektiven der Verkehrspolitik erkennen würden, was da hinter den Kulissen auf dem Rücken unseres Stadtteils geplant wird.

    Update:
    Die Grünen haben sich inzwischen ebenfalls zum Thema geäußert: Der Pressetext



     17.06.2004:

    Fotoausstellung an der Gasselstiege

    Auf zehn Foto-Tafeln stellt die Ausstellung in der Skulptur »Tunnelblick« an der Gasselstiege Bewohner des Kinderbachtals vor: Ihr Leben, ihre Geschichte an der Gasselstiege, und ihr Wunsch, die Natur im Kinderbachtal zu erhalten.



     Pressemitteilung vom 23.9.2003:

    Tunnelblick - Skulptur statt Straßenbau

    An der Gasselstiege im Norden Münsters wird derzeit eifrig gebaut. Nein, nicht der Bau der Nordtangente hat hier klammheimlich begonnen. Stattdessen errichtet der Tischlermeister Jürgen Schäfer mit vielen fleißigen Helfern dort die Skulptur "Tunnelblick", die vom Architekten Peter Ostendorf entworfen wurde. Das Kunstwerk ist Teil des Projektes "crossroads NRW" der Arbeitsstelle Weltbilder in Münster. Die Skulptur entsteht auf der geplanten Trasse der III. Nordtangente, gegen deren Bau sich zahlreiche Bürgerinitiativen in Münster wehren. Am kommenden Samstag wird das fertige Kunstwerk der Öffentlichkeit vorgestellt. Als Vertreter der Presse sind Sie herzlich eingeladen zur

    Einweihung am 27.9. 2003, ab 14.30, an der Gasselstiege.

    Unter Beteiligung der betroffenen Bürger sowie der Interessensgemeinschaft der Landwirte wird die Skulptur "Tunnelblick" präsentiert. Vertreter der Bürgerinitiativen und Elisabeth Marie Mars, Initiatorin von "crossroads" und Leiterin der Arbeitsstelle Weltbilder, informieren Sie und stehen Ihnen gerne Rede und Antwort. Für das Umweltministerium NRW wird Herr Matthias Peck, stellvertretender Abteilungsleiter der Abteilung für Grundsatzfragen, Planung, Koordination und Eine-Welt-Politik, auf der Veranstaltung ein Grußwort sprechen. Für Essen und Trinken ist gesorgt, und die Musiker Jul Sanwidi und Alfred Ouôba aus Burkina Faso runden die Veranstaltung mit Stimmen aus dem Süden ab.

    Das Kunstprojekt auf der geplanten Trasse macht deutlich, dass die Auseinandersetzung um die Nordtangente mit viel Phantasie und Engagement weiter geht - auch wenn der Rat der Stadt Münster 16. Juli gegen den massiven Proteste der betroffenen Bürger beschoss, die III. Nordtangente im Flächennutzungsplan auszuweisen. Der Bauer Rottmann stellt kostenlos eine von ihm gepachtete Wiese für die Skulptur bereit, Mitglieder der Bürgerinitiativen halfen mit viel rosa Farbe bei der Gestaltung, und schon während der Bauphase stieß das Projekt auf reges Interesse bei Passanten.




     Pressemitteilung vom 17.6.2003:

    Anregungen der Bürger werden ignoriert

    Weit mehr als 5000 Bürgerinnen und Bürger der Stadt Münster wehrten sich im vergangenen Herbst mit Eingaben an das Stadtplanungsamt dagegen, dass die Planungen für die 3. Nordtangente wieder aufgenommen wurden. Sie regten an, die so genannte "Entlastungsstraße Nord" aus der Bauleitplanung herauszunehmen. Pflichtgemäß bestätigte die Stadt den Eingang der Briefe. Doch auf eine Antwort warten die Absender bis heute vergebens. Eine Beschlussvorlage für den Stadtrat aber macht nun klar: Die Stadt will alle Anregungen der Bürger ignorieren.

    Ob die Münsteraner eine Zerstörung der naturnahen Landschaft fürchten, Klimaschäden oder die erhöhte Verkehrsbelastung von Wohngebieten - stets wiederholt sich in der Vorlage derselbe Satz: "Der Anregung wird nicht gefolgt". Dabei räumt die Stadt ein, dass viele Befürchtungen berechtigt sind:

    - Ja, die geplante Trasse zerschneidet drei für das Stadtklima wichtige Belüftungskorridore

    - Ja, wertvolle Landschaftsräume und geschützte Landschaftsbestandteile wie der Kinderbach werden beeinträchtigt, der Grüngürtel zerschnitten, ökologische Schutzräume wie Aa-Niederung und Edelbach geschädigt und Naherholungsgebiete zerstört.

    - Ja, die Stadteile Coerde und Kinderhaus werden durch die Trasse vom restlichen Stadtgebiet abgetrennt.

    - Ja, die Stadt hat Bürgern, die in den letzen Jahren Häuser und Wohnungen in unmittelbarer Nähe der geplanten Straße gekauft haben, zugesichert, die Nordtangente werde nicht mehr gebaut.

    All dies und vieles mehr will die Stadt in ihren Planungen für die Nordtangente "berücksichtigen", "minimieren" und "ausgleichen". Wie das möglich sein soll, das sagt sie nicht. Vor allem aber zieht sie sich auf ein kurioses Argument zurück: Die zu erwartenden Schäden träten ja noch nicht durch den Flächennutzungsplan selbst ein, sondern erst durch den Straßenbau. Damit allerdings lässt sich jede noch so unsinnige Planung rechtfertigen!

    Am 16.7. 2003 berät der Rat der Stadt Münster über diese Vorlage, die Interessen und Argumente der Bürger missachtet. Wir gehen hin!




     Pressemitteilung vom 30.9.2002:

    Antiquierte Verkehrspolitik

    zur Bürgerversammlung am 26.9. 2002 in Coerde

    Viele Monate schon beunruhigt das Vorhaben der Stadt Münster, die längst zu den Akten gelegten Pläne für eine III. Nordtangente wieder aufzugreifen, viele Bürgerinnen und Bürger. Der entsprechend geänderte Flächennutzungsplan liegt zur Zeit öffentlich aus. Nach langer Verzögerung hatte das Stadtplanungsamt am 26.9 zu einer Bürgerversammlung in der Hauptschule Coerde geladen. Dietmar König von der Abteilung Verkehrsplanung erläuterte das von der Stadt in Auftrag gegebene Verkehrgutachten. Die weit überwiegende Mehrzahl der anschließenden Diskussionsbeiträge argumentierte gegen den geplanten Straßenneubau, nur eine Handvoll Bürgerinnen und Bürger sprach sich für das Vorhaben aus. Bei der Veranstaltung wurde deutlich:

    1. Die Stadt Münster beabsichtigt nicht, die Verkehrsbelastung einzudämmen.

    Sie geht davon aus, dass der Autoverkehr in Münster unabänderlich stark zunehmen wird. Die einzige Möglichkeit, die sie zur Entlastung bestehender Straßen in Betracht zieht, ist der Bau weiterer Straßen. Eine kürzlich vom Umweltbundesamt vorgelegte Studie "Dauerhaft umweltgerechter Verkehr" bemerkt zu dieser Art antiquierter Verkehrspolitik: "Die Folgen für Umwelt und Gesundheit werden gravierend sein. Der Ausstoß des klimaschädigenden Gases Kohlendioxid durch den Verkehr wird um 30 Prozent zunehmen. Für die verkehrslärmgeplagten Bürger wird es keine Hoffnung auf Verbesserung geben. Für neue Straßen und zum Parken werden noch mehr Flächen versiegelt und die unzerschnittenen Naturräume noch weiter abnehmen." Eine dauerhaft umweltgerechte Verkehrspolitk, so rechnet das Bundesamt vor, muss auf weniger Autoverkehr setzen. Doch die Stadtverwaltung Münster plant unverdrossen neue Straßen, ohne Alternativen - etwa die Einrichtung von Ringbuslinien oder Shuttle-Bussen zum Zentrum Nord - auch nur zu prüfen.

    2. Das Verkehrsgutachten beweist: die Nordtangente bringt mehr Verkehr für Coerde.

    Zwar heißt es dort, für die Ortsdurchfahrt Coerde wären durch die neue Straße "erhebliche Entlastungen" zu erwarten. Doch die im Gutachten genannten Zahlen beweisen das Gegenteil. Anhand der von Verkehrsplaner Dietmar König vorgelegten Daten rechnete eine Vertreterin der BI Edelbach auf der Veranstaltung vor: Heute fließen über Königsberger Straße und Edelbach etwa 13.000 Fahrzeuge täglich. Ohne Bau der Nordtangente geht das Gutachten für das Jahr 2015 von 16.500 PKW und LKW aus. Wird die III. Nordtangente gebaut, sollen dagegen jeden Tag 21.400 bis 24.600 Fahrzeuge durch Coerde rollen - das sind mindestens 60 Prozent mehr als heute und 30 bis 50 Prozent mehr als ohne die Nordtangente. Unter den Folgen werden auch diejenigen leiden, die sich heute noch, etwa als Anwohner der Königsberger Straße, eine Entlastung erhoffen. Denn die Nordtangente müsste zwischen hohem Heckenweg und Kanalstraße als Hochstraße gebaut werden. Damit wäre eine weite Ausbreitung von Lärm und Abgasen unvermeidlich. Gleichzeitig verliert Coerde ein wichtiges Naherholungsgebiet.

    3. An wirklichen Verbesserungen für die Anwohner der Königsberger Straße ist der Stadt nicht gelegen.

    So wird zwar seit Jahren über die Möglichkeit diskutiert, die zahlreichen Müllfahrzeuge über eine außerhalb der Wohngebiete entlangführende "Müllstraße" umzuleiten. Doch im Verkehrsgutachten wurde noch nicht einmal die Zahl dieser Fahrten erfasst. Das Stadtplanungsamt sah sich bei der Bürgerversammlung außerstande, zum Thema Müllverkehr irgendwelche Aussagen zu machen. Auch Geschwindigkeitsbegrenzungen oder Einschränkungen für den Schwerlastverkehr sind für die Stadt kein Thema.

    4. Coerde soll die Folgen einer verfehlten Stadtplanung tragen.

    Jahrzehntelang hat die Stadt ohne jedes Verkehrskonzept Wohn- und Gewerbegebiete ausgewiesen. Die gravierenden Verkehrsprobleme, die dadurch entstanden sind, versucht sie nun zu lösen, indem sie die Bewohner alter und neuer Wohngebiete in Coerde gegeneinander ausspielt. Als Coerder Bürger wollen wir das nicht hinnehmen. Wir betonen: Die Ortsdurchfahrt Coerde muss so schnell wie möglich entlastet werde. Alle Vorschläge dafür sind umgehend zu prüfen - von besseren Busverbindungen über Verkehrsbeschränkungen bis zur Müllstraße. Eines jedoch hat das Verkehrsgutachten eindeutig gezeigt: Die III. Nordtangente wird Coerde nur noch stärker belasten. Als das auf der Bürgerversammlung deutlich wurde, argumentierten Stadtplaner Friedrich Oellers plötzlich mit den positiven Effekten der Nordtangente für den Rest der Stadt. Abgesehen davon, dass diese aus dem Verkehrsgutachten nicht ersichtlich sind: Dafür steht Coerde nicht zur Verfügung.

    5. Die Stadt Münster ist nicht in der Lage, über eine so wichtige Zukunftsfrage wie die Verkehrsplanung mit den Bürgerinnen und Bürgern eine Diskussion nach demokratischen Spielregeln zu führen.

    Zunächst verweigerten das Stadtplanungsamt und die Mehrheitsfraktionen des Rates sich monatelang jeder öffentlichen Debatte. Auch die Bürgerversammlung kam erst weit später als angekündigt zustande. Auf der Veranstaltung am 26.9. war dann der Versammlungsleiter alles andere als ein neutraler Moderator. Immer wieder griff er selbst "pro Nordtangente" in die Debatte ein und kommentierte Diskussionsbeiträge aus seine Sicht. Nicht zuletzt dadurch wurde die ohnehin knapp bemessene Zeit weiter beschnitten. Sein Ausweg: Er versuchte, Gegnern der Nordtangente den Mund zu verbieten, in dem er nur Fragen aber keine sonstigen Diskussionsbeiträge zulassen wollte.


    Wir jedoch werden uns weiterhin dafür einsetzen dass Coerde - mit seinen alten und neuen Wohngebieten - auch in Zukunft ein lebenswerter Stadtteil bleibt. Dafür muss die Verkehrsbelastung reduziert werden, statt den Autoverkehr mit neuen Straßen weiter zu erhöhen.

    Bis zum 16 Oktober läuft die Frist für Eingaben an die Stadt Münster gegen die Aufnahme der III. Nordtangente (offiziell "Entlastungsstraße Nord") in den Flächennutzungsplan. Je mehr Münsteraner Bürgerinnen und Bürger sich dabei gegen dieses Produkt einer verfehlten Verkehrsplanung aussprechen, desto größer die Chancen, dieses teure und unsinnige Projekt zu verhindern.


    © 2002,2005 Initiativen gegen die Nordtangente
    c/o BI Edelbach | An der Meerwiese 97 | 48157 Münster | nordtangente@muenster.org