MUT e.V.  Münster
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 Bearbeitung:
 Martin Schneider

Info-Brief 26

 

Liebe Leserin, lieber Leser!

Nachstehend finden Sie den Info-Brief 26 von MUT e. V. April 2008.

Der Brief wurde in einer besonderen Text-Datei zusammengefasst, das Layout dieser Datei entspricht natürlich nicht dem Layout des Originals. Es fehlen die Bilder und Grafiken. Den Text haben wir hier als Fliesstext erfasst - keine Spalten, wie im Original. Das Original können Sie sich als PDF-Datei anschauen.

Der Info-Brief 26 als PDF-Datei.

 

26. InfoBrief                                                 April 2008
MUT e.V. Frauen und Männer im Kampf gegen Brustkrebs
M ü n s t e r

TitelBerlin1

20.10.2000 MUT e.V. in Berlin

Das Thema dieser Ausgabe:

Es waren zehn MUTige Jahre …

Von den Jahreszeiten des Lebens

Wenn dir der Frühling
in hellen Gärten
und zugleich am Wegesrand
mit all seinen bunten Blumen
verheißungsvoll entgegenlacht,
dann lass zugleich dein Herz
von den ersten Sonnenstrahlen erwärmen.

Auch in dir will nach und nach
die Saat vergangener Zeiten
endlich aufgehen,
um sich allmählich zu entfalten
und schon bald
zum Blühen zu kommen. 

ChristaSpilling-Nöker

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Inhaltsverzeichnis

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Ich wünsche dir Zeit

Ich wünsche dir nicht alle möglichen Gaben.
Ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben:
Ich wünsche dir Zeit, dich zu freun und zu lachen,
und wenn du sie nützt, kannst du etwas draus machen.

Ich wünsche dir Zeit für dein Tun und dein Denken,
nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken.
Ich wünsche dir Zeit – nicht zum Hasten und Rennen,
sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.

Ich wünsche dir Zeit – nicht nur so zum Vertreiben.
Ich wünsche, sie möge dir übrig bleiben
als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertraun,
anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schaun.

Ich wünsche dir Zeit, nach den Sternen zu greifen,
und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen.
Ich wünsche dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben.
Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.

Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden,
jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.
Ich wünsche dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.
Ich wünsche dir: Zeit zu haben zum Leben!

Elli Michler

     Aus: Elli Michler, Dir zugedacht, Wunschgedichte,
© Don Bosco Verlag, München, 19.Aufl. 2004   
 
www.ellimichler.de

 

Grußwort

Liebe Vereinsmitglieder,
liebe Leserinnen und Leser,

mit der Ausgabe dieses Info-Briefes möchten sich alle Beteiligten und aktiven Mitglieder unseres Vereins von Ihnen verabschieden. Auf der letzten Mitgliederversammlung unseres Vereins am 24. Januar 2008 war es leider nicht möglich, einen neuen Vorstand für MUT e.V. zu wählen. Der alte Vorstand ist geschlossen nicht mehr zur Wiederwahl angetreten. Andere Mitglieder konnten nicht überzeugt werden, sich für das Anliegen und die Ziele des Vereins weiter einzusetzen. Das bedeutet, dass der alte Vorstand noch geschäftsführend im Amt bleibt, bis auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 08. Mai 2008 die Auflösung des Vereins beschlossen wird.

Das ist aus meiner Sicht sehr bedauerlich. Aber wir müssen die Entscheidung einzelner Personen akzeptieren und respektieren. Vorstandsarbeit ist mit viel Einsatz, Zeitaufwand, Kompetenz und Motivation verbunden. Die Frauen, die sich in den letzten Jahren als Vorstand ehrenamtlich eingebracht haben, haben gezeigt, was alles möglich ist und wie viel erreicht werden kann. Alle hatten private Verpflichtungen. Daneben waren die oft sehr umfangreichen Arbeiten für MUT e.V. zu bewältigen. Vielleicht ist es auch ganz einfach so, dass wir unsere Ziele erreicht haben. Brustzentren, Referenzzentren für Mammografie, Screening-Einheiten, eine bessere psychoonkologische Betreuung in den Krankenhäusern und Patientinnentage zur Information bieten heute ein breites Spektrum für betroffene Frauen. Die Kooperationen der verschiedenen Krankenhäuser miteinander und die damit verbundene Öffentlichkeitsarbeit waren wichtige Schritte auf dem Weg, die Krankheit aus der Tabuzone zu holen. Auch wir von MUT e.V. haben in dieser Hinsicht einen wichtigen Beitrag geleistet. Durch unsere eigene Vortragsreihe haben wir in den letzten 10 Jahren vielen betroffenen Frauen die Gelegenheit gegeben, in einem angenehmen und geschützten Rahmen sich über die Erkrankung zu informieren, Fragen zu stellen und auch Antworten zu bekommen. An dieser Stelle ein ganz besonderes Dankeschön an alle Referentinnen und Referenten, die sich für uns ehrenamtlich eingesetzt und diese Vortragsreihe möglich gemacht haben.

In diesem Info-Brief wollen wir die letzten 10 Vereinsjahre Revue passieren lassen. Es ist kein Blick zurück im Zorn. Wir sind stolz darauf, dass wir mit unserem Engagement dazu beigetragen haben, die Situation für betroffene Frauen zu verändern und zu verbessern. Unser MUTiger Rückblick soll noch einmal die verschiedenen vielfältigen Aktionen in Erinnerung bringen, die uns viel bedeutet haben. Es war eine bewegte Zeit.

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich im Namen des gesamten Vorstandes für die Zukunft alles Gute. Ein herzliches Dankeschön an alle Personen, die uns in besonderer Art und Weise in den letzten 10 Jahren unterstützt und begleitet haben.

Mit ganz herzlichen Grüßen
Gisela Schneider
1. Vorsitzende

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Aktuelle Termine und Veranstaltungen

Nur noch bis Ende April 2008 wird es die Telefonberatung geben.

Wir sagen ein herzliches Dankeschön an
Gilla Eggemann
Gabi Märtin
Dietlinde Thyssen
Ingeborg Oliver
Annette Göpfert
Antonia Waning
für die vielen guten Beratungsgespräche, die den betroffenen Frauen
und auch ihren Angehörigen geholfen haben. Sie haben den Frauen viel
Mut und auch Hilfe anbieten können!

Service der Krebsgesellschaft NRW
Erstberatung am Telefon
Zusätzliches Beratungsangebot für Krebserkrankte und Angehörige

Eine Krebserkrankung konfrontiert Betroffene und Angehörige mit vielen Fragen und fundamentalen Umbrüchen. Entsprechend groß ist das Bedürfnis nach Orientierung und qualifizierter Beratung. Gerade zu Beginn der Erkrankung wissen die Betroffenen häufig nicht, an wen sie sich wenden können und welche Angebote es für sie vor Ort gibt. Die Krebsgesellschaft NRW ist seit vielen Jahren überregionale Ansprechpartnerin für solche Fragen. Zur Verbesserung ihres Angebotes an psychosozialer Erstberatung hat die Krebsgesellschaft NRW nun eine zusätzliche Telefonberatung eingerichtet. Ratsuchende werden von einer qualifizierten Fachkraft in ihrer akuten Situation aufgefangen, erhalten Informationen zur jeweiligen Erkrankung und Hinweise für weitere Unterstützungsmöglichkeiten. Auch schriftliche Fragen per Post, Fax oder Email werden fachkundig beantwortet.

Das Beratungstelefon ist montags von 9.00 - 13.30 Uhr und donnerstags von 13.30 - 17.00 Uhr erreichbar unter der Telefonnummer:
02 11-15 76 09 97
Email:
beratung@krebsgesellschaft-nrw.de
Fax: 02 11-15 76 09 99

Aus: „Perspektiven 2007“, Das Jahresjournal der Krebsgesellschaft NRW

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H  O T  L  I N  E  S

Hotlines des Brustzentrums Münster

Universität Münster:
Brustzentrum Münster: 0251 / 83-48 278
Stationäre Aufnahme: 0251 / 83-46 000
Onkologische Ambulanz: 0251 / 83-45 170

St. Franziskus-Hospital Münster: 0251 / 935 3974

Hotlines des Brustzentrums Münsterland

Clemenshospital Münster: 0251 / 976 5555

Hotline des Herz-Jesu-Krankenhauses in Münster-Hiltrup
02501 / 172 461

Hotline Mammographie-Screening und Prävention ab 01. Juli 2005
Neue Hotline des Deutschen Krebsforschungszentrums
informiert aktuell und individuell
Montag bis Freitag: 8 bis 20 Uhr unter 06221 / 43 41 42

Hotline Zentrale Stelle Mammographie-Screening
0251 / 929 5000
Montag – Donnerstag 07:30 Uhr bis 17:00 Uhr
Freitag 07:30 Uhr bis 14:00 Uhr

HotlineBildgebung Referenzzentrum Mammographie Münster
0251 / 83-45 650

Die Krebsberatungsstelle Münster hat eine neue Telefonnummer:
Krebsberatung des Tumor-Netzwerk im Münsterland e.V.
Gasselstiege 13   48159 Münster
Neue Telefon-Nummer: 0251 / 625 620-10
Fax: 0251 / 625 620-19

Die Büros von Frau Bruns und Frau Wald (Sekretariat) befinden sich in der ersten Etage/Empore in den Räumen 101 und 103.

Frau Wachtel und Frau Holt-Greiwe sind weiterhin in der zweiten Etage erreichbar (Raum 203 und 204).

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Frauen – Leben mit Brustkrebs“ -Selbsthilfe-

Eine Selbsthilfegruppe in Münster stellt sich vor :

    Wir wollen

  • miteinander reden      mit einander diskutieren
  • uns informieren          gemeinsam Spaß haben
  • einander helfen           uns Mut machen
  • ja sagen zum Leben    öffentlich werden

Treffpunkt: Volkshochschule Münster, Aegidiistraße 3, Raum 107 von 15.00 – 17.00 Uhr

Termine für das Jahr 2008:
07. Mai 2008 - 04. Juni 2008 - 02. Juli 2008 - 06. August 2008
03. September 2008 - 01. Oktober 2008 - 05. November 2008 - 03. Dezember 2008
Kontaktaufnahme: Anita Breitenstein, Telefon: 0 25 06 – 13 03

Die kürzeste Verbindung zwischen
zwei Menschen ist ein Lächeln.
(Unbekannt)

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Rückblick

Es waren zehn MUTige Jahre….
Ein Rückblick von Gisela Schneider

Der Verein MUT – Frauen und Männer im Kampf gegen Brustkrebs e.V. wurde am 30.April 1998 in der Stadthalle in Münster-Hiltrup gegründet. Ursprünglich trug der Verein den Namen „WIR ALLE“ – Frauen gegen Brustkrebs e.V. Dieser Verein war in Köln bereits etabliert. Es hatte sich aber sehr schnell herausgestellt, dass es sinnvoller war, hier in Münster den Verein unter einem anderen Namen bekannt zu machen, um nicht nur als Ableger zu gelten. So wurde der Verein einige Monate später in MUT – Frauen und Männer im Kampf gegen Brustkrebs e.V. umbenannt. Es waren 11 Mitglieder, die den Verein gegründet und aus der Taufe gehoben haben. Die Gründungsmitglieder waren Gritli Dieckmann, Ute Wülfing, Dr. Mechthild Kuhlmann, Prof. Dr. Ralph J. Lellé, Gudrun Lellé, Mechthild Bedenbecker-Busch, MdB Wolf-Michael Catenhusen, Dr. Elisabeth Elstner, Petra Jebali, Doris Riesenbeck und Barbara Richter. Die 1. öffentliche Veranstaltung des Vereins wurde am 24. Mai 1998 in der Stadthalle Münster-Hiltrup von 11 – 13 Uhr unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeisterin Marion Tüns durchgeführt.

Ute Wülfing, Gritli Dieckmann und Dr. Mechthild Kuhlmann bildeten den ersten Vorstand des Vereins. Im Mai und September 1998 wurden bereits zwei Vorträge von MUT in der Stadthalle Hiltrup durchgeführt. Im Oktober 1998 konnte erstmals die Wasserentspannung für betroffene Frauen angeboten werden, die bis Ende März 2008 durchgeführt wurde.

1999 wurden bereits 11 Vorträge gehalten. Bis Ende 2007 haben wir insgesamt 70 Vorträge angeboten, die von MUT e.V. organisiert und veranstaltet worden sind. Das ist eine stolze Bilanz, denn die gesamte Bandbreite des Themenbereichs Brustkrebs wurde dadurch abgedeckt. Die Vorträge waren in der Regel gut besucht. Nur im letzten Jahr wurde deutlich, dass das Thema nicht mehr brandneu ist und in erster Linie nur neu erkrankte Frauen interessiert. Das hatte sicher aber auch damit zu tun, dass durch die Einrichtung der Brustzentren in Münster jährlich Patientinnentage zur Information angeboten und durchgeführt wurden. So wurde der Informationsstau abgebaut.

Ich bin im Mai 1999 Mitglied des Vereins geworden und wurde am 20. Oktober 1999 - nach dem Rücktritt des damaligen Vorstandes - in den neuen Vorstand gewählt. Jetzt waren fünf Vorstandsfrauen für den Verein aktiv: Mechthild Bedenbecker-Busch, Brigitte Rühland, Birgit Booß, Elisabeth Hoffmann und Gisela Schneider. Ute Wülfing war noch bis Oktober 2000 hauptamtlich in unserem Büro beschäftigt. Wir haben gemeinsam vieles auf den Weg gebracht. Besonders gerne erinnere ich mich an den Oktober 2000. Es fand die erste Demonstration in Berlin statt. Was war das für ein besonderes Erlebnis! Über 800 Frauen aus dem gesamten Bundesgebiet waren mit Bussen nach Berlin gefahren, trafen sich dort, beteiligten sich an der Demo und gingen durch das Brandenburger Tor bis zum August-Bebel -Platz, wo die Abschlussveranstaltung stattfand. Alle beteiligten Frauen trugen pinkfarbene Schals und hatten sich Buttons angesteckt! Ich habe diesen Schal immer noch. Außerdem wurden wir von einer weiblichen Trommlergruppe begleitet. Viele Zuschauer und Passanten schlossen sich spontan dem Protestzug an. Wir trugen entsprechende Plakate und Transparente mit unseren Forderungen: „Wir wollen (Über)Leben!“, „Mehr Informationen!“, „Mehr Forschungsgelder!“ usw. Zwischendurch blieb noch ein wenig Zeit für eine kleine Radtour durch Babelsberg.

Zuhause angekommen, hatten alle 48 Demonstrantinnen aus Münster ein gutes Gefühl. Wir hatten etwas auf den Weg gebracht und die Koalition Brustkrebs wurde ins Leben gerufen! Im Jahre 2001 wurde die Demonstration noch einmal wiederholt. Leider hat sich einige Jahre später die Koalition Brustkrebs wieder aufgelöst. Die inhaltlichen Unterschiede der einzelnen Gruppen und Vereine in der Zielsetzung waren nicht auf einen Nenner zu bringen. Auch zwischenmenschliche Probleme tauchten auf.

Aber auch in Münster wurde viel bewerkstelligt. Im Juli 2000 fand bereits unter der Leitung von Christoph Hambrügge der 1. Krebsinformationstag im Kongresssaal der Halle Münsterland statt. Alle Krankenhäuser und die Universitätsfrauenklinik beteiligten sich mit Vorträgen, die parallel an diesem Wochenende stattfanden. Wir von MUT haben mit unserem 1. Info-Stand oben auf der Empore gestanden. Es war der erste Info-Stand, den wir spontan und ohne große Hilfsmittel gemacht haben. Es sollten noch viele folgen…. Für mich war es die ganzen Jahre über sehr wichtig, dass wir an unseren Ständen so viele Kontakte knüpfen konnten und ein offenes Ohr für die Fragen der betroffenen Frauen hatten. Die Standbetreuung habe ich sehr gerne gemacht. Ich wurde dabei immer von den engagierten MUT-Frauen unterstützt.

Ein besonderes Highlight im Jahre 2000 war unsere Patientinnenbefragung mit 200 Frauen, die für uns einen großen Stellenwert hatte. Der Rücklauf von 100 Antwortbögen war gut. Mein Mann Martin Schneider hat dann die mühsame Arbeit der Auswertung übernommen. Mit dem Ergebnis waren wir sehr gut zufrieden. Anlässlich eines Patientinnentages beim Brustzentrum Ibbenbüren durften wir einige Ergebnisse vorstellen.

Am 22. November 2001 standen wieder Vorstandswahlen an. In den Vorstand wurden Gisela Schneider, Birgit Dépel, Elisabeth Hoffmann, Antonia Waning und Helga Arnold gewählt. Ich war jetzt 1. Vorsitzende, Birgit Dépel und Elisabeth Hoffmann Stellvertreterinnen.

Die kommenden zwei Jahre waren durch viel Arbeit geprägt. Antonia Waning und ich wurden Mitglied im Arbeitskreis Brustkrebs der Gesundheitskonferenz der Stadt Münster, der nach zwei Jahren von der Krebsberatungsstelle bis heute weiter geführt wurde. Außerdem war ich Mitglied der „Nürnberger Brustkrebsgespräche“. Insgesamt habe ich zwölf Mal an diesen Treffen teilgenommen. Außer der Durchführung unserer eigenen Vorträge haben wir viele Patientinnenkongresse und Informationsveranstaltungen besucht. So hatten wir mehrmals Info-Stände in Düsseldorf, Bad Hamm, in Ibbenbüren, in Warendorf/Freckenhorst und natürlich in Münster. Die Universitätsfrauenklinik in Münster veranstaltete 2001 den 1. Informationstag für Betroffene in der Aula des Schlosses in Münster. Mitveranstalter war auch das Westdeutsche Brustcentrum aus Düsseldorf. Über 300 Personen haben an dieser Veranstaltung teilgenommen. Wir waren von MUT natürlich auch mit dabei. Es war wieder eine „Aufbruchstimmung“ zu spüren. Insgesamt schlossen sich in den nächsten Jahren noch weitere fünf Patientinnentage der Universität an.

Auch das Brustzentrum Münsterland war sehr aktiv. Sie veranstalteten ebenfalls in jährlichen Abständen Patientinnen-Informationstage.

Es wurde auch der MUT-Stammtisch aus der Taufe gehoben. Fast drei Jahre haben wir uns einmal monatlich in einer Gastwirtschaft getroffen. Danach flaute das Interesse ein wenig ab.

Die Telefonberatung durch betroffene Frauen im Vereinsbüro war ein sehr wichtiges Instrument, erkrankten Anruferinnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Hier wurden sehr wertvolle Hinweise gegeben und gute Gespräche geführt. Im Laufe der Zeit haben die Beraterinnen gewechselt, aber das Angebot der Telefonberatung konnte die 10 Jahre konstant beibehalten werden. Viel Lob und Anerkennung für den unermüdlichen Einsatz haben Antonia Waning, Gilla Eggemann, Gabi Märtin, Adelheid Weller, Dietlinde Thyssen, Ingeborg Oliver und Annette Göpfert verdient.

Am 28. Januar 2004 fanden erneut Vorstandswahlen statt. Zum neuen Vorstand wurden Gisela Schneider, Birgit Dépel, Antonia Waning, Helga Arnold und Marianne Röhr gewählt. Ich wurde 1. Vorsitzende, Birgit Dépel und Antonia Waning wurden Stellvertreterinnen.

In dieser Periode bot der Verein einen Literaturkreis unter der Betreuung von Birgit Dépel an . Auch das Bochumer Gesundheitstraining nach Simonton wurde unter der Leitung von Angelika Lünenborg einmal durchgeführt.

Im Laufe der Jahre haben wir von MUT auch nette und unterhaltende Nachmittage für unsere Vereinsfrauen veranstaltet. Ich denke gerne an unsere Ausflüge zu den Landesgartenschauen nach Oelde und Gronau/Losser, an den Barfußgang in Tilbeck, an die Wanderung über den Hexenpfad in Tecklenburg und nach Kloster Paradiese in Soest zurück. Auch an die verregnete Fahrradtour nach Senden zum Kaffeetrinken erinnere ich mich gut. Der Kaffee hat dann nach der Wasserschlacht umso besser geschmeckt. Wie lustig und entspannend war auch der Grillabend bei Gilla und Alfons Eggemann in Albachten. Wir haben doch viel Spaß gehabt! Auch das gemeinsame Frühstück des Vorstandes mit den Telefonberatungsfrauen in der Weihnachtszeit war immer schön. Die Weihnachtsfeiern mit den Märchenerzählerinnen waren unterhaltsam und besinnlich. Auch die MUT-Info-Nachmittage mit bestimmten gewünschten Themen haben viel zum Verständnis untereinander beigetragen und waren immer informativ.

Und wieder fanden Vorstandswahlen statt. Am 02. Februar 2006 wurden Gisela Schneider, Brigitte Nolte, Antonia Waning, Annette Schwicking und Annette Mackel in den Vorstand gewählt. Ich war wieder 1. Vorsitzende, Brigitte Nolte und Antonia Waning wurden Stellvertreterinnen.

Es begann wieder eine anstrengende Zeit mit Vorstandssitzungen, Mitgliederversammlungen , Vorträgen, Informationsveranstaltungen und dem Schreiben unserer Info-Briefe. Insgesamt haben wir in den 10 Jahren mit der heutigen Ausgabe 26 Briefe geschrieben. Wir haben diese Briefe mit viel Begeisterung, Umsicht und Zeitaufwand gestaltet. Es war nicht immer leicht, die richtigen Themen oder die richtigen Sprüche und Bilder zu wählen. An dieser Stelle herzlichen Dank an das Redaktionsteam Elisabeth Hoffmann, Uschi Decker-Bönniger, Antonia Waning, Brigitte Nolte, Gaby Gruber-Schwartenbeck und Annette Schwicking. Auch an alle andere Personen, die Artikel für unsere Briefe geschrieben haben, herzlichen Dank. Ich persönlich habe an 22 Info-Briefen mitgewirkt.

Mein Mann Martin Schneider hat für 20 Briefe das Layout erstellt. Außerdem hat mein Mann seit meiner Wahl in den Vorstand im Jahre 2001 die gesamten Internetseiten für MUT erstellt und bearbeitet. Das war enorm viel Arbeit. Dafür waren viele Stunden vor dem Computer erforderlich. Für diese Unterstützung bedanke ich mich ganz besonders bei meinem Mann.

Die MUT-Frauen waren auch sehr kreativ. So hat der Verein die Gelegenheit zur Durchführung von fünf Malkursen unter der Leitung von Katharina Jakubith gegeben. In dieser Zeit entstanden sehr schöne Bilder, die wir in der Bilderausstellung „MUTige Maler“ im Sommer 2006 im Gesundheitshaus in Münster präsentieren durften.

DieSupervisorin Adelheid Weller hat für den Verein mehreEnneagramm-Einführungsseminare und ein Aufbauseminar angeboten. Auch dieses Angebot haben einige Mitgliedsfrauen gerne angenommen und geschätzt.

Viermal haben wir bei der bundesweiten Aktion Lucia im Oktober mitgemacht. Wir durften vor dem Rathaus und vor den Münster-Arkaden unseren Info-Stand aufbauen. Viele Passanten waren interessiert, sind stehen geblieben und haben sich nach dem Sinn erkundigt. Es waren immer anstrengende und interessante Aktivitäten am Stand, mit vielen persönlichen Kontakten. Auch an den Stand vor dem Bankhaus Lampe denke ich gerne zurück. Wir haben allen interessierten Personen eine gelbe Rose mit unserer MUT-Adresse geschenkt.

All diese Aktivitäten sind nur möglich gewesen, weil sich in den vergangenen 10 Jahren engagierte MUT-Frauen für den Verein eingesetzt haben. Das waren zwangsläufig ganz besonders die Vorstandsfrauen und die Telefonberatungsfrauen. Ihnen möchte ich meinen besonderen Dank für die Unterstützung aussprechen. Aber auch andere Personen und Mitglieder haben sich für den Verein eingebracht und ihn unterstützt. Alle kann ich leider hier nicht aufzählen. Wir haben gemeinsam im Interesse der betroffenen Frauen viel bewegt. Sie haben alle ihren Teil zum Erfolg von MUT beigetragen. MUT war zukunftsorientiert. Das Bereitstellen von Informationen zur Früherkennung, Diagnostik und Therapie von Brustkrebs waren Hauptanliegen.

Bei aller Euphorie über das Erreichte, will ich aber nicht vergessen, dass wir in den letzten 10 Jahren liebe Frauen durch den Tod verloren haben. Sie hatten keine Chance, die Krankheit zu überleben. Wir haben doch zu viele Frauen auf den letzten Weg begleiten müssen. Das hat immer weh getan, und die Frage nach dem WARUM blieb ohne Antwort. Wir werden diese Frauen nicht vergessen.

So geht nun nach 10 Jahren ein Lebensabschnitt für uns alle zu Ende. Bei der letzten Mitgliederversammlung am 24. Januar 2008 wurde kein neuer Vorstand mehr gewählt. Es gibt viele Gründe dafür, persönlicher und organisatorischer Art. Für mich persönlich war es eine bewegte und spannende Zeit. Vielleicht ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, um einfach auf Wiedersehen zu sagen. Es werden sicherlich auch Kontakte bestehen bleiben.

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Jedes Mal, wenn ein Mensch lacht,
fügt er seinem Leben ein paar Tage hinzu.
(Curcio Malaparte)

Mein persönlicher Rückblick
von Elisabeth Hoffmann

Liebe Leserinnen und Leser,
Sie haben nun die letzte Ausgabe des MUT-Info-Briefes vor sich liegen und mir sei ein ganz persönlicher Blick zurück erlaubt.

Im März 1998 habe ich die Veranstaltung in Hiltrup besucht, auf der sich der neue Verein „MUT – Frauen und Männer im Kampf gegen Brustkrebs e.V.“ präsentierte. Ich selbst war im September 1995 erkrankt und seit der Zeit - also schon drei Jahre – frei von Tumoren und gesund. Durch eine Zeitungsanzeige wurde ich auf die Veranstaltung aufmerksam und meine Neugier und Erwartung wurden nicht enttäuscht. Mit Begeisterung und mit viel Hoffnung wurde für die „Sache“ geworben und ich wurde Mitglied des Vereins - noch in der Stadthalle Hiltrup.

Das Thema Brustkrebs wurde nun mehr und mehr öffentlich gemacht. Es fanden Veranstaltungen, Info-Tage etc. statt. Ich erinnere u. a. an die Demonstrationen in Berlin, an den ersten Info-Tag in der Halle Münsterland und in der Universitätsklinik mit ca. 300 Teilnehmern.

Mit anderen Frauen wurde ich in den Vorstand gewählt und die Vorstandsarbeit wartete auf mich. Es begann eine schöne und teilweise aufreibende Zeit intensiver Arbeit, verbunden mit hohem Zeitaufwand, konstruktiven oder auch destruktiven Diskussionen. Der Verein wurde mehr und mehr bekannt, und die Zahl der Mitglieder stieg an. Frau Schneider wurde 1. Vorsitzende, und es ging weiter aufwärts. Termine über Termine mussten bewältigt werden. Ich bewunderte sie und ich tue es auch noch, wie sie über Jahre mit enormem Einsatz und viel Engagement und Kraft den Verein geführt und ihn über Münster hinaus bekannt gemacht hat. Es war teilweise harte Arbeit.

Nun ist das Ende des Vereins gekommen. Leider ist es Niemandem aus dem Mitgliederkreis möglich, Vorstandsarbeit zu leisten, aus welchen Gründen auch immer – teilweise auch nachvollziehbaren. Das ist schade.

Trotz alledem: Zehn Jahre Vereinsarbeit haben sich gelohnt. Das Thema Brustkrebs ist aus der Tabuzone geholt worden und wurde dadurch vielen Menschen bewusst gemacht. An den MUT-Info-Ständen wurde gefragt, informiert, Material verteilt. Es wurde betroffenen und erkrankten Frauen und ihren Familienangehörigen Mut zugesprochen auch von Frauen, die selbst betroffen waren und aus eigenen Erfahrungen berichten konnten.

Im Gegensatz zu früheren Jahren ist es heute an vielen Stellen möglich, z. B. über das Internet, Informationen über Untersuchungsmöglichkeiten, Schulmedizin und Alternativmedizin, Behandlungsmöglichkeiten, Operationsmöglichkeiten und Medikamente zu erhalten. Es gibt Brustzentren und mehr Möglichkeiten der Vorsorgeuntersuchungen und der Nachsorge nach Operationen.

Ich bin überzeugt, dass durch den Verein viel erreicht wurde. Mein ganz persönlicher Dank geht an die Frauen, die den Verein getragen bzw. mitgetragen haben - an erster Stelle an Gisela Schneider.

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Mir haben die zehn Jahre viel bedeutet, aber:
Alles hat seine Zeit.

Ein Lächeln kostet weniger
als elektrischer Strom und gibt mehr Licht.
(Unbekannt)

Das war unser Märchen-Nachmittag am 1. Dezember 2007

Es war das erste Adventswochenende, das Wetter war gut und auf ein Treffen bei Kaffee und Kuchen in den Räumen der Volkshochschule in Münster-Hiltrup freuten sich viele Mitgliedsfrauen. Und das ganz Besondere an diesem Nachmittag: Die Märchenerzählerin Mechthild Heilenkötter aus Münster-Hiltrup würde uns Märchen erzählen.

Gisela Schneider hatte für Kaffee, Tee und eine leckere Kuchenauswahl gesorgt. Adventlich waren die Tische dekoriert. Die Idee dafür hatte Gilla Eggemann, und Helferinnen bei der Umsetzung waren schnell gefunden.

Nachdem sich alle Teilnehmerinnen am Kuchenbuffet gestärkt hatten, stimmte uns Frau Heilenkötter mit Klängen ihrer keltischen Harfe auf die Märchenerzählung ein. Frau Heilenkötter ist Mitglied der Europäischen Märchengesellschaft und lernt die Texte wortwörtlich auswendig, um den Zauber nicht zu zerstören, der in der nicht alltäglichen Sprache der Märchen liegt. Denn nur so ist es möglich, dass die Zuhörer immer wieder neue Botschaften aus einem Märchen mitnehmen, je nach der Lebenssituation in der sie sich gerade befinden.

Harfenklänge und Märchenzauber – viele schöne Märchen hatte Frau Heilenkötter für uns ausgesucht! So gingen die Stunden schnell vorüber. Zum Abschluss dankte Gisela Schneider mit einem Blumenstrauß ganz herzlich im Namen des Vereins.

Es war ein schöner Märchen-Nachmittag, an den wir sicher gerne zurückdenken. Und da ist noch etwas, woran wir uns erinnern werden: An diesem Nachmittag war unsere Mitgliedsfrau Gisela Suermann zum letzten Mal in unserem Kreis. Ich weiß, dass Märchenerzählungen Gisela immer begeistert haben. Und deshalb war es schön, dass sie noch einmal dabei sein konnte. Für dieses Wiedersehen sind wir dankbar, auch wenn wir jetzt wissen, dass es ein Abschied war.

Antonia Waning

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Internet-Recherchen …  Internet-Recherchen

Brustkrebs im Frühstadium: Welche Frau bekommt ein Rezidiv?

Viele Patientinnen mit Brustkrebs im Frühstadium haben auch nach einer erfolgreichen Operation Angst. Denn der Tumor kann noch Jahre nach der Behandlung erneut auftreten. US-amerikanische Forscher fanden jetzt Moleküle im Blut von Patientinnen, die das Rezidivrisiko vorhersagen können.

Dank moderner Untersuchungsmethoden und regelmäßiger Vorsorgeangebote wird Brustkrebs heute bei vielen Frauen in einem sehr frühen Stadium diagnostiziert, wenn der Tumor das umgebende Gewebe noch nicht befallen hat (duktales Carcinoma in situ, DCIS). Trotz operativer Entfernung entwickeln etwa 15-30 Prozent der Patientinnen innerhalb von 10 Jahren ein Tumorrezidiv. Bisher ist es nicht gelungen, diese Frauen rechtzeitig zu erkennen und entsprechend zu behandeln. Wissenschaftler der University of San Francisco glauben nun, zukünftig besser vorhersagen zu können, welche Patientinnen zu dieser Risikogruppe zählen.

Die Arbeitsgruppe um Thea Tisty analysierte, welche Botenstoffe von den Tumorzellen gebildet werden – je nachdem, ob ein Karzinom erneut auftrat oder nach dem chirurgischen Eingriff verschwand. Die Forscher konnten bei den besonders aggressiven Tumoren einige Moleküle bestimmen, die die Zellen unter Stress ausschütten. Diese Biomarker sollen zukünftig dazu dienen, Frauen mit einem hohen Rezidivrisiko bereits bei Diagnosestellung zu identifizieren – Jahre, bevor das Tumorrezidiv tatsächlich auftritt. Bei diesen Patientinnen könnten eine intensivierte Therapie und engere Kontrolluntersuchungen helfen, die erneute Entstehung eines Karzinoms zu verhindern oder zumindest rechtzeitig zu erkennen. JG

Eine Meldung der Nachrichten Agentur Medizin, 03.12.2007
Quelle: Cancer Cell (2007); 12:479-91
www.cancercell.org

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Die aufgeklärte Patientin

Ärzte sollen den Willen Krebskranker künftig stärker in ihren Therapiekonzepten berücksichtigen. Onkologen sprechen von einem Umdenken in ihrem Fachbereich.
VonFOCUS-Online-Redakteurin Julia Bidder
Die neuen Brustkrebs-Leitlinien sollen auch für Laien verständlich sein

„Gehen Sie erst mal nach Hause, und denken Sie in Ruhe nach. Wenn Sie möchten, können Sie gern eine zweite Meinung eines Kollegen einholen. Ich gebe Ihnen dazu alle Befunde mit. Wir sehen uns in acht Tagen wieder.“ Künftig sollen Onkologen so mit ihren Brustkrebspatientinnen sprechen, bevor sie die eigentliche Therapie starten.

In der Zwischenzeit soll sich die Kranke Zeit nehmen zu überdenken, welchen Behandlungen sie zustimmt und welche Operationsmethode sie befürwortet. Das zumindest schreibt die neue Leitlinie für das Mammakarzinom vor. In den nächsten Tagen soll sie im Internet für Ärzte und Patienten zugänglich werden. Ein Team von Krebsspezialisten arbeitet bereits an einer leicht verständlichen Version für Patienten.

Leitlinien sind Richtlinien für Ärzte, die den aktuellen Stand der Wissenschaft zusammenfassen und empfehlen, welche Therapien sich für die Behandlung einer Krankheit eignen. Sie werden regelmäßig aktualisiert und geben Fachärzten Orientierung. „Das Fachwissen in der Onkologie verdoppelt sich alle zwei Jahre. Es wird auch für Ärzte zunehmend komplizierter, die neuen Therapien, die uns zur Verfügung stehen, richtig einzusetzen“, erläutert Rolf Kreienberg im Gespräch mit FOCUS Online. „Die Fachärzte rücken enger zusammen und bilden interdisziplinäre Behandlungsteams, um sich über Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten besser abzustimmen“, so der Direktor der Universitätsfrauenklinik Ulm, der die neue Leitlinie federführend mitverfasst hat.

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Östrogen erhöht Rückfallrisiko

Je höher der Östrogenwert von Patientinnen nach der Brustkrebsbehandlung ist, desto höher das Risiko, dass der Krebs wieder aufflammt.

Ein hoher Östrogenspiegel begünstigt den Krebsrückfall

Das weibliche Hormon Östrogen ist ein entscheidender Risikofaktor für Brustkrebs. Daher gehören für viele Patientinnen Medikamente zur Therapie, die diesen hormonellen Nährboden ausschalten. Allerdings genügen Östrogen-Hemmer wie etwa Tamoxifen nicht für alle Frauen, um den Hormonspiegel und damit das Rückfallrisiko niedrig zu halten. Das haben Wissenschaftler der Universität von Kalifornien in San Diego in einer Studie herausgefunden. Sie konnten auf Daten von 3088 ehemaligen Krebspatientinnen zurückgreifen.

Ernährung verändert das Rückfallrisiko nicht

Die Frauen nahmen an einer Studie teil, die die Auswirkung verschiedener Ernährungsmodelle auf das Rückfallrisiko für Brustkrebs untersuchte. Die Wissenschaftler beobachteten sieben Jahre lang die gesundheitliche Entwicklung der Patientinnen, die zu Untersuchungsbeginn alle krebsfrei waren. Ein Teil der Frauen ernährte sich normal, ein Teil aß extrem obst- und gemüsereich. Die Studie zeigte aber keinen Unterschied bezüglich der Rückfallhäufigkeit.

Zu aussagekräftigen Resultaten kam dagegen eine Folgestudie: Cheryl Rock nahm sich eine Untergruppe von 306 Frauen vor. Bei der Hälfte von ihnen war der Brustkrebs zurückgekehrt. Und das, obwohl auch sie zu zwei Dritteln Tamoxifen eingenommen hatten. Die im Blut gemessenen Hormonlevels zeigten, dass der Östrogenspiegel der Patientinnen, die wieder erkrankt waren, im Schnitt doppelt so hoch lag wie im Blut der Gesundgebliebenen. Testosteron oder sexualhormon-bindendesGlobulin hatten keine Auswirkung.

Kein völliger Verlass auf Medikamente

„Das Ergebnis unserer Studie bedeutet für ehemalige Brustkrebspatientinnen, dass sie alles dafür tun sollten, das Östrogen in ihrem Blutkreislauf gering zu halten“, sagt Studienleiterin Cheryl Rock. „Also nicht nur auf Medikamente vertrauen, sondern auch auf das Gewicht achten und sich viel bewegen.“

Die Studie ist in „Cancer Epidemiology, Biomarkers and Prevention“ erschienen, einem Fachblatt der Amerikanischen Krebsforschungsgesellschaft.

Aus: FOCUS-ONLINE 06.03.2008

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Teilnehmer für eine Studie über die chronische Erschöpfung nach Krebs gesucht!

Placebokontrollierte multizentrische Doppel-blindstudie bei Erwachsenen mit Methylphenidatretard bei tumorbedingter Fatigue (EMF) – geplante Laufzeit 07/2007 – 07/2008

Methylphenidat soll Krebspatienten gegen die häufig auftretende chronische Erschöpfung und Müdigkeit helfen. In einer Studie, an der die Universität Leipzig jetzt mitwirkt, wird deutschlandweit getestet, ob das Medikament bei tumorbedingter Fatigue wirksam ist. Studienteilnehmer werden noch dringend gesucht.

Fast alle Krebskranken von Fatigue betroffen

Fatigue ist ein Zustand chronischer Müdigkeit und Erschöpfung, an dem etwa 80 Prozent aller Krebspatienten zeitweise leiden. Die Krankheit tritt ohne vorherige Anstrengung auf und verschwindet auch nach ausreichender Erholungszeit nicht. Bis zu 40 Prozent der Patienten klagen noch Jahre nach einer erfolgreichen Krebstherapie über krankhafte Müdigkeit, Erschöpfung, Lustlosigkeit, Schwäche, Verlust der körperlichen Belastbarkeit, Interesselosigkeit, Motivations-verlust, Konzentrationsstörungen, Traurigkeit, Frust oder Reizbarkeit. Das führt auch häufig zur Entfremdung von Familie und Freunden.

Da die Beschwerden die Lebensqualität stark beeinträchtigen und eine normale Lebensführung praktisch unmöglich machen, ist das Interesse an der Erforschung neuer medikamentöser Behandlungsmethoden der Erkrankung groß.

Methylphenidat ist Hoffnungsträger

Eine Möglichkeit ist die Anwendung so genannter Stimulanzen, also Mitteln, die anregend und konzentrationsfördernd wirken. Eine solche Substanz ist Methylphenidat. Das Medikament hat in kleinen klinischen Studien bei Krebspatienten bereits erste positive Effekte gezeigt. Nun wird in einer großangelegten, deutschlandweiten Studie untersucht, ob Methylphenidat bei tumorbedingter Fatigue wirksam ist. Mit von der Partie ist dabei die Abteilung für Sozialmedizin der Universität Leipzig unter Leitung von Prof. Reinold Schwarz.

Universität Leipzig sucht Studienteilnehmer

Dafür sucht die Abteilung noch Patienten die unter Fatigue leiden, unter 60 Jahre alt sind und momentan keine Tumortherapien wie Operation, Chemotherapie und Strahlentherapie erhalten. Die Studienteilnehmer werden dann 3 Wochen mit Methylphenidat behandelt. Anschließend folgen noch drei Wochen Nachbeobachtung. Patienten können sich von Mitarbeitern der Abteilung für Sozialmedizin ausführlich informieren und beraten lassen, ob sie für die Behandlung in Frage kommen.

Die klinische Studie startete im Herbst 2006 unter Trägerschaft der Firma MEDICE, Iserlohn, in Kooperation mit der Deutschen Fatigue Gesellschaft e.V. und wird jetzt durch die Universität Leipzig unterstützt.

Weitere Informationen
Prof. Dr. Reinhold Schwarz
Telefon: 0341 97-15407
E-Mail:
liebb@medizin.uni-leipzig.de
www.uni-leipzig.de/~sasm
SusanneKuhnt
Telefon: 0341 97-15458
E-Mail:susanne.kuhnt@medizin.uni-leipzig.de
www.uni-leipzig.de/~sasm

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Rubrik: Was es sonst noch gibt

Wir sagen dann mal Tschüss …
Gedanken der Vorstandsfrauen Antonia Waning, Annette Schwicking und Brigitte Nolte

Ein großes DANKESCHÖN an
Gisela Schneider

Als sich vor zehn Jahren der Verein MUT e.V. – Frauen und Männer im Kampf gegen Brustkrebs – gründete, ahnte wohl niemand mit wie viel Arbeit die Tätigkeit verbunden sein würde.

Worin bestanden die Aufgaben des Vereinsvorstandes??

  • Planung und Durchführung der öffentlichen Vortragsreihe zum Thema Brustkrebs
  • Herausgabe und Verteilung von Flyern an Apotheken zu den öffentlichen Vorträgen
  • regelmäßige monatliche Vorstands-sitzungen, die dem Informations-austausch dienten und der Absprache, wer wann zu welchen Veranstaltungen gehen würde und welche Vor-bereitungen getroffen werden müssen
  • intensiver Mail-Verkehr, um den neuesten Informationsstand zu gewährleisten
  • Planungen von Veranstaltungen wie z.B. Wasserentspannung, Malwochenenden, Informationsnachmittagen usw.
  • regelmäßige Redaktionssitzungen mit dem Redaktionsteam für die Herausgabe des Info-Briefes
  • Erstellung der Druckdatei und Versand der Info-Briefe
  • Besuch von Veranstaltungen, um auf dem aktuellen Stand zu sein
  • Vorbereitung von Mitgliederversamm-lungen
  • Verschickung von Einladungen, Spen-denbescheinigungen, Infos an neue Mitglieder
  • Mitgliedsbeiträge und andere Ein-nahmen und Ausgaben buchen
  • Kontakt mit den Brustzentren
  • Abfrage Anrufbeantworter 
  • Kontakt mit Notar und Amtsgericht wegen Satzungsänderungen
  • usw.

Dies ist nur ein kleiner Auszug dessen, was die ehrenamtliche Tätigkeit im Vorstand ausmacht.

Wir, Antonia Waning, Annette Schwicking und Brigitte Nolte, wollen in diesem letzten Info -Brief auf die Verdienste von Gisela Schneider eingehen, die in der Tat den größten Teil der o.a. Arbeiten erledigte. Ihr Ehemann Martin unterstützte sie bei der Vereinstätigkeit. Er hat die Homepage des Vereins entworfen und immer wieder aktualisiert. Ohne sein Engagement hätte es wohl keinen MUT-Internetauftritt gegeben. Auch die Druckdateien für 20 Infobriefe hat er erstellt. Viele Arbeitsstunden hat er in diese schwierige Arbeit investiert. Dafür möchten wir Martin Schneider an dieser Stelle noch einmal ein ganz besonderes DANKESCHÖN sagen.

Gisela Schneider hatte als Vorsitzende die große Gabe, hervorragend organisieren zu können . Dies kam dem Verein immer zugute. Auch verstand sie es, Kontakte zu Ärzten oder Einrichtungen aufzunehmen, um den betroffenen Frauen immer aktuelle Informationen geben zu können.

Die Vorstandssitzungen liefen natürlich, wie es auch in anderen Vereinen üblich ist, nicht immer einstimmig ab. Es gab durchaus unterschiedliche Meinungen, die aber auch angesprochen und diskutiert wurden.

Nach nunmehr neun Jahren Vorstandstätigkeit hat Gisela Schneider auf der Mitgliederversammlung am 24.01.2008 mitgeteilt, dass sie nicht mehr kandidieren möchte. Diese Entscheidung ist ihr sicher nicht leicht gefallen, aber wie sagte sie so schön: Man muss auch einmal andere Prioritäten setzen.

Liebe Gisela, wir danken Dir im Namen vieler Frauen für Deine herausragende Tätigkeit! Sicherlich wirst Du gerne an die gemeinsame Zeit denken, wenn Du mal wieder in alten Info-Briefen blätterst. Ganz zu Anfang Deines Engagements war beispielsweise im Jahr 2000 die Fahrt der Frauen aus Münster zur Demo nach Berlin, an der Du mit vielen anderen Vereinsfrauen teilgenommen hast. Das war eine bewegende Veranstaltung, bei der es um eine bessere Qualität bei Diagnostik und Therapie von Brustkrebs ging. Vielleicht haben diese Fahrt und auch spätere große Infoveranstaltungen in Münster dazu beigetragen, dass Du ein Jahr später bei der Wahl zum neuen Vorstand erneut kandidiert hast. Wie sagen dann

Liebe Leserinnen und Leser, die Mitarbeit im Vorstand hat auch uns verändert. Wir konnten mit der Übernahme neuer Aufgaben auch spezielle Fertigkeiten entwickeln und viele Informationen sammeln. Und wir haben in dieser Zeit viele nette Frauen kennen gelernt. Ganz sicher werden auch weiterhin viele Kontakte bleiben.

Und nun sagen wir: „Auf Wiedersehen!“ – und

Alles wird gut.

 
 

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Außerordentliche Mitgliederversammlung
des Vereins am 08. Mai 2008

Liebe MUT-Mitglieder,

an dieser Stelle möchte ich Sie herzlich zu unserer außerordentlichen Mitgliederversammlung einladen. Sie findet am 08. Mai 2008 um 19:30 Uhr im Vortragsraum 403 im Gesundheitshaus der Stadt Münster, Gasselstiege 13, in Münster statt. Der Raum steht uns ab 18:00 Uhr zur Verfügung. Tagungsordnungspunkt wird die Auflösung des Vereins sein, nachdem bei der letzten Mitgliederversammlung kein neuer Vorstand gewählt werden konnte . Es ist daher wichtig, dass viele Mitglieder an der Versammlung teilnehmen.
Eine schriftliche Einladung wird Ihnen rechtzeitig zugestellt.

Gisela Schneider
1. Vorsitzende

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Literatur-Tipps

Das Getragenwerden und Gehaltensein als tröstender Beziehungsraum

Eine psychoonkologische Begleitung für
Krebspatienten, Angehörige und Betreuer
DietlindeBaldauf / Birgit Waldenberger
Kart.; ISBN 3-938580-06
Preis: 12,80 €
1. Auflage 2008, Diametric Verlag

Eine Krebserkrankung erfasst den Menschen als Ganzes in seiner körperlichen, seelischen und geistigen Existenz. Sie stellt die bisherige Identität infrage und wandelt die Betroffenen ungefragt mitunter zum Sterben. In diesem Ringen stellen sich Fragen nach Woher und Wohin, nach beteiligten individuellen und kollektiven Kräften, nach dem, was Hat gibt und tröstet.

An konkreten Situationen aus der Praxis reflektieren die Autorinnen mit einfühlendem Verstehen die Gefühle und Gedanken der an Krebs Erkrankten. So eröffnen sich Wege, mit dem Leidenden zu fühlen, und es finden sich Worte für Erfahrungen, für die wir meist keine Worte haben.

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„Der Feind in meiner Brust“ 
Alexandra von Stein

Per E-Mail durch eine Brustkrebstherapie
120 Seiten, 9,95 Euro
ISBN 978-387322-090-4
1. Ausgabe 2007

Wie teilt man seinen Freunden und Verwandten mit, dass man Brustkrebs hat? Aus einer in der Not geborenen ersten Rund-E-Mail der Autorin entsteht ein reger Schriftwechsel mit ihren Freunden und Verwandten, in dem die Ängste und Sorgen aller Beteiligten sichtbar werden. Mit zunehmender Therapiedauer weichen aber nach und nach die Ängste. Und dem Feind in der Brust wird mit Kampfeslust und einer guten Portion Ironie ein gemeinsamer Kampf angesagt.

Die Sammlung der E-Mails und Briefe sowie ergänzende Berichte und nähere Informationen zu den in E-Mail und Bericht angeschnittenen Themen gewähren einen tiefen Einblick in eine erfolgreiche Krebsbehandlung. Sie können eine Hilfestellung für Erkrankte, Familienangehörige und Freunde sein, sich diesem Thema einmal auf ganz andere Weise zu nähern.

Ein Mutmach-Buch der besonderen Art.
Mit einem Vorwort von Prof. Josef Beuth und einem Nachwort von Bettina Böttinger, sowie ausgewählten Informationen und Anlaufstellen im Anhang.

Eine Leseprobe ist im Internet zu hören (und auch nachzulesen) unter:
www.mutmach-buch.de/leseprobe_mut.html

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Der Weg in einen
neuen Abschnitt des Lebens
erfordert viel Vertrauen
und großen Mut.
Manches muss man zurücklassen.
Manchmal ist die Angst,
die Flügel wären zu schwach,
riesengroß.
Aber nur wer das Wagnis
auf sich nimmt, kann
die herrliche Erfahrung machen,
dass die Flügel tragen.

Ch. von Dorschau

Kleiner Pressespiegel

„Armut ist ein Karzinogen“

Im Jahr 2020 werden 70 Prozent aller Frauen mit Brustkrebs auf der Welt in Entwicklungsländern leben

Schätzungsweise eine Million Frauen auf der Welt werden dieses Jahr mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert. Während ehemals vor allem die weibliche Bevölkerung der westlichen Industrienationen betroffen war, hat sich das Mammakarzinom inzwischen zu einer globalen Erkrankung entwickelt: Epidemiologen beobachten eine deutliche Zunahme in Asien, Afrika, Osteuropa und Lateinamerika. Inzwischen gehen Schätzungen davon aus, dass im Jahr 2020 bereits 70 Prozent aller Brustkrebsfälle in den Entwicklungsländern auftreten werden.

Dieser Trend war für die US-Organisation „Susan G. KomenfortheCure“ Anlass, Ende September in Budapest eine internationale Konferenz für Ärzte, Patientinnen und Wohlfahrtsgruppen zu organisieren. Die 1982 gegründete Stiftung gilt als eine der weltweit größten Brustkrebshilfe-Organisationen und kann auf etwa 80.000 freiwillige Mitarbeiter – auch in Deutschland – zählen. Die Vorträge der Delegierten aus 30 Nationen machten deutlich, wie sehr die finanziellen Möglichkeiten eines Landes über Leben und Tod der (weiblichen) Bevölkerung entscheiden. Stiftungsgründerin Nancy Brinker brachte es in Budapest auf den Punkt mit ihrer Aussage: „Armut ist ein bekanntes Karzinogen.“

Mit Bedacht hatte man Ungarn als Veranstaltungsort ausgewählt, gilt der Staat doch als Vorzeigemodell für eine erfolgreiche Präventionsarbeit. Dort wird jeder Frau im Alter zwischen 45 und 65 Jahren jährlich eine kostenlose Mammographie ermöglicht, sogar die Fahrtkosten zur Untersuchung werden den Frauen ersetzt. In der ungarischen Todesursachenstatistik der Frauen fiel Brustkrebs daraufhin vom ersten auf den dritten Platz.

Von einer solch umfassenden Betreuung ist man in Indien weit entfernt. In Puna, wo 3,5 Millionen Frauen leben, gibt es nur ein einziges medizinisches Zentrum, das eine umfassende Brustkrebsbehandlung anbietet. Es verwundert daher nicht, dass die Hälfte aller indischen Brustkrebspatientinnen überhaupt keine Therapie erhält. In der Ukraine sind zwar flächendeckend Mammographie-Geräte vorhanden, aus Mangel an Filmmaterial müssen die Ärzte aber von Fall zu Fall entscheiden, ob sie die erforderliche Frontal- und Seitenaufnahme anfertigen, oder ob sie es bei einer Einstellung belassen, um doppelt so viele Frauen in den Genuss der Diagnostik kommen zu lassen. Und in Kenia? „Wenn man nicht zu den Auserwählten gehört, die genügend Geld für eine Reise in eine Industrienation haben, kann man nur noch auf den Tod warten“, so die Kenianerin Mary Onyango, die ihre Krebsdiagnose im Alter von 40 Jahren erhielt.

Doch es ist nicht nur die mangelnde oder unterversorgte Gesundheits-Infrastruktur, welche die Brustkrebsraten in den Entwicklungsländern ansteigen lässt. Zynischerweise ist es auch eine Folge der verbesserten Hygiene und Ernährung, die die durchschnittliche Lebenserwartung in den Niedrig- und Mittellohnländern von 50 Jahren in 1965 auf 65 Jahre in 2005 ansteigen ließ. Damit erreichen Frauen die Lebensphase, in der Brustkrebs am häufigsten auftritt. Aber auch der Einfluss „westlicher“ Lebensgewohnheiten – wie fetthaltiges Essen, mangelnde Bewegung, Übergewicht und Geburtenrückgang – ist nicht zu unterschätzen.

Es ist bekannt, dass Frauen, die weniger als zwei Kinder gebären, ein höheres Brustkrebsrisiko haben als Frauen mit häufigen Schwangerschaften. „Bislang hat Kinderreichtum die Inderinnen vor dem Mammakarzinom bewahrt“, berichtete Dr. med. VinodRaina, Onkologe aus Neu-Delhi. Der Epidemiologe Dr. WeiZheng von der Vanderbilt University in Nashville wollte den Einfluss des Geburtenrückgangs sogar beziffern: „Die Veränderung im Reproduktionsverhalten hat einen Anteil von 30 bis 40 Prozent auf das Brustkrebsrisiko.“

Die Prognose der Patientinnen im internationalen Vergleich hängt zudem vom Rezeptorstatus des Brustkrebsgewebes ab, der auch regionale Unterschiede aufweist. Die meisten Frauen europäischer Abstammung erkranken an hormonabhängigem Brustkrebs, sodass sie durch den Östrogenrezeptor-Modulator Tamoxifen und den monoklonalen Antikörper (gegen HER2/neu) Trastuzumab heute eine bessere Überlebenschance haben.

Asiatinnen sowie farbige Frauen in den USA und Afrika hingegen entwickeln eher das Östrogenrezeptor-negative (ER-negative) Mammakarzinom. Seine Prognose ist deutlich schlechter, weil die Erkrankung in der Regel zehn Jahre früher als der ER-positive Typ auftritt und dafür nicht so spezifische Arzneimittel vorhanden sind.

Doch damit nicht genug: 40 Prozent der prämenopausalen afroamerikanischen Brustkrebspatientinnen sind von einer besonders gefährlichen Form des ER-negativen Krebstyps betroffen, der weder östrogen- noch progesteronempfindlich ist (basal-likesubtype).

BRCA1- und BRCA2-Gen

Und auch die Gene spielen eine Rolle – wiederum für Asiatinnen mit negativen Folgen. Während nur zehn Prozent der US-Brustkrebspatientinnen Mutationen im BRCA1- und BRCA2-Gen aufweisen, ist diese Veränderung überproportional häufig unter Asiatinnen zu finden. Diese genetische Konstellation ist dafür verantwortlich, dass das Karzinom meist bei Frauen, die jünger als 50 Jahre sind, auftritt und bevorzugt auch die zweite Brust befällt.

Es gibt noch andere Faktoren, welche die Krebserkrankung für Asiatinnen erschweren: Diese Frauen haben ein dichteres Brustdrüsengewebe, in dem sich laut Studien fünfmal häufiger bösartige Tumoren entwickeln. Zudem scheinen die üblichen Dosierungsschemata für Chemotherapeutika, die sich nach Gewicht und Größe richten, bei ihnen nicht zu greifen. Ärzte aus Singapur berichteten, dass einige ethnische Gruppen die Medikamente unterschiedlich absorbieren, so dass sie ihren Patientinnen bis zu 30 Prozent geringere Dosierungen verabreichen, um Nebenwirkungen zu vermeiden. „Die Ärzte müssen selbst Forschung betreiben und das individuell optimale Dosisregime herausfinden“, sagte Dr. Richard Love, Wissenschaftlicher Direktor der International Breast Cancer Research Foundation in Wisconsin.

Kulturelle Unterschiede

Je nachdem, in welchem Land eine Frau an einem Mammakarzinom erkrankt, erfährt sie unterschiedliche Reaktionen auf ihr Leiden. So wird Brustkrebs in einigen Teilen der Welt immer noch als eine Schande (für die Familie) angesehen. Es verwundert daher nicht, dass Frauen in Taiwan, wo flächendeckend Mammografien angeboten werden, sogar dann noch versuchen, ihre Krankheit zu verheimlichen, wenn der Tumor exulzeriert und die befallene Brust bereits schmerzt.

Und Nigerianerinnen hüten das Krebsgeheimnis um jeden Preis, damit ihre Töchter die Chance haben, heiraten zu können. Potenzielle Ehemänner würden durch die Brustkrebsdiagnose der Schwiegermutter abgeschreckt. Die Töchter blieben dann unverheiratet, was wiederum ein Makel für die Familie ist. „Anstatt sich anderen mitzuteilen, ziehen Frauen es vor, in die Kirche zu gehen und darum zu beten, dass die Beule von selbst wieder verschwindet“, sagte die nigerianische Brustkrebspatientin Betty Anyanwu-Akeredolu.

Auch die Unkenntnis darüber, was eine Krebserkrankung überhaupt ist, ebnet Vorurteilen den Weg. In der Annahme, Brustkrebs sei ansteckend, ist es beispielsweise in Indien weitverbreitet, dass erkrankte Frauen mit separatem Geschirr und Besteck essen müssen.

In Ägypten, wo alle drei Minuten ein Mammakarzinom diagnostiziert wird, erfahren die Frauen ebenfalls Repressalien: Für die Männer ist die Tumorerkrankung ein gesellschaftlich akzeptierter Grund, an Brustkrebs erkrankte Frauen zu verlassen. Wie der Chirurg Dr. med. Mohamed Shaalan (Kairo) in Budapest berichtete, sprechen sich inzwischen sogar die religiösen Führer des Landes für eine Brustkrebsprävention aus, und mahnen männliche Gemeindemitglieder, ihre Ehefrauen regelmäßig untersuchen zu lassen – „zur Not“ auch durch einen Arzt anstelle einer Ärztin.

Dr. med. Vera Zylka-Menhorn
Aus: Deutsches Ärzteblatt, Jg. 104, Heft 43, 26. Oktober 2007

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Keine Schmerzen mehr nach Brustoperationen

Frankfurter Universitätsfrauenklinik wendet mit der thorakalenParavertebralblockade ein neues risikoarmes Verfahren zur Schmerzbetäubung nach einer Brust-operation an / „Hohe Zufriedenheit bei den Patientinnen“

Wundschmerzen nach einer Operation stellen für die Patienten eine erhebliche emotionale und körperliche Belastung dar. Moderne schmerztherapeutische Konzepte können die Häufigkeit und Intensität von postoperativen Schmerzen deutlich mindern und leisten so einen wesentlichen Beitrag zu einer rascheren und komplikationsärmeren Genesung der Patienten nach einer Operation. An der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Universitätsklinikum Frankfurt am Main unter der Leitung von Prof. Dr. med. Dr. h.c. Manfred Kaufmann ist man der Idealvorstellung eines schmerzfreien Krankenhauses wiederum ein Stück näher gekommen. In Zusammenarbeit mit dem für die Frauenklinik verantwortlichen Oberarzt der Klink für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, Privatdozent Dr. med. Christian Byhahn, wird seit einiger Zeit ein neues Verfahren zur Schmerztherapie bei Frauen angewendet, die sich einer Brustoperation – meistens im Rahmen von Krebserkrankungen – unterziehen müssen.

Bei dieser so genannten thorakalenParavertebralblockade wird vor der Operation den Patientinnen an einer Rippe am Rücken ein Schmerzmittel gespritzt, das die Nerven betäubt, die Brust und Achselhöhle versorgen. Durch die Verwendung von Ropivacain, einem modernen, langwirksamen Lokalanästhetikum, können so die operationsbedingten Schmerzen für 36 - 48 Stunden ausgeschaltet werden. Die Operation findet wie bisher auch unter Vollnarkose statt, jedoch werden durch die zusätzliche, direkte Betäubung des Operationsgebietes weniger Narkosemittel als bisher benötigt.

Nach der Operation wachen die Patientinnen ohne Schmerzen auf, können rascher aus dem Aufwachraum auf ihr Stationszimmer verlegt werden und schneller zu den Aktivitäten des täglichen Lebens zurückkehren. Die Effektivität dieses Anästhesieverfahrens wird neben der hohen Zufriedenheit der Frauen mit dieser Methode auch dadurch unterstrichen, dass in den ersten zwei Tagen nach der Operation ein zusätzliches Schmerzmittel nur noch in Ausnahmefällen von den Patientinnen angefordert wird.

Die sogenannte thorakaleParavertebralblockade ist ein technisch einfaches, rasch durchführbares und vor allem risikoarmes Verfahren zur Schmerzausschaltung. Komplikationen wurden bislang im Zusammenhang mit der Paravertebralblockade nicht beobachtet, jedoch ist eine Verletzung des Lungenfells durch die Punktionsnadel in Ausnahmefällen denkbar. Tritt eine solche Komplikation auf, muss diese gegebenenfalls durch die Einlage eines dünnen Drainageschlauchs in den Brustkorb der Patientin während der Operation behandelt werden. Statistisch liegt dieses Risiko deutlich unter einem Prozent.

In einer Studie an 129 Patientinnen, die sich einer Brustamputation und Entfernung der benachbarten Lymphknoten unterziehen mussten, konnten irische Wissenschaftler zudem zeigen, dass das Risiko des Auftretens eines Tumorrezidivs oder von Metastasen bei den Frauen, die zusätzlich zur Vollnarkose einen Paravertebralblock erhielten, nach drei Jahren signifikant geringer war als bei der Patientengruppe, die ohne zusätzliches Regionalanästhesieverfahren operiert wurden (Anesthesiology 2006; 105-660-4). Die Autoren der Arbeit führen diese Beobachtungen auf die verminderte Ausschüttung von potentiell prokanzerogenenStressmediatoren während einer kombinierten Allgemein- und Regionalanästhesie zurück. Auch die Häufigkeit von chronifizierenden Schmerzen, etwa des so genannten Postmastektomieschmerzes, ist bei der Anwendung der Paravertebralblockade deutlich geringer als bei einer alleinigen Vollnarkose.

„Eine Befragung der Patientinnen an der Frankfurter Universitätsfrauenklinik ergab eine extrem hohe Zufriedenheit mit diesem Verfahren zur Schmerzausschaltung“, erklärt Prof. Dr. Manfred Kaufmann. Als objektiver Parameter kann zusätzlich der postoperative Bedarf an intravenös verabreichten Schmerzmitteln herangezogen werden: weniger als 2% der Frauen benötigten in den ersten beiden Tagen nach der Operation zusätzliche Schmerzmittel (z.B. Opioide wie Morphin), was ohne Paravertebralblockade nahezu regelhaft der Fall war.

Frankfurt am Main, 12. Dezember 2007
URL dieser Pressemitteilung:
http://idw-online.de/pages/de/news240017

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Brustkrebs-Screening: Röhre gewinnt

Die Magnetresonanz-Tomografie hat die Mammographie und den Ultraschall in der Brustkrebs-Früherkennung überholt: Jüngste Forschungsergebnisse zeigen, dass mit dem MRT invasive, präinvasive Karzinome und Vorstadien des Mammakarzinoms häufiger erkannt werden.

Das Mammakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen: Es umfasst 25 Prozent aller auftretenden Krebsfälle. Vom Brustkrebs besonders stark betroffen sind alle westlichen Industrieländer. In den letzten 10 Jahren wurde zwar in vielen Ländern eine Abnahme der Brustkrebsmortalität beobachtet, dennoch ist das Mammakarzinom die häufigste Todesursache für Frauen zwischen 35 und 45 Jahren.

Genetisch gefährdet

5 bis 10 Prozent aller Mammakarzinome sind vererbt. Gerade beim früh auftretenden Brustkrebs spielen genetische Faktoren eine wichtige Rolle, denn für Frauen mit einer bestimmten Genmutation liegt das Risiko, bis zu ihrem 70. Lebensjahr an einem Mammakarzinom zu erkranken, bei nahezu 80 Prozent. Diese Frauen zählen zu jener Hochrisikogruppe, für die Experten bereits ab dem 25. Lebensjahr regelmäßige Brustkrebsfrüherkennungs- Untersuchungen empfehlen. Ziel dieser speziellen Screeningprogramme ist es, Früh- und Vorstadien von Karzinomen zu entdecken, weil mit ihrer Hilfe ein Fortschreiten der malignen Erkrankung weitgehend ausgeschlossen und die Patientinnen mit großer Wahrscheinlichkeit geheilt werden können.

Hohe Treffergenauigkeit der MRT

Die Medizinische Universität Wien überprüfte vor kurzem die diagnostische Genauigkeit der gängigen Screeningmethoden zur Brustkrebs-Früherkennung und veröffentlichte Ende Oktober neue Erkenntnisse über deren Effektivität im Clinical Cancer Research Magazin der Amerikanischen Cancer Research Society: Univ.-Prof. Dr. Thomas Helbich von der Universitätsklinik für Radiodiagnostik kam mit seinem Team zu dem Ergebnis, dass die Magnetresonanz Tomographie (MRT) in den Screening-Programmen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Bei Patientinnen mit erhöhtem Mammakarzinomrisiko ermöglicht das Untersuchungsverfahren die Erkennung von signifikant mehr invasiven Karzinomen, als alle konventionellen Methoden: Mit ihrer Hilfe werden auch signifikant häufiger präinvasive Karzinome und Vorstadien des Mammakarzinoms entdeckt, als mit der Mammographie und dem Ultraschall.

327 Frauen, 24 Karzinome

Die Forschergruppe der MedUni Wien schloss 327 Frauen in ihre Vergleichsstudie ein. Insgesamt entdeckten die Radiologen mit den verschiedenen Screening-Methoden 28 Mammakarzinome. 14 Befunde wurden durch die Mammographie, 12 durch den Ultraschall, 24 hingegen durch das MRT erhoben, woraus sich für letzteres Untersuchungsverfahren eine Empfindlichkeit von 50 Prozent ergibt. Mit dem MRT wurde aber nicht nur die Anzahl an pathologischen Befunden erhöht, die Untersuchungsmethode ließ auch bedeutend öfter die Unterscheidung von Karzinomstadien zu, in denen die Brustkrebserkrankung noch nicht aus der Milchdrüse ausgebrochen war.

Heilungserfolge durch MRT-Diagnostik verbessern

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Radiologen mit der MRT eine hoch sensitive Untersuchungsmethode in Händen halten, die durch die Kontrastmittelapplikation hervorragende Ergebnisse für das Staging von Brustkrebs bringt. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass bei Risikogruppen die MRT der Brust die Entdeckung von invasiven, präinvasiven Karzinomen und ihre Vorstufen verbessert“, erklärt der Erstautor der Studie Dr. Christopher Riedl. „Daher ist davon auszugehen, dass durch einen verstärkten Einsatz der MRT für regelmäßige Screenings bei Hochrisikopatientinnen die Heilungserfolge von Brustkrebs deutlich verbessert werden könnten.“

Aus: Doc Check Newsletter 03.01.2008

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Brustkrebsstudien

www.brustkrebs-studien.de ist eine Informationsquelle für Klinische Forschung und Studien. Herausgeber ist die Deutsche Gesellschaft für Senologie in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie, sowie dem Institut für Frauengesundheit in Kooperation mit den wissenschaftlichen Fachgesellschaften AGO (Arbeitsgemeinschaft gynäkologische Onkologie e.V.), SGS (Schweizerische Gesellschaft für Senologie) und ÖGS (Österreichische Gesellschaft für Senologie). Hier erfahren Ärzte, Angehörige und Betroffene, welche Studien zum Thema Brustkrebs aktuell in Deutschland durchgeführt werden. Es wird erläutert, wie eine Studie verläuft und welchen Nutzen Teilnehmerinnen erwarten können. Die Website gibt außerdem eine Übersicht über aktuelle Studien zur Vorsorge, Erkennung und Behandlung von Brustkrebs. Ein interaktiver Fragebogen unterstützt Betroffene bei der individuell abgestimmten Auswahl, es werden Infos vermittelt, wie man die Qualität einer Studie erkennt, wer Konzeption und Durchführung einer Studie kontrolliert und wozu man sich im Rahmen einer Studienteilnahme verpflichtet, welche Rechte man hat.

Was zeichnet eine gute Studie aus?

Es ist selbst für einen Arzt nicht immer einfach, eine gute Studie zu erkennen. Wichtig sind zunächst einmal Planung und Art der Studie, die man auch ohne große medizinische Fachkenntnisse nachvollziehen kann. Wichtige, nachvollziehbare Kennzeichen sind klare Kriterien für die Teilnahme an bzw. den Ausschluss aus einer Studie, klare Anweisungen für die Behandlung bzw. die Behandlungsalternativen, eine eindeutig definierte Fragestellung, geregelte Auswertung der erhobenen Daten. Des Weiteren sollten alle Informationen in einem Prüfplan, der vom Studienleiter erstellt wird, festgehalten sein. Studienleiter sollte ein anerkannter Arzt sein, der bereits Erfahrung auf dem in der Studie untersuchten Gebiet hat.

Gute Studien vergleichen häufig zwei oder mehr Behandlungsformen miteinander, z.B. eine neue mit einer bereits angewandten Form. Oder sie versuchen herauszufinden, ob eine neue Behandlung Vorteile gegenüber einer Placebo-Behandlung aufweist. („Kontrollierte“ Studie). Dabei wissen während der Studienphase weder Patient noch Arzt, welche der verglichenen Behandlungsformen bei einem bestimmten Patienten angewendet werden („Doppelblinde“ Studie). Die Patienten werden zufällig einer der zu untersuchenden Behandlungsformen zugeordnet („randomisiert“). Optimal ist eine randomisierte, kontrollierte, doppelblinde Studie.

Kontroll- und Prüfinstanzen für Studien

Jede Studie muss eine Reihe von Kontroll- und Prüfinstanzen durchlaufen, bevor sie tatsächlich durchgeführt wird. Damit wird sichergestellt, dass alle Voraussetzungen für eine sichere Behandlung im Rahmen einer Studie erfüllt sind.

Jede Studie muss vor ihrer Durchführung einer Ethikkommission vorgelegt werden. Die Ethikkommission ist eine unabhängige Kontrolleinrichtung von Ärzten, Juristen und medizinischen Laien. Sie prüfen, ob Studienteilnehmer keinen unnötigen Gefahren ausgesetzt werden, ob Informationen und Einverständniserklärung für medizinische Laien verständlich sind, ob weitere gesetzliche Bestimmungen eingehalten werden.

Erst wenn die Ethikkommission einer Studie zustimmt, darf diese durchgeführt werden. Auch während des Verlaufs ist sie für das Einhalten der vorher vereinbarten Vorschriften zuständig. Sieht sie eine Gefährdung der Sicherheit der Patienten, muss die Studie abgebrochen werden.

Jede laufende Studie muss außerdem beim zuständigen Regierungspräsidenten angemeldet werden. Vertreter des Regierungspräsidiums haben jederzeit das Recht, weitere Informationen über die Studie einzuholen und sich vor Ort in den beteiligten Kliniken und Arztpraxen von der rechtmäßigen Durchführung der Studie zu überzeugen.

Alle Informationen zu Studien mit Medikamenten, die noch nicht zugelassen sind, auch schwerwiegende Zwischenfälle, die mit diesen Medikamenten auftreten, werden im Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn zusammengetragen. Hier wird auch über die Zulassung eines Medikaments oder den Abbruch einer Studie entschieden.

Warum eine Studienteilnahme sinnvoll ist

Wer an einer guten, klinischen