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.Liebe Leserin, lieber Leser!
Nachstehend finden Sie den Info-Brief 15 von MUT e. V. Juli 2004.
Der Brief wurde in einer besonderen Text-Datei zusammengefasst, das Layout dieser Datei entspricht naturrlich nicht dem Layout
des Originals. Es fehlen ggf. ein paar Bilder. Den Text haben wir hier als Fliesstext erfasst - keine Spalten, wie im Original. Das Original koennen Sie sich als PDF-Datei anschauen.
Der Info-Brief 15 als PDF-Datei.
Info-Brief 15 Juli 2004
MUT e.V. Frauen und Maenner im Kampf gegen Brustkrebs M ue n s t e r

Wenn du die kleinen Dinge in aller Ruhe geniessen kannst, dann wohnst du in einem Garten voller Seligkeit.
Phil Bosmans
Themen dieser Ausgabe (u.a.): Vortraege und Veranstaltungen,
Ambulante Chemotherapie - Angstbewaeltigung - Ernaehrung bei Krebs Internet - Erfahrungsberichte - Vereins-Info - Literatur und Presse
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Inhaltsverzeichnis
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Grusswort
Aktuelle Termine und Veranstaltungen
Vortraege MUT 2. Hj. 2004 Info-Nachmittag MUT am 20. November 2004
Literaturkreis Info-Stand MUT am 01. Oktober 2004 vor dem Bankhaus Lampe Hinweis auf andere Veranstaltungen
Rueckblick
Krebsinformationstag in der Halle Muensterland am 03. April 2004
Fachbeitraege/Fachberichte
- Voraussetzungen fuer die ambulante Chemotherapie - von Dr. med. Juergen Wehmeyer,
haematologisch-onkologische gemeinschaftspraxis Muenster
- Angstbewaeltigung bei Brustkrebs - von Dr. Gerhard Strittmatter, Dipl.-Psych., Dipl.-Theol.,
Fachklinik Hornheide, Muenster-Handorf
- Ernaehrungstherapeutische Interventionsmoeglichkeiten bei Krebs -
von Aleksandra Kapecka u. Elke Veenaas, Dipl.oec.troph.
Internet-Recherche Bei Krebspatienten leidet die Seele mit Brustkrebs-Gen verliert Patentschutz KV Nordrhein: Buerokratische Huerden bei Chronikerprogrammen verringert Krebsschmerz-Informationsdienst kann weiterarbeiten Viele Tumorpatienten wollen Mitsprache bei Therapie
Erfahrungsberichte
- Bochumer Gesundheitstraining - von Angelika Luenenborg - Bis zuletzt die Liebe - Buchbesprechung von Dietlinde Thyssen
Die Selbsthilfe: -
Frauen - Leben mit Brustkrebs - (Termine)
Rubrik: Was es sonst noch gibt
Vereinsinformationen Abschied von Gritli Dieckmann Treffen der Beraterinnen vom MUT-Telefondienst Lehrstuhl fuer Naturheilkunde an der Uni Essen Ich stelle mich vor: Marianne Roehr
Literatur-Tipp:
Den Brustkrebs besiegen Brustbewusst - Ein Film zeigt, wie es geht Prognose Hoffnung
Kleiner Pressespiegel
- Krebs-Vorsorge - (WN, 08.06.04) - Nach sechs Massagen ist erst mal Schluss - (WN, 08.06.04) - Rezepte: Zu Rot und Blau kommt Gruen - (Apotheken Umschau 05/04) - Wie behandle ich meinen Arzt? - (Apotheken-Rundschau 03.05.04) - An einem Stueck Alltag festhalten - (Behinderte Menschen im Beruf 02/2003)
Die Schmunzelecke
Der Himmel stuerzt ein
Impressum
Die Zeit ist ein kostbares Geschenk, uns gegeben, damit wir in ihr klueger, besser, reifer, vollkommener werden. Thomas Mann
Grusswort
Liebe Vereinsmitglieder, sehr geehrte Leserinnen und Leser,
auf unserem Aussentitel ist ein prachtvoller Rosenbusch abgebildet, der uns einen wunderschoenen Sommer erahnen
laesst. Das Foto hat unsere Vorstandsfrau Marianne Roehr aufgenommen, die nach ihrer Erkrankung ihr altes Hobby
wieder aktiviert hat, um sich und andere Menschen mit schoenen Fotografien und -karten zu erfreuen und aufzubauen.
So ist es vielen Frauen nach ihrer Erkrankung ergangen. Ploetzlich ist das Beduerfnis vorhanden, etwas Anderes,
Sinnvolleres zu tun und sich von der Krankheit abzulenken, um positiv in die Zukunft zu blicken. So wie Seele und
Koerper miteinander verbunden sind, so gibt es auch eine Verbindung zwischen dem Koerper und seiner Umgebung
schrieb Khalil Gibran als zeitlose Weisheit. Darum ist die Umgebung, in der man lebt, ganz wichtig. Sich
„Wohlfuehlen“ und geniessen, was man hat. Gerne leben und gerne arbeiten. Man fuehlt sich gut, wenn man das Leben
liebt. Nicht jeder Mensch ist in der Lage, nach dieser Devise zu leben. Leider werden zu viele Menschen aus ihrem
normalen Umfeld gerissen und von der Krankheit eingeholt. Das erleben wir in unserem Verein leider immer wieder. Trotzdem ist es bewundernswert, dass wir so viele mutige Frauen im Verein haben, die sich fuer andere engagieren.
Der Ihnen vorliegende Info-Brief ist - wie immer - eine Gemeinschaftsarbeit von Aktiven unseres Vereins, von Aerzten
und Fachleuten. Neben vielen wichtigen Informationen sollen die schoenen Sommerbilder das Auge erfreuen.
Ich wuensche Ihnen eine gute Sommerzeit.
Ihre Gisela Schneider 1. Vorsitzende
Der Optimist sieht eine Rose, ihre Dornen aber sieht er nicht. Der Pessimist blickt auf die Dornen und vergisst darueber die Rose. Von Khalil Gibran
Aktuelle Termine und Veranstaltungen
Vortraege 2. Hj. 2004
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29. September 2004
- Neue Erkenntnisse in der radiologischen Frueherkennung von Brustkrebs -
- Selbstuntersuchung der Brust –
Dr. med. Simone Spital, Radiologin im Medical Center am Clemenshospital in Muenster
27. Oktober 2004
- Brustkrebs - Was ichschon immer fragenwollte! -
Dr. med. Juergen Wegmann, Oberarzt fuer Gynaekologie, St. Franziskus-Hospital, Muenster
24. November 2004
- Ergaenzende Therapiemoeglichkeiten bei Brustkrebs -
Naturheilverfahren - Magnetfeld-Therapie - Misteltherapie - Traditionelle Chinesische Medizin
Dr. med. Holger Marguc, niedergelassener Gynaekologe, Muenster-Roxel
Alle Vortraege im Veranstaltungssaal der Sparkasse Muensterland Ost, Hoetteweg 10,
Muenster-Innenstadt. Beginn 19.00 Uhr. Eintritt frei.
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Info-Nachmittag MUT am 20. November 2004
!!!!Neues Angebot fuer Mitglieder in Planung!!!!
Als Ersatz fuer den Stammtisch moechten wir im Herbst mit einem neuen Angebot die Mitgliedsfrauen zu einem
Gedankenaustausch anregen. Wir planen einen Informationsnachmittag fuer unsere Mitglieder in gemuetlicher Runde
bei Kaffee, Tee und Kuchen im Haus Meinolf in Hiltrup. Wir haben zwei Referentinnen eingeladen, die einmal eine ganz andere Sicht auf das Krankheitsbild Brustkrebs geben.
Die Heilpraktikerin Ingeborg Schwarze wird uns in einem Kurzvortrag einen Einblick in die
- Heilenergetische integrative Koerpertherapie - geben.
Die Pharmareferentin und Oekotrophologin Marion Merschhemke von der Fa. WELEDA wird ueber
- Heileurythmie - aus der anthroposophischen Medizin sprechen.
Fuer die weitere Planung ist eine Anmeldung der interessierten Mitgliedsfrauen unbedingt bis zum 15. Oktober 2004 im
Vereinsbuero unter Tel. (0 25 01) 70 70 5 mittwochs und donnerstags von 16.00 - 18.00 Uhr erforderlich. Die Mitteilung kann auch auf den Anrufbeantworter gesprochen werden.
Ort und Zeit: Restaurant Haus Meinolf in der Stadthalle Muenster-Hiltrup am 20. November 2004 von 15.00 - 18.00 Uhr.
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Literaturkreis 2. Halbjahr 2004/1. Halbjahr 2005 ... Worte sind wie Sterne
Angebot fuer an Brustkrebs erkrankte Frauen
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Beginn:
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Mittwoch, 20.10.2004
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Weitere Termine:
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10.11.2004, 08.12.2004
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und 1. HJ 2005
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12.01.2005, 09.02.2005, 09.03.2005 und 13.04.2005
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Zeit:
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jeweils von 19.00 h bis 20.30 h
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Ort:
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Gesundheitshaus, Gasselstiege 13, 48159 Muenster
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Kursgebuehr:
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Fuer den Gesamtkurs - 7 Abende (Okt. 2004 bis April 2005) zahlen Vereinsmitglieder 15,00 Euro, Nichtmitglieder 30,00
Euro. Die Kursgebuehr ist im voraus - mit Kursbeginn - faellig!
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Hinweis:
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Ein Einstieg ist jederzeit moeglich! Bei Teilnahme an Einzelterminen
betraegt die Kursgebuehr pro Abend: Fuer Vereinsmitglieder 2,50 Euro, fuer Nichtmitglieder 5,00 Euro
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Kursleiterin:
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Birgit Depel - fuer Rueckfragen zu erreichen unter: (02 51) 27 04 317
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Dieser Literaturkreis ist kein Zauberkreis, doch er kann MUT machen! Der Titel des Literaturkreises -
Worte sind wie Sterne - fuehrt uns durch die Welt der Romane, Erzaehlungen und Lieblingsbuecher. Auf der Suche
nach neuer Lebensfreude lesen wir gemeinsam Buecher, die vor allem der Seele gut tun. Es sind Buecher, die von
Sehnsucht und Traeumen erzaehlen. Sie staerken die Hoffnung, schenken uns neues Selbstvertrauen und foerdern die
Kreativitaet. Im Mittelpunkt steht der Austausch ueber gemeinsam ausgesuchte und gelesene Buecher. Wir werden
uns auch mit Buechern ueber Brustkrebs beschaeftigen, die im Verstehen und Verarbeiten der Erkrankung hilfreich sind.
Gehen Sie mit uns auf die spannende Reise durch die Vielfalt der Literatur. Eine besondere Geschichte kann uns
wunderbare Aussichten bieten. Sie kann uns ueberraschen, uns inspirieren. Finden Sie mit uns - Worte wie Sterne - , die das - LEBEN - trotz allem erheitern und bestaerken.
Um rechtzeitige Anmeldung wird gebeten! Bitte melden Sie sich waehrend der Sprechzeiten im Vereinsbuero, oder
direkt bei der Kursleiterin - Tel. (02 51) 27 04 317 bzw. per E-mail: rbmpu@web.de an. Die Teilnehmerzahl ist auf 10 Personen begrenzt.
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Achtung: Brustkrebsmonat Oktober
Freitag, 01.Oktober 2004 von 14.00 - 18.00 Uhr MUT-Infostand zum Thema Brustkrebs vor dem
Bankhaus Lampe am Domplatz in Muenster
Schauen Sie doch einmal vorbei!!
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Hinweis auf andere Veranstaltungen
T U M O R - N E T Z W E R K KREBSBERATUNG I M M UE N S T E R L A N D E.V.
Aerztliche Beratung rund um das Thema Brustkrebs
An jedem 1. Mittwoch im Monat von 15.00-17.00 Uhr findet in der Krebsberatungsstelle des Tumor-Netzwerkes im
Muensterland (TiM) e.V. ein aerztliches Beratungsangebot rund um das Thema Brustkrebs statt. Wer Interesse hat, kann sich sowohl persoenlich als auch telefonisch beraten lassen, Tel. 0251/523338.
Dieses Angebot ist eine Initiative des Arbeitskreises Brustkrebs, in dem sich Aerztinnen und Aerzte,
Sozialpaedagoginnen und Selbsthilfeinitiativen fuer die Belange von an Brustkrebs erkrankten Menschen engagieren.
Die Beratungen werden von den Aerztinnen und Aerzten des Arbeitskreises Brustkrebs ehrenamtlich durchgefuehrt und
sind fuer die Ratsuchenden kostenlos und vertraulich.
Es beraten als Fachaerztinnen und Fachaerzte fuer Gynaekologie: Frau Dr. Hofmann (Ev. Krankenhaus
Johannisstift), Herr Dr. Glosemeyer (Herz-Jesu-Krankenhaus), Herr Dr. Wegmann (St. Franziskus-Hospital), Herr Dr. Rensing (Universitaetsklinik) und Frau Dr. Schwarte (Gesundheitsamt).
Als Fachaerzte fuer Radiologie:
Herr Prof. Dr. Fischedick und Frau Dr. Spital (Clemenshospital), Herr Prof. Dr. Heindel (Universitaetsklinik)
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03. November 2004
Veranstaltung des St. Franziskus-Hospitals Muenster mit Dr. Michael Kalden, Veramed-Klinik Meschede, zum Thema -
Komplementaere Krebstherapie - Moeglichkeiten und Grenzen - Beginn: 19.30 Uhr im Marienhaussaal, Hohenzollernring 72 in Muenster.
13. November 2004
Patientinnen-Infotag des Brustzentrums Muenster
(Universitaetsklinik, St. Franziskus-Hospital Muenster und Marienhospital Steinfurt) in der Aula des Schlosses in Muenster, Hindenburgplatz
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Wer zu den Quellen gelangen will, muss gegen den Strom schwimmen.
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Rueckblick
Krebsinformationstag in der Halle Muensterland
Am 03.04.2004 veranstaltete - Krebsmagazin.de -
mit der Krebsberatungsstelle einen Krebsinformationstag in der Halle Muensterland. In die Zusammenarbeit waren das
Brustzentrum Muensterland und das Brustzentrum Muenster, mit den jeweils angeschlossenen Kliniken, eingebunden.
Neben verschiedenen Ausstellern (VdK, ARGE Bochum, Weleda, SaniCare u. v. a.) beteiligte sich auch der Verein MUT
e. V. mit einem Informationsstand an der Veranstaltung. Statt eines Eintrittsgeldes wurde um Spenden fuer die
Krebsberatungsstelle gebeten. Das Vortragsprogramm gestaltete sich rund um das Thema Krebs, also keiner
Krebserkrankung im Besonderen und teilte sich auf zwei Vortragssaele mit einzelnen Schwerpunkt-themen. In zwei
Vortragssaelen fanden jeweils parallel Vortraege statt. Es ging um Brustkrebs (immer noch die haeufigste
Tumorerkrankung der Frau), Moderne Krebsdiagnostik, Strahlentherapie und Prostatakrebs. Schwierige Themen, z. B.
Rezidiv und Metastasierung wurden ebenso eroertert wie Psychosoziale Krisenbewaeltigung durch Erlernen des
Bochumer Gesundheitstrainings bis zu Bewaeltigungsstrategien und Haeuslicher Pflege von Tumorpatienten.
Auch weniger in der Oeffentlichkeit angesprochene Krebserkrankungen, wie beispielsweise Pankreaskarzinom,
Hirntumoren, Hautkrebs, Darmkrebs und die Moeglichkeiten der Reduktion von Nebenwirkungen in der Krebstherapie
wurden in den Vortraegen angesprochen. Fast alle Krebsbetroffenen leiden waehrend bzw. nach den Akuttherapien an
einer verstaerkten Erschoepfung. Viel zu selten wird diese Erschoepfung von den behandelnden Aerzten als Fatigue
-Syndrom erkannt. Das hat zur Folge, dass entsprechende Massnahmen zur Behandlung meistens erst sehr spaet
eingeleitet werden. Ein Vortrag beschaeftigte sich darum mit der Frage: Welche Moeglichkeiten bieten sich, das
Fatigue-Syndrom, mit dem Erhalt von Lebensqualitaet bei Krebs zu vereinbaren? Welche Chancen bietet die heutige
Schmerztherapie den Tumorpatienten? Krebs ist heute kein Tabuthema mehr. Das beweist nicht zuletzt auch die
Besucherzahl bei diesem Krebsinformationstag. Die Menschen wollen wissen, wie es um sie und ihre Erkrankung steht.
Sie moechten sich in die Entscheidungsprozesse, welche Art der Behandlung fuer sie die richtige ist, einbringen. Sie
sind informiert und aufgeklaert, uebernehmen Verantwortung. Und dies drueckt sich z. B. darin aus, dass immer mehr Menschen (ob krank oder gesund) sich mit dem Thema
- Patientenverfuegung - auseinander-setzen. - Was ist, wenn ich meine Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln kann? - Auch zu diesem wichtigen Thema gab es einen Vortrag.
Das Angebot, sich in Expertengespraechen direkt vor Ort mit einem Referenten ueber ihre Erkrankung zu unterhalten,
wurde von vielen Kongressbesuchern angenommen. In der Ausstellung konnten sie sich ueber Rentenfragen, Reha
-Massnahmen, Ernaehrung, konventionelle Behandlungsmethoden und die Unterstuetzung durch Betroffenen-Organisationen informieren.
Unser MUT-Infostand
war stark frequentiert. Nicht zuletzt deshalb, weil wir eine Aktionsflaeche fuer einen Moment der Ruhe und Erholung angeboten haben. Ich habe die Aktionswand unter das Thema
- Meine Hand kann ...- gestellt. An der Wand waren verschiedene Fotos befestigt, die - Handlungen - darstellten:
werkende Haende; die Hand reichen; eine Muschel in der Hand; eine Kinderhand, die einen Marienkaefer ueber die
Finger laufen laesst; Haende, die zusammenhalten; schuetzende Haende; Haende, die mit Wasser in Beruehrung
kommen; eine gebende Hand. Eine bunte Schale mit kleinen Kaertchen, auf denen Adjektive standen, lud die Menschen
ein, sich an der Aktion zu beteiligen. Dabei konnten sie sich ein beschriebenes Kaertchen nehmen, oder auf ein
Blankokaertchen selbst etwas schreiben: - Was wuensche ich mir von der Hand eines anderen? Was ist mir wichtig? Wem moechte ich die Hand reichen?
Viele Menschen haben sich ueber diese Aktion gefreut. Ueber 70 Kaertchen hingen zum Schluss der Veranstaltung
zwischen den Fotos. Ich moechte Ihnen einige der ausgewaehlten Wuensche nennen:
behueten, auffangen, geduldig sein Ich moechte wieder Kraft tanken
Musik machen - und mir und anderen Freude bereiten beruhigen - Ich wuensche mir Gesundheit sich mit anderen verbinden - nur gemeinsam kann man schwierige Situationen bewaeltigen
fuer jemanden sorgen Deine Seele beruehren loslassen, verstehen, Traenen trocknen, Freude schenken, etwas wagen
bestaerken - Dass zusammengehalten wird. Damit unsere Mutter stark bleibt! Angst wegstreicheln, Glueck bringen Kraft geben - Frieden und Gesundheit ausruhen - gesund werden
Waerme schenken - und Verkrampfungen loesen
Auf den beiden Fotos von der Aktionswand sehen Sie die entstandene Collage. Der nachfolgende Text stand in der
Mitte der Aktionswand:
HAENDE ...
spielen in unserem Leben eine grosse Rolle. Diese Aktionswand zeigt HAENDE in verschieden-en Situationen: Bei der
Arbeit, in kuenstleri-schem Schaffen, oder in beruehrenden Momenten. Immer ist die HAND Ausdruck unseres Fuehlens
und Begreifens. Wir handeln! Kaum ein anderes Koerperteil des Menschen hat eine so starke Symbolik.
Jede HAND ist einzigartig! Ihre Schaffenskraft ist vielfaeltig. Sie ist unser wichtigstes Kommunikationsmittel. Eine kleine
Kinderhand schenkt uns ein paar Gaensebluemchen und oeffnet uns das Herz. Die kraeftige Hand eines Arbeiters
dagegen drueckt Staerke aus. Unsere Hand ist sehr vielseitig: Sie kann Mut machen, Zaertlichkeit ausdruecken,
greifen, schuetzen, bitten und streicheln. Sie kann Trost spenden, Zuwendung schenken oder Ablehnung signalisieren,
und vieles mehr. Mit der HAND bekraeftigen wir unsere Sprache. Wir nehmen mit ihr Kontakt zu anderen auf.
Fasziniert betrachten wir die fliegenden Haende von Gehoerlosen. Wir besiegeln eine Vereinbarung mit einem
Handschlag. Der HAENDEDRUCK gilt als Zeichen gegenseitigen Respekts. Es gibt Menschen, die mit den Haenden - sehen-. Wir kennen geschmeidige HAENDE und begnadete.
HAND in HAND
Ich wuensche Ihnen, dass Sie viele gute - Handlungen - nehmen und geben koennen! Birgit Depel
Fachbeitraege, Fachberichte
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Voraussetzungen fuer die ambulante Chemotherapie
Dr. med. Juergen Wehmeyer haematologisch-onkologische gemeinschaftspraxis Muenster www.onkologie-muenster.de
In der zytosta-tischen Behand-lung des Mam-makarzinoms als einer der vier Saeulen der Therapie neben Operation, Be
-strahlung und Hormontherapie sind in den letzten Jahren grosse Fortschritte erzielt worden. Auch wenn weitere
Verbesserungen dringend benoetigt werden, laesst sich doch feststellen, dass nicht nur die Chemotherapie selbst
wirksamer geworden ist, da mehr Patientinnen eine langfristige Tumorremission oder Heilung erfahren, sondern auch die
Vertraeglichkeit der Behandlung, z.B. durch eine bessere Begleittherapie, zugenommen hat. Trotz immer komplexerer
Therapieschemata, bedingt zum einen durch die Entwicklung neuer aktiver Substanzen und Kombinationstherapien,
zum anderen durch eine zunehmend individualisierte Behandlung der Patientinnen in Abhaengigkeit von dem jeweiligen
individuellen Risiko, sind heute fast alle Chemotherapieprotokolle ambulant durchfuehrbar. Eine Ausnahme bildet nur die
Hochdosischemotherapie mit nachfolgender autologer Stammzelltransplantation, deren Stellenwert jedoch bisher nicht
gesichert ist und die derzeit nur bei ausgewaehlten Patientinnen im Rahmen von klinischen Studien erfolgt. Fuer die
ganz ueberwiegende Mehrheit der Patientinnen mit einer Indikation zur zytostatischen Behandlung wird daher eine
ambulante Chemotherapie moeglich und empfehlenswert sein. Die Grenzen der ambulanten Chemotherapie liegen somit
nicht in der Art der Behandlung selbst begruendet, sondern in der jeweiligen besonderen Situation der Patientin. Nur in
Einzelfaellen kann, z.B. aus Gruenden der ungesicherten haeuslichen Versorgung und Betreuung bzw. Ueberwachung
der zwischen den Chemotherapiekursen zu erwartenden Nebenwirkungen, eine stationaere Betreuung und Ueberwachung voruebergehend sinnvoll sein.
Gegenstand der folgenden Ausfuehrungen ist ausschliesslich die klinische Situation, die eine Chemotherapie erfordert.
Dass die Entscheidung zur Chemotherapie anstelle eines anderen Behandlungsverfahrens oder zusaetzlich zu einer
anderen Therapiemodalitaet (Hormontherapie, Bestrahlung) selbst haeufig schwierig ist und in vielen Faellen
unterschiedliche Vorgehensweisen gut begruendet sein koennen, ist natuerlich unbestritten.
Die Entscheidung zur ambulanten Chemotherapie sollte im Idealfall im Einvernehmen zwischen dem fuer die Therapie
verantwortlichen, onkologisch erfahrenen Arzt und der informierten Patientin fallen. Dies bedeutet einerseits, dass die
Empfehlung fuer die Behandlung durch Aerzte erfolgt, die mit den Verfahren und deren Vor- und Nachteilen
hervorragend vertraut sind und diese taeglich durchfuehren, idealerweise in Absprache mit dem Hausarzt oder anderen
beteiligten Fachkollegen (Frauenarzt, Operateur, Strahlentherapeut). Andererseits soll die Patientin in die Entscheidung
fuer eine bestimmte Behandlung eingebunden werden. Dies wiederum setzt voraus, dass die Patientin in
allgemeinverstaendlicher Form ueber Art und Prognose ihrer Erkrankung, ueber das nach aktuellen wissenschaftlichen
Standards von den Fachgesellschaften in der Situation allgemein empfohlene Vorgehen und ueber die Chancen und zu
erwartenden Nebenwirkungen der dann in der speziellen Situation der Patientin vorgeschlagenen Behandlung
einschliesslich ggf. moeglicher Therapiealternativen umfassend informiert wird. Eine derartige Aufklaerung und
Besprechung erfordert viel Zeit und ist daher leider vielerorts noch nicht selbstverstaendlich. Eine trotz aller
Fortschritte nach wie vor nebenwirkungsreiche Behandlung darf dennoch m. E. nur mit ausdruecklicher Zustimmung einer ausreichend aufgeklaerten Patientin erfolgen.
Wesentliches Ergebnis des Gespraechs zwischen Arzt und Patientin ueber das weitere Vorgehen sollte die klare
Festlegung eines Therapiezieles sein. Dies wird nach meiner Erfahrung haeufig durch die Vielzahl der neu zu
vermittelnden Informationen ueber den Ablauf der Behandlung, Nebenwirkungen etc. uebersehen. Nur durch ein klares
Ziel, auf das sich Behandler und Patientin verstaendigen muessen, kann der Sinn einer Behandlung definiert werden.
Welche Ziele kommen dabei in Betracht?
Fuer die Entscheidung zu einer Chemotherapie ist es wesentlich, zwischen einem kurativen und einem palliativen
Behandlungsansatz zu unterscheiden. Kurativ meint, dass die Erkrankung in der vorliegenden Situation heilbar ist und
die Chemotherapie erfolgen soll, um die Heilungschancen zu erhoehen. Palliativ bedeutet, dass die Erkrankung nicht
heilbar ist und die Therapie andere Ziele verfolgt. Diese koennen in Abhaengigkeit von der jeweiligen Situation
durchaus unterschiedlich sein, lassen sich aber insgesamt meist so zusammenfassen: wenn die Erkrankung schon nicht geheilt werden kann, soll die Behandlung dazu beitragen, dass es der Patientin mit der Erkrankungmoeglichst lange
moeglichst gut geht.
Die Verstaendigung auf das Behandlungsziel in der kurativen Situation ist in der Regel nicht schwierig. Die allermeisten
Patientinnen werden die Therapie waehlen, die eine moeglichst gute Heilungsaussicht bietet und dafuer
Nebenwirkungen in Kauf nehmen, sofern diese voruebergehend und nicht bedrohlich sind. Die jeweilige Behandlung
sollte nach dem aktuellen Stand des medizinischen Wissens nach den Empfehlungen der Fachgesellschaften erfolgen (z
.B. Internationale Konsensuskonferenz von St. Gallen etc.). Nach diesen Empfehlungen ist heute in den allermeisten
Situationen eine Chemotherapie indiziert. Fuer die Patientin ist es wichtig zu erfahren, dass dieser Therapiestandard
eingehalten wird, die Aufklaerung sollte daher auch den Verweis auf die entsprechenden Empfehlungen enthalten. Ein
Abweichen von den Empfehlungen kann im individuellen Fall sinnvoll sein (z.B. besondere Begleiterkrankungen der
Patientin, die eine ansonsten sinnvolle Behandlung mit bestimmten Medikamenten unmoeglich machen oder die
Teilnahme der Patientin an einer klinischen Studie zur Pruefung neuer viel versprechender Behandlungsansaetze), sollte
dann aber auch entsprechend begruendet werden. Fuer die im Einzelfall dann vorgeschlagene Chemotherapie muss die
nach Datenlage zu erwartende Verbesserung der Heilungschancen gegen die zu erwartenden Nebenwirkungen der
Behandlung abgewogen und mit der Patientin besprochen werden. Welche Therapie konkret gewaehlt wird haengt vom
Rezidivrisiko der jeweiligen Tumorerkrankung und der individuellen Situation der Patientin ab, die Darstellung einzelner
Chemotherapieverfahren ist daher nicht Gegenstand dieser Darstellung. Alle derzeit empfohlenen Schemata sind jedoch
problemlos ambulant durchfuehrbar, wenn bestimmte Regeln eingehalten werden, die weiter unten im Text naeher besprochen werden.
Bei der Entscheidung fuer eine palliative Chemotherapie sind anders als bei der kurativen Behandlung die Therapieziele
in Abhaengigkeit von der individuellen Situation sehr unterschiedlich. Besonders zu beachten ist, dass auch eine
intensive und nebenwirkungsreiche Behandlung die Tumorkrankheit nicht beseitigen kann; dies sollte mit der Patientin
klar besprochen werden, da sonst in Verkennung der Situation falsche Entscheidungen getroffen werden koennten. Das Behandlungsziel ist eine moeglichst hohe Lebensqualitaet in der der Patientin mit der Tumorerkrankung
verbleibenden Zeit, diese kann in Abhaengigkeit von der Ausbreitung der Erkrankung wenige Wochen oder auch viele
Jahre betragen. In der Regel wird diejenige Therapie am besten sein, die mit moeglichst geringen Nebenwirkungen den
Tumor so kontrollieren kann, dass dieser selbst keine oder nur wenig Beschwerden macht. Ziel ist daher nicht so sehr
die maximale Tumorzellvernichtung sondern die Verhinderung von Symptomen nach dem Prinzip: so schonend wie
moeglich, so effektiv wie noetig. Eine Chemotherapie, die selbst unzumutbar krank macht, verfehlt dieses Ziel und ist
damit selbst dann verkehrt, wenn eine gute Tumorreduktion erzielt wird. Diese eigentlich einfachen Zusammenhaenge werden nach meiner Erfahrung in der palliativen Situation haeufig nicht bedacht.
Dennoch kann auch palliativ eine intensive Chemotherapie sinnvoll sein, naemlich immer dann, wenn der Tumor schon
starke Beschwerden verursacht oder eine klinische Verschlechterung unmittelbar droht. In diesen Faellen ist es
erforderlich, die Therapie mit der hoechsten Ansprechwahrscheinlichkeit einzusetzen und auch staerkere
Nebenwirkungen voruebergehend in Kauf zu nehmen, da der Nutzen der Symptomlinderung den Schaden durch die
zusaetzlichen Nebenwirkungen haeufig ueberwiegt. Diese Situation erfordert besondere klinische Erfahrung und einen
engen und vertrauensvollen Kontakt zwischen dem behandelnden Arzt und der betroffenen Frau, um einen unnoetigen
Schaden fuer die Patientin zu vermeiden. Der optimale Zeitpunkt fuer den Einsatz einer palliativen Chemotherapie ist
haeufig nicht eindeutig definiert und muss neben der Biologie der Erkrankung in besonderem Masse auch die
individuellen Beduerfnisse und Wuensche der Patientin mit einbeziehen. Eine optimale Therapie wird so eingesetzt, dass
der Patientin die fuer sie wichtigen Dinge des alltaeglichen Lebens erhalten bleiben oder wieder moeglich gemacht
werden, die Chemotherapie richtet sich nach der Patientin und nicht umgekehrt. Bei der Auswahl der geeigneten
Medikamente ist zu beruecksichtigen, welche Therapie die Patientin im weiteren Verlauf der Erkrankung vielleicht noch
benoetigen wird, da es ein Ziel der Behandlung ist, die Erkrankung „chronisch“ zu machen.
Alles bisher Gesagte gilt natuerlich fuer eine stationaere Behandlung genauso wie fuer die ambulante Therapie. Was ist
also das besondere an der ambulanten Behandlung?
Der optimale Einsatz der Supportivtherapie
Die optimale Versorgung aller an der Therapie Beteiligten - einschliesslich der Patientin - mit allen erforderlichen
Informationen zum Ablauf der Behandlung und den moeglichen Komplikationen
Zu 1)
Die Entwicklung der Supportiv- und Begleittherapie hat die ambulante Chemotherapie erst moeglich gemacht.
Regelhafte Folge der Infusion oder oralen Einnahme der Zytostatika war frueher u. a. lang anhaltendes und heftiges
Erbrechen, was bis heute die Angst vieler Patienten vor einer Chemotherapie begruendet. Durch die Entwicklung der
modernen Antiemetika (Medikamente, die Erbrechen verhindern sollen) hat diese Nebenwirkung viel von ihrem
Schrecken verloren. Auch wenn Uebelkeit und im Einzelfall auch Erbrechen noch vielen Patienten Probleme bereiten,
sind diese Nebenwirkungen nicht mehr so unertraeglich, dass sie den Aufenthalt in der gewohnten haeuslichen
Umgebung und ohne pflegerische Unterstuetzung unmoeglich machen wuerden; im Gegenteil ist es eher so, dass
Patienten auch und gerade im Hinblick auf die Nebenwirkungen der Therapie davon profitieren, dass sie der
Krankenhausatmosphaere entgehen koennen. Andere Nebenwirkungen wie Mukositis (Entzuendung der Schleimhaeute
mit Symptomen wie z.B. Durchfaellen oder Magenschmerzen) oder die Entwicklung einer behandlungsbeduerftigen
Anaemie (Blutarmut) sind gut ambulant behandelbar, erfordern aber den regelmaessigen Kontakt zum Arzt. Ein
wesentliches und durch die Entwicklung effektiverer Chemotherapieprotokolle in den letzten Jahren zunehmendes
Problem der zytostatischen Behandlung gerade beim Mammakarzinom ist das Auftreten einer kritischen Neutropenie
(hochgradige Verminderung der weissen Blutkoerperchen) zwischen den Chemotherapiekursen mit dadurch deutlich
erhoehtem Risiko fuer auch bedrohliche Infektionen. In dieser Situation ist haeufig der Einsatz von bestimmten
Antibiotika erforderlich, bei lang dauernder Neutropenie kann prophy-laktisch der Einsatz von Wachstumsfak-toren
sinnvoll sein, die die Ausreifung neu-er weisser Blut-koerperchen be-schleunigen. Fuer den optimalen Erfolg der am
-bulanten Che-motherapie ist wesentlich, dass der behandelnde Arzt mit diesen Nebenwirkungen und den
erforderlichen (haeufig sehr teuren und die Kosten der Zytostatika ueberschreitenden) Medikamenten zu ihrer
Behandlung gut vertraut ist und sie nach den Empfehlungen der Fachgesellschaften auch einsetzt.
Zu 2)
Da die akuten Nebenwirkungen der Chemotherapie wie sofortiges Erbrechen etc. anders als frueher nicht mehr im
Vordergrund stehen, treten die wesentlichen Nebenwirkungen der Behandlung zwischen den Therapien auf, wenn die
Patientin zu Hause ist. Regelmaessige aerztliche Kontrollen zur Ueberwachung der Patientin sind daher erforderlich,
diese koennen in den meisten Faellen beim Hausarzt erfolgen, sofern dieser von vornherein mit in die Behandlung
eingebunden worden ist und die noetigen Informationen und Handlungsanweisungen erhaelt. Der Hausarzt ist in der
Regel nicht mit den heute ueblichen, sehr komplexen Chemotherapieprotokollen vertraut, daher muss eine schriftliche
Information zu dem zu erwartenden Verlauf und den erforderlichen Kontrollen detailliert und zeitnah uebermittelt
werden und die Moeglichkeit zur telefonischen Ruecksprache mit dem behandelndem Facharzt jederzeit gewaehrleistet
sein (dies gilt natuerlich auch, wenn eine Patientin nach einer stationaeren Therapie bis zum naechsten Kurs in die
ambulante hausaerztliche Betreuung entlassen wird). Ausserdem ist eine umfassende, moeglichst zusaetzlich auch
schriftliche Information der Patientin ueber die zu erwartende Entwicklung und haeusliche Verhal-tensmassnahmen essen-tiell fuer den Erfolg der Behandlung.
Wichtiger als die kontinuierliche Ueber-wachung ist die gute Aufklaerung.
Diese sollte in jedem Fall umfassen:
Infektionsrisiko in Neutropenie:
- Umfang der Blutbildkontrollen (z.B. 1x/Woche oder 2x/Woche), Antibiotikaeinnahme,
Wachstumsfaktoren - Meidung von Situationen mit hohem Infektionsrisiko (Menschenansammlungen, oeffentliche Sauna etc.)
- Aber: stationaere Aufnahme zur intravenoesen Antibiotikatherapie nur bei Infektzeichen (z.B. hohes Fieber) und Neutropenie. Eine hochgradige Neutropenie allein ist kein Grund fuer eine
stationaere Behandlung (merke: Krankenhausbakterien sind gefaehrlicher als die Erreger zuhause).
Verhalten bei unerwartet starker Uebelkeit und anhaltendem Erbrechen
- Medikamente mit detailliertem Plan fuer die regelhafte Einnahme und ausserdem Bedarfsmedikation mitgeben - Tipps zur Ernaehrung
- Notfall-Telefonnummer, ggf. persoenlicher Kontakt am Folgetag (z.B. Infusion)
Mukositis und Phlebitis (Venenentzuendung)
- aerztliche Kontrolle beim Hausarzt oder in der Facharztpraxis
- regelmaessige Mundhoehleninspektion
Anaemie
- Labor-Grenzwerte, bei denen ein vorzeitiger Kontakt stattfinden sollte, ggf. Bluttransfusion
oder Erythropoetingabe (hormonaehnlicher Stoff, der die Bildung von roten Blutkoerperchen stimuliert)
Allergische Reaktionen
- Hautausschlag, Fieber, Oedembildung etc.
Verhalten bei unerwarteten Veraenderungen, die nicht besprochen wurden
- unmittelbarer tel. Kontakt der Patientin zum behandelnden Arzt
Vorkehrungen, die einen komplikationsarmen Ablauf der Behandlung gewaehrleisten sind z.B.:
- ausfuehrliche Besprechung der wichtigsten moeglichen Nebenwirkungen, Bedarfsmedikamente mitgeben
- Therapiepass (Kurzbefunde, Therapiekurse, Blutwerte auf einen Blick) - Brief sofort
- Hausarzt anrufen, Vorgehen abstimmen (wer macht was)
- Private Telefon- und Handynummer oder praxisinterne Notrufnummer in Therapiepass
- Kopie der Berichte an Patientin fuer selbst anzulegende Akte
Die Moeglichkeit der ambulanten Chemotherapie ist nicht abhaengig von der Art der Chemotherapie. Sie
haengt ab von:
- Wunsch der Patientin
- Allgemeinzustand der Patientin
- Haeuslicher Situation, ggf. Gewaehrleistung der haeuslichen Versorgung
- Organisation der hausaerztlichen Mitbetreuung
- Ausreichend guter Erreichbarkeit der Therapieeinheit
- Ausreichendem Verstaendnis der Patientin (in Ausnahmefaellen der Angehoerigen) fuer
die erforderlichen Verhaltensmassnahmen und Zwischenkontrollen
== ambulante Chemotherapie funktioniert gut, wenn alle gut Bescheid wissen
Nach unseren eigenen Erfahrungen sind bei einem Vorgehen wie oben geschildert in den letzten 5 Jahren weniger als 1
% der Therapiekurse mit fuer die Patientin unerwarteten schweren Nebenwirkungen verlaufen und nach weniger als 0,1
% aller Therapiekurse war wegen der Therapie eine Krankenhauseinweisung erforderlich.
Anmerkung:
Die Bezeichnung Arzt, Behandler etc. umfasst ausdruecklich auch weibliche Mitglieder der jeweils so bezeichneten
Berufsgruppe. Die Verwendung des Begriffs „Patientinnen“ erfolgte ebenfalls nur zur leichteren Lesbarkeit des Textes,
maennliche Patienten mit Mammakarzinom sind natuerlich genauso angesprochen.
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Angstbewaeltigung bei Brustkrebs
Vortrag vom 26.05.2004 Dr. Gerhard Strittmatter, Fachklinik Hornheide
Die Zehn Gebote der Krebsbewaeltigung:
- Krebs veraendert Dein Leben. Akzeptiere dies. - Du
bestimmst ueber Dich. Lass Dir nichts einreden. - Du waehlst den behandelnden Arzt. Nimm, dem Du vertraust. - Du
entscheidest ueber noetige Hilfe. Lerne, sie anzunehmen. - Geh offen mit der Krankheit um. Versteckspielen belastet.
- Angst, Schuldgefuehl, Traurigkeit duerfen sein. Nimm sie an und beherrsche sie.
- Behalte die Hoffnung. Sie hat viele Gesichter. - Besinne Dich auf Deine Staerken. Sie sind Kraftquellen.
- Sei offen fuer Neues. Neugier ist gesund. - Krebs bedeutet manchmal Tod, aber immer Chance.
Bewaeltigungsstrategien
Informationen einholen
Den Verstand benutzen, sich nichts einreden lassen
Selbstbestimmung behalten
Auf vertrauensvolle Arzt-Patient-Beziehung bauen
Als Partner, Familie, Freunde zusammenstehen
Gefuehle ernstnehmen, annehmen und offen ansprechen
Beduerfnisse offen formulieren
Sich den Aengsten stellen
Pragmatisch vorgehen, einen Schritt nach dem anderen tun
Konflikte als normal betrachten
Mut zur Weiterentwicklung, als einzelner, als Partner, als Familie
Offenes Umgehen mit der Krankheit
Ergaenzende Behandlungsmethoden einsetzen
Unterscheiden zwischen serioesen Behandlern und Scharlatanen
Gesunde Lebensweise: Ernaehrung, Bewegung
Zugang zur inneren Ruhe finden
Kraftquellen entdecken und nutzen
Hoffnung nie aufgeben
Existenzielle Erfahrungen vertiefen, achtsam und bewusst leben
Spiritualitaet, Sinnfindung, Glaube
MUT, Selbsthilfegruppen, Krebsberatungsstelle
Psychotherapeutische Unterstuetzung in Anspruch nehmen
Zitate:
Herr K., 28 Jahre: Sagt nicht, es ist alles gut. Sondern sagt mir, dass Ihr mich lieb habt.
Frau B., 48 Jahre:
... bis in mir immer staerker der Gedanke wuchs und zur Gewissheit wurde und mein Bewusstsein sich verstaerkte, dass ich jetzt lebe.
Frau Z., 25 Jahre:
Jetzt weiss ich, wie viel es wert ist, gesund zu sein und das Leben zu geniessen. Ich nutze die Zeit, die mir die
Krankheit gibt, glaube sogar, dass sie die Auszeit ist, die ich mir selber nie gegoennt habe.
Herr G., 59 Jahre:
Wenn man erkennt, dass es nicht darum geht, wieder der Alte zu werden, sondern zu leben, wie es unter den Umstaenden moeglich ist, bewaeltigt man Aengste, entspannt und schoepft neue Kraft.
Dr. Gerhard Strittmatter, Dipl.-Psych. Dipl.-Theol.
Psychologischer Psychotherapeut
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut
Abteilung fuer Psychosoziale Onkologie
Fachklinik Hornheide
Dorbaumstrasse 300
48157 Muenster
E-Mail: gerhard.strittmatter@fachklinik-hornheide.de
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Glueck kennt man leider nur im Unglueck. Gesundheit schaetzt man nur als Kranker.
Ernaehrungstherapeutische Interventionsmoeglichkeiten bei Krebs
Internettipps fuer Krebspatienten
Essen und Trinken haelt Leib und Seele beisammen sagt der Volksmund und zwar zu Recht. Denn Essen und Trinken ist
ein koerperliches Grundbeduerfnis, das mit Genuss, Wohlbefinden und Lebensqualitaet verbunden ist.
Ueber die Nahrung bekommt der menschliche Organismus eine Vielzahl vonlebensnotwendigen Naehrstoffen und
gesundheitsfoerdernden Inhaltsstoffen, die zur Gewaehrleistung aller Koerperfunktionen erforderlich sind.
Kohlenhydrate, Eiweiss und Fette sind dabei fuer die Energiegewinnung, fuer die koerperliche und geistige
Leistungsfaehigkeit ebenso wichtig wie Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundaere Pflanzenstoffe.
Die Hoehe der Naehrstoffzufuhr sollte in erster Linie einen adaequaten (bedarfsgerechten) Ernaehrungszustand sichern
und damit auch zur Praevention verschiedener Erkrankungen beitragen.
Wie eine vollwertige und ausgewogene Ernaehrung aussehen sollte, zeigt die Deutsche Gesellschaft fuer Ernaehrung e.
V. (DGE), die auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse die wichtigsten Regeln zur gesunden Ernaehrung
aufgestellt und vielfach publiziert hat (siehe Internettipp). Jedoch zeigt sich in der taeglichen Esspraxis, dass diese Empfehlungen nicht ausreichend befolgt werden.
Neben anderen Risikofaktoren (Rauchen, Bewegungsmangel, Stress) gehoeren falsche Ess- und Trinkgewohnheiten
(Fehlernaehrung) zu den Faktoren, die die Entstehung einer Krebserkrankung beguenstigen.
MANGELERNAEHRUNG BEI KREBS
Viele Patienten leiden im Laufe der Therapie an Gewichtsverlust, bzw. zeigen schon zu Beginn ihrer Diagnosestellung
einen ungewollten Gewichtsverlust, so dass der Ernaehrungszustand von Krebspatienten haeufig nicht ausreichend ist.
Mangelernaehrung und Gewichtsabnahme sind multifaktoriell verursacht, wobei krankheitsbedingte Ernaehrungsproble
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Krankheitsbedingte Ernaehrungsprobleme
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* Der Naehrstoffbedarf ist als Folge des Tumorwachstums meistens erhoeht
(tumor- und therapieinduzierte Stoffwechselveraenderungen)
* Die Tumortherapien (Bestrahlung und Chemotherapie) sind mit verschiedenen
Ernaehrungsproblemen verbunden: Appetitlosigkeit, Erbrechen, Geschmacksveraenderungen,
Malabsorption, Kau- und Schluckbeschwerden, Durchfall u. a.
* Unzureichende Verdauung und Resorption
* Erhoehte Naehrstoffverluste
* Operative Eingriffe am Verdauungstrakt
* Krankheitsaktivitaet: Fieber, Nachtschweiss, Schmerzen
* Psycho-soziale Faktoren, subjektives Befinden
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me eine entscheidende Rolle spielen:
Ein mangelhafter Ernaehrungszustand verschlechtert wiederum die Wirksamkeit und Vertraeglichkeit der spezifischen
Tumortherapien, erhoeht die Komplikationsrate, die Krankenhausverweildauer und vermindert die Lebensqualitaet der
Patienten. Eine fruehzeitige Ernaehrungstherapie sollte daher immer zur Vorbeugung und Behandlung der Mangelernaehrung eingesetzt werden.
Die Erfassung des Ernaehrungszustandes
Zur Bestimmung und Kontrolle des Ernaehrungszustandes bei Krebspatientenmuessen mehrere individuelle Parameter in
Betracht genommen werden:
Eine klinisch relevante Mangelernährung wird angenommen bei:
- § Gewichtsverlust von mehr als 10 % des Körpergewichts in sechs Monaten oder
- § Gewichtsverlust von mehr als 3 % des Körpergewichts in drei Monaten und
- § unzureichende Energieaufnahme
- < 500 Kcal am Tag oder
< 60-80% des Bedarfs
Bioelektrische Impedanzanalyse
Das Koerpergewicht beantwortet aber nicht die Frage, wie sich der Anteil des Wassers, Fett-, Mager- und
Muskelmasse im Koerper verteilt und veraendert. Ausmass und Dynamik dieser Veraenderungen koennen unter Einsatz
der Bioelektrische Impedanz-Analyse (B.I.A.) erfasst werden. Die B.I.A. Messung optimiert und vereinfacht die
Diagnostik des Ernaehrungszustandes und damit auch die Erhebung des individuellen Ernaehrungsstatus von Patienten.
Bei der B.I.A. wird jeweils ueber zwei Messelektroden, die an den Haenden und Fuessen befestigt werden, ein
elektrisches Wechselstromfeld erzeugt, welches den Widerstand der Messperson erfasst. Ueber die gemessenen
Parameter (Impedanz und Phasenwinkel) und der einzugebenden Daten wie Gewicht, Groesse, Geschlecht und Alter,
erhaelt man ein deutliches Bild ueber die genaue Zusammensetzung des Koerpers. So verraet Ihnen die BIA-Analyse
wie hoch die koerpereigenen Fettreserven sind, wie stark der Anteil der aktiven Koerperzellmasse ist (Muskelzellen) und wie viel Wasser im Koerper vorhanden ist.
Die Messung dauert nur wenige Minuten und stellt keine Belastung fuer den Patienten dar.
Bei speziellen Ernaehrungsproblemen und Ernaehrungsformen (z.B.: enterale und parenterale Ernaehrung) sind die B.I.A
. Wiederholungsmessungen fuer eine Kontrolle des Therapieerfolges und Indikationsstellung fuer eine weitere
ernaehrungsmedizinische Intervention von grosser Bedeutung. Eine kontinuierliche und detaillierte
Verlaufsdokumentation ermoeglicht es zudem, eine Mangelernaehrung fruehzeitig zu erkennen und entgegenzuwirken.
GEZIELTE ERNAEHRUNGSTHERAPIE
Es gibt keine allgemeine Krebs-Diaet, jedoch viele Moeglichkeiten, eine optimale Naehrstoffversorgung zu sichern und
damit die Therapieeffektivitaet zu verbessern. Auf Grund der Vielschichtigkeit des Krankheitsbildes einer
Krebserkrankung besteht die Notwendigkeit einer individuellen und an die jeweilige Situation angepassten Ernaehrung.
Die Empfehlungen zur Auswahl der richtigen Ernaehrung erfordern eine individuelle Ernaehrungsanamnese und eine
umfassende Diagnostik des Ernaehrungszustandes.
VERSCHIEDENE FORMEN DER ER-NAEHRUNG BEI KARZINOMPATIENTEN
Zur Besserung des Allgemeinzustandes sollte die normale (orale) Ernaehrung so lange wie moeglich aufrecht erhalten
werden. Erst wenn eine adaequate orale Ernaehrung ueber einen laengeren Zeitraum nicht moeglich ist, bzw. nicht
ausreicht um den Bedarf zu decken, besteht eine Indikation fuer eine kuenstliche enterale Ernaehrung.
So bietet die Industrie zur Aufrechterhaltung einer optimalen Naehrstoffversorgung eine breite Palette spezieller
Trinkzusatznahrungen, die zusaetzlich zur oralen Ernaehrung getrunken werden koennen. Je nach Bedarf werden
verschiedene Produkte der unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen und Zusammensetzungen angeboten.
Ist es dem Patienten nicht mehr moeglich ueber den oralen Weg die Nahrung aufzunehmen, kann ueber den Einsatz
einer enteralen Sondenkost nachgedacht werden. Auch hier gibt es neben der Standardnahrung, die alle notwendige Naehrstoffe enthaelt, auch Spezialnahrungen, deren
Zusammensetzung auf die spezielle Stoffwechsellage des Patienten abgestimmt ist, z.B.: fuer Diabetiker oder niereninsuffiziente Patienten.
Durch eine enterale Ernaehrung kann ein fortschreitender Gewichtsverlust verhindert oder reduziert werden sowie die
Darmtaetigkeit und Verdauungsfunktionen guenstig beeinflusst werden. Bei Kopf-Hals- oder Ösophagustumoren und starken Kau- und Schluckbeschwerden ist meistens eine enterale Therapie
ueber eine Sonde angezeigt, und dies bedeutet fuer den Patienten eine Erleichterung der Therapie und Verbesserung des Wohlbefindens.
Wenn eine Ernaehrung ueber den Verdauungstrakt nicht erfolgen kann ist eine parenterale (intravenoese) Ernaehrung
angezeigt, bei der die Ernaehrungsloesung direkt ueber die Venen in das Blut gegeben wird.
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