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Liebe Leserin, lieber Leser!
Nachstehend finden Sie den Info-Brief 12 von MUT e. V. Juli 2003.
Der Brief wurde in einer besonderen Text-Datei zusammengefasst, das Layout dieser Datei entspricht natürlich nicht dem Layout des
Originals. Es fehlen z. B. die Bilder. Den Text haben wir hier als Fließtext erfasst - keine Spalten, wie im Original. Das Original können Sie sich als PDF-Datei anschauen.
Der Info-Brief 12 als PDF-Datei.
Info-Brief 12
MUT e.V. Frauen und Männer im Kampf gegen Brustkrebs
M ü n s t e r

Man soll dem Leib etwas Gutes bieten, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen
Sir Winston Churchill (1874 – 1965), britischer Premierminister
Themen dieser Ausgabe (u.a.): Literaturkreis Brustkrebs Gesprächskreis Brustkrebs für betroffene Frauen
Einweihung Mamma-Diagnostik-Zentrum UKM Münster Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei der Metastasierung Vorschläge zur Bewältigung einer Krankheit
Ein unerwünschter Gast - Die Schmunzelecke
Pflücke den Tag und gehe behutsam mit ihm um
Es ist dein Tag, 24 Stunden lang Zeit genug, ihn zu einem wertvollen Tag werden zu lassen darum lass ihn nicht schon in den Morgenstunden
verwelken Quelle: „Pflücke den Tag“ – Margot Bickel/Hermann Steigert
Steine, Felsen, grauer Alltag ist überall.
Überall aber, auch im Schatten, ist Leben, ist Freude, ist Glück möglich. Mühsam manchmal, langsam, ber ein kleiner Platz
ist immer da.
Quelle: Liebe dein Leben – Hermann Brüggemann/Wolfgang Klinkusch
Inhaltsverzeichnis
Seitenanfang
Grußwort
Aktuelle Termine und Veranstaltungen
Vorträge 2. Hj. 2003 Stammtischtermin Literaturkreis Brustkrebs Gesprächskreis Brustkrebs für betroffene Frauen „Mammakarzinom und Ernährung“
(Vorankündigung) Kooperation Clemenshospital, BZ Münster/Münsterland, MUT e.V „Keine Chance dem Brustkrebs“
Brustkrebsinformationstag in Düsseldorf am 12. Oktober 2003
Rückblick
Einweihung Mamma-Diagnostik-Zentrum UKM Münster
Fachtagung des FrauenRat NW e.V. am 29.März 2003 in Bochum
„Auf dem Weg zur mündigen Patientin“
Fachbeiträge/Fachberichte
„Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei der Metastasierung von Brustkrebs“
Prof. Dr. Ralph J. Lellé, Universitätsfrauenklinik Münster „Zusammenfassende Vorschläge zur Bewältigung der Krebskrankheit“
Dr. Gerhard Strittmatter, Dipl.-Psych., Dipl. Theol., Fachklinik Hornheide, Münster
Erfahrungsberichte
„Ein unerwünschter Gast; über die Bedeutung einer Krebserkrankung in der Familie“
Angelika Lünenborg, Dipl.-Sozialpädagogin, MUT e.V Autobiographie in fünf Kapiteln (Portia Nelson) Die Selbsthilfe: ”Frauen – Leben mit Brustkrebs”
Rubrik: Was es sonst noch gibt
Vereinsinformationen Wasserentspannung Vereinszuschuss Zuzahlungen 2003 Internet-Recherchen Literaturtipps Nach der Krebsdiagnose Jede Neunte In memory von Gudrun Kemper
Kleiner Pressespiegel
Wie Metastasen entstehen Riskante Heilmethoden Hoffnung für Brustkrebs-Patientinnen Diagnose von Brustkrebs – MRT am besten Zentrum ermöglicht effektiveren Kampf gegen den Brustkrebs Sport senkt Brustkrebsrisiko
Die Schmunzelecke
Impressum
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Stunde um Stunde vergeht die Zeit, kurz, wenn du singst, lang, wenn du seufzt.
Grußwort
Liebe Vereinsmitglieder, verehrte Leserinnen und Leser,
schon wieder ist ein Vierteljahr vergangen, und der aktuelle Info-Brief ist erstellt. An Themen fehlt es uns nicht.
Leider gibt es nach wie vor für uns PatientInnen keine guten Nachrichten aus der Gesundheitspolitik zu vermelden. Die
Situation ist unklar, und wir warten auf nähere Informationen zum Disease Management Programm (Vorsorge
-Programm). In den nächsten Wochen werden die verschiedenen Krankenkassen ihre Einführungskoordinatoren auf den
Weg schicken, um Ärzte und PatientInnen aufzuklären und für eine Einschreibung zu werben. Was will der Gesetzgeber
dadurch erreichen? Alles Gute für die PatientInnen? Oder sind es Mindestanforderungen für die Behandlung chronisch
erkrankter Menschen, da kein Geld mehr in der Kasse ist? Disease Manager wird der Gynäkologe oder die Gynäkologin.
Welche Vorteile ergeben sich für die erkrankten Frauen? Sie sollen sich schulen lassen, um besser über ihre Krankheit
informiert zu sein. Aber wer schult den Arzt? Wird es auf Dauer einheitliche Angebote bei allen Krankenkassen geben
oder entwickeln die Kassen eigene Programme? Wird die beste Therapie bezahlt oder nur die langbewährte. Viele Fragen, auf die wir hoffentlich bald eine Antwort erhalten werden.
Per Definition ist das Disease Management die Durchführung von strukturierten Behandlungsprogrammen für genau
definierte Patientengruppen orientiert an Versorgungszielen. Das Ziel ist die Optimierung der Behandlung chronischer
Erkrankungen. Es soll zum Abbau von Unter-, Über- und Fehlversorgung führen. Es verspricht die Einführung
evidenzbasierter Therapien, die Verbesserung der Behandlungsqualität und der Behandlungsergebnisse. Außerdem soll es natürlich zu Kosteneinsparungen führen.
Das Disease Management hat seinen Ursprung in den USA als ein Bestandteil von Managed Care. Es war die Reaktion
auf die Kostenexplosion im amerikanischen Gesundheitswesen. Das Ziel ist die Qualitätsverbesserung und Erhöhung der
Wirtschaftlichkeit. Disease Management Programme sind auch in anderen Ländern eingeführt, z.B. in der Schweiz, den Niederlanden und Kanada.
Wir wollen hoffen, dass die Umsetzung dieser Leitlinien nicht zu einer Ent-Individualisierung der Therapie für die
betroffene Frau führt, sondern eine positive Wirkung hat.
Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit und einen schönen erholsamen Sommer.
Ihre Gisela Schneider 1. Vorsitzende
Alles Gute für den Patienten
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Aktuelle Termine und Veranstaltungen
Vorträge 2. Hj. 2003
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Mittwoch, 24. September 2003
„Grundlagen der Diagnostik und Therapie des Brustkrebses der Frau“ Prof. Dr. med.
Günther Reck, Chefarzt der Frauenklinik am Clemenshospital Münster
Mittwoch, 19. November 2003
„Neue Perspektiven in der Tumorbehandlung“
Prof. Dr. Dr. Jens Atzpodien, Leiter der Abteilung für Internistische Onkologie, Fachklinik Hornheide, Münster-Handorf
Alle Vorträge im Veranstaltungssaal der Sparkasse Münsterland Ost, Hötteweg 10,
Münster-Innenstadt. Beginn 19 Uhr. Eintritt frei
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Unser nächster Stammtischtermin: Donnerstag, 09. Oktober 2003 im Kolping Tagungs-Hotel, Aegidiistraße in Münster.
Dazu laden wir recht herzlich ein!
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Neue Angebote für Interessierte!
Literaturkreis „Bücher über Brustkrebs“ Was bieten sie?
Termine: Mittwoch, 17.09.2003, 22.10.2003 und 12.11.2003, jeweils von 19.00 h bis 20.30 h Ort: Gesundheitshaus, Gasselstiege 13, 48159 Münster
Gebühr: Für evtl. Kopierkosten etc. wird pro Abend eine Teilnahmegebühr von 2,00 € erhoben. Bitte Schreibmaterial mitbringen. Kursleiterin: Birgit Dépel
„Die Akuttherapien sind vorüber. Aber in mir ist noch immer Chaos!“ Kann Literatur unterstützen? „Wissen gegen
Angst“ so lautet der Titel eines Ratgebers, der sich mit dem Thema Brustkrebs befasst. „Wissen gegen Angst“ ~ Alles,
was ich verstehe, macht mir keine Angst mehr, zumindest aber weniger Angst. Sind Bücher ein probates Mittel, mir
einen Weg durch das Labyrinth zu ebnen? Wir stellen Ihnen aus verschiedenen Bereichen Bücher vor, die im Verstehen
und Verarbeiten der Erkrankung unterstützen können. In diesem Literaturkreis können Sie sich mit anderen über bereits gelesene und neue Bücher austauschen.
Wir stellen Ihnen in heiter-ernster Runde Buchbeispiele – nicht nur über Brustkrebs – vor. Was wird aus unseren
Sehnsüchten, Wünschen und Haltungen? Eine besondere Geschichte, ein Ratgeber oder ein Kinderbuch können uns
wunderbare Möglichkeiten zeigen. Sie können uns zu überraschenden Wendungen und unverhofften Lösungen führen.
Sie regen die Hoffnung an, schenken uns neue Kreativität, zeigen uns, dass „LEBEN“ erheiternd und bestärkend sein kann.
Eine telefonische Anmeldung ist ab sofort im Vereinsbüro möglich: Mittwoch und Donnerstag – von 16.00 h bis 18.00 h – Tel.
(0 25 01 - 7 07 05). Die Teilnehmerzahl ist auf 8 bis max. 10 Personen begrenzt. Der Literaturkreis versteht sich als ein offenes Angebot, d.h. Sie können auch nur an einem Abend teilnehmen.
Dieser Literaturkreis ist kein „Zauberkreis“, aber vielleicht ein Anfang! Birgit Dépel
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„Gesprächskreis Brustkrebs für betroffene Frauen“
Eine Brustkrebserkrankung und die folgenden Behandlungen lösen eine Reihe von Veränderungen aus. Ängste und
Sorgen um die Zukunft, aber auch neu entdeckte Kräfte begleiten diesen Weg und sind eine Hilfe bei der Verarbeitung.
In dem Gesprächskreis soll an 5 Vormittagen die Möglichkeit gegeben werden, diese Veränderungen bewusst zu erleben
, die neue Situation zu akzeptieren und die Lebensfreude wiederzufinden.
Der Kurs findet jeweils am Dienstag statt.
Ort: Gesundheitshaus, Gasselstiege 13 in Münster
Termine: 16.09.2003, 23.09.2003, 30.09.2003, 07.10.2003 und 14.10.2003
Zeit: 09:30 Uhr bis 11:00 Uhr Kursgebühr: 15,00 € für Mitglieder des Vereins MUT e.V.
25,00 € für Nicht-Mitglieder
Die Kursgebühren können entweder per Überweisung auf das Konto des Vereins oder zusammen mit der schriftlichen
Anmeldung per Verrechnungsscheck entrichtet werden. Sie sind spätestens am 1. Kurstag fällig.
Anmeldung:
Bitte melden Sie sich frühzeitig schriftlich oder telefonisch zu diesem Gesprächskreis im Vereinsbüro
unter Telefon 02501/70705 an. Das Telefon ist mittwochs und donnerstags von 16 – 18 Uhr besetzt. Sie können Ihre
Anmeldung auch auf den Anrufbeantworter sprechen. Bitte geben Sie dann Ihre Telefonnummer an. Wir melden uns bei Ihnen.
Leitung: Angelika Lünenborg, Diplom-Sozialpädagogin
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Z w e i A n k ü n d i g u n g e n

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Rückblick
Einweihung des Mamma-Diagnostik-Zentrums beim Universitätsklinikum Münster
Am 05. April 2003 wurde das Mamma-Diagnostik-Zentrum bei der Universität Münster offiziell eingeweiht. In der
Einladung von Prof. Heindel, Prof. Kiesel und Prof. Böcker heißt es u.a. über die Zielsetzung: “Im Universitätsklinikum
Münster arbeiten Diagnostiker (u.a. Radiologen, Pathologen), Operateure, Onkologen und Strahlentherapeuten eng
zusammen mit dem Ziel, die Erkennung und Behandlung des Mammakarzinoms zu verbessern. Grundlage dieser
Zusammenarbeit sind die Empfehlungen der Europäischen Gesellschaft für Mastologie (EUSOMA) zu den Erfordernissen
an ein Mammazentrum, zur Qualitätssicherung der Diagnostik von Brusterkrankungen und zur Qualitätskontrolle der
Behandlung. Voraussetzung für die optimale Versorgung unserer Patientinnen ist die enge Kooperation des Mammazentrums mit den niedergelassenen Fachkollegen“.
Wir sind von MUT dieser Einladung gerne gefolgt. Nach der Begrüßung fanden sehr interessante Vorträge zum Thema
statt. Herr PD Dr. Costa vom St. Markus Krankenhaus in Frankfurt sprach über „Evidenzbasierte Therapie beim primären
Mammakarzinom“. Über „Mammadiagnostik und –interventionen in einem Brustzentrum“ referierte sehr anschaulich Frau
Dr. Kettritz vom Institut für Röntgendiagnostik – Mammazentrum Helios-Klinikum Buch aus Berlin. Frau Prof. Dr.
Heywang-Köbrunner von der Klinik für Diagnostische Radiologie aus Halle informierte über den „Stellenwert der MR
-Mammographie“. Zum Schluss sprach Herr Dr. Decker vom Pathologischen Institut – Mammazentrum Helios-Klinikum Buch aus Berlin über die „Qualitätssicherung in der Mammapathologie“.
Anschließend haben wir an der Besichtigung des neu gestalteten Mamma-Diagnostik-Zentrums im Institut für Klinische
Radiologie teilgenommen, welches hell und freundlich gestaltet wurde. Interessant war auch die Vorführung einer
ultraschallgesteuerten Vakuumsaugbiopsie mithilfe einer „Teigbrust“. Mit dieser Methode wird eine verlässliche feingewebliche Diagnosestellung vor einer Brustoperation möglich.
Angenehm und guttuend waren auch ein Gläschen Sekt, Kaffee oder Saft und diverse Leckereien. Es war ein
interessanter Vormittag, an dem wir viele Informationen bekommen haben.
Gisela Schneider
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Fachtagung des FrauenRat NW e.V. am 29. März 2003 in Bochum
„Auf dem Weg zur mündigen Patientin – In Eigenverantwortung Rechte wahrnehmen“ so lautete das Motto des
FrauenRat NW e.V. in der Ev. Stadtakademie in Bochum, zu der MUT zum „Runden Tisch“ zusammen mit anderen
Vereinen und Selbsthilfegruppen eingeladen war. Diese Tagung war Teil einer Kampagne des FrauenRat NW zur
Frauengesundheit in NRW, die seit 1999 läuft. Insgesamt wurden bis dahin 6 verschiedene Themenbereiche behandelt, u.a. Brauchen Frauen Hormone?, Frauengesundheit weltweit, Frauen und Sucht.
Diese Fachtagung sollte Frauen Mut machen, ihre Gesundheit und auch ihre Krankheit eigenverantwortlich in die Hände
zu nehmen. Das dazu notwendige Wissen über eine frauenspezifische Medizin wurde vermittelt. Die Rechte der Frauen als Patientinnen und ihre Umsetzung wurden diskutiert.
Frau Dr. Monika Weber vom Internationalen Frauengesundheitszentrum für Frauengesundheit in Bad Salzuflen referierte
zum Thema „Gesundheit hat ein Geschlecht – Erkenntnisse der frauenspezifischen Gesundheitsforschung“. Es schloss
sich ein Streitgespräch zwischen Herrn Ulrich Neumann, Regierungsdirektor bei der AOK und Frau Dr. Patricia Aden an,
die über „Patientenrechte - nur ein Papiertiger?“ diskutierten. Nachmittags hatte ich als Vertreterin für MUT die
Gelegenheit, am „Runden Tisch“ teilzunehmen. „Heraus aus der Hilflosigkeit – Eigenverantwortung stärken“ so lautete
das Thema. Vereine und Selbsthilfegruppen hatten hier die Gelegenheit, ihre Ziele und Angebote vorzutragen und Tipps
zur Bewältigung der Probleme zu geben. Vertreten war die Dt. Multiple Sklerose Ges., der Deutsche Diabetikerverband,
die Deutsche Rheuma Liga, die Parkinsongruppe, die Pro-Retina-Gruppe und für den Brustkrebs MUT e.V.. Es war
beeindruckend, zu sehen, wie die Frauen mit ihren Krankheiten umgehen und oftmals aus Wut heraus angefangen
haben, gegen die Krankheiten anzukämpfen. So wurde auch deutlich, dass es Sinn macht, sich in Gruppen zusammen
zu schließen. Ein Gefühl der Solidarität entstand, und es war für mich eine neue Erfahrung zu erkennen, wie gravierend und beeinträchtigend auch die anderen Erkrankungen sind.
Demnächst werden die Ergebnisse der Tagung vom FrauenRat NW in einer Dokumentation zusammengefasst und veröffentlicht.
Gisela Schneider
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Auch Worte sind Taten
Fachbeiträge, Fachberichte
Zusammenfassung zum Vortrag vom 30.04.03
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei der Metastasierung von Brustkrebs? Prof. Dr. med. Ralph J. Lellé
Die Behandlung von Krebserkrankungen stellt uns vor zwei grundsätzliche Probleme. Zum einen ist dies die Fähigkeit
von Krebszellen, in das umgebende Gewebe hineinzuwachsen und Organgrenzen zu überschreiten. Das zweite Problem
ist die Fähigkeit der Metastasierung. Hierbei können sich einzelne Zellen vom sogenannten Primärtumor ablösen und über Lymphbahnen oder Blutgefäße an andere Stellen des Körpers transportiert werden.
Über den Mechanismus der Metastasierung wird intensiv geforscht, aber viele Fragen sind noch offen. Manche
Tumoren sind nicht in der Lage, überhaupt Metastasen zu bilden, während andere sehr aggressiv metastasieren
können. Sehr wahrscheinlich werden Tumorzellen fast regelmäßig in den Körper verschleppt, ohne daß klinisch fassbare
Metastasen auftreten. Offenbar ist das Immunsystem in der Lage, mit kleineren Tumorzellenmengen fertig zu werden.
Bei Brustkrebserkrankungen sind sehr häufig Lymphknoten in der Achselhöhle befallen. Die Größe solcher
Lymphknotenmetastasen und die Zahl der Metastasen helfen dem Arzt, eine geeignete adjuvante Therapie
auszuwählen. Hierbei wird eine Hormonbehandlung oder eine Chemotherapie sozusagen vorbeugend durchgeführt, um eventuell bereits im Körper vorhandene Tumorzellen abzutöten.
Das wirkliche Problem bei der Brustkrebsbehandlung stellt sicherlich eine Metastasierung dar, welche über die
Achselhöhle hinausgeht.
Grundsätzlich können Metastasen bei Brustkrebs an jeder Stelle des Körpers auftreten. Tatsächlich gibt es aber
typische Lokalisationen wie die Leber, die Lunge, Lymphknoten im Halsbereich und das Skelett. Im Bereich der Knochen
sind überwiegend die Beckenknochen, die Wirbelsäule und die Oberschenkelknochen betroffen. Weiter entfernt liegende Knochenstrukturen werden praktisch nie befallen (z. B. Hand oder Fuß).
Wenn einmal Metastasen vorliegen, ist es nachvollziehbar, dass lokale Therapien nicht effektiv genug sind. Mit lokalen
Therapien sind Operation oder Bestrahlung gemeint. Manchmal ist es zwar sinnvoll, einzelne Metastasen zu entfernen.
Man muss jedoch immer davon ausgehen, dass noch weitere möglicherweise aktiv wachsende Tumorzellen im Körper
vorhanden sind, die mit einer Operation nicht beseitigt werden können. Ähnliches gilt für die Strahlentherapie, da man
immer nur eine begrenzte Körperregion bestrahlen kann. Zwar ist die Strahlentherapie hoch effektiv, wenn es z. B. um
die Behandlung von Schmerzen bei Knochenmetastasen geht oder wenn eine Stabilisierung des betrocffenen
Knochenabschnitts notwendig ist. Bei einer Lungen- oder Lebermetastasierung reicht sie jedoch nicht aus.
Notwendig ist eine Behandlung, die den ganzen Körper erreicht. Hierfür gibt es drei Möglichkeiten:
1. eine endokrine Behandlung oder Hormonbehandlung 2. eine Chemotherapie
3. eine Antikörpertherapie mit Trastuzumab. (Herceptin)
Die Auswahl der Medikamente richtet sich danach, wie viele Metastasen vorhanden sind, wo diese lokalisiert sind, ob
mehrere Körperregionen betroffen sind und vor allem ob auch Beschwerden vorliegen.
Wenn die gesamte Situation nicht sehr akut ist, dann wird der Arzt einer endokrinen Therapie den Vorzug geben. Wenn
Metastasen jedoch in mehreren Organen vorhanden sind, wird man sich für eine Chemotherapie, eventuell mit
mehreren Substanzen, gleichzeitig entscheiden. Nach einer gewissen Zeit, meistens nach drei bis sechs Monaten, wird
man überprüfen, ob das Wachstum der vorhandenen Metastasen zum Stillstand gekommen oder sogar rückläufig ist.
Eine zeitlang wurde angenommen, dass eine extrem aggressive Chemotherapie, die sogenannte Hochdosistherapie,
eine zuverlässige Heilung bei einer Metastasierung herbeiführen kann. Diese Hoffnung wurde jedoch enttäuscht. Man
muss heute davon ausgehen, dass eine Metastasierung bei Brustkrebs wie viele andere chronische Erkrankungen zu
behandeln ist, die einerseits durch verschiedene Medikamente günstig zu beeinflussen ist. Andererseits wird man in der
Regel Metastasen nie vollständig beseitigen können. Ziel ist es vielmehr, ein relativ beschwerdefreies Leben über möglichst lange Zeit zu ermöglichen.
Im Jahre 2000 wurde auch in Deutschland das Medikament Trastuzumab (Handelsname Herceptin) eingeführt. Dies war
ein Durchbruch bei der Brustkrebsbehandlung. Zum ersten Mal war es gelungen, eine Antikörpertherapie bei der
Behandlung von Metastasen bei Brustkrebs einzusetzen. Trastuzumab wirkt hierbei gegen eine Oberflächenstruktur der
Tumorzellen, das Antigen. Durch die Reaktion zwischen Antikörper und Antigen werden die Immunzellen des Körpers
aktiviert und können die Tumorzellen gezielt vernichten. Da es sich hierbei nicht um eine Chemotherapie handelt und
Trastuzumab genau zwischen gesunden Zellen und Krebszellen unterscheiden kann, entfallen auch die von der
Chemotherapie her bekannten Nebenwirkungen wie Übelkeit, Veränderungen des Blutbildes oder Haarausfall. Allerdings
ist das für Trastuzumab spezifische Antigen nur bei zirka einem Drittel aller Brustkrebserkrankungen vorhanden, und nur in diesen Fällen kann der Antikörper eingesetzt werden.
Es besteht die berechtigte Hoffnung, dass in den kommenden Jahren weitere Antikörpertherapien entwickelt werden,
die sich gegen andere Antigenstrukturen richten und die noch effektiver sind als Herceptin.
Wenn man über Krebstherapie spricht, unterscheidet man gern zwischen der Schulmedizin und alternativen Therapien.
Unter alternativen Therapien versteht man Behandlungsmethoden, deren Effektivität in der Regel nicht in
wissenschaftlichen Studien untersucht wurde. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist die Hyperthermiebehandlung. Hierbei
wird der ganze Körper oder ein Teil des Körpers erwärmt. Dadurch kommt es zu einer Störung des Stoffwechsels der
Tumorzellen. In Zellexperimenten lässt sich nachweisen, dass die äußere Hülle der Tumorzellen durchlässiger wird und Chemotherapie und Strahlentherapie besser wirksam sind.
Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist die Tumorimpfung. Hierfür muss eine ausreichende Menge frischen
Tumormaterials gewonnen werden. Das Gewebe wird im Labor bearbeitet und dem Körper in veränderter Form wieder
zugeführt in der Hoffnung, dass hierdurch eine Immunreaktion ausgelöst werden kann, die die Tumorzellen vernichtet.
Sehr viele Patientinnen führen eine Behandlung mit Mistel-Injektionen durch. Auch hier erhofft man sich eine Stärkung
der körpereigenen Immunabwehr.
Im Infobrief Nr. 6 vom Juli 2001 wurde ausführlich über Tumorimpfung und Mistelbehandlung berichtet.
Zum Schluss sollte nochmals darauf hingewiesen werden, wie wichtig klinische Therapiestudien sind, um neue
Erkenntnisse über die Wirksamkeit von Medikamenten bei der Metastasierung zu gewinnen. Bei den meisten dieser
Studien handelt es sich um sogenannte Phase-III-Studien. Hierbei wird eine Standardtherapie mit einer leicht
modifizierten Behandlung verglichen. Zum Beispiel wird ein anderes Medikament hinzugefügt oder die Dosierung oder die
Reihenfolge der Medikamente verändert. Nur auf diesem Wege können nach und nach Fortschritte bei den
Behandlungsmöglichkeiten erreicht werden. Die Befragung von MUT hatte gezeigt, dass bei adjuvanter Behandlung nur
vier Prozent aller Patientinnen an Therapiestudien teilgenommen hatten. Es wäre zu wünschen, dass wesentlich mehr
Frauen die modernsten Behandlungsstrategien im Rahmen von Studien angeboten werden können.
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Zusammenfassende Vorschläge zur Bewältigung der Krebskrankheit
Dr. G. Strittmatter
1. Lassen Sie sich nichts einreden.
Durch die erfahrene Verunsicherung kommt man leicht in Gefahr, Äußerungen anderer aufzunehmen und sich damit zu
beschäftigen. Die Eingängigkeit bestimmter Behauptungen beweist nicht ihre Richtigkeit. Machen Sie sich klar, daß
Äußerungen anderer – besonders die selbsternannter Experten – keine Wahrheiten über Sie darstellen, sondern
Ansichten der anderen sind, die oft Selbstaussagen sind und Rückschlüsse auf deren eigene Verfassung und Denkungsart erlauben.
2. Legen Sie Wert auf eine gute Beziehung zum behandelnden Arzt.
Sie brauchen einen Arzt, zu dem Sie Vertrauen haben können; der Ihnen zuhört, der nicht nur an den Befunden,
sondern auch an Ihrem Erleben interessiert ist, der nie zu Ihnen sagt „Ich kann nichts mehr für Sie tun“, der, wenn die
Krankheit sich verschlimmert, mit Ihnen die neue Situation bespricht und mit einem realistischen Blick für sinnvolle
Behandlungen Ihnen hilft, zu guten Entscheidungen kommen zu können, und auf dessen Mitgehen Sie sich verlassen können. (Zitat: „Daß mein Arzt so beteiligt ist, gibt mir Kraft“)
Haben Sie den Mut, auf Ihren Arzt zuzugehen und notfalls den Arzt zu wechseln, bis sie einen Arzt ihres Vertrauens gefunden haben.
3. Legen Sie Wert darauf, eine Ihrer nächsten Bezugspersonen, z.B. Ihren Partner oder Ihre Freundin, von
Anfang an und bei allen Schritten in die Behandlung mit einzubeziehen. Das gilt für das Aufklärungsgespräch genauso wie für alle anderen Behandlungsschritte.
4. Lassen Sie sich von Ihren Angehörigen und Freunden unterstützen. Getrauen Sie sich zu sagen, was Sie
brauchen. Sagen Sie den Angehörigen, wie sie Ihnen helfen können, wann Sie Ruhe brauchen und wann es Ihnen gut tut, einfach in den Arm genommen zu werden.
Für Sie und Ihre Angehörigen gilt, dass der, der immer stark war, jetzt auch schwach sein darf. Dadurch geht Ihre
Beziehung nicht unter. Ihr Familiensystem oder Ihre Beziehung dürfen sich ändern und sich den neuen Bedürfnissen anpassen.
5. Sprechen Sie in Ihrer Familie oder in Ihrer wichtigen Beziehung offen und direkt miteinander über die
Krankheit. Das entlastet. Versteckspielen, bei dem jeder für sich allein leidet, dem andern aber Zuversicht vorspielt,
belastet die Beziehung und nimmt ihr die Chance, die in ihr ruhenden Kräfte zu wecken und gemeinsam die Angst zu
überwinden. Geteiltes Leid stärkt die Beziehung und führt zusammen. Versteckspielen, auch bei der guten Absicht, den andern zu schonen, entfremdet.
6. Haben Sie den Mut, auch Ihre „unguten“ oder ungewohnten Gefühle auszusprechen. Sie dürfen die Gefühle
haben, die Sie haben, sowohl als Kranker wie auch als Angehöriger. Versuchen Sie zu verstehen und nicht
zurechtzuweisen. Damit die Angst vor dem Weiterschreiten des Tumors nicht lähmt, muß sie ausgedrückt werden dürfen.
7. Damit zusammenhängend: Sie stabilisie-ren Ihre Beziehung und fördern die Entwicklungsfähigkeit Ihrer
Familie, wenn Sie bisher ungewohnte Erlebens- und Verhaltens-weisen zu integrieren versuchen.
Stellen Sie an Ihrem Partner oder Ihren Kindern Merkwürdigkeiten fest, moralisieren Sie diese nicht, sondern versuchen
Sie, sie als Ausdruck der Belastung zu verstehen. Vermeiden Sie, die Schwierigkeiten zu personalisieren. Machen Sie
sich klar, dass alle belastet sind und daß das störende Verhalten Symptom dieser Gesamtbelastung ist. Entscheidend
ist nicht, ob das Verhältnis auffällig ist oder nicht, sondern ob die Beteiligten in der Lage sind, sich zu verändern und sich den neuen Aufgaben anzupassen. Entscheidend ist die Veränderungsfähigkeit.
8. Haben Sie Ängste mit der Öffentlichkeit, benutzen Sie die Methode der schrittweisen Annäherung.
Dafür gelten 2 Regeln: Regel 1 heißt: „Tun Sie das, was Sie am liebsten vermeiden würden!“ Damit gehen Sie direkt auf
die Angst zu und geben sich die Chance, positive Erfahrungen machen zu können. Regel 2 heißt: „Machen Sie keine
Mutprobe“. D.h. Sie gehen klug vor, fangen mit den leichtesten Übungen an und steigern dann Schritt für Schritt den Schwierigkeitsgrad, so daß Sie von einem Erfolg zum andern gehen.
9. So sinnvoll bestimmte Trainings sein können, es geht auch ohne. Haben Sie den Mut, einen eigenen Weg zu
gehen, auch „nein“ zu sagen. Setzen Sie sich nicht unter Leistungsstress, bestimmte Programme absolviert haben zu
müssen, um ein gutes Bewältigungsverhalten vorzuweisen. Tun Sie das, was Ihnen gut tut.
10. Behalten Sie die Hoffnung, wie auch immer es Ihnen geht. Hoffnung ist nicht nur „Hoffnung auf Überleben“
oder „die Krankheit besiegen“. Hoffnung kann auch beinhalten, mit faulen Kompromissen Schluß machen, mit bisher
Ungelebtem Ernst machen, naturverbundener werden, die eigene Spiritualität entdecken, wieder bewusster leben und intensiver das Leben zu spüren.
11. Finden Sie Zugang zu Ihren eigenen Kraftquellen, sei es Ihr Glaube, Gebet, Meditation, Entspannung,
Achtsamkeit, Yoga, Spaziergänge, Ihre Verbundenheit zu Natur, Pflanzen und Tieren, Musik, Literatur, Malen, kreatives Gestalten, Gespräche, liebevolle Begegnungen, Leben aus innerer Überzeugung.
12. Und der entscheidende Punkt: Machen Sie sich deutlich, dass Sie eine wichtige Lebenserfahrung gemacht haben.
Daß Sie als Betroffene, die das Leben lieben und sich der eigenen Verletzbarkeit bewusst geworden sind, wachgeworden sind und als Wachgewordene intensiver und bewusster leben.
Erinnern Sie sich an die Schlußsätze des krebskranken Leonhard Lentz in seinem Film „Der Indianer“, in denen dieses
Lebensgefühl zum Ausdruck kommt. Er sagt: „Ich habe oft Angst vor der Krankheit, eigentlich jeden Tag. Trotzdem bin ich glücklich, ich glaube glücklicher als früher. Denn ich fühle, dass alles, was ich tue, Leben ist.“
Eine 54jährige Frau mit einem hochmalignen Lymphom sagte zu ihrem erwachsenen Sohn: „Laß uns jeden Tag leben als
wäre es unser letzter“.
Dabei werden Lebenshaltungen lebendig, die eben nicht nur zur Krankheitsbewältigung taugen, sondern Orientierungen
zur Lebensbewältigung sind, wie z.B. nach dem Sinn suchen, Wertigkeiten umstellen, Beziehungen anfragen, mit
faulen Kompromissen Schluß machen, naturverbundener werden, gläubiger werden, intensiver empfinden, ein neues
Lebensgefühl entdecken, mit bisher Ungelebtem Ernst machen, sich innerlich versöhnen und auch: bereit werden loszulassen.
Wenn wir das ernstnehmen und uns berühren lassen, stehen wir alle, ob als Patienten, Angehörige oder Behandler, vor
der Aufgabe, unser Leben in seiner Kostbarkeit wertzuschätzen, achtsam zu sein und den gegenwärtigen Augenblick als die Chance unseres Lebens zu begreifen.
Dr. Gerhard Schrittmatter, Dipl.-Psych. Dipl.-Theol. Fachklinik Hornheide Dorbaumstr. 300 48157 Münster
e-mail: gerhard,strittmatter@fachklinik-hornheide.de
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Erfahrungsberichte
Ein unerwünschter Gast; über die Bedeutung einer Krebserkrankung in der Familie
Mama hat einen Knoten in der Brust, dieser Satz meines damals neunjährigen Sohnes hat mir vieles über die Bedeutung
klargemacht, die meine Erkrankung für ihn hatte.
Mich hatte die Brustkrebserkrankung im Alter von 40 Jahren vollkommen unvorbereitet getroffen. Ich fühlte mich bis
dahin rundum gesund, war nach der Familienpause anlässlich der Geburt meiner drei Kinder, 2 neunjährige Söhne, eine
sechsjährige Tochter, einige Jahre zuvor wieder als Familienberaterin berufstätig geworden. Im Großen und Ganzen
hatte ich mein Leben gut im Griff. Dann entdeckte ich diesen Knoten. Eine mittlere Katastrophe, hatte ich doch in meinem bisherigen Leben meine Gesundheit für unerschöpflich gehalten.
Schon vor dem Krankenhausaufenthalt machten wir uns intensive Gedanken darüber, was wir den Kindern sagen. Wir
möchten sie nicht in unsere Ängste einbeziehen, möchten ihnen aber auch keine Unwahrheiten auftischen. Da wir auch
in allen anderen Themenbereichen einen offenen Umgang mit den Kindern pflegen und weder zu kleinen noch zu großen
Unwahrheiten greifen, ist für uns ein offenes Gespräch in vertrauensvoller Umgebung unerlässlich. Ebenso ist es mir
wichtig, dass meine Kinder Stimmungsschwankungen und Tränen der Erwachsenen einordnen können, dass sie die
Erlaubnis und die Einladung haben, Fragen zu stellen und sich darauf verlassen können, eine ehrliche und kindgerechte Antwort zu bekommen.
Als Beraterin von Familien weiß ich, wie Familiengeheimnisse in Familien wirken können und dass sie in der Regel nicht
ganz so geheim sind, wie die Erwachsenen das glauben. Kinder haben Antennen, auch das Ungesagte zu erspüren. Sie
erleben Veränderungen: Mama ist im Krankenhaus und entwickeln eigene Phantasien, die über das reale Geschehen
weit hinausgehen können. An wen sollen sie sich mit ihren Fragen und Phantasien wenden, wenn sie ihre wichtigsten
Bezugspersonen nicht belasten wollen? Können sie ihrer Wahrnehmung trauen, wenn das Gesagte nicht mit dem Erlebten übereinstimmt?
„Mir sagt ja keiner was,“ ist der Titel einer Info-Broschüre, die von einer Projektgruppe der Fachhochschule Nürnberg
erstellt wurde und die sich mit den Kindern Krebskranker auseinandersetzt. Der Titel macht deutlich, dass es
Erwachsenen schwer fällt über Themen wie Krankheit und Sterben zu sprechen, Kinder jedoch unter der Sprachlosigkeit leiden.
Wir weihen unsere Kinder also ein, dass ich einen Knoten in der Brust habe und für ein paar Tage ins Krankenhaus gehe.
Am nächsten Morgen geht der älteste Sohn in die Schule und erzählt locker: „Mama ist im Krankenhaus, sie hat einen
Knoten in der Brust“. „Einen Knoten, wie kommt der denn da rein?“, ist die interessierte Nachfrage eines Klassenkameraden. „Ja, eben so“, die Antwort meines Sohnes.
Als mir dieser Dialog später von der Klassenlehrerin geschildert wird, gewinne ich eher den Eindruck, man spricht über
einen Knoten in einem Wollknäuel, als dass ein Kind hier über die lebensbedrohliche Erkrankung der Mutter spricht. Das
führt bei mir zu der Vermutung, dass mein Sohn verstanden hat, es ist ernst, so dass er in der Schule darüber spricht,
dennoch muss er sich keine Sorgen machen. Neben der ausgesprochenen Botschaft haben die Kinder intuitiv auch die unausgesprochene Botschaft aufgenommen: Ihr könnt euch weiterhin in Sicherheit fühlen.
Nach dem Krankenhausaufenthalt wieder zu Hause müssen wir nun die ganze Wahrheit besprechen. Der Knoten hat
sich als bösartig herausgestellt und bringt somit Konsequenzen mit sich. Die Vermutung ist Gewissheit geworden, ich
muss eine schwere Krankheit verarbeiten, es werden Behandlungen auf mich zukommen wie Chemotherapie und Kuraufenthalte. Dies wird sich in entscheidendem Maße auf das Familienleben auswirken.
Wieder nutzen wir einen ruhigen Moment, um den Kindern nahe zu bringen, dass es sich bei dem „Knoten in Mamas
Brust“ um eine gefährliche Krankheit handelt, die Krebs heißt. Wir erklären den Kindern, dass die Ärztin den Knoten
herausoperiert hat und ich anschließend eine so starke Medizin bekomme, dass mir sogar die Haare ausfallen. Diese Medizin macht mich wieder richtig gesund.
Neben einigen interessierten Nachfragen höre ich von den Kindern Sätze wie: „Es gibt wohl gute Ärzte“ oder „Krebs ist
heilbar, Aids - das ist unheilbar.“ Ich bin überrascht, wie einfach die Kinder die Diagnose aufgenommen haben und mir
wird bewusst, dass das Wort „Krebs“ für unsere Kinder nicht wie für uns von Gedanken an den Tod begleitet wird.
Darüber hinaus wird mir bewusst, dass es uns gelungen zu sein scheint, den Kindern die Wahrheit zu sagen, doch in
einer Art und Weise, die kindgerecht ist und sie nicht belastet. Unsere Befürchtungen und Gedanken an das Sterben,
die sich zwangsläufig eingestellt haben, werden nicht mit den Kindern besprochen, sondern finden auf einer anderen
Ebene ihre Bearbeitung. Die Kinder werden nicht zu unserem Trost oder Halt herangezogen, sondern dürfen ihr Leben
weiter leben wie bisher, mit kleinen und großen Sorgen, mit Freunden und mit Gute-Nacht-Geschichten.
Welche Bedeutung hat nun 4 Jahre danach meine Erkrankung für die Familie?
Welchen Platz hat der unerwünschte Besucher eingenommen?
Die Erkrankung hat einiges verändert:
Ich habe meine Berufstätigkeit unterbrochen, das hat Entspannung in den Familienalltag gebracht.
Die Kinder mussten während meiner Krankenhaus- und Kuraufenthalte mit wechselnden Bezugspersonen klarkommen
Sie haben erlebt, dass ich unter Übelkeit und Haarausfall leide und konnten nur so weit helfen, dass sie kleine
Aufgaben im Haushalt übernommen haben
Sie haben erlebt, dass man miteinander weinen kann
Sie haben die Erfahrung gemacht, dass man über schwierige Dinge sprechen kann und das Leben anschließend weiter geht.
Mr. Krebs ist ein Gast in unserer Familie, er ist weder besonders beliebt, noch besonders unbeliebt, manchmal ist er
einfach ein Thema.
Zum Abschluss meines Artikels möchte ich anderen Frauen Mut machen, Mut zur Aufrichtigkeit im Umgang mit ihren
Kindern. Auch kleinere Kinder können eine schwierige Wahrheit vertragen wenn sie eingebettet ist in eine Atmosphäre von Vertrauen, Geborgenheit, Ritualen und gegenseitigem Respekt.
Angelika Lünenborg, Diplom-Sozialpädagogin
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Autobiographie in fünf Kapiteln (Portia Nelson)
1. Ich gehe die Strasse entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig Ich falle hinein. Ich bin verloren. Ich bin ohne Hoffnung. Es ist nicht meine Schuld. Es dauert endlos, wieder herauszukommen.
2. Ich gehe dieselbe Strasse entlang Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig
Ich tue so, als sähe ich es nicht. Ich falle wieder hinein. Ich kann nicht glauben, schon wieder am gleichen Ort zu sein. Aber es ist nicht meine Schuld.
Immer noch dauert es sehr lange, herauszukommen. 3. Ich gehe dieselbe Strasse entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig. Ich sehe es. Ich falle immer noch hinein....... .......aus Gewohnheit. Meine Augen sind offen. Ich weiß, wo ich bin. Es ist meine eigene Schuld.
Ich komme sofort heraus. 4. Ich gehe dieselbe Strasse entlang. Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich gehe darum her. 5. Ich gehe eine andere Strasse.
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Die Selbsthilfe „Frauen – Leben mit Brustkrebs“
Die Termine für das 2. Halbjahr 2003 waren uns bei Redaktionsschluss nicht bekannt.
Sie sind zu erfahren bei Gritli Dieckmann, Tel. 02501/3207.
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Rubrik: Was es sonst noch gibt
Wasserentspannung
Seit vier Jahren bieten wir „Entspannung und Bewegung im Wasser für Brustkrebsbetroffene“ im Bewegungsbad der Uni
-Frauenklinik unter der bewährten Leitung von Frau Christa Reißmann an. Leider wurde uns von der Verwaltung des
UKM Mitte Juni kurzfristig mitgeteilt, dass die Bewegungsbäder ab 1. August 2003 geschlossen werden, weil „im Zuge
geänderter stationärer Patientenbehandlung der Bedarf an therapeutischen Maßnahmen in Bewegungsbädern kaum
noch vorhanden ist und die Kosten für den Betrieb der Bäder in keinem Verhältnis zu den notwendigen Leistungen
stehen“. Es wurde uns allerdings in Aussicht gestellt, eventuell das Bewegungsbad der Technischen Orthopädie an der
Robert-Bosch-Straße in Münster nutzen zu dürfen. Eine endgültige Entscheidung der Verwaltung des UKM steht noch
aus. Ich hoffe, dass es für uns eine positive Entscheidung geben wird und wir nach den Ferien wieder die Wasserentspannung anbieten können.
Gisela Schneider
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Beschränkung des Vereinszuschusses für die Erstattung von Kursgebühren
In den letzten Jahren hat der Verein in Einzelfällen die Hälfte der Teilnehmergebühren für spezielle Kurse, z.B. das
„Bochumer Gesundheitstraining“ oder „Gymnastik für Frauen nach Brustoperationen“ übernommen. Das möchten wir
auch weiterhin tun, allerdings muss der Vereinszuschuss pro Jahr auf max. 35 EURO beschränkt werden. Dies ist in der
Regel die Höhe des Jahresmitgliedsbeitrags. Auf diese Regelung hat sich der Vorstand in seiner Sitzung am 23.04.2003 geeinigt.
Gisela Schneider
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Stand der Mitgliederzahl im Juni 2003: 137
Ein herzliches Willkommen allen neuen Mitgliedern!
Zuzahlung 2003: Wer ist befreit?
Millionen Menschen sind von Zuzahlungen und Eigenbeteiligungen an den Kosten, die im Krankheitsfall entstehen
können, ganz oder teilweise befreit:
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren müssen in der Regel nichts bezahlen – mit wenigen Ausnahmen:
kieferorthopädische Behandlungen (nach erfolgreicher Therapie gibt’s das Geld zurück), Zahnersatz und Fahrkosten.
Ebenfalls von Zuzahlungen befreit sind Bezieher von Arbeitslosen- und Sozialhilfe, Bafög sowie Heimbewohner, deren
Unterbringung ganz oder teilweise von einem Sozialhilfeträger finanziert wird. Eine Eigenbeteiligung müssen diese
Versicherten allerdings bei Krankenhausaufenthalt und bei kieferorthopädischer Behandlung leisten. Versicherte mit
geringem Einkommen brauchen ebenfalls nichts zuzuzahlen. Maßgebend sind hier die Bruttoeinnahmen aller im Haushalt
lebenden Familienangehörigen. Wer im Jahr 2003 als Alleinstehender ein monatliches Bruttoeinkommen von bis zu 952
,00 € hat, ist befreit. Diese Grenze erhöht sich für den ersten im Haus lebenden Angehörigen auf 1.309,00 € und für
weitere Angehörige jeweils um 238,00 €. Versicherte, die mehr verdienen, müssen im Kalenderjahr höchstens zwei
Prozent ihrer Bruttoeinnahmen für Zuzahlungen zu Medikamenten, Heilmitteln und Fahrkosten ausgeben. Bei den
Fahrkosten gibt es eine Ausnahme: Notwendige Reisekosten für eine medizinische Rehabilitationsmaßnahme, die von der Krankenkasse genehmigt wurde, sind zuzahlungsfrei.
Für chronisch Kranke gilt: Wer mindestens ein Jahr wegen derselben Krankheit in Dauerbehandlung war und
Zuzahlungen von mindestens einem Prozent seiner jährlichen Bruttoeinnahmen leisten musste, wird vom nächsten Jahr
an komplett von der Eigenbeteiligung an Arzneien, Verband- und Heilmitteln sowie Fahrkosten befreit. Die Fortdauer
der Behandlung wegen derselben Krankheit muss der chronisch Kranke seiner Krankenkasse alle zwei Jahre nachweisen.
Es lohnt sich also auch 2003, Quittungen zu sammeln oder ein Belegheft zu führen. Mit Hilfe dieser Nachweise kann die
Krankenkasse am Ende des Jahres zu viel gezahlte Beiträge feststellen und zurückerstatten. Wer bereits im Verlauf des
Jahres die Zuzahlungsgrenze überschreitet, kann sich für den Rest des Jahres von allen weiteren Eigenbeteiligungen für Arznei- und Heilmittel sowie Fahrkosten befreien lassen.
Quelle: Apothekenzeitschrift: Unser Gesundheitsjournal für Sie 2/03
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Internet-Recherchen
Newsletter der Deutschen Krebshilfe Bonn, 28.04.2003
Neuer Video-Ratgeber: Chemotherapie
Bonn (ct) – Die Deutsche Krebshilfe zeigt in ihrer Reihe „Video-Ratgeber“, wie Betroffene mit ihrer Erkrankung umgehen
. Jetzt ist ein neues Video erschienen: „Chemotherapie – Das sollten Sie wissen“. Anschaulich und ausführlich wird
beschrieben, wie eine Chemotherapie wirkt, welche Nebenwirkungen auftreten können und wie sie bekämpft werden.
Das VHS-Video dauert 25 Minuten und kann gegen eine Schutzgebühr von 10 Euro bei der Deutschen Krebshilfe bestellt werden.
Newsletter der Deutschen Krebshilfe Bonn, 10.06.2003
Deutsche Krebshilfe für Krebsregister
Bonn (ek) - Der Sozialminister von Baden-Württemberg, Friedhelm Repnik (CDU), hat Ende Mai angekündigt, das
Krebsregister seines Landes zu schließen. Die Deutsche Krebshilfe warnt vor einer Demontage: „Die Aussagen der Krebs
-Epidemiologie sind wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Krebsbekämpfung und Krebsursachen-forschung“, so
Gerd Nettekoven, Geschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. Während in zahlreichen anderen Ländern Europas
flächendeckende Krebsregister existieren, ist Deutschland in dieser Beziehung immer noch ein Entwicklungsland.
Newsletter - krebs-nrw.de 02. Mai 2003
Neues Ziel zur Brustkrebsdiagnose
Amerikanische Forscher der Universitätsklinik Washington haben ein Protein entdeckt, das wahrscheinlich eine Rolle bei
der Entstehung von Brustkrebs spielt. Es wird sehr früh in der Tumorentstehung gebildet und könnte deshalb eine große Bedeutung als Marker in der Früherkennung von Brustkrebs haben.
Newsletter der Deutschen Krebshilfe 13.06.2003
Nebenwirkungen der Chemotherapie minimieren
Hannover/Hamburg (nh) - Die Heilungschancen vieler Krebsarten konnten in den vergangenen Jahren durch die
Chemotherapie deutlich verbessert werden. Allerdings verhindern starke Nebenwirkungen oftmals die Gabe von
therapeutisch notwendigen Mengen dieser Zytostatika. Besonders das blutbildende System wird durch eine
hochdosierte Chemotherapie in Mitleidenschaft gezogen. Professor Dr. Christopher Baum, Medizinische Hochschule
Hannover, hat jetzt zusammen mit Wissenschaftlern vom Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf ein Verfahren
zum Schutz der Blutzellen optimiert. Die Deutsche Krebshilfe unterstützte das Forschungsprojekt mit über 500.000 Euro.
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Berlin, 08.01.2003 (www.amgen.de) Bei einem Rückfall brauchen auch die Angehörigen von Brustkrebspatientinnen Unterstützung!
(NAM) Ein Rückfall stellt für Brustkrebspatientinnen eine enorme Belastungssituation dar, die sich auch auf Angehörige
negativ auswirkt. Dabei kann es zu gegenseitigen Verstärkungsmechanismen kommen, die den Umgang zwischen den
Familienmitgliedern beziehungsweise Lebenspartnern zusätzlich erschweren. Zu diesem Schluss kommen amerikanische
Wissenschaftler nach Auswertung der Daten von 189 Brustkrebspatientinnen und deren nächster Bezugsperson.
Mittels spezieller Fragebögen und einem anerkannten Modell zur Stressbewältigung konnten die Mediziner verschiedene
Faktoren identifizieren, die sich auf die Lebensqualität der Patientinnen und ihrer Angehörigen auswirken. So spielen die
Persönlichkeit der erkrankten Frau, ihre soziale und familiäre Situation sowie die eigenen Erfahrungen im Umgang mit
der Krankheit eine erhebliche Rolle bei der Beurteilung der momentanen Lebensqualität. Einen großen Einfluss hatte
weiterhin die Zufriedenheit mit der ärztlichen Behandlung. Insgesamt stellten die Forscher fest, dass
Brustkrebspatientinnen in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung ihr körperliches und seelisches Befinden
deutlich schlechter einschätzen als andere Patientengruppen. Außerdem empfinden diese Frauen mehr Schmerzen,
Ängste und Stress. Dadurch werden auch die betreuenden Angehörigen in Mitleidenschaft gezogen. So waren diese in wesentlich schlechterer psychischer Verfassung als die Normalbevölkerung.
Bei der schwierigen Aufgabe, schwerstkranke Menschen zu betreuen, erhalten die Bezugspersonen ihrerseits jedoch
kaum Unterstützung. So stellen sich bei ihnen nicht selten Erschöpfungszustände ein. In der vorliegenden Studie
wurde dies unter anderem daran deutlich, dass Angehörige sich unzufriedener über das medizinische Personal äußerten
und allgemein verzweifelter waren als die Patientinnen selbst. Die Autoren empfehlen daher, nicht nur die Patientin,
sondern auch ihre häuslichen Pflegepersonen in professionelle Hilfsangebote und therapeutische Programme einzubeziehen, um eine wechselseitige negative Beeinflussung zu verhindern.
(Quelle: Journal of Clinical Oncology – 2002; 20: 4050-4064 Meldung der Nachrichten Agentur Medizin, Berlin)
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Lohnt sich das, fragt der Kopf. Nein, sagt das Herz, aber es tut gut.
Literaturtipps
Aktueller Literaturtipp zum Artikel:
„Bei einem Rückfall brauchen auch die Angehörigen von Brustkrebspatientinnen Unterstützung
Im 11. Info-Brief haben wir bereits ein Buch zu diesem Thema vorgestellt. (Brendan Halpin – Schönes Le-ben noch).
Dieses Buch zeigt aus der Sicht des Partners den Umgang mit der Erkrankung. Das jetzt vorgestellte Buch ist ein Ratgeber für Betroffene, Angehörige und für professio-nelle Helfer.
Wolfgang Hagemann Nach der Krebsdiagnose Systemische Hilfen für Betroffene, ihre Angehörigen und Helfer
erschienen im Vadenhoeck & Ruprecht Verlag. 2003. 160 Seiten. EURO 14,90.
Die Diagnose Krebs ist ein Damoklesschwert, das nicht nur über der erkrankten Frau, Mutter, Freundin, Lebensgefährtin
selbst schwebt. Die Erkrankung betrifft das gesamte soziale Umfeld. Die Lebenssituation aller verändert sich
dramatisch. Gerade hier ist auch die Unterstützung derer, die begleiten von Nöten. Wolfgang Hagemann legt ein Buch
vor, das sich intensiv mit diesem Themenkreis beschäftigt. Er geht auf die Veränderungen, die zurückgestellten
Bedürfnisse von Angehörigen, Freunden und insbesondere auch die der Kinder krebskranker Mütter und Väter ein. Es
steht außer Frage, dass dieses Buch zu neuem Verständnis und Miteinander anregen kann. Weitere Hinweise finden Sie
in unserer aktuellen Literaturliste, die Sie gegen Rückporto in unserem Büro anfordern können.
Birgit Dépel
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JEDE NEUNTE Gudrun Kemper & Ulla Ohlms (Hg.)
Frauen berichten von ihren Erfahrungen mit Brustkrebs... (Erscheint im September)
In Deutschland erkrankt durchschnittlich jede neunte Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Weltweit sind es
jährlich über eine Million, unter ihnen Prominente wie Anastacia, Regine Hildebrandt, Koo Stark, Constanze Engelbrecht,
Tamara Danz oder Linda McCartney. Dennoch sind die Realität der Krankheit und ihre Folgen weiterhin zu wenig bewusst. Auch die vergleichsweise mangelhafte Beratung und medizinische Versorgung deutscher
Brustkrebspatientinnen ist kaum bekannt. Wie kann es sein, dass beispielsweise in den USA 14 Prozent mehr Erkrankte ihren Brustkrebs überleben?
Besonders für jüngere Krebspatientinnen ist das Internet als Informationsressource und Austauschplattform existentiell
geworden. Die 30 Autorinnen des Buches sind sich über Brustkrebs-Netzwerke begegnet und ziehen in ihren Texten
Bilanz. Sie berichten dokumentarisch und sehr persönlich über Chemotherapie, Strahlentherapie, Amputation,
Prothesen, Rekonstruktionschirurgie, Komplementärmedizin und alles, was das Überleben mit Brustkrebs, aber auch das
Sterben daran ausmacht. Nicht zuletzt schreiben sie darüber, was sie anders gemacht hätten, wenn sie sich zu Beginn ihrer Krankheit besser hätten informieren können.
Ein Buch nicht nur für Betroffene, Familienangehörige und BehandlerInnen.
Kernsatz: Eine Dokumentation zum Über-Leben mit Brustkrebs
Gudrun Kemper ist eine der Initiatorinnen dieses Buches. Sie arbeitet als Bibliothekarin in Berlin und ist bei mamazone –
Frauen und Forschung gegen Brustkrebs und PINK (Patientinnen-Initiativen Nationale Koalition Brustkrebs) als Patientin für Patientinnen engagiert.
Ulla Ohlms ist Gruppenleiterin in einem Düsseldorfer Ministerium. Sie baute in Düsseldorf das Zentrum für
Brustkrebsangelegenheiten (zebra) mit auf, engagiert sich bei EUROPA DONNA, mamazone, PINK und Patients Tumorbank of Hope (PATH), der ersten patienteneigenen Tumorbank.
ISBN 3-936937-07-9 Erscheint im September
16,5 x 21,5 cm mit Fotos €D 15,50
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Manchmal ist „Lassen“ besser als „Tun“.
Wer ein Herz für die Schönheit hat, findet bald Sicherheit überall Gustav Feytag
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I n m e m o r y
Für Andrea Otys *6. Februar 1968 †26. Mai 2003
Mut und Gnade heißt ein weltweit viel gelesenes Buch über Brustkrebs. Und Mut
hatte Andrea ohne Ende, das war eine ihrer auffälligsten Eigenschaften. Zieh den Mut an, wie ein neues Kleid - sie konnte das. Ich habe mir einen Olivenbaum versprochen-
ähnliche kleine Träume hat Andrea sich auch umgesetzt. Viele weite Reisen, etwas sehen von dieser Welt, eine wunderbare Wohnung, ihren Balkon. Das Studium hat sie wieder aufgenommen, Referate
geschrieben, zur Expertin geworden. Einschnitt heißt ein anderes Buch.
Dieser Einschnitt
traf sie mit 25 – so unvorbereitet wie die Ärztin, die es nicht wahr haben wollte und Zeit, vielleicht entscheidende Zeit verging. Muscheln und Steine
fand sie auf dem Weg der Erkrankung und des Lebens. Andrea hat sich auf die Muscheln konzentriert und die Steine links liegen gelassen.
Und tanze durch die Tränen ... ich sah sie immer nur tanzen. Die Tränen hat sie mit sich allein ausgemacht.
Jeden Tag leben will ich - das war ihre Maxime und je weiter die Erkrankung fortschritt, desto intensiver setzte
Andrea sie um. Zwei Schritte vor und einer zurück. Diesen Weg ging sie ohne zu klagen. Nie habe ich sie sagen hören Warum ich? Trotz alledem und dennoch leben.
Dieses eine Leben. Sie hat es akzeptiert, gelebt, das beste draus gemacht. Ein Leben ist nicht genug,
sicher hat sie das oft gedacht – oder auch Leben wär’ eine prima Alternative.
Sie hat sie nicht bekommen, die Alternative, was mich so traurig macht, und wär’ es für ein Jahr gewesen oder auch zwei oder drei. Geliehene Zeit –
kostbare Zeit, Zeit unser kostbarstes Gut. Als ich sie einmal auf ihr wunderbares rotes Auto ansprach, sagte sie: Krebspatienten brauchen schnelle Autos, sie haben wenig Zeit. Verflucht, ich will leben
so heißt das Buch einer Amerikanerin.
Dieser intensive Wunsch zu leben hat Andrea ihre schweren Wege durch die Therapien gehen lassen, als wenn das
leicht wär’, Hauptsache leben.
Andrea hat nie vergessen, was auf dem Spiel steht: Auf Leben und Tod. Auf schmalem Grat hat sie immer auf das
Leben gesetzt. Sie hat Überlebenstechniken entwickelt, von heute bis morgen und immer weiter in Wilde Wasser. Sie hat einen Beitrag für unser Buch Jede neunte... geschrieben.
Am Leben und wach ... Noch einmal lieben ... alles gepackt in ihr viel zu kurzes Leben. Es wird mir fehlen, das Leben ...
das mag sie gedacht haben.
Vielleicht In ein anderes Universum Uns nur voraus gegangen Begegnen wir uns Irgendwann
Wieder ...
Noch einmal Deine Stimme hören – noch einmal dein Lachen sehen, deinen Humor spüren, deinen Mut fühlen. Sie
wird mir so sehr fehlen.
Gudrun Kemper
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Schlägt dir die Hoffnung fehl, nie fehle dir das Hoffen. Ein Tor ist zugetan, doch tausend sind noch offen.
F. Rückert
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Kleiner Pressespiegel
Wie Metastasen entstehen
So wächst eine Zelle zum Tumor.
Krebszellen wachsen (wie andere Zellen auch) durch Teilung. Es entstehen erst zwei, dann vier und dann acht
Krebszellen. Je größer der Zellverbund, desto schneller ist das Wachstum. Erst nach ungefähr 30 Verdoppelungen wird
der Tumor im Röntgenbild sichtbar. das kann Monate oder Jahre dauern. Zu diesem Zeitpunkt besteht der Tumor bereits aus etwa einer Milliarde Zellen
Wie Metastasen entstehen Krebszellen teilen sich zunächst im Zellverband (Bild 1). Eine besonders potente Zelle löst sich aus dem Verband (Bild
2), dringt mit Hilfe Eiweißauflösender Stoffe in Gefäßsysteme ein (Bild 3) und treibt durch den Körper. An geeigneter Stelle heftet sich die Zelle an der Gefäßwand an und zwängt sich erneut wieder hindurch (Bild 4). Die Zelle heftet sich
nun im Gewebe an wird durch Vermehrung der Krebszellen zu einer Metastase (Tochtergeschwulst) (Bild 5). Mediocom 23. Ausgabe, Dezember 2002
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Riskante Heilmethoden – Experte warnt vor Ayurveda und chinesischer Medizin
Alternative Heilverfahren erleben in Deutschland einen Boom. Rund 83 Prozent der Bevölkerung befürworten die
Ergänzung der Schulmedizin mit alternativen Verfahren, sagt Prof. Norbert Stöhr, Direktor für Neurophysiologie am
Klinikum Augsburg. Er warnt vor riskanten fernöstlichen Heilmethoden etwa der chinesischen Medizin oder der Ayurveda.
„In über zehn Prozent der aus China importierten Medikamente sind Schwermetalle wie Arsen, Quecksilber und Blei
gefunden worden“, erläutert Stöhr. Ayurveda nutze Quecksilber als Heilmittel.
Zu den seriösen Heilmethoden gehören nach seinen Angaben Heilkräuter, Akupunktur, Physiotherapie und Chiro-Praxis.
Fußreflex-, Bachblüten- oder Aroma-Therapie seien harmlos, aber auch unwirksam.
aus: WN, 27.05.2003
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Hoffnung für Brustkrebs-Patientinnen
Ursprünglich war Bisphosphonat ein Medikament gegen Osteoporose (Knochenschwund): Doch wie eine neue Studie
bestätigt, kann es auch Brustkrebspatientinnen helfen. Denn durch seine Knochen stärkende Wirkung hemmt es die
Ansiedlung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) in den Knochen, berichten Mediziner aus Tübingen und Heidelberg.
aus: Frau im Spiegel, Nr. 8/2003
Diagnose von Brustkrebs – MRT am besten
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