MUT e.V.  Münster
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 Bearbeitung:
 Martin Schneider

Info-Brief 17

Liebe Leserin, lieber Leser!

Nachstehend finden Sie den Info-Brief 17 von MUT e. V. April 2005.

Der Brief wurde in einer besonderen Text-Datei zusammengefasst, das Layout dieser Datei entspricht natürlich nicht dem Layout des Originals. Es fehlen die Bilder und Grafiken. Den Text haben wir hier als Fliesstext erfasst - keine Spalten, wie im Original. Das Original können Sie sich als PDF-Datei anschauen.

Der Info-Brief 17 als PDF-Datei.

17. Info-Brief                  April 2005

MUT e.V. Frauen und Männer im Kampf gegen Brustkrebs M ü n s t e r

Landesgartenschau in Oelde 2002: “Skulpturenpark” 

 

Alle Träume können wahr werden,
wenn wir den Mut haben, ihnen zu folgen.

Walt Disney

Themen dieser Ausgabe (u.a.):

"St. Gallen 2005" von Prof. Dr. med. Lellé
Referenzzentrum Mammographie-Screening von Prof. Dr. med. Heindel
Ergänzende Therapieverfahren beim Mamma-Carcinom von Dr. med. Marguc
Brustzentren im Münsterland
Der Fehler bei Frauen

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Manche Menschen

Manche Menschen wissen nicht,
wie wichtig es ist,
dass sie einfach da sind.

Manche Menschen wissen nicht,
wie gut es tut,
sie nur zu sehen.

Manche Menschen wissen nicht,
wie tröstlich
ihr gütiges Lächeln wirkt.

Manche Menschen wissen nicht,
wie wohltuend
ihre Nähe ist.

Manche Menschen wissen nicht,
wie viel ärmer
wir ohne sie wären.

Manche Menschen wissen nicht,
dass sie ein Geschenk
des Himmels sind.

Sie wüssten es,
würden wir
es ihnen sagen!

Petrus Ceelen

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Inhaltsverzeichnis

Grußwort 

Aktuelle Termine und Veranstaltungen 

Vorträge 2005   
Info-Nachmittag für Vereinsmitglieder am 23. April 2005   
Wasserentspannung     
Hinweis auf andere Veranstaltungen   
Die Selbsthilfe: Frauen - Leben mit Brustkrebs    

Rückblick

Das war der Malkurs 2005: "Farbenfrohe Collagen"    

Fachbeiträge/Fachberichte     

“St. Gallen 2005" - Bericht von Prof. Dr. med. Ralph Lellé, UFK Münster

"Referenzzentrum für Mammographie-Screening in Münster" von Univ.-Prof. Dr. med. W. Heindel aus Münster

"Mammographisch gesteuerte Vakuumsaugbiopsie"
   von Dr. E. M. Fallenberg, Dr. S. Weigel, Prof. Heindel, Uni Münster


"Ergänzende Therapieverfahren beim Mamma-Carcinom"
   (1. Teil) von Dr. med. Holger Marguc, Münster

    
"Brustkrebs bei der älteren Patientin" aus: Deutsches Ärzteblatt     

Internet-Recherche    

Bestimmte Faktoren können die Entdeckung von Brusttumoren erschweren   
Krebs-Sprechstunde! Expertenrat Brustkrebs    
"Busenfreund" ein Preis von Patientinnen für die Brustkrebsforschung     
Palliativmedizin: Leben bis zuletzt    
Neues vom Tausendsassa: Wie grüner Tee Krebs stoppt   

Erfahrungsberichte    

"Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte" von Jorge Luis Borges    
"Weltraumfahrer gesucht"    
"Und dann noch mehr" nach Heinr. Böll    

Rubrik: Was es sonst noch gibt    

Vereinsnachrichten     
Mitgliederversammlung MUT e.V.    
Broschüre "Schmerztherapie"   

Medizin-News:    

Frauen für Teilnahme an Brustkrebs-Studie gesucht   
Statt Silikon - Busen Marke Eigenbau  

Literatur-Tipp:   

"Manchmal rufe ich in den Himmel" von Tamara und Sven Matzke   
"Brustkrebs: schnell verstehen - richtig behandeln"
   von Prof. Dr. Volker Barth und Dipl. oec. troph. Andrea Barth

Brustzentren im Münsterland   

Zwei Brustzentren in Münster   
Patientinnen profitieren von Qualitätsanforderungen  
Erkrankte Frauen stehen im Mittelpunkt  
Aktuelle Pressemitteilungen der NRW-Gesundheitsministerin
   Birgit Fischer vom 14.03.2005
  

Kleiner Pressespiegel   

"Arzt liest Krankendaten bald auf der Chipkarte" aus: WN vom 08.12.2004  
"Ärzte begrüßen landesweit geplantes Krebsregister" aus: WN vom 13.01.2005   
"NRW bekämpft Brustkrebs in 50 Spezialkliniken" aus: WN vom 19.01.2005   
"Neue Hoffnung für Brustkrebspatientinnen durch alternative Wirkstoffe"
   aus: DIE WELT vom 10.02.2005
   

Schmunzelecke   

Der eine Fehler bei Frauen   
"Denk' mal nach..."   

Impressum   

Redaktionsschluss: 31.März 2005

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Grußwort

Liebe Vereinsmitglieder und Interessierte,

am 24.04.2002 wurde von der Universitätsfrauenklinik in Münster das "Brustzentrum Münster" gegründet. Einige Monate später wurde dann von einer Kooperation verschiedener Krankenhäuser in Münster und Umgebung das "Brustzentrum Münsterland" aus der Taufe gehoben. Am 14. März 2005 war es dann amtlich: Die Ministerin für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Nordrhein-Westfalen, Birgit Fischer, erteilte beiden Brustzentren die Anerkennung! Weitere Einzelheiten über die Zusammenschlüsse in Münster und im Münsterland können Sie unter "Zwei Brustzentren in Münster" in diesem Info-Brief nachlesen. Hinzu kommt, dass am Universitätsklinikum in Münster ein Mammographie-Referenzzentrum unter der Leitung von Prof. Walter Heindel und eine digitale Screening-Einheit in der Innenstadt eingerichtet werden. Weitere Screening-Einheiten sollen im Kreis Coesfeld und im Kreis Warendorf aufgebaut werden. Das bedeutet modernste und beste Technologie mit dem Ziel reduzierter Strahlenexposition. Leiterin des Screening-Projektes ist die Radiologin Frau Simona Spital.

Es ist in den letzten Jahren viel bewegt worden, um die Krankheit "Brustkrebs" in den Griff zu bekommen. Dass der Brustkrebs aus der so genannten "Tabuzone" herausgeholt wurde, ist nicht nur den Politikern zu verdanken, sondern auch den Vereinen und Initiativen, die sich sehr engagiert dafür eingesetzt haben. Auch wir von MUT haben unseren Beitrag dazu geleistet, indem wir unsere Ziele umgesetzt haben. Darauf können wir zu Recht stolz sein . Darauf ausruhen dürfen wir uns aber nicht! Es sterben immer noch jedes Jahr ca. 19 000 Frauen an Brustkrebs. Es wird immer unsere Aufgabe sein, auf die Einhaltung der Standards zu achten und die betroffenen Frauen im Rahmen unserer Möglichkeiten zu begleiten.

Für die Umsetzung der Projekte "Brustzentren" und "Mammographie-Screening" bedarf es hervorragender Ärzte und Wissenschaftler, die bereit sind, interdisziplinär zusammen zu arbeiten, zu forschen und die sich an den Bedürfnissen der Patientinnen orientieren. Hier sind besonders die bessere Information und Beteiligung der Patientinnen angesprochen. Die Therapieverfahren müssen sich an einheitlichen Europäischen Leitlinien orientieren. Verwaltungsfachleute und Organisatoren sind gefordert, die Handhabung für ein besseres Qualitätsmanagement zu erleichtern und zur Verfügung zu stellen. Der Arzt oder die Ärztin muss in einem neuen System immer in erster Linie für die Patientin da sein und darf nicht im Bürokratismus ersticken.

In diesem Sinne wünsche ich allen Beteiligten viel Erfolg und gutes Gelingen.

Ihre

Gisela Schneider
1. Vorsitzende

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Freundlichkeit, Respekt, Fairness -
Drei Zugaben, die nichts kosten und viel bringen.

 

Aktuelle Termine und Veranstaltungen

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Info-Nachmittag für Vereinsmitglieder am 23. April 2005

Am 23. April 2005 laden wir alle Vereinsmitglieder zu einem Info-Nachmittag von 15 - 18 Uhr ins Stadthallenrestaurant Haus Meinolf in Münster-Hiltrup, Westfalenstraße 197 ein. Als Referenten konnten wir Herrn Dr. phil. Gerd W. Kramer aus Bad Laer gewinnen. Er wird einen Vortrag zum Thema Geopathologie halten:

"Erdstrahlen & Elektrosmog - ein gefährlicher Mix für unsere Gesundheit?"

Herr Dr. Kramer ist Mitglied im Berufsfachverband Geopathologie & Verband Deutscher Psychologen und Psychotherapeuten. Was ist Geopathie/Geopathologie? Die Silbe "Geo" verrät uns, dass es etwas mit unserer Erde zu tun haben muss; "pathologisch" nennen die Mediziner etwas, was krankmachende Wirkung hat. Sinngemäß versteht man unter Geopathie krankmachende Boden- bzw. Erdstrahlen, die durch Erdanomalien entstehen und negativ auf den Bioorganismus einwirken. Unter Geopathologie versteht man dann das Wissen um die standortbedingten Erkrankungen, die etwas mit Erdstrahlen zu tun haben!

Das wird sicher ein interessanter Nachmittag! Zu Kaffee, Tee und Kuchen sind Sie herzlich eingeladen. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme. Bis zum 18. April können Sie sich im Vereinsbüro unter der Tel.-Nr. 0 25 01/70 70 5 anmelden. Der Anrufbeantworter ist geschaltet. Sie erhalten noch eine gesonderte Einladung.

Vorstand MUT e.V.

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Entspannung und Bewegung im Wasser für an Brustkrebs
erkrankte Frauen nur für Vereinsmitglieder

Dieses Angebot unterstützt brustoperierte Frauen darin, Verspannungen aufzulösen, die Beweglichkeit zu steigern und das Körpergefühl zu verbessern. Für die Teilnahme ist es nicht erforderlich, schwimmen zu können.

Termine 2005:
Kurs Nr. 2 vom 04.04.2005 - 04.07.2005
Kurs Nr. 3 vom 22.08.2005 - 19.12.2005
Zeit:
Jeweils montags von 17.45 h bis 19.00 h
Ort: 
Bewegungsbad des Clemenshospitals Düesbergweg 124, 48153 Münster
Gebühr:
Kurs Nr. 2 - 10 Abende - 20,00 €
Kurs Nr. 3 - 15 Abende - 30,00 €
Die Kursgebühr ist jeweils im Voraus - mit Kursbeginn - fällig!
Eine Rückerstattung der Kursgebühr erfolgt nicht.
Kursleiterin: Christa Reißmann

Anmeldung: Es ist eine schriftliche Anmeldung per Anmeldekarte erforderlich. Bitte berücksichtigen Sie: Falls sich mehr Teilnehmerinnen anmelden, als der Kurs aufnehmen kann, erfolgt die Kursbelegung in der Reihenfolge der eingehenden Anmeldungen.
Teilnehmerzahl: Die Teilnehmerzahl ist auf max. 8 Personen begrenzt

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Hinweis auf andere Veranstaltungen

14. September 2005

Veranstaltung im Marienhaussaal des St. Franziskus-Hospital in Münster, Hohenzollernring 72 mit Frau Dr. med. Susanne Bihlmaier aus Tübingen zum Thema:

"Ergänzende Tumortherapie und Chinesische Medizin bei Brustkrebs"

Der Markt ergänzender, "alternativer" Tumortherapien ist groß. Was aber ist sinnvoll, und was passt zusammen? Dr. Susanne Bihlmaier ist Ärztin für Naturheilverfahren mit Schwerpunkt Chinesische Medizin und Biologische Tumortherapie. Vorgestellt werden Therapieempfehlungen aus westlicher Naturheilkunde und der Traditionellen Chinesischen Medizin, der am längsten angewandten Erfahrungsheilkunde der Welt.

Beginn ist um 19 Uhr.

23. Oktober 2005

Terminankündigung: Der 6. Düsseldorfer Brustkrebs-Informationstag findet am Sonntag, 23. Oktober 2005 in den Düsseldorfer Rheinterrassen statt. Veranstalter sind das Westdeutsche Brust-Centrum, das Luisenkrankenhaus in Düsseldorf und der Verein ISI e.V. in Düsseldorf.

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S e l b s t h i l f e : Frauen - Leben mit Brustkrebs

Termine der Selbsthilfegruppe Münster für das 1. Halbjahr 2005 in der Volkshochschule Münster, Aegidiistraße 3, Raum 107, von 15.00 - 17.00 Uhr:

04. Mai 2005 01. Juni 2005 05. Juli 2005

Termine der Selbsthilfegruppe Hiltrup für das 1. Halbjahr 2005 in der Volkshochschule Hiltrup, Kursraum, von 19.00 - 21.00 Uhr:

11. Mai 2005 08. Juni 2005 13. Juli 2005

Kontaktaufnahme: Vereinsbüro MUT e.V., Tel. 02501 / 70705

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Rückblick

Das war der MUT-Malkurs 2005: "Farbenfrohe Collagen"

Die Frühjahrstemperaturen ließen noch auf sich warten, als am 17. Februar 2005 im Gesundheitshaus in Münster zehn Mitgliedsfrauen damit begannen, Bilder und Collagen zu gestalten. Neue Farbtupfer in der Wohnung sind im Frühjahr sehr willkommen. Die meisten Teilnehmerinnen hatten wie ich schon am Malkurs im letzten Jahr teilgenommen und starteten jetzt als "Fortgeschrittene". Anleitung und Unterstützung bekamen wir von der Floristin und Kunstpädagogin Katharina Jakubith, die auch im letzten Jahr die Kursleitung hatte. Zügig konnten wir also beginnen:

Vorlagenmappen wurden gesichtet ...
einsame oder gemeinsame Entschlüsse gefasst
Leinwände in der richtigen Größe ausgesucht
Farbzusammenstellungen überlegt ...
Arbeitsschritte abgesprochen ...
Farben, Farbteller, Schwämme, Pinsel und Deko-Material gesucht ...,
und dann ging es mutig an die Umsetzung all unserer Vorstellungen.

In der Vorstellung war uns schnell klar, wie das neue Bild aussehen sollte. Etwas schwieriger war da schon die praktische Umsetzung. Zwei oder drei Farben auswählen, Farben mischen und genau die Farbtöne treffen, die wir uns vorgestellt hatten! Mal sollten die Farben zart und leicht, und mal satt und kräftig ausfallen - das war nicht so einfach. Wir mussten schon etwas experimentieren. Gut war auf jeden Fall, dass sich Acrylfarben auch auf der Leinwand noch abwischen oder übermalen lassen.

Wie entspannend es sein kann, mit Farben und Formen zu experimentieren, erzählte mir eine Teilnehmerin am letzten Kurstag. Sie kam an diesem Nachmittag direkt von einer langen, anstrengenden Untersuchung mit ungewissem Ergebnis und hatte zuerst überlegt, gleich nach Hause zu fahren, weil alle Gedanken um das Untersuchungsergebnis kreisten. Aber dann wollte sie doch versuchen, weil sie ja nun schon mal in Münster war. Und am Ende der Stunde war sie ganz überrascht: Sie hatte ein Bild in hellen, leuchtenden Farben gemalt und während der ganzen Zeit überhaupt nicht an das noch

ausstehende Untersuchungsergebnis gedacht! Das hatte sie nicht für möglich gehalten.

"Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele", hat Pablo Picasso einmal gesagt. Und das muss wohl stimmen, wenn beim Malen unsere Sorgen so in den Hintergrund treten!

Mit viel Kreativität und Freude haben die Teilnehmerinnen an den drei Kurstagen Bilder und Collagen gefertigt. Und weitere Ideen bekommen, was sie noch alles machen könnten ...

Die Fotos zeigen einige der im Kurs entstandenen Collagen und Bilder.

Wer sich von Farben begeistern lassen und diesen Kurs auch einmal ausprobieren möchte oder weiterführen will, sollte sich schon jetzt im MUT-Büro für einen neuen Kurs vormerken lassen. Wenn genug Vereinsmitglieder Interesse daran haben, könnte ein weiterer Malkurs im September 2005 oder Frühjahr 2006 stattfinden.

Antonia Waning

 

 

 

Das Leben ist wie ein Spiegel: Wenn man hinein lächelt, lächelt es zurück.

Nubar Gulbenkian

   

 

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Fachbeiträge, Fachberichte

Bericht von der 9. internationalen Konferenz
"Primary Therapy for Early Breast Cancer"
vom 26. bis 29. Januar 2005 in Sankt Gallen, Schweiz
Ralph J. Lellé  info@lellenet.de

Herr Professor Senn aus Sankt Gallen führt seine Informationsveranstaltung über die Primärbehandlung von Brustkrebserkrankungen bereits seit dem Jahre 1978 durch. Aus kleinen Anfängen hat sich ein "Mammutkongreß" entwickelt mit circa 4700 Teilnehmern aus mehr als achtzig Ländern. Im Informationsblatt von MUT hatte ich bereits vom letzten Sankt Gallener Kongreß im Jahre 2003 berichtet .

Am letzten Kongreßtag wurde wieder versucht, einen "Konsensus" zu erreichen. Hierzu diskutierten vor dem Plenum 28 Fachleute aus aller Welt, vornehmlich aus den USA. Deutschland war durch Herrn Professor Kaufmann von der Universität Frankfurt und Herrn Professor Possinger von der Charité in Berlin vertreten. Da inzwischen zahlreiche neue Studienergebnisse vorliegen, haben sich im Vergleich zu den letzten Konsensusempfehlungen aus dem Jahre 2001 wesentliche Änderungen und Neuerungen ergeben.

Nach wie vor gilt, dass nach Diagnose einer Brustkrebserkrankung immer eine brusterhaltende Operation angestrebt werden sollte. Bei großen Tumoren und kleiner Brust ist eine Chemotherapie zur Verkleinerung des Tumors sinnvoll, die so genannte "neoadjuvante" Chemotherapie. Zugege-benermaßen ist dennoch nicht immer die Erhaltung der Brust möglich.

Grundsätzlich wird bei einer Operation ein Teil der Lymphknoten aus der gleichseitigen Achselhöhle entfernt. Der Anteil der Patientinnen, bei denen tatsächlich ein Befall der Achsellymphknoten vorliegt, hat in den letzten Jahren kontinuierlich abgenommen, da durch die verstärkte Aufmerksamkeit von Patientinnen und Ärzten immer mehr Erkrankungen bereits im Frühstadium festgestellt werden. Man hat deshalb die Technik der Sentinellymphknotenbiopsie entwickelt, um nicht allen Patientinnen die Operation der Achselhöhle zumuten zu müssen. Am Vortag der Operation wird eine schwach radioaktive Substanz in den Bereich des Brusttumors eingespritzt. Hierdurch lässt sich während der Operation mit einer Sonde - einer Art "Geigerzähler" - der oder die Lymphknoten lokalisieren, die im Lymphabflußgebiet des Tumors liegen. Diese "Wächterlymphknoten" oder "Sentinellymphknoten" können dann gezielt entfernt werden. Sind sie nicht befallen, sind mit circa 95 prozentiger Wahrscheinlichkeit auch keine weiteren Lymphknoten betroffen und auf die Operation der Achselhöhle kann verzichtet werden. Bei der diesjährigen Konsensustagung wurde dieses Verfahren erstmals als Standard empfohlen. Voraussetzung ist, dass der jeweilige Operateur über eine ausreichende Erfahrung verfügt, die entsprechend dokumentiert sein muss.

Nach brusterhaltender Operation müssen die Brust und manchmal auch die Achselhöhle bestrahlt werden. Dies geschieht in der Vorstellung, dass eventuell vorhandene einzelne Tumorzellen dadurch neutralisiert werden. Es besteht auch weiterhin kein Zweifel, dass eine solche Bestrahlung notwendig und hocheffektiv ist. In den nächsten Jahren sind noch schonendere Bestrahlungsverfahren zu erwarten, wenn sich eine Teilbestrahlung der Brust - also nur des Bereiches der Brust, aus dem der Tumor entfernt wurde - der bisherigen ausgedehnteren Bestrahlung als gleichwertig erweist. Eine solche Bestrahlung könnte während der Operation erfolgen und der bisherige wochenlange Gang zum Strahlentherapeuten entfiele. Vertretbar ist jedoch heute schon die intraoperative Boostbestrahlung. Hierunter versteht man eine zusätzliche Strahlendosis im Bereich des Tumorbetts, wie dies zum Beispiel von der Abteilung für Strahlentherapie der Universitätsklinik Münster angeboten wird.

Betrachtet man die großen Statistiken über die Heilungsraten bei Brustkrebs, wie sie vor allem aus England und den USA vorliegen, so zeigt sich in den letzten zehn Jahren eine kontinuierliche Verbesserung. Man führt dies auf die konsequente Anwendung der so genannten adjuvanten Chemotherapie bzw. Hormontherapie zurück. Von einer adjuvanten Therapie spricht man, wenn keine Fernmetastasen nachweisbar sind. Man behandelt dann in der Vorstellung, dass eventuell vorhandene mikroskopisch kleine Tumorzellherde vernichtet werden und in der Zukunft erst gar keine Metastasen auftreten.

Bei den meisten - aber bei weitem nicht allen Patientinnen wird nach der Operation der Brust eine solche adjuvante Therapie empfohlen werden. Man darf nicht außer acht lassen, dass sehr viele Erkrankungen in einem so frühen Stadium erkannt werden und mit einer solch günstigen Risikokonstellation verbunden sind, dass eine Hormontherapie - oder gar eine Chemotherapie - nur zu einer statistisch zu vernachlässigenden Verbesserung der Heilungsaussichten führen würde. Diesem geringen Nutzen sind natürlich die Nebenwirkungen der Therapie gegenüberzustellen.

Was die Chemotherapie betrifft, so haben sich die aktuellen Empfehlungen nicht wesentlich geändert. Durch die modernen Begleitmedikamente gegen Übelkeit oder zur Anhebung der weißen Blutkörperchen sind die Behandlungen verträglicher geworden. Am häufigsten werden Kombinationschemotherapien eingesetzt, die ein Medikament aus der Gruppe der Anthrazykline - entweder Adriamycin oder Epirubicin - enthalten. Neu ist die Empfehlung, dass bei Frauen, deren Tumor keine Hormonrezeptoren enthält und die aufgrund weiterer Kriterien ein hohes Rezidivrisiko haben (zum Beispiel weil vier oder mehr Lymphknoten in der Achselhöhle betroffen sind), auch eine Substanz aus der Gruppe der Taxane eingesetzt werden sollte. Dies ist entweder Paclitaxel (Taxol(r)) oder - vermutlich noch wirksamer - Docetaxel (Taxotere(r)).

Bei allen Patientinnen, deren Tumore so genannte Hormonrezeptoren enthalten (Östrogen - und/oder Progesteronrezeptoren), sollte eine Hormontherapie durchgeführt werden. Bei bestimmten Konstellationen (günstige Risikofaktoren vor den Wechseljahren) hat sich diese Hormonbehandlung als so effektiv erwiesen, dass man auf eine Chemotherapie ganz verzichten kann. Wenn sich der Arzt entscheidet, sowohl eine Chemotherapie als auch eine Hormontherapie durchzuführen, dann darf die Hormontherapie erst nach Abschluss der Chemotherapie erfolgen, da sich herausgestellt hat, dass die Heilungsaussichten besser sind, als wenn die Behandlungen simultan durchgeführt werden.

Im Vergleich zu den Empfehlungen von Sankt Gallen 2003 haben sich die größten Änderungen auf dem Gebiet der hormonellen Therapieempfehlungen ergeben. Wenn bisher bei Nachweis von Hormonrezeptoren eine Tamoxifen-Einnahme über fünf Jahre empfohlen wurde, und zwar sowohl für Patientinnen vor als auch nach den Wechseljahren, so sind die Empfehlungen jetzt deutlich differenzierter. Bei Patientinnen, die sich jenseits der Wechseljahre befinden - und auch ausschließlich bei dieser Altersgruppe - muss der Arzt im Einzelfall überprüfen, ob nicht besser anstelle von Tamoxifen ein Medikament aus der Gruppe der so genannten Aromataseinhibitoren eingesetzt werden sollte. Zu dieser Substanzgruppe gehören Anastrozol (Arimidex(r)), Letrozol (Femara(r)) und Exemestan (Aromasin(r)). Ebenso wie bei Tamoxifen wird eine Tablette pro Tag eingenommen. Auch bisher galt die Empfehlung, Anastrozol einzunehmen, wenn eine Unverträglichkeit für Tamoxifen besteht. Aber auch aufgrund der besseren Langzeiterfolge, die für Anastrozol am besten dokumentiert sind, ist nun im Einzelfall zu prüfen, ob nicht von vorneherein Anastrozol eingenommen werden sollte, wenn auch noch keine explizite Zulassung dieses Medikaments in Deutschland (dafür aber zum Beispiel in den USA) für diese spezielle Indikation vorliegt.

Die Behandlungserfolge scheinen auch dann besser zu sein, wenn nach zwei oder drei Jahren Tamoxifeneinnahme der übliche fünfjährige Behandlungszeitraum mit einem Aromataseinhibitor komplettiert wird.

Während offenbar eine Tamoxifenbehandlung über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren keinen Nutzen bringt, hat sich herausgestellt, dass danach eine Weiterführung der Behandlung mit Letrozol von Vorteil ist (so genannte "erweiterte Adjuvanz"). Letrozol wurde kürzlich für diesen speziellen Einsatz offiziell zugelassen. 

Nach wie vor darf das Medikament Trastuzumab (Herceptin(r)), ein gut verträglicher Antikörper gegen bestimmte Merkmale von Tumorzellen, nicht adjuvant eingesetzt werden, denn hierzu liegen noch keinerlei Studienerfahrungen vor. Man hofft, dass im August dieses Jahres erste Ergebnisse der jetzt laufenden Studien mitgeteilt werden können. 

Folgende Empfehlungen gelten für Frauen, die an Brustkrebs erkrankt waren und die eine so genannte adjuvante Therapie erhalten sollen oder bereits erhalten:

- Eine Behandlung in kontrollierten Therapiestudien ist in der Regel die beste Alternative und garantiert eine differenzierte Entscheidung und hohe Behandlungsqualität.

- In allen anderen Fällen ist es sinnvoll, eine zweite Meinung von einem qualifizierten Arzt einzuholen. Aufgrund der neuen Entwicklungen und Empfehlungen, die in Sankt Gallen diskutiert wurden, gilt dies auch für Patientinnen, bei denen zurzeit eine adjuvante Behandlung durchgeführt wird. So sollte insbesondere bei einer ungünstigen Risikokonstellation im Einzelfall überlegt werden, ob eine Patientin jenseits der Wechseljahre nicht besser einen so genannten Aromataseinhibitor anstelle von Tamoxifen einnehmen sollte oder ob nach Abschluss der Tamoxifenbehandlung nach fünf Jahren eine Fortsetzung der Tabletteneinnahme mit Letrozol sinnvoll ist.

In Sankt Gallen wurde deutlich, dass die Behandlung bei Brustkrebserkrankungen große Fortschritte macht. Der nächste Kongreß dieser Art ist für März 2007 geplant.

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Referenzzentrum für
Mammographie-Screening in Münster
Hintergrund- bzw. Presseinformation von
Univ.-Prof. Dr. med. W. Heindel aus Münster

Der Begriff "Mammographie-Screening" bezeichnet eine Maßnahme zur möglichst frühzeitigen Erkennung von Brustkrebs. Ziel ist eine Diagnose der Erkrankung in einem Stadium mit begründeter Aussicht auf dauerhafte Heilung. Dazu ist eine Röntgenuntersuchung der Brust (Mammographie) jeweils im Abstand von zwei Jahren vorgesehen.

Grundsätzlich beinhaltet "Screening" ein flächendeckend konzipiertes, auf bestimmte Bevölkerungsgruppen zielendes Reihenuntersuchungsprogramm. So gab es beispielsweise in den 50-er Jahren eine entsprechende Reihenuntersuchung der Lunge, um die seinerzeit häufig vorkommende Tuberkulose frühzeitig aufdecken und behandeln zu können. Am 28. Juni 2002 beschloss der Bundestag die Einführung eines nach Europäischen Leitlinien ausgerichteten, qualitätsgesicherten und zugleich bundesweit angebotenen Mammographie-Screening-Programms für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren. Im Sinne notwendiger Publizität und breiter Akzeptanz wird dabei turnusgemäß schriftlich zur Mammographie eingeladen.

Für die betroffenen Frauen in Westfalen-Lippe soll es bereits im Jahre 2005 möglich sein, ein solches Mammographie-Screening in Anspruch zu nehmen. So genannte "Screening-Einheiten", von denen eine mit differenziertem Standortangebot für die Stadt Münster einschließlich der Kreise Coesfeld und Warendorf zuständig ist, werden die erforderlichen Reihenuntersuchungen durchführen.

Im Zuge der Einführung des Mammographie-Screenings als Regelleistung der gesetzlichen Krankenversicherung haben übergeordnete Institutionen in Form so genannter Referenzzentren die Aufgabe, die in das Screening eingebundenen niedergelassenen Ärzte zu schulen. Darüber hinaus übernehmen sie wichtige Aufgaben auf dem Gebiet der erforderlichen Qualitätssicherung. Vor diesem Hintergrund hat der Beirat der Kooperationsgemeinschaft Mammographie als gemeinsamer Einrichtung von Kassenärztlicher Bundesvereinigung sowie Krankenkassen am 22.12.2004 in Köln über die personelle Besetzung der Leiterstellen für die ersten Referenzzentren entschieden. Neben Bremen, Berlin, München und Wiesbaden wird ein Referenzzentrum Mammographie am Universitätsklinikum Münster unter der Leitung von Prof. Dr. med. Walter Heindel eingerichtet.

In Verbindung mit dem Brustzentrum Münster, einer national und international hoch renommierten Pathologie am Universitätsklinikum Münster, dem hier zukünftig ansässigen Epidemiologischen Krebsregister für Nordrhein-Westfalen sowie der ebenfalls vor Ort befindlichen Ärztlichen Stelle bietet sich Münster somit die Chance, bezüglich der Frühdiagnostik und Therapie von Brustkrebs überregional eine herausragende Rolle zu spielen. Dies gilt um so mehr, als das Referenzzentrum Mammographie am Universitätsklinikum Münster zusätzlich exklusiv eine neue, zahlreiche Vorteile versprechende Mammographietechnik (digitale Mammographie) im qualitativen Vergleich mit der bisher etablierten analogen Aufnahmetechnik etablieren und untersuchen wird.

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Mammographisch gesteuerte Vakuumsaugbiopsie

In Deutschland ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung der Frau. Durch neue Diagnoseverfahren und Therapieformen können immer mehr Patientinnen geheilt werden. Um die Sterblichkeit an Brustkrebs weiter zu senken, hat der Deutsche Bundestag am 22. Juni 2002 einstimmig beschlossen, ein flächendeckendes Mammographie-Screening-Programm auf Grundlage Europäischer Leitlinien einzuführen.

Durch den zunehmenden Einsatz der Mammographie werden immer häufiger krankhafte Veränderungen der Brust frühzeitig erkannt. Die definitive Entscheidung, ob eine gut- oder bösartige Gewebsveränderung vorliegt, ist bei bestimmten Bildbefunden nur durch eine histologische Abklärung zu treffen, also nach einer Probeentnahme unter dem Mikroskop des Pathologen.

Zu diesen radiologischen Befunden gehören vor allem kleinste Verkalkungen unter 0,5 mm Durchmesser, so genannte Mikroverkalkungen, die Zeichen einer Krebsfrühform oder eines Brustkrebs sein können.

Bis vor einigen Jahren stellte die Operation, verbunden mit einer Vollnarkose, die einzige Möglichkeit dar, ausreichende Mengen an Gewebe für die pathologische Untersuchung zu erhalten. 50-90% dieser Proben waren gutartig und wurden somit mit einer relativ belastenden Methode abgeklärt. Bei Bestätigung einer bösartigen Gewebsveränderung musste sich immer eine zweite Operation anschließen, um den Tumor komplett und mit ausreichendem Sicherheitsabstand zu entfernen.

Ein weiteres Problem der operativen Probeentnahme ist eine vermehrte Narbenbildung, die die Beurteilbarkeit der folgenden Mammographien erschwert. Darüber hinaus ist eine Operation häufig für die Patientin psychisch deutlich belastender als eine Biopsie in örtlicher Betäubung.

Seit 1996 existiert ein Verfahren, das die operative Probeentnahme bei Mikroverkalkungen in den meisten Fällen ersetzen kann. Die so genannte Vakuumsaugbiopsie ermöglicht die Abklärung verdächtiger Mikroverkalkungen ohne tastbaren oder in der Mammographie oder Sonographie nachweisbaren Tumor. Diese Methode erlaubt, durch eine besondere Biopsienadel und -methode ausreichende Gewebemengen für die histologische Untersuchung nach nur örtlicher Betäubung zu gewinnen.

Der Eingriff erfolgt ambulant. Die Patientin kann nach der Untersuchung und 30-60 -minütiger Nachbeobachtungszeit direkt nach Hause entlassen werden. Allerdings ist die Patientin nach der Biopsie im Straßenverkehr nur eingeschränkt tauglich und muss sich deshalb eine Fahrgelegenheit organisieren.

Untersuchungsablauf:

Nachdem der Radiologe anhand der Bildbefunde überprüft hat, ob ein abklärungsbedürftiger Befund vorliegt und ob die Untersuchung technisch durchführbar ist, erfolgt mindestens 24 Stunden vor dem Eingriff ein Aufklärungsgespräch. Am Untersuchungstag müssen aktuelle Blutgerinnungswerte vorliegen. Aufgeregten Patientinnen kann ein leichtes Beruhigungsmittel z.B. in Tablettenform, verabreicht werden.

Die Untersuchung wird in Bauchlage durchgeführt. Die zu untersuchende Brust hängt durch eine Aussparung in dem Untersuchungstisch nach unten. Die Brust wird ähnlich wie in der Mammographie eingespannt und leicht komprimiert, der Druck ist allerdings deutlich geringer als bei einer Mammographie.

Anhand einer Ausschnittsaufnahme wird der Befund lokalisiert. Wenn der abklärungsbedürftige Kalk im Zielvolumen erfasst ist, werden zwei weitere schräge Aufnahmen zur Bestimmung der Tiefe angefertigt. Anhand dieser stereotaktischen Aufnahmen wird das Biopsiegebiet endgültig festgelegt, eingezeichnet und durch einen Computer der Weg für die Biopsienadel berechnet.

Danach wird die Haut der Brust ausgiebig desinfiziert und der Punktionsweg örtlich betäubt. Über einen ca. 5mm langen Einschnitt wird die Punktionsnadel bis zu den berechneten Koordinaten vorgeschoben. Die Nadellage wird mittels Kontrollaufnahmen erneut überprüft. Wenn die Nadel an der richtigen Position liegt, wird mit der Probeentnahme begonnen. Diese ist in der Regel schmerzfrei. Sollte die Patientin dennoch Beschwerden angeben, kann die örtliche Betäubung noch einmal verstärkt werden.

Nach der Entnahme von mindestens 20 Proben entsprechend der interdisziplinären Konsensusempfehlungen (European Journal of Radiology 2003), an deren Erarbeitung die Münsteraner Pathologen Prof. Böcker und Dr. Decker beteiligt waren, wird der Eingriff beendet. Mit dieser Mindestmenge an Proben gewinnen wir eine mit der Operation vergleichbare Aussagekraft.

Die Proben werden nach der Entnahme geröntgt, um sicherzustellen, dass auch wirklich der Kalk in den Proben nachzuweisen ist, den man biopsieren wollte.

Sofern im Rahmen der erfolgreichen Probeentnahme der gesamte Kalk entfernt wurde, wird eine Clipmarkierung (kleine Titanklammer) gesetzt, um die Region beispielsweise für den Operateur wieder sicher auffinden zu können. Falls nicht der gesamte Kalk entfernt werden konnte, dient der verbliebene Kalk als Markierung für Verlaufskontrollen.

Die Nadel wird entfernt und der Stichkanal mit der Hand komprimiert, um die Blutung zu stillen. In einer folgenden Mammographie wird ein Ausgangsbefund für weitere Kontrollen erstellt. Abschließend wird ein Druckverband für 24 h angelegt. Die Patientin sollte im Anschluss die Punktionsstelle kühlen und den entsprechenden Arm ruhig halten, um Nachblutungen zu vermeiden.

Die Proben werden einzeln verpackt und an das Gerhard-Domagk-Institut für Pathologie des Universitätsklinikums Münster - Referenzzentrum Mammapathologie der Deutschen Krebshilfe - zur histologischen Untersuchung gesandt. Nach max. 2 Tagen werden die Ergebnisse in einer interdisziplinären Konferenz, an der Radiologen, Gynäkologen und Pathologen teilnehmen, besprochen. Die Ergebnisse des Eingriffs werden zusammen mit einer Behandlungsempfehlung der Patientin und den betreuenden Frauenärzten mitgeteilt.

Abhängig vom pathologischen Ergebnis kann bei gutartigem Befund eine Kontrollmammographie in 6 Monaten notwendig sein. Ein bösartiger Befund erfordert immer eine Operation. Die Vakuumbiopsie ist eine Methode zur schonenden und sicheren Diagnostik auffälliger Befunde, sie kann eine Therapie jedoch nicht ersetzen. Nach unserer Erfahrung sind die meisten Patientinnen erstaunt, wie unproblematisch die Untersuchung letztendlich verläuft.

Die Wartezeit bis zum endgültigen Befund ist deutlich kürzer als bei der operativen Probeentnahme, leider können wir den Patientinnen eventuelle Sorgen bis zur Befundmitteilung nicht abnehmen.

Zusammenfassend kann man festhalten, dass die Vakuumsaugbiopsie eine sehr schonende, minimal invasive Methode zur Diagnostik auffälliger Mikroverkalkungen ohne nachweisbaren umgebenden Tumor ist. Die Methode hat eine mit der operativen Probeentnahme vergleichbare Aussagekraft und ermöglicht eine gute Planung einer evtl. anschließenden Operation, so dass die Patientin optimal und mit möglichst gutem kosmetischen Ergebnis behandelt werden kann.

Die Methode sollte nicht zur Abklärung von Herdbefunden/Knoten eingesetzt werden, da sie das Staging (die Stadieneinteilung) bei bösartigen Tumoren unmöglich machen kann und Therapieentscheidungen erschwert werden.

Autoren und Ansprechpartner:
Frau Dr. med. E. M. Fallenberg
Frau Dr. med. S. Weigel
Herr Prof. Dr. med. W. Heindel
Referenzzentrum Mammographie Münster
Klinische Radiologie
Universitätsklinikum Münster
Albert-Schweitzer-Strasse 33
48129 Münster
Tel.: 0251-83-47340

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Ergänzende Therapieverfahren beim Mamma-Carcinom
Vortrag vom 24. November 2004 bei MUT e.V. von Dr. Holger Marguc

1. Einleitung

Die folgende Serie von Artikeln stellt die Zusammenfassung meines Vortrages dar, den ich im November 2004 bei MUT e.V. halten durfte. Dieser Vortrag war mit dem Ziel entstanden, einmal darzustellen, was eine allgemein gynäkologisch und geburtshilflich tätige Praxis an ergänzenden Therapieverfahren beim Mamma-Carcinom leisten kann. Es steht dabei außer Frage, dass es zu den heutigen Standardtherapien dieser Erkrankung keine Alternativen gibt. Daher wurde die Gewichtung des Titels auch bewusst auf die Ergänzung der Therapie gelegt.

Schon seit Menschengedenken gibt es Heilmethoden, die darauf ausgerichtet sind, den Menschen in seiner Ganzheit zu stärken und mit seiner Umgebung in Harmonie zu bringen. Einen großen alternativen Einfluss auf unsere westliche Medizin hat ohne Zweifel die Traditionelle Chinesische Medizin, im Folgenden TCM genannt. Durch die Medien sind überdies auch andere alte Heilmethoden bekannt, so, um nur zwei Beispiele zu nennen, die tibetische Medizin und die uralte Medizin Indiens, die so genannte Ayurveda-Medizin. Aber auch unser westlicher Kulturkreis hat ergänzende Heilmethoden hervorgebracht, deren genialische Gedankengebäude - man denke dabei nur an die Anthroposophische Medizin des Genies Rudolf Steiner - einen neuen Kosmos der Heilkunst erschlossen haben.

Bei der Sicht dieser Methoden stellt sich dem kritischen Betrachter sogleich eine entscheidende Frage: Sollten diese Methoden wirklich nur als ergänzende Methoden zur herkömmlichen Schulmedizin gesehen werden? Oder handelt es sich nicht vielmehr um Heilmethoden, die es verdient haben, gleichberechtigt neben der heutigen westlichen Medizin zu stehen?

Jeder verantwortungsbewusst tätige Gynäkologe wird sich bei der umsichtigen Planung seiner Tätigkeit schon zu Beginn folgende Fragen stellen:

Wie kann ich meine Patientinnen optimal behandeln?

Wie kann ich dies auch unter dem zunehmenden Druck durch die Kostenträger tun?

Wie kann ich meine Patientinnen dahin bringen, ein verantwortliches und selbst bestimmtes Leben zu führen und sich und ihre Erkrankung in den Mittelpunkt zu stellen, ohne selbst davon aufgebraucht zu werden?

Ergänzende Therapie beginnt schon mit dem Erstgespräch, das idealerweise schon vor der Krankenhauseinweisung stattgefunden haben sollte. Letztendlich ist es der einweisende Gynäkologe, der schon einen Richtung weisenden Verdacht äußert.

Auch wenn sich das Folgende ungewöhnlich anhört:

Das ausführliche Gespräch, am Ende der Sprechstunde geführt und durch niemanden gestört, gehört schon zu den ergänzenden Therapieverfahren. Kein Gynäkologe sollte sich vor dieser Aufgabe scheuen, nur weil ein verantwortliches Gespräch den Rahmen einer herkömmlichen Sprechstunde sprengt. Scheut er sich dennoch, wird die Patientin über die Verdachtsdiagnose im Unklaren gelassen. Ich habe es in meiner Zeit als Klinikarzt immer wieder erlebt, dass die eingewiesenen Frauen nicht über ihre Krankheit Bescheid wussten. Als sei es Sache des Krankenhausarztes, die Diagnose zu stellen, werden die Frauen erst am Tage vor der eigentlichen Operation eines wahrscheinlich bösartigen Tumors über die möglichen Konsequenzen aufgeklärt.

Dies wiederum ist aus zweifacher Hinsicht problematisch:
Die Patientin ist auf eventuell notwendige Therapieverfahren völlig unvorbereitet.
Meist sind es die jungen, menschlich und in der Gesprächsführung unerfahrenen Kolleginnen und Kollegen, die mit der wichtigen und Vertrauen schaffenden Aufgabe der Aufklärung betraut werden.
Doch auch jede noch so gut durchgeführte Aufklärung hinterlässt zunächst einmal ein Gefühl tiefer Verlassenheit.
Dies wird auch noch für lange Zeit so bleiben.

Psychoonkologie

Die Diagnose "Mamma-Carcinom" ist die einer lebensbedrohlichen Erkrankung, die bei den meisten Frauen in der Mitte eines arbeitsreichen, in der Regel aufopferungsvollen Lebens gestellt wird. Es ist daher sinnvoll, die essentiellen Fragen dieser Erkrankung nicht allein zu beantworten.

Hier sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden. Es ist das Gebiet der so genannten Psychoonkologie, die von hierfür speziell geschulten Therapeutinnen und Therapeuten durchgeführt wird. Begonnen wird eine solche unterstützende Psychotherapie gewöhnlich in der Anschlussheilbehandlung (AHB), die der Ersttherapie folgt und darum so immens wichtig ist.

Wie auch immer:
Der an Brustkrebs erkrankten Frau sollte langfristig aus dem Labyrinth des Denkens und Fühlens geholfen werden, das auf die Diagnose der Erkrankung folgt oder zu dieser geführt hat.
Dies ist mit einer Reise vergleichbar.
Aber bei dieser Reise ist es vorstellbar, dass sie nicht mehr an den Ausgangsort zurückkehren wird. Aus diesem Grunde halte ich es, wann immer möglich, für notwendig, die Lebenspartnerin oder den Lebenspartner in die begleitende Psychotherapie mit einzubeziehen.

Welche ergänzenden Therapieverfahren können sinnvoll in einer gynäkologischen Praxis bereitgehalten werden? Was kann, was sollte angeboten werden?

Zur Beantwortung dieser Fragen sollte sich die Gynäkologin / der Gynäkologe folgende Fragen klar beantworten:
Was kann ich von der räumlichen, personellen und apparativen Ausstattung her leisten?
Was will ich erreichen?
Schließlich die Beantwortung der entscheidenden Fragen:
Was kann ich als Gynäkologin oder Gynäkologe aus eigener Kraft leisten?
Wo sind meine Grenzen?
Sind die Therapieverfahren für mich wirklich nachvollziehbar und kann ich mich mit diesen identifizieren?

2. Schulmedizinische Naturheilkunde und nicht schulmedizinische Naturheilkunde

Die Gegenüberstellung mutet zunächst unsinnig an. Zur Klärung dessen, was ich meine, möchte ich das Beispiel der Therapie des so genannten Tennisellenbogens heranziehen. Schmerzlindernde Pflanzenteile können lokal Anwendung finden (z.B. Beinwell), je nach Art der Beschwerden können auch die Durchblutung fördernde Zubereitungen aufgetragen werden. Je nach Entstehung der Beschwerden ist es möglich, die Symptome mit Komplexmitteln zu behandeln oder einzelne Konstitutionsmittel zu verwenden. Diese Art der symptombezogenen Naturheilkunde bezeichne ich als schulmedizinische Naturheilkunde. Oder man geht anders vor: Zunächst werden Fragen gestellt wie:

Um welche Art der Störung handelt es sich?
Liegt hier eine Fülle/Leere-Symptomatik vor?
Handelt es sich um ein Ungleichgewicht von Yin und Yang?
Welches Organsystem ist gestört? Auf welchem Meridian liegt die Störung?
Wo ist der Energiefluss gestört?
Was steht am Anfang der Kausalkette, die zum Symptom führt?

Am Ende der Fragenkette wird vielleicht ein Ereignis stehen, das der Heilkundige nicht sofort erwartet hätte, aber zur dauerhaften Beseitigung der Ursachen führt. Je früher dies geschieht, umso besser. Hat die Störung erst einmal den Grad einer Erkrankung erreicht, ist eine Therapie auf komplementärmedizinischem Wege in der Regel langwierig und beschwerlich. Es kann zwar noch zu einer deutlichen Besserung des Befindens kommen; Strukturen, die jedoch erst einmal zerstört sind, können nicht wieder aufgebaut werden. Was einmal untergegangen ist, kann durch keine noch so gut verstandene Heilkunst rückgängig gemacht werden.

3. Was ist machbar?

Ergänzungen zur Schulmedizin sollten in einer durchschnittlichen gynäkologischen Praxis durchführbar sein. Es macht keinen Sinn, eine an Krebs erkrankte Frau, die gerade die Folgen einer Bestrahlungstherapie oder einer Chemotherapie durchzustehen hat, mehrmals wöchentlich hunderte von Kilometern reisen zu lassen.

Auf der anderen Seite wird keine Ärztin oder kein Arzt, der sich seiner Verantwortung gegenüber seiner Patientin bewusst ist, die Therapie gerne aus der Hand geben. Bei einer ganzheitlichen Behandlung, die auch die unkonventionellen Aspekte der Heilkunst berücksichtigt, sollte die Gesamttherapie aus einer Hand erfolgen. Wenn das nicht möglich ist, entweder weil die räumlichen Voraussetzungen in der Praxis oder einfach Zeit fehlen, sollte immerhin eines klar sein:

Bei allen Alternativen zur Schulmedizin handelt es sich um parallel existierende Methoden der Heilkunst, die von Heilkundigen durchgeführt wird. Der Heilkundige muss nicht zwangsläufig Arzt sein. Eine Offenheit auch nicht medizinischen Berufen gegenüber hilft, die Entscheidungen der Patientin zu verstehen und mit zu tragen.

In einer ärztlichen Praxis mit dem Anspruch auf ganzheitliche Behandlung sind diverse Therapien ohne einen extremen räumlichen und zeitlichen Aufwand möglich:
die Magnetfeldtherapie
die Orthomolekulare Therapie nach L. Pauling
die Akupunktur gemäß der Traditionellen Chinesischen Medizin
die Schädelakupunktur nach Yamamoto
die Mesotherapie nach Pistor
die Misteltherapie und die Therapie mit pflanzlichen Arzneien (Phytotherapie)
die Ernährungsmedizin und -beratung
roborierende Maßnahmen gemäß der Homöopathie und Naturheilkunde
die Bioresonanzdiagnostik und -therapie
die Therapie mit Bachblüten

Die Magnetfeldtherapie

Das Wissen um die heilende Kraft von Magnetfeldern geht bis in die vorschriftliche Zeit zurück. So belegen menschennahe Funde logisch geordneter magnetischer Mineralien, dass offensichtlich schon vor mehr als 3000 Jahren um die Heilkraft der Magnetfelder gewusst wurde.
Das Wissen um die Heilkraft der Magneten verlor sich mit dem Untergang der antiken Welt.
In neuerer Zeit ist es als erster Paracelsus, der als herausragende Persönlichkeit medizinischen Wissens die Heilkraft der Magneten erwähnte. Neben geschichtlichen Stilblüten wie den Experimenten Mesmers, der am vorrevolutionären Hof Ludwigs XVI und seiner Frau Marie-Antoinette sozusagen den Grundstein für die neuzeitliche Magnetfeldtherapie legte, ist die Wirkung von Magnetfeldern heute sehr genau untersucht.

Gesunde Zellen verfügen über ein natürliches elektrisches Potential, das sich durch eine Spannungsdifferenz von Zellinnerem und der Außenseite der Zelle ergibt. Die optimale Funktion der Zelle ist an dieses Potential gebunden. Nimmt das Potential ab, ist das zunächst ein Zeichen für die eingeschränkte Zellfunktion. Nicht nur Stoffwechselprozesse laufen verlangsamt ab, auch die Entsorgung von Stoffwechselprodukten ist verlangsamt. Es ergibt sich ein Kreislauf, der schließlich zum vorzeitigen Untergang der Zelle führt. Die Magnetfeldtherapie aktiviert die Zellenergie und unterstützt somit die Entschlackung der Bindegewebe. Ebenfalls messbar ist der Anstieg des Sauerstoffgehaltes der Zelle und Gewebe nach Magnetfeldtherapie. Über die Entschlackung des Gewebes und den Anstieg der Sauerstoffspannung wird die Widerstandskraft des Organismus nachhaltig gestärkt.

Durch die Ausrichtung im Magnetfeld werden darüber hinaus die Fließeigenschaften des Blutes verbessert. Indirekt wirken sich die verbesserten Fließeigenschaften der Lymphe und des Blutes auch auf die Ernährung der Gelenkknorpel aus. Experimente konnten zeigen, dass in begrenztem Maße auch eine Erholung des Gelenkknorpels möglich ist, da durch die elektrischen Impulse die Regeneration direkt angeregt wird. Insbesondere durch die Lockerung der Muskulatur, der Förderung der Bindegewebsentschlackung und des Lymphabflusses steht mit der Magnetfeldtherapie ein wirksames Werkzeug zur unterstützenden Therapie bei Ansammlungen von Gewebewasser (Ödembildung) und bei postoperativen Verspannungen zur Verfügung.

In meiner Praxis nutze ich die Magnetfelder als Vorbereitung auf weitere Maßnahmen der funktionellen Medizin wie die Bioresonanztherapie, da der Organismus sich zu lockern scheint Reizverfahren, wie sie in der Vorbereitung auf die Bioresonanzdiagnostik genutzt werden, überflüssig werden.

Besonders gut eignet sie sich auch zur Unterstützung der Akupunktur. Somit kann der Akupunktureffekt verstärkt und die Therapie wesentlich verkürzt werden. Auch die Wirkungen von Infusionen im Rahmen der Orthomolekularen Therapie wird deutlich verbessert.

Der Beitrag wird fortgesetzt

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Brustkrebs bei der älteren Patientin
Standards fehlen weitgehend

Das Mammakarzinom verläuft bei älteren Patientinnen nur marginal anders als bei jüngeren Frauen; wegweisend für die Therapieentscheidung sind neben Begleiterkrankungen der Erhalt der Alltagsaktivitäten und das soziale Umfeld.

Für die Behandlung des Mammakarzinoms bei Frauen älter als 65 Jahre existieren keine Standards; in den großen Studien macht der Anteil dieser Patientinnen gerade neun Prozent aus. Andererseits nimmt aufgrund der höheren Lebenserwartung die Zahl der älteren Brustkrebs-Patientinnen zu: In den USA würden 35 Prozent der primären Mammakarzinome bei über 70-Jährigen diagnostiziert, erläuterte Dr. Achim Rody (Frankfurt/Main). Eine 70-Jährige habe heute aber noch eine Lebenserwartung von rund 15 Jahren, betonte Rody.

Begleiterkrankungen limitieren Therapie

Der Verlauf der Erkrankung - sei es lokal, regional oder fernmetastasiert - unterscheidet sich nur marginal von demjenigen jüngerer Patientinnen. Limitierend für die Therapieoptionen sind jedoch Begleiterkrankungen: Rund die Hälfte der 70-Jährigen weisen eine Hypertonie auf, zusätzlich 15 Prozent eine schwerwiegende und etwa zehn Prozent eine moderat ausgeprägte Herzerkrankung.

Nur aus zwei Studien liegen Ergebnisse für ältere Brustkrebs-Patientinnen vor: Beim operablen Mammakarzinom ist hinsichtlich des Gesamtüberlebens kein Unterschied zwischen alleiniger Mastektomie oder aber endokriner Therapie - der Eingriff schneidet jedoch in Bezug auf lokoregionäre Rezidive signifikant besser ab. Wird eine brusterhaltende Operation mit endokriner Therapie kombiniert, zeigt sich ein klarer Vorteil beim Risiko der Fernmetastasierung gegenüber der alleinigen Mastektomie, während bei lokoregionärer Tumorkontrolle und Gesamtüberleben kein Unterschied besteht.

Auch die Radiatio nach brusterhaltender Kombination mit endokriner Therapie ist kein Muss bei fehlenden Fernmetastasen - es kommt nur zu weniger Lokalrezidiven, das Gesamtüberleben ist vergleichbar. Beides gilt auch für das operable Mammakarzinom, wenn Operation und endokrine Therapie mit einer axillären Lymphknotenresektion verbunden werden oder darauf verzichtet wird. "Es ist trotz der begrenzten Daten demnach möglich, primär endokrin zu therapieren, und es gibt auch operative Verzichtbarkeiten", kommentierte Prof. Jörn Hilfrich (Hannover).

Bei gutem Allgemeinzustand ist auch die adjuvante Chemotherapie eine Option. Dabei seien unter dem CMF*-Standardregime und beim FEC**-Schema mit reduzierter Anthrazyklin-Dosis die Abbruchraten relativ niedrig, während fast alle Zyklen mit der Normaldosis Epirubicin abgebrochen werden mussten, betonte Rody. Der Referent wies darauf hin, dass bei älteren Patientinnen die bekannten Nebenwirkungen der Chemotherapie - Übelkeit und Erbrechen - deutlich seltener auftreten als bei jüngeren. Dafür komme es häufiger zur Myelosuppression, und Mukositiden fallen schwerer aus; aufgrund der hämatologischen Toxizität sei deshalb die prophylaktische Gabe von Wachstumsfaktoren Standard.

Knapp die Hälfte der Brustkrebs-Patientinnen älter als 65 Jahre weisen Fernmetastasen auf. Hier können auch wöchentliche Taxan-Regimes erwogen werden. Beim Einsatz von Docetaxel (Taxotere(r), 35 bis 40 mg/m²) sind nach einer retrospektiven Analyse Ansprechraten von 36 Prozent und eine Stabilisierung in der gleichen Größenordnung zu erreichen - ohne wesentliche Grad-4-Toxizität und bei geringer Grad-3-Hämotoxizität. Für die wöchentliche adjuvante Gabe bestehe noch keine ausreichende Datenlage, betonte Rody. Docetaxel ist derzeit für die First- und Second-Line-Behandlung zugelassen. Im Frühjahr 2005 wird auch die Zulassung für die adjuvante Behandlung erwartet.

Dr. rer. nat. Renate Leinmüller
______________
*CMF = Cyclophosphamid + Metotrexat + 5-Fluorouracil
**FEC = 5-Fluorouracil + Epirubicin + Cyclophosphamid
Quelle: Deutsches Ärzteblatt, Jg. 102, Heft 1-2, 10. Januar 2005

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Bestimmte Faktoren können Entdeckung von Brusttumoren erschweren

Bestimmte Faktoren können die Entdeckung von Brusttumoren erschweren. Wie sicher in einem individuellen Fall ein Brusttumor entdeckt oder ausgeschlossen werden kann, hängt auch von persönlichen Faktoren ab: Gewicht, Hormontherapie und vorhergehende Brustoperation beeinflussen die Genauigkeit und Sensitivität eines Mammogramms.

Für die Studie wurden mehr als 120 000 Frauen im Alter zwischen 50 und 64 Jahren über einen Zeitraum von zwölf Monaten beobachtet. Ermittelt wurde dabei, ob außerhalb der Routine-Mammographie ein Tumor entdeckt wurde oder ob die Untersuchung fälschlicherweise ein positives Ergebnis lieferte.

Insgesamt erkrankten während dieses Zeitraumes 726 Frauen an Brustkrebs. Anzeichen für die Erkrankung während einer Mammographie wurden jedoch nur bei 629 der erkrankten Frauen entdeckt. In 97 Fällen blieb der Tumor bei der Routineuntersuchung unbemerkt. Hingegen wurde bei nur 3,2 % der Frauen ein falsch positives Ergebnis diagnostiziert, wie sich in Folgeuntersuchungen herausstellte.

Die Wahrscheinlichkeit für beide Vorkommnisse wurde durch drei Faktoren erhöht: Die Einnahme einer Hormonersatztherapie (HRT), ein Body Maß Index (BMI) unter 25 (also eine schlanke Figur) und eine vorhergehende Operation der Brust, durch die Narbengewebe zurückgeblieben war. Faktoren, die das Mammographie-Ergebnis nicht beeinflussen, waren hingegen: Alter, eine familiäre Vorbelastung mit Brustkrebs, körperliche Bewegung, Rauchen oder Alkoholgenuss.

"Diese Ergebnisse zeigen, dass eine Mammographie bei manchen Frauen effizienter ist als bei anderen. Trotzdem bleibt sie die sicherste Art, Brustkrebs frühzeitig zu erkennen", so der Koautor der Studie, Dr. Gillian Reeves. "Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, dass Frauen auch in der Zeit zwischen (...) Routineuntersuchungen Veränderungen ihrer Brust selbst wahrnehmen", betonte der Wissenschaftler.

Quelle: (BSMO) (Nach Informationen von Newswise.com)

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Krebs-Sprechstunde!

Die Deutsche Krebsgesellschaft hat ihre Internetseiten komplett neu überarbeitet. Ab Februar 2005 steht ein überarbeitetes und verbessertes Angebot an Informationen zum Thema Krebs zur Verfügung, welches kontinuierlich weiter ausgebaut wird. Im Zuge der Überarbeitung der Internetseiten der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. können Patienten, Angehörige und alle Interessierten wieder online Live-Sprechstunden zum Thema Krebs verfolgen. Außerdem werden täglich aktuelle Meldungen und Hinweise auf interessante Sendungen im Fernsehen und Radio zum Thema Krebs angeboten. Regelmäßig wird es ein "Thema des Monats" geben.

Quelle und Kontakt: www.krebssprechstunde.de oder auch www.krebsgesellschaft.de

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Expertenrat Brustkrebs

Die Internet-Adresse www.lifeline.de bietet einen Expertenrat Brustkrebs an: An Brustkrebs erkrankte Frauen, ihre Angehörigen und Freunde können hier ihre Fragen zum Thema Brustkrebs stellen. Auf Wunsch erhalten sie eine Benachrichtigung per E-Mail, sobald ein Experte oder ein/e andere/r Nutzer/in auf ihre Frage reagiert hat. Als Experten stehen derzeit zur Verfügung: Herr Priv. Doz. Dr. C. Jackisch, Marburg und Herr Prof. Dr. P. Dall, Düsseldorf.

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"Busenfreund" - ein Preis von Patientinnen für die Brustkrebsforschung

Die Patientinnen-Initiative "mamazone - Frauen und Forschung gegen Brustkrebs e. V." hat zum dritten Mal die Auszeichnung "Busenfreund" verliehen. Mit diesem Wissenschaftspreis will mamazone innovative Wege in Grundlagenforschung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms fördern. Der Award ging an Professor Ingo J. Diel vom Centrum für Ganzheitliche Gynäkologie, Mannheim. Der Gynäkologe wurde für seine Pionierleistungen im Bereich der Forschung über Bisphosphonate geehrt. Mit Bisphosphonaten bekämpfen Ärzte Knochenmetastasen, wie sie bei etwa 75 Prozent aller Frauen mit Brustkrebs im Verlauf der Erkrankung auftreten. Ingo J. Diels Verdienst ist die Entdeckung, dass Bisphosphonate auch in der Vorbeugung von Knochenmetastasen wirksam sind, da sie sich wie ein Schutzschild vor den Knochen stellen und zudem noch eine zerstörende Wirkung auf Krebszellen zu haben scheinen.

(Quelle: Zeitschrift "amoena)

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Palliativmedizin: Leben bis zuletzt

Köln (ct) - Patienten, die nicht mehr geheilt werden können, brauchen besondere Zuwendung, Begleitung und Behandlung. Dieser Aufgabe stellt sich die Palliativmedizin. Die Deutsche Krebshilfe hat maßgeblich dazu beigetragen, diese Medizin in Deutschland zu etablieren. Mit der Einrichtung des jetzt besetzten Lehrstuhls für Palliativmedizin am Klinikum der Universität zu Köln ermöglicht sie die fachübergreifende Ausbildung der Ärzte - eine wichtige Voraussetzung für eine gute, flächendeckende palliativmedizinische Betreuung. "Neben der klinischen Versorgung werden wir Medizinstudenten in Palliativmedizin ausbilden und die Forschung auf dem Gebiet voranbringen", sagte Professor Dr. Raymond Voltz, Inhaber des Lehrstuhls und Direktor der neuen Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin heute in Köln.

(Quelle: Deutsche Krebshilfe Bonn)

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Neues vom Tausendsassa: Wie grüner Tee Krebs stoppt
Hauptinhaltsstoff blockiert die Vermehrung der Krebszellen

Britische Wissenschaftler haben entdeckt, wie einer der Hauptinhaltsstoffe von grünem Tee die Krebsentstehung stoppt: Die Substanz greift ein wichtiges Enzym in den Krebszellen an und verhindert damit das Wachstum des Tumors. Dabei reichen bereits Konzentrationen aus, wie sie üblicherweise im Blut von Teetrinkern nach zwei bis drei Tassen grünem Tee pro Tag vorkommen. Das berichten die Forscher um Roger Thorneley vom John Innes Centre in Norwich in der Fachzeitschrift Cancer Research (Ausgabe vom 15. März). Die Forscher versprechen sich von ihren Ergebnissen einen wichtigen Fortschritt in der Krebsbehandlung.

Seit langem wird grünem Tee und besonders seinem Inhaltstoff Epigallocatechin-Gallat (EGCG), einem so genannten Polyphenole, ein positiver Effekt bei der Bekämpfung von Krebs nachgesagt. Erst jetzt konnten Thorneley und seine Kollegen jedoch seine exakte Wirkweise aufdecken: EGCG greift ein Enzym an, das entscheidend an der Produktion des Erbmaterials, der DNA, beteiligt ist, und stoppt so die Vermehrung der Krebszellen.

Die Wissenschaftler sind zuversichtlich, dass sich aus EGCG eine neue Art von Krebsmedikament entwickeln lässt. Sein Angriffsziel, das Enzym Dihydrofolatreduktase (DHFR), wird in der Krebstherapie bereits vielfach ausgenutzt. Ein Nachteil dieser Therapieansätze ist jedoch, dass dieses Enzym auch in gesunden Zellen an der DNA-Synthese mitwirkt. Daher haben Medikamente, die dort angreifen, wie das verbreitete Methothrexat, eine Reihe von Nebenwirkungen vor allem in der Leber und im Knochenmark. Im Unterschied zu Methothrexat bindet EGCG jedoch weniger fest an das Enzym DHFR und sollte daher weniger Nebenwirkungen auf gesunde Zellen haben, hoffen die Forscher.

Allerdings warnen die Wissenschaftler vor einem zu hohen Genuss an grünem Tee kurz vor oder während der Schwangerschaft. Studien haben erwiesen, dass ein Übermaß an Tee zu körperlichen Defekten des Embryos führen kann, wie der Anenzephalie, einer schweren Fehlbildung des Zentralen Nervensystems

ddp/wissenschaft.de    Stefanie Offermann

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Je nachdem, wie mutig ein Mensch ist,
expandiert oder schrumpft sein Leben.

Anais Nin

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