MUT e.V.  Münster
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 Bearbeitung:
 Martin Schneider

Info-Brief 23

Liebe Leserin, lieber Leser!

Nachstehend finden Sie den Info-Brief 23 von MUT e. V. April 2007.
Der Brief wurde in einer besonderen Text-Datei zusammengefasst, das Layout dieser Datei entspricht natürlich nicht dem Layout des Originals. Es fehlen die Bilder und Grafiken. Den Text haben wir hier als Fliesstext erfasst - keine Spalten, wie im Original. Das Original können Sie sich als PDF-Datei anschauen.
Der Info-Brief 23 als PDF-Datei.

 

Info-Brief 23                              April 2007
MUT e.V.
Frauen und Männer im Kampf gegen Brustkrebs
M ü n s t e r

Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen:
Die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen.
Immanuel Kant (1724-1804) 

Seite01

Themen dieser Ausgabe (u.a.):
Informationstag des Brustzentrums Münster
2. Offene Krebs-Konferenz in Düsseldorf
Bericht aus St. Gallen
Seelischer Notfallkoffer
Ein Trampolin für mich
Mitgliederversammlung 2007
Wie sieht die Zukunft von MUT aus? 

Das schaffe ich nie 

„Das schaffe ich nie!“, war ich überzeugt –
Und dann musste ich es nur versuchen!
„Dafür habe ich keine Zeit!“ klagte ich –
und dann musste ich mir nur die Zeit nehmen.
„Es gibt keinen Ausweg mehr!“
sagte ich ein wenig resignierend –
und dann musste ich nur bereit sein,
meiner inneren Stimme zu folgen.
Und eh’ ich mich versah,
stellte ich erfreut fest,
dass ich schon längst auf dem Weg war.
Rainer Haak, aus: Auf die Freude am Lebe

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Grußwort

Liebe Vereinsmitglieder und Interessierte,

ich begrüße Sie ganz herzlich zu unserer neuen Ausgabe des Info-Briefes und lade Sie zum Lesen ein. Dieser Info -Brief enthält u.a. den Bericht von Prof. Ralph J. Lellé von der 10. internationalen Konferenz in St. Gallen, die im März 2007 durchgeführt wurde. Es sind also schon wieder zwei Jahre vergangen. Was hat sich in dieser Zeit in der Behandlung des Brustkrebses verändert? Gibt es positive Entwicklungen oder Stillstand? Welche aktuellen Forschungsergebnisse und konkrete Konsequenzen für die Patientinnenbetreuung sind zu ziehen? Bitte machen Sie sich selbst ein Bild davon.

Für die Betroffenen ist die psychosoziale 

Krebsnachsorge von großer Bedeutung. Sie hat zwischenzeitlich einen hohen Stellenwert eingenommen. Der Prozess der Krankheitsverarbeitung braucht Zeit. Die Patientin muss lernen, eigene Bedürfnisse und Wünsche zu äußern und bei ihrem Arzt nachfragen, wenn etwas nicht verstanden ist. Sie braucht Mut – den eigenen Weg zu finden. Darum ist eine psychoonkologische Unterstützung und Behandlung wichtig und sollte von den betroffenen Frauen und ihren Angehörigen angenommen werden. Auch die Brustzentren sind hier aktiv geworden und bieten Beratung an. Gruppentherapie oder psychoonkologische Einzelsitzung, Entspannung und/oder Imagination, Neuro -Psychologisches Training, Kunst- und Ergotherapie sind nur einige Beispiele einer möglichen Unterstützung. Aber auch Hoffnung, Mut und Geduld wirken sich positiv auf die Genesung aus. Vielleicht helfen die von MUT angebotenen neuen Kurse – der Malkurs und das Enneagramm-Seminar – auch bei der Krankheitsbewältigung.

Während ich diese Zeilen schreibe, spiegeln sich draußen im Garten die Lichtreflexe der Sonne in unserem kleinen Teich, ich höre das Zwitschern der Vögel und freue mich, dass der Frühling gekommen ist. Es beginnt wieder eine lebensbejahende Jahreszeit, die uns gut tut und traurige Gedanken vertreibt.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Frühlingszeit und verbleibe mit herzlichen Grüßen
Ihre
Gisela Schneider
1. Vorsitzende

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Inhaltsverzeichnis

Termine und Veranstaltungen

Vorträge MUT
Telefonberatung
Wasserentspannung
Neuer Kurs: Enneagramm
Neues Angebot: Malwochenende
Hotlines
Selbsthilfe
Angebot der Krebsberatungsstelle 

Rückblick

Informationstag Brustzentrum Münster
Enneagramm Seminar
Zweite Krebskonferenz in Düsseldorf

Fachbeiträge/Fachberichte

Bericht aus St. Gallen

Internet-Recherche

Ballaststoffe schützen
Chemo killt gesunde Hirnzellen
Hautschäden lindern
Fibromyalgie
Patientenuniversität
Psychologische Online-Beratung
Keimfrei

Erfahrungsberichte

Seelischer Notfallkoffer
Verordnungstreue
Ein Lächeln kommt zurück
Ein Trampolin für mich
Trampolinspringen macht fit

Rubrik: Was es sonst noch gibt

Vereinsnachrichten
Mitgliederversammlung 2007
Wie sieht die Zukunft von MUT aus?

Literaturtipps

Der Löwe von Tannheim
Eine Woche im August

Kleiner Pressespiegel

Brustkrebs: Es gibt Hoffnung
Brustkrebs: Operiert und nicht entstellt
Auszeichnung für Annette Rexrodt von Fircks
150 Brustkrebs-Fälle konnten früh entdeckt werden
Jahr für Jahr 6000 Frauenleben retten
Jeder Kranke braucht Hoffnung
Brustuntersuchung vor Regelblutung
Das steckt alles in Cranberrys
Die 5 Gebote gegen Krebs

Schmunzelecke

Ein kleiner Witz…
Die scheinbare Herrschaft der Niedergeschlagenheit

Impressum

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Aktuelle Termine und Veranstaltungen

Aktueller Vortrag 2007

Einladung

30. Mai 2007
„Moderne medikamentöse Tumortherapie
bei Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs“

Prof. Dr. Dr. med. Jens Atzpodien
Chefarzt der internistischen Onkologie der Fachklinik Hornheide,
Münster-Handorf

V e r a n s t a l t u n g s o r t!

Der Vortrag findet statt im STADTHOTEL MÜNSTER
(früher Kolping-Tagungshotel)
Aegidiistr. 21, Münster-Innenstadt.
Beginn: 19:00 Uhr
Das Stadthotel Münster ist mit den Buslinien 2 und 10 zu erreichen!
Haltepunkt Schützenstr.
Der Eintritt ist frei!

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Telefonberatung im Vereinsbüro
Selbstbetroffene Frauen beraten Betroffene und Angehörige

Wir sind für Sie zu sprechen
mittwochs und donnerstags von 16.00 – 18.00 Uhr
im MUT-Vereinsbüro (Eingang VHS Hiltrup),
Westfalenstraße 197, Münster-Hiltrup, Tel.-Nr.  0 25 01 / 70 70 5.

Sie können mit uns sprechen, wenn Sie

  • Ø     Fragen zum Umgang mit der Krankheit Brustkrebs haben,
    Ø     Informationsmaterial zu bestimmten Themen benötigen,
    Ø     sich über die Vereinsaktivitäten informieren möchten,
    Ø     nach der Operation sportlich aktiv werden wollen,
    Ø     einfach mit einer auch betroffenen Frau reden möchten.

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Wasserentspannung

Bewegung und Entspannung im Wasser - nur für Vereinsmitglieder -

Dieses Angebot unterstützt brustoperierte Frauen darin, Verspannungen aufzulösen,
die Beweglichkeit zu steigern und das Körpergefühl zu verbessern.
Für die Teilnahme ist es nicht erforderlich, schwimmen zu können. 

Kurs Nr. 2

vom 16. April 2007 bis zum 18. Juni 2007, 9 Abende 18 Euro
Zeit und Ort:
Jeweils montags von 17:45 – 19:00 Uhr im Bewegungsbad des Clemenshospitals,
Düesbergweg 124, 48143 Münster
Kursleiterin: Christa Reißmann
Anmeldung: Über das Vereinsbüro unter Tel.-Nr. 02501/70705

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Neuer Kurs: Enneagramm

Das Seminar findet statt:
Freitag,  20. April 2007 von 18.00 –  21.00 Uhr,
Samstag, 21. April 2007 von 10.00 – 17.00 Uhr,
Sonntag, 22. April 2007 von 10.00 – 17.00 Uhr.
Ort:
Zweigstelle der VHS in Münster-Hiltrup, Westfalenstr. 197
Leitung: Adelheid Weller, SupervisorinDGSv, Enneagramm-TrainerinöAE
Anmeldung: Bis zum 12. April 2007 im Vereinsbüro unter der Tel.-Nr. 02501 – 70705
(Der Anrufbeantworter ist geschaltet. Bereits vorliegende Anmeldungen sind notiert.)
Kursgebühren entstehen keine.
Frau Weller ist Vereinsmitglied und bietet diesen Kurs für unsere Mitglieder wieder kostenlos an.

Zum Inhalt:
Die alte Weisheitslehre des Enneagramm ist ein Werkzeug zur Selbsterkenntnis und Persönlichkeitsentwicklung. Es zeigt neun Pfade, durchs Leben zu gehen. Im Kurs werden die unterschiedlichen inneren Dynamiken dieser Charaktermuster dargestellt. Und es werden Wege aufgezeigt, wie das eigene Verhalten bewusster wahrgenommen und belastende Gewohnheiten erkannt werden können.
Ziel ist das Schaffen von Balance in vielfältigen Lebensherausforderungen, um körperlich – seelisch – geistig in Gesundheit zu leben.
(Eine ausführliche Information dazu können Sie nachlesen in dem Artikel von Adelheid Weller im MUT-Infobrief Nr. 21 / August 2006, auf den Seiten 9-12).

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Neues Angebot: Malwochenende

Hier haben Sie die Möglichkeit, das Malen mit Acrylfarben und die Kraft der Farben auszuprobieren. Neue Bilder gestalten, ob für die eigenen Wände oder als persönliches Geschenk für einen lieben Menschen, können Sie wieder in kreativer Runde an diesem Wochenende:

Samstag, 05. Mai 2007 von 10.00 – 16.00 Uhr und
Sonntag, 06. Mai 2007 von 10.00 – 14.00 Uhr
Ort:
Treffpunkt „La Vie“, Dieckmannstr. 127 in 48161 Münster-Gievenbeck
Leitung: Katharina Jakubith, Floristin und Kunstpädagogin
Kosten: Eine Kursgebühr wird nicht erhoben. Lediglich die anfallenden Materialkosten müssen von den Teilnehmern gezahlt werden.
Wir bitten um Anmeldung bis zum 30. April 2007 über das Vereinsbüro (02501-70705).
(Auch der Anrufbeantworter kann genutzt werden.)

Um planen zu können, teilen Sie bitte auch mit, ob Sie Leinwände und Farben selber mitbringen möchten.
Leinwände können natürlich auch im Kurs erworben werden, Farben stehen zur Verfügung. Damit die passenden Größen und Mengen an dem Wochenende auch vorrätig sind, nennen Sie uns bitte die gewünschten Größen bei der Anmeldung.

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O  T  L  I  N  E  S

Hotlines des Brustzentrums Münster

Universität Münster:
Brustzentrum Münster: 0251 / 83-48 278
Stationäre Aufnahme: 0251 / 83-46 000
Onkologische Ambulanz: 0251 / 83-45 170

St. Franziskus-Hospital Münster: 0251 / 935 3974

Hotlines des Brustzentrums Münsterland

Clemenshospital Münster: 0251 / 976 5555
Raphaelsklinik Münster: 0251 / 5007 5555

Hotline des Herz-Jesu-Krankenhauses in Münster-Hiltrup
02501 / 172 461

Hotline Mammographie-Screening und Prävention ab 01. Juli 2005
Neue Hotline des Deutschen Krebsforschungszentrums
informiert aktuell und individuell
Montag bis Freitag: 8 bis 20 Uhr unter 06221 / 43 41 42

Hotline Zentrale Stelle Mammographie-Screening
0251 / 929 5000
Montag – Donnerstag 07:30 Uhr bis 17:00 Uhr
Freitag 07:30 Uhr bis 14:00 Uhr

Hotline Bildgebung Referenzzentrum Mammographie Münster
0251 / 83-45650

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Ich kann entscheiden, was ich säe.
Nicht, was ich ernte.

„Frauen – Leben mit Brustkrebs“ - Selbsthilfe -

Eine Selbsthilfegruppe in Münster stellt sich vor :

Wir wollen.....

  • Ø     miteinander reden      mit einander diskutieren
    Ø     uns informieren          gemeinsam Spaß haben
    Ø     einander helfen          uns Mut machen
    Ø     ja sagen zum Leben    öffentlich werden

Treffpunkt: Volkshochschule Münster, Aegidiistraße 3, Raum 107 von 15.00 – 17.00 Uhr
02. Mai 2007              06. Juni 2007              04. Juli 2007               01. August 2007
05. September 2007   03. Oktober 2007 (Tag der Einheit)              07. November 2007
05. Dezember 2007

Kontaktaufnahme: Anita Breitenstein                                  Telefon: 02506-1303

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Krebsberatungsstelle des Tumornetzwerks im Münsterland e.V.
Programm 1. Hj. 2007
(verkürzter Auszug)

Ärztliche Beratungen

Neue medikamentöse Therapien bei Krebs
An jedem 3. Mittwoch im Monat von 17.00-18.30 Uhr bietet Herr Prof. Dr. Dr. med. Jens Atzpodien, Chefarzt der internistischen Onkologie der Fachklinik Hornheide
, Einzelberatungen zu neuen und bewährten medikamentösen Therapien (Chemotherapie und Immuntherapie) bei Krebs an.

Komplementäre Krebsbehandlung

Die Einzelberatungen oder Seminare zu Behandlungsmöglichkeiten, die die schulmedizinische Krebstherapie ergänzen, finden 1x im Monat mittwochnachmittags ab 16.00 Uhr statt. Sie haben unterschiedliche Schwerpunkte:
02.05.2007: Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)
06.06.2007: Anthroposophische Medizin

Organisatorisches

Die Beratungen oder Seminare sind kostenlos und vertraulich. Sie werden ehrenamtlich durchgeführt. Eine Anmeldung ist erforderlich.

Gesundheitskurse

Besser aussehen – besser fühlen

Ziel dieses Pflege- und Schminkseminars ist es, Krebspatientinnen während und nach einer Chemo- bzw. Strahlentherapie zu einem lebensbejahenden Umgang mit den äußerlichen Folgen der Behandlung zu ermutigen. Eine Auswahl geeigneter Kosmetikprodukte wird kostenlos zur Verfügung gestellt.
Kurs II:  Dienstag, 22. 05. 2007 von 15.00 – 16.30 Uhr, R 305
Teilnahmegebühr: keine
Leitung: NN

Guolin Qigong – ein Selbsthilfeweg für Krebsbetroffene und chronisch Kranke

In China wird Qigong als eine über 4000 Jahre alte Bewegungskunst zur Gesunderhaltung, Rehabilitation und Harmonisierung des ganzen Menschen eingesetzt. Aufbauend auf den traditionellen Qigong-Übungen wurde das so genannte Guolin-Qigong vor 30 Jahren von einer Chinesin gleichen Namens zur Heilung von Krebs und anderen chronischen Erkrankungen entwickelt. Es wird inzwischen erfolgreich praktiziert und eignet sich als Ergänzung zur medizinischen Behandlung. Die Kursleiterin war Schülerin von Großmeisterin Guolin.
Samstag, 21. 04. 2007 und Sonntag, 22. 04. 2007 von 10.30 – 16.00 Uhr, Vortragsraum
Teilnahmegebühr: 88 €, erm. 66 €
Leitung: Frau Wang Li

Kooperationsveranstaltungen

Gymnastik für Frauen nach einer Brustoperation
Informationen und Anmeldungen für diese Kooperationsveranstaltung mit der VHS sind dort im Infotreff unter Tel: 0251 / 4924321 möglich.

Sport für Männer in der Krebsnachsorge und Onco-Walking – ein neues Bewegungsangebot für Krebspatienten
Informationen und Anmeldung für diese Kooperationsveranstaltungen mit dem VGS sind dort unter
Tel: 0251 / 293440 möglich.

Vortrag

Kinder begegnen Krankheit und Tod - wie Kinder reagieren und was ihnen hilft –

Eine schwere, lebensbedrohliche Erkrankung erschüttert nicht nur das Leben des Erkrankten, sondern auch der Angehörigen. Im Leben angehöriger Kinder kann die Erkrankung als starke Bedrohung erlebt werden. Die Kinderwelt, die bis dahin klar und sicher war, ist plötzlich unsicher geworden. Das geht fast immer mit großen Ängsten einher. Dieser Vortrag will Erwachsenen Möglichkeiten aufzeigen, wie sie Kindern in einer solchen Situation helfen können. „Wie reagieren Kinder in den unterschiedlichen Altersstufen und wie kann man sie angemessen unterstützen? Wann und wie soll man mit ihnen sprechen und wie viel Wahrheit können sie verkraften? Wie kann man ihnen möglichst viel Sicherheit in der großen Verunsicherung geben?“ Diese und andere Fragen sollen an dem Abend thematisiert werden.
Montag, 07. 05. 2007, 19.30 Uhr
Referent: Josef Rauschel, Dipl.-Psych., Dipl.- Theologe, Pastoralreferent, Leiter der Ehe/Familien- und Lebensberatungsstelle in Marl
Der Vortrag findet im Vortragsraum, R 403, statt.
Teilnahmegebühr: 3 Euro.

So einfach können Sie teilnehmen:

Zu den Vorträgen müssen Sie sich nicht anmelden. Zu den Kursen muss bis eine Woche vor Kursbeginn eine schriftliche Anmeldung inklusive Einzugsermächtigung für die Kursgebühren eingegangen sein. Bei einer Abmeldung nach Anmeldeschluss kann die Teilnahmegebühr nicht zurück erstattet werden.
Zu den ärztlichen Beratungen melden Sie sich bitte in der Krebsberatungsstelle an.

Alle Veranstaltungen finden, soweit nicht anders angegeben, im Gesundheitshaus in Münster statt.

Weitere Informationen erhalten Sie in der
Krebsberatungsstelle des Tumor-Netzwerk im Münsterland (TiM) e. V.
im Gesundheitshaus
asselstiege 13, 48159 Münster
Tel: 0251 / 52 42 81 oder 52 33 38
Fax: 0251 / 52 25 85
E-Mail:
info@krebsberatung-muenster.de
Internet: http.//www.krebsberatung-muenster.de

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Rückblick

Informationstag des Brustzentrums Münster
18. Nov. 2006 in den Münster-Arkaden,
25. Nov. 2006 im Marienhaussaal am Franziskus-Hospital

Zum 5. Informationstag des Brustzentrums Münster (Kooperation von Universitätsklinikum Münster, St. Franziskus -Hospital Münster, Fachklinik Hornheide, Marienhospital Steinfurt, Josephs-Hospital Warendorf und Ev. Krankenhaus Johannisstift Münster) hatten Herr Prof. Dr. Kiesel (Uniklinik Münster) und Herr Prof. Dr. Peters (St. Franziskus-Hospital Münster) eingeladen. In den Begrüßungsworten zeigten sie sich, wie auch Frau Bürgermeisterin Reismann, erfreut über die große Zahl der Besucher. Frau Reismann ermunterte die Teilnehmer, jetzt die Gelegenheit zu nutzen und die Fragen zu stellen, für die beim Arztbesuch nicht immer genug Zeit sei.

„Aktuelle Aspekte in der Brustkrebsbehandlung“ lautete das Thema des 1. Teils der Veranstaltung am 18. November 2006 in den Münster-Arkaden. In kurzen Vorträgen wurden neue Entwicklungen in der Diagnostik und Therapie vorgestellt.

Herr Prof. Heindel informierte über das Mammographie-Screening. Er äußerte die Hoffnung, dass bei ganz früh erkanntem Brustkrebs eine komplette Heilung erreicht werden kann. Zur Zeit nehmen ca. 55 % der eingeladenen Frauen in Westfalen-Lippe am Screening teil, in manchen Bereichen bis 70 %.

Die Vorteile der interdisziplinären OP-Planung zeigten anschließend Herr Dr. Decker, Frau Dr. Weigel, Frau Dr. Tio und Frau Dr. Hungermann auf. Die bildgebende Diagnostik würde immer besser. Die Tumoren seien heute häufig kleiner als 2 cm. Durch eine minimal-invasive Biopsie könne abgeklärt werden, ob eine Operation notwendig sei. Zweimal in der Woche fände eine Konferenz mit den Radiologen, Pathologen, Gynäkologen usw. zur OP-Planung im Tumorzentrum statt, um schon vor der Operation gemeinsam zu überlegen: Ist ein Erhalt der Brust möglich? Ist eine plastische OP möglich? Wie kann die Befundstelle markiert werden und welcher Sicherheitsabstand ist einzuplanen?

Über die medikamentöse Therapie informierte Frau Dr. Wülfing. Diese Behandlung schließt sich an, wenn vermutet wird, dass noch einzelne Krebszellen im Körper vorhanden sind. Geschaut wird immer auf das individuelle Risiko.

In der palliativen Therapie werden Medikamente eingesetzt, um Lebensqualität zu erhalten, Beschwerdefreiheit zu bringen oder auch zur Lebensverlängerung.

Innovative Ansätze der Bestrahlung erläuterte Frau Dr. Berning. Nach brusterhaltender Operation sei immer eine Bestrahlung vorgesehen. Dadurch wäre diese Operation genau so wirksam wie eine Brustentfernung.

Über Plastisch-operative Möglichkeiten der Rekonstruktion sprach Herr Dr. Krause-Bergmann. Dazu wird Fremdgewebe (Implantat) oder Eigengewebe benötigt. Ganz wichtig sei, dass später eine onkologisch ausreichende Überwachung möglich sei.

Die Nachsorge war das Thema von Herrn Dr. Rensing. 95,3 % der Patientinnen halten die Nachsorge für wichtig. In den ersten Jahren findet diese alle 3 Monate statt, nach 4-5 Jahren alle 6 Monate, danach sind jährliche Kontrollen vorgesehen. Bei individuell höherem Risiko gibt es unterschiedliche Kontrolluntersuchungen. Die jeweilige Überlegung sei: Welche Untersuchung ist für diese Patientin wichtig und nötig. Denn mehr Untersuchungen brächten nicht immer nur Vorteile. Die Nachsorge soll eine Optimierung der realen und gefühlten Sicherheit bringen. Deshalb steht die symptomorientierte Untersuchung im Vordergrund.

Nach anschließender Diskussionsrunde konnten sich die Teilnehmer bei einem Imbiss stärken. Viele nutzten auch diese Pause, um sich bei den Infoständen umzuschauen.

Auch wir vom Verein MUT e.V. waren eingeladen und hatten unseren Informationstisch im Vorraum neben den Infoständen der Krankenkassen, Pharmafirmen usw. aufgebaut. Viele Gespräche konnten wir mit Betroffenen und Angehörigen führen.

Nach der Pause stand das wichtige Thema Schmerztherapie auf dem Programm. Und in weiteren Kurzreferaten gab es Informationen über Mistel-Therapie, Ernährung, Sport und Hyperthermie. Danach informierte Frau Dr.Bönnighaus-John über die vielfältigen sozialrechtlichen Aspekte. Zum Schluss hielt

Frau Jebali unter dem Titel psychologische Aspekte einen weiteren interessanten Vortrag.

Der 2. Programmteil fand dann am 25. November 2006 unter dem Motto „Brustkrebsbehandlung – an Leib und Seele“ im Marienhaussaal des St. Franziskus-Hospitals statt.

Nach Begrüßung der Gäste durch Prof. Peters und Bürgermeisterin Reismann hielt Frau Dr. Krause-Bergmann einen Vortrag zum Thema: „Operiert und nicht entstellt – Die Operation im Gesamtkonzept der Behandlung des Brustkrebses“.

In den weiteren Vorträgen sprach Frau Schreckenberg über die Hilfe in der Krankheit für Betroffene und Herr Dr. Povel über die Hilfe für die Helfer.

Frau Rexrodt von Fircks schilderte in einer Lesung die Brustkrebserkrankung aus der Sicht einer Betroffenen und stellte anschließend ihr Stiftungsprojekt für Brustkrebsbetroffene und ihre Kinder vor.

Zum Abschluss zeigte das Sanitätshaus Lammers aus Münster in einer kleinen Modenschau Mode für Frauen nach einer Brustkrebsoperation. Die Fa. Rieswick aus Ramsdorf stellte verschiedene Perücken vor und gab Patientinnen noch Tipps zum Frisieren und zum Schminken.

Antonia Waning

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Bericht über unser Enneagramm-Wochenende vom
10. – 12. Nov. 2006 und Nachtreffen am 27. Jan. 2007

Mit viel Begeisterung ließen sich 8 Mitgliedsfrauen des Vereins im November 2006 ein ganzes Wochenende lang von Adelheid Weller (zertifizierte EnneagrammtrainerinöAE, SupervisorinDGSv) in die Lehre des Enneagramms einführen. Adelheid Weller hatte für dieses Wochenende den Raum in der VHS Hiltrup sehr ansprechend gestaltet. So saßen die Teilnehmerinnen um einen großen Enneagrammkreis, und auf Tischen im Raum waren ansprechende Karten, Bücher, ein Tuch in den Farben des Regenbogens, schöne Gegenstände aus dem Alltag u.v.m. verteilt.

 Die Informationen bekamen wir auf vielfältige Weise – über Texte, Gedichte, Lieder, Märchen usw. Wir erfuhren, dass es bei der Arbeit mit dem Enneagramm nicht so sehr um die Zuordnung in die 9 Typen des Enneagramms geht, die dem Kopf-, Herz- und Bauchzentrum zugeordnet werden. Das Enneagramm ist vielmehr ein Werkzeug zum besseren Erkennen unseres eigenen Verhaltens und unserer Denkmuster. Es lädt ein, die innere Beobachtungsgabe zu schärfen, Wahrhaftigkeit zu üben, Vorurteile abzubauen und Zuhören und Verzeihen zu üben.

Aufmerksam, nachdenklich, aber auch mit Humor, Lachen, Freude und Begeisterung begaben wir uns also auf die spannende Entdeckungsreise. Und wir wunderten uns, wie schnell die Zeit an diesen drei Tagen verging. Auch die gemeinsamen Mahlzeiten in den Pausen, für die alle Teilnehmer etwas mitgebracht hatten, haben wir genossen. Zum Abschluss des Wochenendes kam dann bei allen Teilnehmern der Wunsch auf, dass wir uns gerne noch einmal treffen möchten, um uns über den Umgang mit diesem neuen Wissen auszutauschen.

Am 27. Januar 2007 traf sich die Enneagramm-Gruppe dann zum zweiten Male.

Mit einem Stimmungsbild nach eigener Wahl erleichterte Adelheid Weller uns den Einstieg, von unseren Erfahrungen mit dem Enneagramm im Kreis der Teilnehmerinnen zu berichten. Mit Anteilnahme hörten wir einander aufmerksam zu. Jede war in der Zeit seit dem Einführungskurs im November 2006 neu auf das eigene Verhalten aufmerksam geworden.  Und mutig hatte so manche von uns Veränderungen im Verhalten gewagt, die sich auch positiv ausgewirkt hatten. Wir alle waren überzeugt davon, dass die Arbeit mit dem Enneagramm spannend und bereichernd ist.

Nach dem Erfahrungsaustausch fanden wir Zeit für einen Entwurf zum Thema „Mein Lebenshaus“. Zum Nachdenken angeregt und ermutigt, weiterhin Möglichkeiten zur Veränderung wahrzunehmen und zu wagen, verabschiedeten wir uns zum Schluss mit dem Wunsch, uns demnächst wiederzutreffen. Dann möchten wir gerne, gemeinsam mit Interessierten aus dem neuen Enneagramm-Einführungskurs 2007, an einem themenbezogenen Aufbauthema arbeiten.

Wir bedanken uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei Adelheid Weller, die diese Kurse für die Mitglieder von MUT unentgeltlich durchführt, für dieses interessante Angebot und freuen uns schon jetzt auf das nächste Treffen.

Dietlinde Thyssen
Antonia Waning

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Wir denken oft an das, was uns fehlt.
Selten an das,was wir haben.

Zweite Offene Krebs-Konferenz in Düsseldorf am
24./25. Februar 2007
Krebs vermeiden – heilen - lindern

 „Schützt Impfung vor Krebs? Muss meine Mutter sich mit Krebs anders ernähren? Wird mein Tumor noch größer? Warum fühle ich mich so alleingelassen? Haben auch Sie Fragen zu Krebs? Hier finden Sie die Antworten. Der Eintritt ist frei. Die Antworten unbezahlbar.“ Damit wurde im Internet zur Teilnahme an der zweiten Offenen Krebs -Konferenz in die Stadthalle nach Düsseldorf eingeladen. Trotz dieser markigen Sätze fand ich die Besucherresonanz eher mäßig - zumindest am Sonntag, dem zweiten und letzten Konferenztag, als wir, d.h. Gisela Schneider, Annette Schwicking und ich uns früh morgens von Münster auf den Weg machten.

Im Programmheft wird darauf hingewiesen, dass im Vorfeld der Programmerstellung von der Konferenzleitung 1007 Selbsthilfegruppen und Patienten-Initiativen zur Mitgestaltung aufgefordert wurden und in einer „überwältigenden Resonanz“ so viele Beiträge einreichten, dass gar nicht alle in einer eigenen Sitzung berücksichtigt werden konnten . Die „Sitzungen“ waren so aufgebaut, dass neben Referenten aus Klinik, Wissenschaft und Forschung auchPatientenvertreterInnen zu Wort kamen und im Anschluss auch noch Zeit für Fragen aus dem Publikum blieben . Schwerpunkte lagen bei den Haupttumorarten wie z.B. Brust-, Gebärmutter- und Eierstock-, Darm- und Prostatakrebs sowie bei Themen, die alle Krebsarten betreffen, z.B. die psychische Verarbeitung der Erkrankung, Ernährung bzw. das Problem der Mangelernährung oder naturheilkundliche Methoden in der Krebsbehandlung, Arzt -Patientenkommunikation, Krebs und Sexualität, Sport in der Krebsprävention und –nachsorge, oder Kunsttherapie als begleitende Therapiemöglichkeit.

Beeindruckt von der Vielzahl der oftmals parallel laufenden Veranstaltungen haben wir uns zunächst gemeinsam den Vortrag von Prof. W. Jonat vom Universitätsklinikum Kiel mit dem Thema „Innovative Substanzen und Konzepte in der Therapie des Mammakarzinoms“ anhören wollen. Der Referent war offenbar auf der Autobahn steckengeblieben, sodass der Vorsitzende Prof. Wallwiener (Universitätsklinikum Tübingen) einige interessante Strukturveränderungen verdeutlichte, die nicht zuletzt durch das große Engagement und die hartnäckige Öffentlichkeit der Selbsthilfegruppen erreicht wurden. Dazu gehören das bundesweite Screening (Vorbeugemammographie, um Brusttumoren zu sehen, bevor Arzt oder Patientin sie ertasten) für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren, die Einrichtung zertifizierter Brustzentren mit festen Standards (dazu gehören z.B. eine festgelegte Anzahl brusterhaltender Operationen pro Jahr oder die Einrichtung von Tumor-Konferenzen, auf denen Vertreter der beteiligten Fachgebiete gemeinsam eine effektive, möglichst wenig belastende Therapiestrategie erörtern). Er forderte Betroffene und Selbsthilfegruppen mehrfach auf, weiter dafür zu sorgen, dass in der Öffentlichkeit Ängste vor Behandlung und Mammographie abgebaut würden. Immerhin würden 80% der erkrankten Frauen dauerhaft geheilt, selbst wenn das individuelle Risiko schwer abzuschätzen sei. Er plädierte dafür, dass Brustzentren ihre Behandlungsergebnisse offen legen, dass jede Patientin Mut haben solle, eine „second opinion“ einzuholen, um die Vertrauensbildung zwischen Arzt und Patient zu fördern. Seiner Meinung nach sind Angst und Verdrängung nach wie vor ein großes Problem von Brustkrebs, da die meisten Frauen zwar ihren Brustkrebs selbst tasten, sich aber nicht zum Arzt trauten. Und noch eine erschreckende Wahrheit: nur weniger als die Hälfte der besonders gefährdeten Frauen zwischen 50 und 69 Jahren gehen regelmäßig zur Vorsorge. Die aufmunternden Worte für die Arbeit der Selbsthilfegruppen und Vereine taten gut! Viele aus der ganzen Bundesrepublik waren nach Düsseldorf gekommen. Für mich, die ich noch nicht lange bei MUT mitarbeite, war es sehr interessant, mit Gisela Schneider von Stand zu Stand zu gehen. Ob Frau Goldmann-Posch, Frau Rexrodt von Fircks, mamazone, PINK, ob den Bremer oder Aachener Arbeitskreis oder Professor Kiesel, Gisela kennt, begrüßte sie alle und wurde nicht müde, aus der Geschichte der Brustkrebs-Selbsthilfe-Bewegung zu erzählen.

Auch die Pharma-Firmen waren zahlreich vertreten, einige sogar mit einer eigenen Veranstaltung wie bspw. die Pfizer Pharma GmbH mit Informationen zu Entstehung, Prävention und Therapie von Brustkrebs.

Surfen Sie sich ruhig mal durch den Internetdschungel

Sehr informativ und gut besucht waren die Kurzvorträge vom Krebsinformationsdienst, wie man als Laie seriöse Gesundheitsinformationen z.B. im Internet bekommt. Hier kann man sich das Erfahrungswissen von Selbsthilfeorganisationen zu nutze machen. Spezielle Suchmaschinen für Krebspatienten gibt es nicht, der Marktführer Google ist auch auf diesem Gebiet zu empfehlen. Für die Internetrecherche gilt es, möglichst präzise zu sein, z.B. Fachbegriffe eingeben oder Therapiehinweise nutzen. Achtung, bei zart blau unterlegten Adressen handele es sich jedoch um Werbung. Seriöser sind da schon die Seiten des Bundes oder Landes -Krebsinformationsdienstes, wo Mediziner vom Fach Auskunft erteilen oder die Seite des Aktionsforum Gesundheits-informationssystem (afgis) e.V. (www.afgis.de), ein Zusammenschluss von Verbänden, Unternehmen und Einzelpersonen zur Förderung der Qualität von Gesundheitsinformationen. Das von afgis e.V. vergebene Qualitätslogo dient zur Kennzeichnung von qualitativ hochwertigen Gesundheitsinformationsangeboten im Internet. Entscheidend dafür ist die Transparenz; z.B. sollte der Anbieter deutlich machen, wer er ist (z.B. auf den Seiten „Wir über uns“), wer ihn finanziert, woher er seine Informationen bezieht, mit welchem Ziel und zu welchem Zweck er die Seite eingerichtet hat. Veröffentlichungen zu neuen Studien findet man bei googlescholar.

Nach Krebs zurück in den Beruf ?!

Frau Rösler informierte aus ihrer Beratungstätigkeit. Bei 300 von etwa 2600 Beratungen (2006) der Bremer Krebsgesellschaft e.V. standen Berufsprobleme im Vordergrund, die sie in 4 Fällen kurz vorstellte: viele Krebskranke überfordern sich, steigen nach Operation, Chemotherapie und Bestrahlung zu schnell in die alten Arbeitszusammenhänge wieder ein. Vielen, die in ihrem alten Beruf nicht mehr arbeiten können, fehlt die Finanzierung einer neuen Ausbildung. Muss man den „neuen“ Arbeitgeber über die Krebserkrankung informieren? Bei diesen Fragen und Problemen, bei der Vermittlung von Arbeit oder der Sicherung des bestehenden Arbeitsverhältnisses hilft der sogenannte Integrationsfachdienst, eine Einrichtung des Landschaftsverbandes. Ein Raunen ging durch die Reihen der zahlreichen Anwesenden, hektisch wurden die Griffel gezückt....

Wohl informiert und gut gestärkt traten wir kurz nach 17 Uhr den Heimweg an.

Ursula Decker-Bönniger

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Vergiss die Träume nicht, wenn die Nacht
wieder über dich hereinbricht
und die Dunkelheit dich wieder gefangen zu nehmen droht.
Noch ist nicht alles verloren.
Deine Träume und deine Sehnsüchte tragen
Bilder der Hoffnung in sich.
Deine Seele weiß, dass in der Tiefe Heilung schlummert
und bald in dir ein neuer Tag erwacht.
Ich wünsche dir, dass du die Zeiten der Einsamkeit
nicht als versäumtes Leben erfährst,
sondern dass du beim Hineinhorchen in dich selbst
noch Unerschlossenes in dir entdeckst.
Ich wünsche dir, dass dich all das Unerfüllte
in deinem Leben nicht erdrückt,
sondern dass du dankbar sein kannst für das,
was dir an Schönem gelingt.
Ich wünsche dir, dass all deine Traurigkeiten
nicht vergeblich sind,
sondern dass du aus der Berührung mit
deinen Tiefen auch Freude wieder neu erleben kannst.
Unbekannt

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Fachbeiträge, Fachberichte

Bericht von der 10. internationalen Konferenz
»Primary Therapy of Early Breast Cancer«
in Sankt Gallen

R. J. Lellé

Vom 14. bis 17. März 2007 konnte die Sankt Gallener Konferenz zur Primärbehandlung des Mammakarzinoms ihr 10. Jubiläum mit 4.720 Teilnehmern aus 95 Ländern (Asien im Steigen) feiern.

Das erste Sankt Gallener Treffen fand 1978 mit gerade einmal 79 Teilnehmern statt und war von Herrn Prof. Senn zur Diskussion der ersten Studienergebnisse zur adjuvanten Therapie einberufen worden.

Das heute allgemein akzeptierte Konzept der adjuvanten Behandlung war damals stark umstritten und wie Prof. Senn berichtete, »… hatte man uns doch in den Anfangsjahren aus Kreisen der Chirurgie und medizinischen Onkologie den baldigen Untergang dieser unnötigen, ja sogar unethischen medikamentösen Zusatzbehandlungen beim operablen Brustkrebs prophezeit«.

Dass sich die Sankt Gallener Konferenz zusammen mit dem jährlich stattfindenden »San Antonio BreastCancer Symposium« (www.sabcs.org) und den Jahrestagungen der Amerikanischen Gesellschaft für Onkologie (www. asco.org) zu einer der ganz großen und international beachteten Veranstaltungen entwickelt hat, ist der starken klinischen sowie praxisbezogenen Ausrichtung zu verdanken.

1988 wurde das erste so genannte Konsensustreffen durchgeführt. Am letzten Tag der Konferenz war das Auditorium voll besetzt und ein Expertenforum machte den Versuch, aufgrund der vorgetragenen aktuellen Forschungsergebnisse konkrete Konsequenzen für die Patientenbetreuung zu ziehen.

Keine Leitlinien, sondern Expertenmeinungen

Tab1Wie auch diesmal von Aaron Goldhirsch, der zusammen mit William Wood von der Emory -Universität in Atlanta das Konsensustreffen leitete, betont wurde, handelt es sich keineswegs um die Aufstellung von neuen Leitlinien, sondern vielmehr um Expertenmeinungen zu alltäglichen klinischen Situationen, welche sich oft noch in den Grauzonen der medizinischen Erkenntnis bewegen.

Die letzten Sankt Gallener Empfehlungen aus dem Jahre 2005 wurden im gleichen Jahr von Goldhirsch (5) veröffentlicht, mussten aber im Oktober 2006 aufgrund aktueller Daten ergänzt werden (4). Die Sankt Gallener Konsensusempfehlungen von 2007 werden in weniger als zwei Monaten (Mai/Juni 2007) online im Journal »Annals of Oncology« (Oxford Univ. Journals) publiziert, dann als Hardcopy im selben Journal. Seit 2001 veröffentlicht der OmniMed Verlag in seiner Zeitschrift »GYN Praktische Gynäkologie« eine Zusammenfassung der Konsensusdebatte, welche jeweils unmittelbar im Anschluss an den Kongress erscheint. Besonderer Wert wird hierbei auf die Unabhängigkeit von der pharmazeutischen Industrie gelegt. Eine Publikation der eingeladenen Hauptreferate wird im November 2007 im Journal »TheBreast« (Elsevier) erfolgen und alle Fakten können auch auf der Kongress-Homepage www.oncoconferences.ch abgerufen werden.

Eine noch ausführlichere und regelmäßig aktualisierte Dokumentation der adjuvanten medikamentösen Therapie des Mammakarzinoms ist über den digitalen Server der Universität Münster abrufbar1.

Tabelle 1 gibt die Zusammensetzung des diesjährigen Expertengremiums wieder. Deutschland war durch Prof. Dr. M. Kaufmann aus Frankfurt und Prof. Dr. K. Possinger aus München vertreten. Im Rahmen der knapp vierstündigen Konsensuskonferenz wurde über 150 Fragen zur adjuvanten Therapie des Mammakarzinoms abgestimmt2.

Biologische Faktoren statt klassischer Prognosekriterien

Im Jahr 2005 wurden erstmals molekular-biologische Faktoren in Form des Hormonrezeptorstatus als primäres Auswahlkriterium für die adjuvante Therapie gewählt, während die klassischen Prognosekriterien wie zum Bei-spiel Tumorgröße, axillärer Lymphknotenstatus oder histologischer Differenzierungsgrad erst in zweiter Linie herangezogen werden. Bezüglich des endokrinen Status wurde eine Einteilung in drei Gruppen vorgenommen: hormonsensibel, nicht hormon-sensibel und fraglich hormonsensibel (Tab. 2)

Die Einbeziehung molekularbiologischer Eigenschaften hat sich 2007 fortgesetzt, wonach  dem HER2-Status inzwischen eine ganz wesentliche Bedeutung zukommt: Aufgrund der Zwischenauswertungen der adjuvanten Trastuzumab-Studien sollten Patientinnen mit HER2 -Überexpression, die in die mittlere bis hohe Risikokategorie eingeordnet werden, mit Trastuzumab (Herceptin®) behandelt werden.Tab2

Darüber hinaus gibt der HER2-Status eine Entscheidungshilfe bei der Auswahl der Chemotherapie. Pritchard et al. (9) konnten zeigen, dass eine Anthrazyklin-haltige Chemotherapie bei HER2-Überexpression zu einer Verbesserung des krankheitsfreien Überlebens und des Gesamtüberlebens führt, während bei HER2-negativen Patientinnen, die mit Cyclophosphamid,Epirubicin, 5-Fluorouracil (CEF) anstelle von Cyclophosphamid, Methotrexat, 5Fluorouracil (CMF) behandelt werden, die Prognose nicht verbessert wird.

Ein besonderes Problem stellt in diesem Zusammenhang die Gruppe der so genannten »triple negativen« Tumoren dar. Diese sind sowohl für Östrogen- und Progesteronrezeptoren als auch HER2 negativ und machen zirka 15% der Mammakarzinome aus (2). Solche Tumoren stellen eine besondere Herausforderung für die »target-orientierte« Forschung und Therapie dar.

Risikogruppen bestätigt

Tab3Die im Jahre 2005 vorgenommene Einteilung in die drei Gruppen »niedriges, mittleres und hohes Risiko« und die hierfür verwendeten Kriterien wurden von den Mitgliedern der

Konsensuskonferenz einstimmig akzeptiert und fortgeschrieben. Die Empfehlungen zum Einsatz endokriner Therapien beziehungsweise von Chemotherapien entspricht demnach im Großen und Ganzen den im Jahre 2005 aufgestellten Kriterien, welche durch die Indikation zur adjuvanten Trastuzumab-Behandlung ergänzt worden waren (4) (Tab. 3).

Auswahl der endokrinen Therapie

Tamoxifen und/oder ein GnRH-Analogon bleiben der Standard bei prämenopausalen Patientinnen (Tab. 4). Die Behandlung mit einem Aromataseinhibitor kommt nur ausnahmsweise in Betracht, wenn eine Unverträglichkeit gegen Tamoxifen besteht.

Bei postmenopausalen Patientinnen sollte dagegen ein Aromataseinhibitor in die endokrine Behandlung integriert werden, entweder primär für die Dauer von fünf Jahren oder nach zwei bis drei Jahren Tamoxifen-Tab4

Behandlung  (»switch«). Hinzu kommt die Möglichkeit, die endokrine Therapie bei Patientinnen mit hohem Risiko durch Gabe eines Aromataseinhibitors über die bisher üblichen fünf Jahre hinaus fortzusetzen. Leider

wurde bei der Diskussion der Aromataseinhibitoren nicht zwischen den drei verfügbaren Medikamenten und den unterschiedlichen Studienergebnissen differenziert. Tabelle 5 gibt eine gewisse Orientierung anhand des derzeitigen Zulassungsstatus.

Auswahl der Chemotherapie

Tab5MitchDorsett vom RoyaldMarsden Hospital in London hatte im Vorfeld des Konsensustreffens eine Internetbasierte Befragung von Brustkrebsspezialisten durchgeführt, um die wichtigsten Themen der transnationalen Forschung zu identifizieren.

Am häufigsten wurde der Wunsch nach einer Erforschung molekularer Strukturen laut, um auf diese Weise Patientinnen identifizieren zu können, die keiner Chemotherapie bedürfen.

Zweitwichtigstes Thema wäre die Etablierung bestimmter Eigenschaften von Tumorzellen, welche die Auswahl spezifischer Behandlungsschemata ermöglichen (sequenzielle versus kombinierte Behandlung, Therapiedauer, Auswahl von Anthrazyklinen und Taxanen etc.). Ganz offensichtlich besteht auf beiden Gebieten noch großer Forschungsbedarf (Tab. 6).

 

»targetedtherapy« – Trastuzumab

Mit dem humanisierten monoklonalen Antikörper Trastuzumab (Herceptin®), der gegen die extrazelluläre Domäne des epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors 2 gerichtet ist, wurde erstmals das Prinzip der »targetedtherapy« in die adjuvante Behandlung des Mammakarzinoms eingeführt. Lapatinib (Tykerb®), ein weiterer Vertreter dieser Substanzgruppe, wird in Kürze zur Therapie des metastasierten Mammakarzinoms zugelassen werden (in Kombination mit Capecitabine) und wurde von einem Teil des Expertengremiums bereits jetzt für die adjuvante Behandlung in Betracht gezogen, falls eine Unverträglichkeit gegen Trastuzumab auftritt.

Prognoseeinschätzung

Anstelle von einzelnen Prognosefaktoren wurden drei Hilfsmittel zur Prognoseeinschätzung diskutiert: sowohl das Computerprogramm »Adjuvant!« als auch die beiden GenexpressionsassaysMammaPrint® und Oncotype DX®.

Im Jahre 2001 stellten Ravdin et al. das statistische Programm »Adjuvant!« vor, mit Hilfe dessen krankheitsfreies Überleben und Gesamtüberleben berechnet werden kann nach Eingabe der individuellen klinischen Prognoseparameter (10) (www.adjuvantonline.com). Olivotto et al. (8) nahmen eine Validierung an einem unabhängigen Kollektiv vor und stellten die Zuverlässigkeit des Programms unter Beweis. Lediglich bei Patientinnen, die jünger sind als 35 Jahre oder bei Vorliegen zusätzlicher ungünstiger Prognosekriterien wie Lymphangiosis oder Haemangiosiscarcinomatosa tendiert das Programm zu einer Überbewertung der Überlebensdaten.

An einem gut dokumentierten Kollektiv von 307 Patientinnen, welche keine adjuvante Chemotherapie erhalten hatten bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 13,6 Jahren, konnte gezeigt werden, dass das GenexpressionsassayMammaPrint® der holländischen Firma Agendia (www.agendia.com), welches siebzig Gene analysiert, die prognostische Aussage des klinisch/pathologischen Klassifikationssystems übertrifft (1). Diese Daten haben im Februar 2007 zu einer Zulassung des Testsystems durch die amerikanische »Food and Drug Administration« (FDA) geführt.

Zurzeit wird die »Microarray In Nodenegative  Disease May AvoidChemotherapy« (MINDACT)-Studie durchgeführt3. Falls die Aussagen des »Adjuvant!«-Programms und der Genexpressionanalysediskordant sind, wird durch Randomisierung entweder »Adjuvant!« oder MammaPrint® zur Entscheidung für oder gegen eine adjuvante Chemotherapie herangezogen. Ziel ist es, bei etwa 10–15% der Patientinnen ohne axilläre Lymphknotenmetastasen eine adjuvante Chemotherapie zu vermeiden, ohne die Langzeitergebnisse zu kompromittieren. Tab6

Das GenexpressionsassayOncotype DX® (6) analysiert 21 Gene und ist in der Lage, eine Aussage zur Rezidivwahrscheinlichkeit bei Patientinnen mit lymphknotennegativen Tumoren zu machen. Das Testsystem hat gegenüber MammaPrint® den Vorteil, dass die Untersuchung am paraffinfixierten Material durchgeführt werden kann. Die FDA hatte bereits im Jahr 2005 eine Zulassung erteilt.

Ein Drittel der Mitglieder der Konsensuskonferenz würden Oncotype DX® zur Entscheidungsfindung heranziehen, wenn es um die Indikation zur Chemotherapie bei lymphknotennegativen Karzinomen geht, welche hormonsensibel und HER2-negativ sind.

Ausblick auf »St. Gallen 2009«

Ganz offenkundig wird ein Tagungsintervall von zwei Jahren in Zukunft nicht mehr ausreichen, um für den gesamten Zeitraum gültige Konsensusempfehlungen formulieren zu können. Insbesondere die »targetedtherapy« macht rasche Fortschritte und weitere gut verträgliche Substanzen werden Einzug in die adjuvante Therapie halten. Hierzu gehört zum einen der in der metastasierten Situation bewährte Östrogenrezeptor-Blocker Fulvestrant (Faslodex®). Die »AustrianBreast and ColorectalCancerStudy Group« (ABCSG 21) (www.abscsg.at) führt hierzu eine Studie bei postmenopausalen Patientinnen mit Tumorzellnachweis im Knochenmark durch, welche mit Fulvestrant ± Anastrozol behandelt werden.

Zum anderen sind adjuvante Studien mit dem dualen TyrosinkinasehemmerLapatinib (Tykerb®) in Vorbereitung, entweder ± Trastuzumab bei HER2-Überexpression im Anschluss an eine Anthrazyklin-Chemotherapie (»Adjuvant Lapatiniband/orTrastuzumab Treatment Optimisation Trial« [ALTTO]; Studie der »Breast International Group«) oder im Vergleich zu einem Plazebo – ebenfalls nach erfolgter adjuvanter Chemotherapie und ohne vorherige Trastuzumab-Behandlung (»Tykerb Evaluation afterChemotherapy« [TEACH]; Studie von GlaxoSmith-Kline, www .brustkrebs-studien.com/ studien/studien105485.html).

Abschließend sei nochmals der Appell von Senn, dem Pionier der studienbasierten Therapie des Mammakarzinoms, aufgegriffen: »Nehmen Sie in Ihrem Umkreis durch Vermittlung eines interdisziplinären Tumorboards/ Brustzentrums mit den Ihnen anvertrauten Patientinnen nach Möglichkeit an laufenden klinischen Studien zur Verbesserung der Primärbehandlung des Mammakarzinoms teil«.

Fußnoten

  1. Lellé RJ: Die adjuvante medikamentöse Therapie des Mammakarzinoms. URN: urn:nbn:de: hbz: 6 -51649300347. URL: http://nbn-resolving.de/ urn:nbn:de:hbz:6-51649300347
  2. Eine vollständige Zusammenstellung der Konsensus-Abstimmungen ist unter www.lellenet.de abrufbar (Passwort und Benutzername lauten »medizin«)
  3. www.breastinternationalgroup.org/downloads/ latestnews/27_07_05/MINDACT_trial_overview.pdf

Literatur

  1. Buyse M, Loi S, van’t Veer L, Viale G, Delorenzi M, Glas AM, d’Assignies MS, Bergh J, Lidereau R, Ellis P, Harris A, Bogaerts J, Therasse P, Floore A, Amakrane M, Piette F, Rutgers E, Sotiriou C, Cardoso F, Piccart MJ (2006): Validation and clinical utility of a 70gene prognostic signature for women with node-negative breast cancer. J Natl Cancer Inst 98, 1183–1192
  2. Cleator S, Heller W, Coombes RC (2007): Triple-negative breast cancer: therapeutic options. Lancet Oncol 8, 235–244
  3. Colleoni M, Rotmensz N, Peruzzotti G, Maisonneuve P, Viale G, Renne G, Casadio C, Veronesi P, Intra M, Torrisi R, Goldhirsch A (2004): Minimal and small size invasive breast cancer with no axillary lymph node involvement: the need for tailored adjuvant therapies. Ann Oncol 15, 1633–1639
  4. Goldhirsch A, Coates AS, Gelber RD, Glick JH, Thurlimann B, Senn HJ (2006): Firstselect the target: better choice of adjuvant treatments for breast cancer patients. Ann Oncol 17, 1772–1776
  5. Goldhirsch A, Glick JH, Gelber RD, Coates AS, Thurlimann B, Senn HJ (2005): Meeting highlights: international expert consensus on the primary therapy of early breast cancer 2005. Ann Oncol 16, 1569–1583
  6. Habel LA, Shak S, Jacobs MK, Capra A, Alexander C, Pho M, Baker J, Walker M, Watson D, Hackett J, Blick NT, Greenberg D, Fehrenbacher L, Langholz B, Quesenberry CP (2006): A population-based study of tumor gene expression and risk of breast cancer death among lymph node-negative patients. Breast Cancer Res 8, R25
  7. Jones SE, Savin MA, Holmes FA, O’Shaughnessy JA, Blum JL, Vukelja S, McIntyre KJ, Pippen JE, Bordelon JH, Kirby R, Sandbach J, Hyman WJ, Khandelwal P, Negron AG, Richards DA, Anthony SP, Mennel RG, Boehm KA, Meyer WG, Asmar L (2006): Phase III trial comparing doxorubicin plus cyclophosphamide with docetaxel plus cyclophosphamide as adjuvant therapy for operable breast cancer. J ClinOncol 24, 5381–5387
  8. Olivotto IA, Bajdik CD, Ravdin PM, Speers CH, Coldman AJ, Norris BD, Davis GJ, Chia SK, Gelmon KA (2005): Population-based validation of the prognostic model ADJUVANT! for early breast cancer. J ClinOncol 23, 2716–2725
  9. Pritchard KI, Shepherd LE, O’Malley FP, Andrulis IL, Tu D, Bramwell VH, Levine MN (2006): HER2 and responsiveness of breast cancer to adjuvant chemotherapy. N Engl J Med 354, 2103–2111
  10. Ravdin PM, Siminoff LA, Davis GJ, Mercer MB, Hewlett J, Gerson N, Parker HL (2001): Computer program to assist in making decisions about adjuvant therapy for women with early breast cancer. J ClinOncol 19, 980–991

Anschrift des Verfassers:
Univ.-Prof. Dr. med.
Ralph J. Lellé, MIAC
Frauenklinik Universitätsklinikum Münster
Albert-Schweitzer-Straße 33
48149 Münster
E-Mail info@lellenet.de

Mit freundlicher Genehmigung des OmniMed Verlags, GYN Praktische Gynäkologie 02/2007

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Solange man kann, soll man lachen,
man weiß nie, wann es einem vergeht.
Martin Kessel

Internet-Recherchen…….Internet-Recherchen

Ballaststoffe schützen vor Brustkrebs

Frauen können ihr Brustkrebsrisiko durch sehr ballaststoffreiche Nahrung halbieren. Das geht aus einer Untersuchung britischer Wissenschaftler hervor. Die Forscher der University of Leeds beobachteten, dass Teilnehmerinnen mit einer doppelt so großen Wahrscheinlichkeit an Brustkrebs erkrankten, wenn sie pro Tag statt 30 Gramm weniger als 20 Gramm Ballaststoffe zu sich nahmen. Allerdings galt dieser Zusammenhang nur für Frauen, die noch nicht in den Wechseljahren waren.

Für die Studie wurden die Daten von mehr als 35.000 Teilnehmerinnen im Alter von 25 bis 69 Jahren ausgewertet. Janet Elisabeth Cade und Viktoria Jane Burley von der University of Leeds beobachteten die Essgewohnheiten und die Gesundheit der Frauen über einen Zeitraum von sieben Jahren. Anders als in früheren Studien zu diesem Thema nahmen Vegetarierinnen und Frauen teil, die kein rotes Fleisch aßen. Fast 16.000 Teilnehmerinnen waren zu Beginn der Studie vor der Menopause, 18.000 hatten sie bereits hinter sich.

257 Frauen vor den Wechseljahren erkrankten während der Studie an Brustkrebs. Sie gewannen einen vergleichsweise größeren Teil ihres Energieumsatzes aus Proteinen und einen geringeren aus Ballaststoffen und Vitamin C. Dieser Effekt konnte bei Frauen nach der Menopause nicht mehr festgestellt werden – in dieser Gruppe erkrankten 350 Frauen an Brustkrebs. Möglicherweise beeinflussen Ballaststoffe die Art und Weise, wie der Körper das Hormon Östrogen verarbeitet und reguliert, vermuten die Autoren. Die Östrogenwerte sind vor den Wechseljahren im Allgemeinen höher.

In Großbritannien liegt der durchschnittliche Tageskonsum an Ballaststoffe bei rund 12 Gramm. Um die empfohlenen 30 Gramm täglich zu erreichen, müsste man zum Frühstück ein ballaststoffreiches Müsli essen, bei Brot und Nudeln auf Vollkornprodukte umsteigen und täglich zusätzlich fünf Portionen Obst oder Gemüse zu sich nehmen. (JG)

Eine Meldung der Nachrichten Agentur Medizin, Berlin, 29.012007
Quelle: International Journal of Epidemiology (published online 24.01.2007)

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Krebstherapie Chemo killt gesunde Hirnzellen
Von Petra Apfel

Medikamente, die während einer Chemotherapie Krebszellen vernichten sollen, zerstören dabei auch zahlreiche gesunde Zellen im Gehirn.

Eine der unangenehmen Begleiterscheinungen einer Chemotherapie gegen Krebs ist das sogenannte Chemo-Brain. Dieser „Nebel im Kopf“, den viele Patienten noch lange nach der Behandlung spüren, reicht von Konzentrationsstörungen und Erinnerungslücken bis – im Extremfall – zu Krampfanfällen und Demenz. Das Phänomen wurde erst vor Kurzem als Nebenwirkung der Krebsmedikamente erkannt.

Nun hat ein Forscherteam der Universität Rochester im Staat New York in einer Laborstudie entdeckt, dass die gängigen Anti-Krebswirkstoffe mehr Gehirnzellen vernichten als Krebszellen, gegen die sie sich eigentlich richten sollten. Den Medizinern um Mark Noble ist damit erstmal der Nachweis gelungen, dass eine Chemotherapie langfristige Schäden im Gehirn verursachen kann.

Zerstörerischer Effekt

Die Wissenschaftler hatten gesunde Hirnzellen sowie verschiedene Krebszellen mit drei häufig angewandten Krebsmitteln „geimpft“: Carmustin, Cisplatin und Cytarabin. Diese Stoffe wirken zum Beispiel gegen Brust-, Lungen- und Darmkrebs, Leukämie und Lymphome. Die Medikamente töteten zwischen 70 und 100 Prozent der Nervenzellen , aber nur 40 bis 80 Prozent der Krebszellen. Im Tierversuch starben gesunde Zellen noch sechs Wochen nach der Therapie ab.

Die Wirkstoffe vernichteten sowohl ausgereifte Zellen als auch Stamm- und Vorläuferzellen, die sich noch teilten. Der zerstörerische Effekt auf sich teilende Zellen kam nicht unerwartet. Schließlich zielt eine Chemotherapie darauf ab, die schnelle Teilung von Krebszellen zu hemmen. Der Verlust zahlreicher gesunder Nervenzellen, die sich noch in der Teilung befinden, hat jedoch eine weitreichende Konsequenz: Sie stehen nicht mehr zur Zellerneuerung im zentralen Nervensystem zur Verfügung. Dadurch entstehen Störungen der Gehirnleistung.

Chemo stört Informationsfluss in Gehirn

Studienleiter Mark Noble liefert zwei Erklärungsansätze, wie der Verlust gesunder Nervenzellen zum Chemo-Brain führt. Zum einen vermutet er, dass die Krebsmedikamente die Zellerneuerung im Hippocampus behindern. Sie ist von wesentlicher Bedeutung für das Lernen und Erinnern. Außerdem verschlechtert die Zerstörung der sogenannten Oligodendrozyten die Impulsübertragung zwischen den Nervenzellen. Dieser Zelltyp produziert Myelin, das Nervenfasern wie eine Isolierschicht umhüllt und zur schnellen und reibungslosen Übertragung von Informationen beiträgt. Da im zentralen Nervensystem alles auf präziser Übertragung beruht, hat eine Qualitätsminderung der Myelinschicht neurologische Konsequenzen, einschließlich derer, die das Chemo-Brain kennzeichnen.

Mark Noble betont, dass seine Studienergebnisse nicht die Chemotherapie generell in Frage stellen. Diese Behandlung ist eine zentrale Säule der Krebsbehandlung und wird es noch auf lange Zeit bleiben. Allerdings sollten sich Wissenschaftler in Zukunft mehr mit dem Thema befassen, wie man gesunde Hirnzellen vor den Medikamenten schützen kann. Außerdem muss die Frage beantwortet werden, warum manche Krebspatienten vom Chemo-Brain sehr stark und andere gar nicht betroffen sind.

Die Studie ist im aktuellen „Journal of Biology“ erschienen.
Aus: Focus online 30.11.06

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Extrakte aus Schwarz- und Grüntee lindern Hautschäden,
die Krebskranke durch eine Strahlentherapie davongetragen haben

Eine Strahlentherapie gegen Krebs greift nicht nur die Tumorzellen an, sondern schädigt auch die Haut der betroffenen Patienten. Streichen Mediziner auf die betroffenen Areale Tee-Extrakte, erholt sich die Haut schneller und es entstehen keine tiefer gehenden Schäden. Das haben deutsche und amerikanische Wissenschaftler herausgefunden. Die heilende Wirkung von Tee geht auf seine entzündungshemmenden Inhaltsstoffe zurück. Grüner Tee wirkt offenbar intensiver als Schwarztee.

Frühere Studien hatten bereits angedeutet, dass Tee die Haut vor Entzündungen schützen kann. Diese Untersuchungen beschäftigten sich mit den Auswirkungen von UV-Strahlen und der Entstehung von Sonnenbrand. Dass Tee auch gegen Nebenwirkungen anderer Strahlen schützen kann, zeigt die neue deutsch-amerikanische Studie.

Verträglichere Strahlentherapie

Für ihre Untersuchung haben die Forscher um Frank Pajonk von der University of California in Los Angeles zum einen den Effekt von Tee-Extrakten direkt auf der angegriffenen Haut von 60 Patienten getestet. Außerdem haben sie die Wirkung dieser Extrakte aus schwarzem und grünem Tee auf Kulturen weißer Blutzellen im Labor untersucht. Während sie an den Patienten feststellten, dass Tee die gefährliche Wirkung der Strahlentherapie auf die Haut um fünf bis zehn Tage verkürzt, zeigte sich im Laborversuch, dass die Extrakte die Ausschüttung entzündungsfördernder Substanzen, der so genannten Zytokine, hemmen.

Die Wissenschaftler hatten die Grün- und Schwarztee-Extrakte aus ganz normalen Teebeuteln gewonnen. Für die Strahlentherapie bedeutet die Entdeckung, dass die Behandlung mit einfachen Mitteln verträglicher gemacht werden kann.

Die Studie erschien in der Fachzeitschrift „BMC Medicine“

Von Petra Apfel
Aus: focus-online 01.12.2006

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Forschern ist es gelungen, den Schmerz von Fibromyalgie-Patienten im Gehirn sichtbar zu machen. Das beweist, dass sie keine eingebildeten Kranken sind.

Menschen mit einer Fibromyalgie leiden unter quälenden Schmerzen im ganzen Körper. Weil die Symptome so unspezifisch sind, ist der Weg zur richtigen Diagnose steinig. Vielen wird fälschlich Gelenkrheumatismus bescheinigt, oder die Ärzte glauben an psychosomatische Ursachen. Häufig geraten die Patienten unter Verdacht, Hypochonder zu sein.

Wissenschaftler von der University of Michigan haben nun Beweise für die Existenz des Schmerzes gesammelt. Ihnen zufolge sind die Kranken mit einer sehr niedrigen Schmerzschwelle geschlagen, die genetisch mitbedingt ist.

Schmerzen auf dem Bildschirm beobachten

Um den Schmerz sichtbar zu machen, nutzte das Forscherteam bildgebende Verfahren, die die Aktivitäten verschiedener Hirnareale zeigen. Das Ergebnis: „Unter Schmerzreizen ist die Aktivität der Neuronen im Gehirn von Fibromyalgie-Patienten stark erhöht“, erklärt Studienautor Daniel Clauw. Gesunde Probanden haben diese starken Reaktionen nicht. „Die Studien belegen, dass die zentralen 

Gehirnstrukturen der Patienten verändert sind.“

Die Forscher vermuten, dass die Krankheit genetisch bedingt ist: Bereits im Jahr 2003 veröffentlichten sie in der Zeitschrift Science eine Untersuchung zu Schmerzempfindlichkeit. Darin zeigten sie, dass eine Genvariante die Veränderung eines speziellen Enzyms bewirkt, das die Schmerztoleranz und das Gesundheitsempfinden erheblich stört. Die Schmerzempfindlichkeit eines Menschen sei überwiegend von seinem Erbgut abhängig, schreiben die Forscher.

Kein Zweifel an der Echtheit der Krankheit

„Es ist an der Zeit, dass wir die Diskussion darüber, ob Fibromyalgie eine echte Krankheit ist, hinter uns lassen“, erklärt Studienautor Richard Harris. Es gäbe keinen Zweifel daran, dass die Fibromyalgie-Patienten unter echten Schmerzen litten. Von den Erkenntnissen profitiert die Glaubwürdigkeit vieler Betroffener: Immerhin zwei bis vier Prozent der Bevölkerung leiden unter dieser Erkrankung.

(Current Pain and Headache)
Aus: Focus-online 30.11.2006

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