MUT e.V.  Münster
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 Bearbeitung:
 Martin Schneider

Info-Brief 7

      .                     

 Liebe Leserin,  lieber Leser!

Nachstehend finden Sie den Info-Brief 7 von MUT e. V.  aus April 2002.
Der Brief wurde in einer besonderen Text-Datei zusammengefasst,  das Layout dieser Datei entspricht natürlich nicht dem Layout des Originals. Es fehlen z. B. die Bilder. Den Text haben wir hier als Fließtext erfaßt - keine Spalten, wie im Original. Das Original können Sie sich als PDF-Datei anschauen.

Der Info-Brief 7 als PDF-Datei.

7. Info-Brief                                              April 2002

 Die Steine auf Deinem Weg sollen Dir

keine Hindernisse sein,
 die Du mühsam überwinden musst.

 Ich wünsche Dir,
dass Du in ihnen auch die Möglichkeit siehst,
 die Brücke zu bauen,

die Dich über den Abgrund trägt.

  .                    Inhaltsverzeichnis                     .

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Grußwort

Aktuelle Termine und Veranstaltungen

Der neue Vorstand stellt sich vor

Rückblick

Treffen mit Kloster Paradiese Soest in Münster
Aktion Lucia
Demo Berlin 2001
Kongress in Ibbenbüren
Patientinnen-Kongress in Münster am 27.01.2002
Podiums-Veranstaltung im Rathausfestsaal am 13.02.2002

Fachbeiträge, Fachberichte

Dr. Bernd Bauer, Hospizbewegung Münster
„Es gibt keine Garantien“


Dipl.-Theol. Petra Jebali, Uni-Frauenklinik Münster
„Was leistet die Psychoonkologie?“


Erfahrungsberichte

Annette Rexrodt von Fircks
„Entscheiden Sie sich für das Leben


Die Selbsthilfe „Frauen – Leben mit Brustkrebs“
Gritli Dieckmann: „Komplementäre Therapien“

Rubrik: Was es sonst noch gibt

Vereins-Informationen
MUT-Stammtisch
Neuer Ratgeber
Mit Sport gegen Brustkrebs
Preis für Münster
Der Informationsdienst Krebsschmerz

Die Schmunzelecke

Impressum

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                                     Grußwort                                   .

 Liebe Mitgliedsfrauen und – männer,

verehrte Leserinnen und Leser,

 ich begrüße Sie ganz herzlich und lade Sie zum Lesen unseres 7. Info-Briefes ein. Sie werden feststellen, dass wir einige Veränderungen vorgenommen haben. Auf der letzten Mitgliederversammlung des Vereins wurde einstimmig beschlossen, dass der Info-Brief jetzt viermal jährlich herausgegeben werden soll, um damit die Aktualität zu erhöhen. Es war auch der Wunsch der Mitglieder, den Brief nicht mehr zu umfangreich werden zu lassen. Die Termine und Veranstaltungen sind auf einer Seite zusammen gefasst und daher leichter auffindbar. Auch das Layout unseres Info -Briefes haben wir ein wenig verändert. Wir haben uns entschieden, den Text wieder in Spalten zu gliedern, weil wir glauben, damit eine bessere Lesbarkeit zu erzielen. Die Thematisierung von Beiträgen haben wir wieder fallen lassen, um mehr breit gefächerte Fachbeiträge und – berichte veröffentlichen zu können. Falls Sie uns Anregungen zur inhaltlichen und äußeren Gestaltung des Briefes geben oder selber einen Beitrag schreiben möchten, sind wir sehr daran interessiert. Sie können sich über das Vereinsbüro melden oder uns eine E-Mail an die folgenden Adressen senden: mut@muenster.org oderSchneider-Muenster@t-online.de.

 Auch unsere Internet-Seiten wurden neu gestaltet und haben ein anderes Gesicht erhalten. Schauen Sie doch mal hinein unter www.muenster.org/mut. Die Aktualisierung wollen wir mindestens einmal im Monat durchführen.

 Der Pressespiegel über die Aktivitäten von MUT e.V. war von September 2001 bis Februar 2002 sehr umfangreich. Er hätte den Rahmen unseres Briefes gesprengt. Deshalb haben wir alle Artikel und Beiträge als Sonderbeilage kopieren lassen und beigefügt. Daraus können Sie erkennen, dass wir an vielen verschiedenen Veranstaltungen teilgenommen haben , um das Anliegen von MUT e.V. in der Öffentlichkeit bekannt zu machen, z.B. am Osnabrücker Krebsinformationstag, an der Aktion Lucia, der Demonstration in Berlin, dem Patientinnen-Kongress der Uni-Frauenklinik Münster und der Podiumsdiskussion im Rathausfestsaal der Stadt Münster. Im „Rückblick“ dieses Briefes haben wir über diese Aktionen Textbeiträge geschrieben, um Sie zu informieren.

 Ich hoffe, dass Ihnen der neue Info-Brief gefällt und Sie über das Vereinsgeschehen informiert.

 Ihre
Gisela Schneider
1. Vorsitzende

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 .         .Aktuelle Termine und Veranstaltungen              .

Mittwoch, 27. März 2002  19.00 Uhr
im Vortragssaal der Sparkasse Münsterland Ost, in Münster,  Hötteweg 10:
„Der Umgang mit dem beschädigten Körper“
Referentin: Petra Jebali, Psychoonkologin an der Universitätsfrauenklinik, Münster

Mittwoch, 24. April 2002  19.00 Uhr

im Vortragssaal der Sparkasse Münsterland Ost, in Münster,
Hötteweg 10:
„Wandel des Denkens in der Medizin – Gesundheit versus Krankheit“
Referent: Dr. med. Thomas Hamm,
 Kloster  Paradiese, Soest

 Mittwoch, 22. Mai 2002  19.00 Uhr

im Vortragssaal der Sparkasse Münsterland Ost, in Münster,   Hötteweg 10:
„Diskussion zum Thema Nachsorge“
Referentin: Dr. med. Mechtild Kuhlmann, Gynäkologin, Münster

 Mittwoch, 26. Juni 2002  19.00 Uhr

im Vortragssaal der Sparkasse Münsterland Ost, in Münster,   Hötteweg 10:
„Das Bochumer Gesundheitstraining“
Referent: Erhard Beitel,  Dipl.-Psychologe, Essen

 Entspannung und Bewegung im Wasser für Brustkrebsbetroffene

Im Bewegungsbad der Uni-Kliniken Münster, Ebene 5 West
Termin: montags 17.45 – 19.00 Uhr
Anmeldung im Vereinsbüro, Telefon: 02501/70705

 ...und dann gibt es noch unseren
 Stammtisch im Kolping Tagungs-Hotel, Aegidiistraße in Münster

 16. Mai 2002   - 19.00 Uhr

13. Juni 2002   - 19.00 Uhr

 zu dem wir Sie nochmals recht herzlich einladen

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.                  Der neue Vorstand stellt sich vor               .

 

Am 22.11.2001 fand die Mitgliederversammlung unseres Vereins statt, auf der ein neuer Vorstand gewählt wurde. Zum bisherigen Vorstand gehörten Mechthild Bedenbecker-Busch, Brigitte Rühland, Birgit Booß, Gisela Schneider und Elisabeth Hoffmann. An dieser Stelle möchte ich mich bei den Mitgliedern dieses Vorstandes sehr herzlich für die engagierte Arbeit und ihren Einsatz für den Verein bedanken. Besonders bei Mechthild Bedenbecker-Busch, die als 1. Vorsitzende die Geschicke des Vereins maßgeblich mitgestaltet und viel Einsatzfreude gezeigt hat.

 Bedanken möchte ich mich auch bei Gilla Eggemann und Heliane Klose, die beide bislang die Telefon-Sprechzeiten des Vereins wahrgenommen haben, bei Elisabeth Hoffmann für ihre Loyalität und ihre Bereitschaft, die Info-Stände mit zu betreuen. Vielen Dank an die Kassenprüferinnen Ute Endjärv und Antonia Waning. Mein besonderer Dank geht an Martin Schneider, der mich bei der Computerarbeit unterstützt, für die Buchführung die Excel-Tabellen angelegt und die Internet-Seiten des Vereins neu gestaltet hat. Vielen Dank auch an Prof. Lellé, der uns immer in medizinischen Fragen beratend zur Seite stand.

 Für die nächsten zwei Jahre hat die Mitgliederversammlung die folgenden Frauen in den Vorstand gewählt:

Gisela Schneider, 1. Vorsitzende

Birgit Depel, 1. Stellvertreterin

Elisabeth Hoffmann, 2. Stellvertreterin

Antonia Waning, Vorstand

Helga Arnold, Vorstand

 Ein besonderes Anliegen des neuen Vorstandes ist die Kontaktpflege zu unseren betroffenen Frauen in der Selbsthilfe und zu den anderen Gruppierungen des Vereins. Wichtig ist, die Motivation unserer Mitglieder im Verein zu verbessern. Wir können nur gemeinsam etwas verändern und erreichen. Interessierte Frauen, die helfen möchten, sind uns sehr willkommen.

 Gestatten Sie noch den Hinweis, dass alle Vorstandsfrauen ehrenamtlich arbeiten. Das galt auch für den bisherigen Vorstand. Es werden keine Aufwandsentschädigungen oder andere Geldbeträge gezahlt. Zum Thema „Ehrenamt“ haben wir ein Gedicht von Wilhelm Busch in der „Schmunzelecke“ abgedruckt.

 An dieser Stelle möchte ich darauf aufmerksam machen, dass die außerordentliche Mitgliederversammlung unseres Vereins am 11.04.2002 um 19:30 Uhr im Tagungs-Hotel Kolpinghaus an der Aegidiistraße in Münster  stattfinden wird. Die Mitglieder müssen über den Beitritt zur „Koalition Brustkrebs“ und zur „Stiftung Koalition Brustkrebs“ entscheiden und abstimmen. Wir werden dazu noch besonders einladen.

 Gisela Schneider

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 .                                   Rückblick                                     .

 Treffen mit Kloster Paradiese Soest in Münster

 Fahrradtour vom Kloster Paradiese in Soest nach Stockholm-Vällingby über Münster

 Im Info-Brief Nr. 6 wurde bereits auf eine Veranstaltung mit dem Motto hingewiesen: „Gemeinsam gegen Krebs“. Am 19. August 2001 traf eine Radlergruppe von mit Krebs betroffenen Frauen und Männern vom Kloster Paradiese in Soest in Münster ein, um sich gemeinsam stark zu machen für eine neue Untersuchungsmethode: „Das Vällingby-Modell.“

 Bringen wir uns zunächst in Erinnerung, was das eigentlich ist. Vällingby ist eine kleine Stadt in der Nähe von Stockholm. In Schweden kann sich jede Frau ab dem 50. Lebensjahr alle zwei Jahre einer Früherkennungsuntersuchung gegen Brustkrebs unterziehen. Bei diesen Untersuchungen wird ergänzend zu Abtasten, Mammographie und Sonographie jeder auch nur geringste Verdacht mit Hilfe einer Feinnadelpunktion abgeklärt. Alle Untersuchungen werden ausschließlich von Spezialisten ambulant an einem Tag durchgeführt. Die Feinnadelpunktion ermöglicht am Untersuchungstag noch eine Abschlussdiagnose. Es gibt also kein langes Warten voller Unsicherheit und Angst. Wird ein bösartiger Tumor entdeckt, kann durch das enge und unmittelbare Zusammenwirken von Spezialisten mit einer Therapie am nächsten Tag begonnen werden.

 Die Radlergruppe traf am 19. August 2001 morgens gegen 11:00 Uhr auf dem Prinzipalmarkt ein und wurde von den Frauen von MUT e.V. empfangen. Untypisch für Münster war das wunderschöne Sommerwetter. Frau Karin Reismann, Bürgermeisterin der Stadt Münster, hatte uns in den Friedenssaal des Rathauses zur Begrüßung und zum kleinen Umtrunk und Gedankenaustausch eingeladen. Anschließend hielt Herr Dr. Eckhard Böcher, Chefarzt und ärztlicher Leiter der Klinik Kloster Paradiese in Soest, einen Vortrag in der VHS Münster über die Chancen des „Vällingby-Modells“. Anschließend wurde die Gruppe von MUT e.V. und der VHS Münster, die durch Frau Bedenbecker-Busch den Kontakt zu dieser Gruppe hergestellt hat, zu einem kleinen Imbiss und Getränken eingeladen. Am nächsten Morgen haben einige MUT-Frauen die Gruppe auf den ersten Kilometern Richtung Stockholm begleitet. Die Gruppe hat auch in anderen Städten in Deutschland und Schweden für viel Aufmerksamkeit gesorgt, weil das Anliegen außergewöhnlich und unterstützenswert war. In Schweden wurde ihr Anliegen im Rundfunk und im Fernsehen übertragen. Wie mir Herr Josch , einer der Organisatoren, berichtete, ist bis auf kleine Pannen alles wunderbar gelaufen. Er hat uns eine Postkarte aus Stockholm geschickt.

 Es war eine ungewöhnliche Aktion für einen guten Zweck, die viel Anerkennung verdient. Wir möchten von MUT e.V. den Kontakt zur Gruppe Kloster Paradiese weiter knüpfen. Aus diesem Grund wird Herr Dr. Thomas Hamm vom Kloster Paradiese für uns am 24.04.2002 den Vortrag halten „Wandel des Denkens in der Medizin – Gesundheit versus Krankheit“. Sie sind dazu alle herzlich eingeladen.

 Gisela Schneider

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 Aktion Lucia

Am 1. Oktober 2001 abends um 18.30 Uhr standen wir Frauen vom Verein MUT e.V. und der Selbsthilfe vor dem Rathaus in Münster. Wir unterstützten die bundesweite Aktion Lucia. 53 Kerzen hielten wir in der Hand. Ein Licht für jede Frau, die an diesem Tag in Deutschland an Brustkrebs gestorben ist.

 Tag für Tag sterben 53 Frauen in Deutschland an dieser Krankheit, das sind 18.000 Frauen jährlich. Für Frauen im Alter zwischen 30 und 50 Jahren ist Brustkrebs die häufigste Todesursache.

Das darf nicht so bleiben. Es muss mehr getan werden in Grundlagenforschung, medizinischer Versorgung und psychologischer Begleitung!

Auch wenn es das Wetter an diesem Abend nicht so gut mit uns meinte, durch unsere Lichter haben wir in Münster auf dieses wichtige Anliegen aufmerksam gemacht. Am Infostand konnten sich interessierte Bürger informieren und Fragen stellen. Gefreut haben wir uns, dass Bürgermeisterin Karin Reismann sich die Zeit genommen und durch ihren Besuch unsere Aktion unterstützt hat. Danke allen, die an diesem Abend dabei waren.

 Antonia Waning

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  Demo in Berlin 2001

 Die „Koalition Brustkrebs“ hatte zur Anti-Brustkrebs-Demo am 20. Oktober 2001 in Berlin aufgerufen.

Am Freitag, 19. Oktober 2001, fährt unser Bus nachmittags um 17.00 Uhr mit ca. 50 Demo-Teilnehmern in Münster ab. Nach einer zügigen Fahrt erreichen wir müde aber zufrieden gegen Mitternacht unser Hotel in Potsdam. Wir freuen uns über ein Begrüßungsgetränk, aber dann zieht es uns auf unsere Zimmer. Schnell duschen, sich so richtig ausstrecken und tief schlafen, steht ganz oben auf der Wunschliste.

 Am Samstagmorgen habe ich noch Zeit für einen kurzen Bummel durch Potsdam, bevor uns Mittags der Bus die letzten 30 km zum Treffpunkt „Straße des 17. Juni“ nach Berlin fährt. Hier haben sich ca. 500 mit Bus und Bahn angereiste Teilnehmer versammelt und erhalten von den Organisatoren pinkfarbene Luftballons und Flugblätter. Einige Teilnehmer tragen dazu auch noch den pinkfarbenen Schal von der Demo im letzten Jahr. Lautstark angeführt von einer Gruppe Trommlerinnen starten wir mit Bannern und Transparenten in Richtung Brandenburger Tor. Die Sonne scheint und der Trommelrhythmus zieht uns mit. Von Münster haben wir ein großes Transparent mitgebracht mit der Aufschrift:

Brustkrebs: wir fordern Qualität bei Diagnose und Therapie, jetzt!

 Ich gehe in der Gruppe mit und trage für einige Zeit dieses Transparent. Lange hatte ich überlegt, ob ich an dieser Demo teilnehmen soll. Ein Sponsor aus dem Pharmabereich und die Überlegungen zum Screening brustgesunder Frauen – beides finde ich nicht gut. Deshalb war ich im letzten Jahr bei der ersten Anti-Brustkrebs-Demo nicht dabei. Aber heute geht es um viele Forderungen, die ich unterstützen möchte.

 Auf unseren Bannern und Transparenten fordern wir:

–       mehr Gelder für die Krebs-Grundlagenforschung

–       Aufklärung über alle Therapiemöglichkeiten

–       Qualität bei Mammographie und Ultraschall und Begutachtung der Aufnahmen durch mehrere voneinander unabhängige Fachleute

–       das Recht zum Einholen einer Zweiten Meinung zu Diagnose und Therapie

–       bessere Zusammenarbeit von Gynäkologen, Radiologen und Pathologen 

–       u.v.m.

Unser Marsch erhält inzwischen viel Aufmerksamkeit. Mehrere Frauen tragen große Fotos, die ihren Oberkörper nach der Brustamputation zeigen. Betroffen bleiben Passanten stehen. Ungläubig und erschrocken sehen sie auf diese Tafeln und deren Trägerinnen. Das berührt auch uns und zeigt deutlich, dass Brustkrebs immer noch ein Tabu-Thema ist.

Eine Frau in der Gruppe trägt einen roten Overall und bittet alle Teilnehmer, ihre Namen darauf zu schreiben. Später will sie die Abbildung des Overalls ins Internet stellen. Mal sehen, was daraus wird.

Nachdenklich ziehen wir durch das Brandenburger Tor. Auf beiden Seiten entlang unseres Demo-Zuges sind breite pinkfarbene Bänder gezogen. Sie trennen uns von den Zuschauern und zeigen, dass Erkrankte mit Einschränkungen leben müssen. Deutlich ist aber auch zu sehen, wir sind Viele, gemeinsam sind wir stark und gemeinsam können wir etwas erreichen.

Meine Gedanken gehen zurück zum Jahr 1993. Über Behandlung und Therapie von Brustkrebs hatte ich mich damals noch nicht informiert. Dass ich eine Veränderung in der Brust fühlen konnte, beunruhigte mich nicht so sehr. Der Radiologe würde sicher – wie vor zwei Jahren – feststellen, dass es sich nur um eine Zyste handelt. Aber diesmal war eine Operation erforderlich und die Diagnose lautete: Brustkrebs. Es dauerte einige Zeit, bis ich das wirklich glauben und die Therapie annehmen konnte.

1998 bemerkte ich in der anderen Brust die gleiche Veränderung. Auch diesmal war es Brustkrebs. Jetzt konnte ich anders mit der Diagnose umgehen, denn inzwischen hatte ich das „Bochumer Gesundheitstraining“ kennen gelernt. Die Gedanken und Übungen zur Krankheitsbewältigung und zum Leben mit Brustkrebs haben mir sehr geholfen. In diesem Kurs lernte ich auch mutige Frauen kennen, die auf eine beeindruckende Weise mit der Erkrankung lebten. Seit dieser Zeit verbindet uns eine enge Freundschaft.

Wir ziehen weiter in Richtung Bebelplatz. Lautstark kündigt uns der Trommelrhythmus an, deutlich sind die Forderungen auf unseren Plakaten, provozierend die Fotos. Die Menschen, an denen wir vorbeiziehen, schauen uns nachdenklich an. Ich fühle mich an die Zeit erinnert, als mir die Diagnose mitgeteilt wurde. Alles ist wieder ganz nah: die Angst und Unsicherheit und die Fragen nach dem Wieso und Warum.

Gegen 16.00 Uhr erreichen wir unser Ziel, den Bebelplatz. Hier ist die große Schlusskundgebung. Dann tragen 1000 pinkfarbene Luftballons die Flugblätter mit unseren Forderungen in Berlins sonnigen blauen Himmel. Ein Bild, das wir so schnell nicht vergessen werden.

Wir sind erschöpft und froh, dass wir wieder in den Bus einsteigen können. Es ist noch Zeit für eine kleine Stadtrundfahrt durch unsere Hauptstadt. Vieles hat sich in Berlin geändert in den letzten Jahren. Dann fährt uns der Bus zum Treffen mit anderen Demo-Teilnehmern.

Später sitzen wir Münsteraner noch zusammen und sprechen über unsere Eindrücke ...

 Auch am Sonntag meint es das Wetter gut mit uns. Nach einem ausgiebigen Frühstück sind die Sachen schnell gepackt. Schloss Sanssouci und einen Teil der Gartenanlagen habe ich mir noch angesehen. Nach so viel Bewegung und frischer Luft konnte ich die ruhige Rückfahrt genießen. Unser Busfahrer hat jeden Stau gekonnt umfahren, so dass wir pünktlich gegen Abend in Münster ankamen.

 Alle Teilnehmer an der Demo hoffen dazu beigetragen zu haben, dass Veränderungen in Angriff genommen werden, damit Frauen Brustkrebs überleben.

 Antonia Waning

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Kongress in Ibbenbüren

Ibbenbürener Krebsinformationstag am 27.10.2001

 Der Onkologische Arbeitskreis Tecklenburger Land e.V.  und die Frauenklinik und das Brustzentrum Ibbenbüren haben am 27.10.2001 einen Informationstag unter dem Motto „Gesundheit für Frauen – Frauen fragen – Experten antworten“ durchgeführt. Die Schirmherrschaft hatte Frau Birgit Fischer übernommen, Ministerin für Frauen, Jugend, Familie und Gesundheit in NRW. Die Tagungsleitung lag in den Händen von Privatdozent Dr. med. Claus M. Schlotter, Frauenklinik Ibbenbüren.

 Es wurde das gesamte Spektrum des Brustkrebses von der Diagnostik bis zur Therapie, Behandlung und Nachsorge in den Vorträgen vorgestellt. Die Bandbreite zog sich über das Krebsregister, dem Risiko der Hormongaben beim Mammakarzinom, den modernen Therapien beim Mammakarzinom, der rechtzeitigen Früherkennung durch die Mammographie und der Reduktion von Nebenwirkungen der Chemo- und Strahlentherapie. Auch die Diagnostik und Therapie beim Unterleibskrebs der Frau, die moderne Schmerztherapie in der Onkologie sowie Krankheits- und Sterbebegleitung wurden angesprochen. Der Bogen wurde geschlagen über die Bedeutung und Vorteile bei Teilnahme an Studien bis zu den Grenzen komplementärer Maßnahmen in der Krebstherapie sowie der Möglichkeiten ergänzender Maßnahmen bis hin zur biologischen Krebsabwehr. Das Angebot der Krebsberatungsstelle des Tumorzentrums Münsterland e.V. wurde vorgestellt und die Frauenselbsthilfe nach Krebs hatte ebenso Gelegenheit, über die begleitende Nachsorge zu sprechen.

 Auch wir konnten uns als Verein durch einen Info-Stand präsentieren und erhielten die Möglichkeit, unsere Ziele dem Publikum in Form eines Vortrags darzustellen. Frau Bedenbecker-Busch übernahm die eigentliche Vorstellung des Vereins. Meine Aufgabe war es, unsere Broschüre zur Patientinnenbefragung auszugsweise zu präsentieren und zu erläutern.

 Das gesamte Programm wurde nach Inhalten in einzelne Sitzungen gegliedert. Anschließend erhielten die Frauen immer die Möglichkeit, Fragen zu stellen und mit den Experten und Ärzten zu diskutieren. Dieses Angebot wurde sehr rege wahrgenommen.

 Die Veranstaltung war sehr gut besucht. Es war schon früh morgens ein ständiges Kommen und Gehen. Unser Info -Stand war ausgesprochen belagert, und wir hatten viel zu tun. Obwohl es sehr anstrengend war hat es doch viel Spaß gemacht, Rede und Antwort zu stehen. Es zeigt auch, wie viel Informationsbedarf hier besteht.

 Gisela Schneider

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Patientinnen-Kongress vom 27.01.2002 in Münster

 Am Sonntag, 27.01.2002, fand in der Aula des Schlosses in Münster ein Patientinnen-Kongress „Brustkrebs“ statt. Ausgerichtet wurde der Kongress von der Univers.-Frauenklinik Münster (Herrn Prof. Dr. Kiesel und Herrn Dr. Jackisch) und vom Westdeutschen Brust-Centrum (WBC), Düsseldorf (Herrn Dipl.-Biol. Poetsch). Über 350 TeilnehmerInnen haben sich entschieden, diesen Informationstag zu nutzen. Selbst größere Anreisen (von bis zu 60 km) wurden in Kauf genommen.

 Woher diese große Resonanz? Die hohe Teilnehmerzahl spricht für das Interesse der Frauen und Männer, Neues über die Erkrankung und bestimmte Therapien (z. B. Antikörper-Therapie) zu erfahren. „Im klinischen Therapiealltag fehlt oft die Zeit, auf die individuellen Bedürfnisse der an Brustkrebs erkrankten Frau einzugehen“, stellte Herr Dr. Jackisch fest. Auch wenn die Ärzte heute mehr und mehr versuchen, sich Zeit für ihre Patientinnen zu nehmen und ganzheitlich zu behandeln, bieten Veranstaltungen wie diese den Frauen ein Forum, sich mit Fachleuten und TeilnehmerInnen auszutauschen.

 Der Aufklärungsbedarf ist groß, denn jede 10. Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Allein in Münster erkranken im Jahr etwa 180 Frauen. Es gibt Standard-Therapien und allgemeine Behandlungskonzepte. Doch oft gibt es eben auch unterschiedliche Meinungen, wie behandelt werden kann oder soll. Und eine informierte Patientin trägt nicht zuletzt mit ihrem Wissen um die Erkrankung zum Therapie- und damit zum Heilerfolg bei. Ein partnerschaftliches Verhältnis aufzubauen, schadet auch dem Arzt nicht! Mit dem Patientinnen-Kongress wollten die ReferentInnen auch eine Lanze im Hier und Jetzt brechen. Sie stehen ein für mehr Aufklärung und Verständigung. Sie ermutigten die Frauen , sich zu informieren, sich Zweitmeinungen einzuholen. Mehr Aufklärung bedeutet mehr Wissen, mehr Wissen bedeutet, selbst entscheiden zu können. Der Kongress gliederte sich in 2 Hauptteile. Im ersten Teil ging es um die Diagnostik, Operation und Strahlentherapie von Brustkrebs. Welche individuellen Operations-Techniken gibt es? Was versteckt sich hinter dem Begriff „Wächterlymphknoten“? Wann soll bestrahlt werden (vor, während oder nach der Operation)?

 Die anschließende Pause wurde von den TeilnehmerInnen genutzt, sich an den INFO-Ständen zu informieren, sich am Büffet für den nächsten Teil zu stärken, und nicht zuletzt um einen regen Gedankenaustausch untereinander und mit den ReferentInnen zu führen.

 Teil II der Veranstaltung befasste sich mit dem Thema „Systemische Therapien“ wie Antihormonelle Therapie, Antikörper-Therapie. Was ist eigentlich „Fatigue“? Wer diagnostiziert dieses Erschöpfungssyndrom? Welche Rolle spielen Umwelteinflüsse? Welche „Alternativen Behandlungsformen“ gibt es? Der letzte Vortrag beschäftigte sich mit dem Thema „Was leistet die Psychoonkologie?“. Wie erlebe ich die Diagnose? Was kann ich selbst tun, um mich besser zu fühlen? Wie kann ich Nebenwirkungen reduzieren? ÄrztInnen wissen heute: Es kommt darauf an, den Frauen ein Stück Sicherheit nach der Diagnose zurückzugeben. Denn oft wächst der Krebs unbemerkt. Die Frauen fühlen sich von ihrem Körper betrogen. „Es ging mir doch gerade so gut? Das kann doch nicht sein?“

 Alle Vorträge wurden in Kurzreferaten von max. 15 Minuten gehalten. Im jeweils abschließenden Teil hatten die TeilnehmerInnen Gelegenheit, ihre gesammelten Fragen in einer Diskussionsrunde direkt an die ReferentInnen zu richten . Bereits im ersten Diskussionsteil zeigte sich sehr rasch, wie groß der Informationsbedarf ist. Vor allem wurde eines klar: „Brustkrebs ist keine Notfall-Erkrankung!“ Das stellten die ReferentInnen immer wieder heraus. Bei gestellter Diagnose haben Frauen Zeit (!), sich in Ruhe zu informieren, um gemeinsam mit ihren ÄrztInnen die für sie optimale Therapieform zu finden. Die Belastungen während der Therapien sind nicht wegzureden; dennoch kann man sagen, dass die Therapien heute besser verträglich sind als sie es noch vor 20 Jahren waren. Positiv ist vor allem die Feststellung: Auch heutige Standards sind noch zu verbessern. Dies gilt besonders für den Bereich der „Psychischen Belastungen“ durch die Erkrankung. Optimieren der Therapie bedeutet heute, gemeinsam mit der betroffenen Frau eine Therapieentscheidung zu treffen. Mit ihr – nicht über sie hinweg! Vor allem im psychischen Bereich gilt es achtsamer zu sein, und mehr auf die betroffene Frau einzugehen. Ihr das Gefühl zu geben, dass man auch weiterhin für sie da ist.

 Veranstalter und ReferentInnen haben zum Erfolg des Kongresses beigetragen. Wir Frauen von MUT e.V. hatten zum ersten Mal Gelegenheit, zu zeigen, dass wir eine Veranstaltung wie diese mitorganisieren können. (Der E-Mail -Austausch zwischen Herrn Poetsch und MUT e.V. ist abgedruckt). Die TeilnehmerInnen wurden nach dem neuesten und aktuellsten Wissensstand aus erster Hand informiert. Und nicht nur sie waren am Ende informierter. Auch die ReferentInnen waren begeistert vom Fachwissen und den Fachfragen der TeilnehmerInnen.

 Unser Fazit also: Es war eine rundum gelungene Veranstaltung! Solche Kongresse müssen häufiger stattfinden! Wäre nicht ein Kongress, der den bereits informierteren (weil länger erkrankten) Frauen Möglichkeiten zum Austauschen geben könnte, wünschenswert?

 Schreiben Sie uns Ihre Meinung – Ihre Erfahrung.

 Birgit Depel

 E-Mail-Austausch (Auszug)

 Dienstag, 29.01.2002, schrieb der Vorstand von MUT e.V. an Herrn Poetsch vom WBC:

 Hallo Herr Poetsch,

 wir, der Vorstand von MUT – Frauen und Männer im Kampf gegen Brustkrebs e.V., möchten Ihnen noch einmal danken, dass wir Sie in der Organisation des Kongresses unterstützen durften. Es war für uns alle eine gute und sehr positive Veranstaltung. Alles hat reibungslos geklappt. Vor allem hat man deutlich gespürt, wie zufrieden auch die BesucherInnen und TeilnehmerInnen waren.

 Vielen Dank und liebe Grüße aus dem Vorstand von MUT e.V.

 Mittwoch, 30.01.2002, schrieb Herr Poetsch zurück an MUT e.V.

 Liebe Damen,

 warum danken Sie mir? Dank gebührt Ihnen und Ihrer Mitarbeit. Bei allen bisher von uns durchgeführten war dieser Kongress, die Veranstaltung, die bisher am rundesten lief. Ich glaube wir alle, die an der Veranstaltung beteiligt waren, können mehr als zufrieden sein. Auf jeden Fall werde ich den Kontakt zu Ihnen und zu Ihrem Verein halten und werde mich immer mal melden.

 

Winfried Poetsch

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Podiumsveranstaltung am 13.02.2002 im Rathausfestsaal der Stadt Münster

 „Brustkrebs – Früherkennung in der Diskussion. Für Frauen, die selbst entscheiden wollen“. Das war der Titel der Podiumsveranstaltung am 13.02.2002 im Rathausfestsaal der Stadt Münster am Prinzipalmarkt. Diese Veranstaltung wurde vom „Arbeitskreis Brustkrebsfrüherkennung“ geplant und durchgeführt. Der Arbeitskreis wurde gebildet von Mechthild Bedenbecker-Busch, VHS Münster, Dorothee Kleinschmidt, Ärztin bei Pro Familia, Claudia Holt-Greiwe, Mitarbeiterin der Krebsberatungsstelle des Tumorzentrums Münsterland e.V., Heliane Klose und Gisela Schneider von MUT e.V. Mit den ersten Vorarbeiten zu diesem Projekt wurde bereits im März 2001 begonnen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte dann doch die Veranstaltung im Februar 2002 durchgeführt werden. Ohne die großzügige finanzielle Unterstützung der Sponsoren wie der Sparda-Bank Münster e.G., des Frauenbüros der Stadt Münster sowie der Firmen Hoffmann LaRoche-AG und GlaxoSmithKline wäre eine Durchführung dieser Veranstaltung nicht möglich gewesen. An dieser Stelle unseren herzlichen Dank an die Sponsoren.

 Wenn man sich vor Augen hält, dass in Deutschland jährlich ca. 46 000 Frauen an Brustkrebs erkranken und ca. 18 000 Frauen daran sterben, wird deutlich, dass alles getan werden muss, um diese Sterblichkeitsrate zu senken. Die letzten Zahlen des Krebsregisters NRW weisen aus, dass allein in Münster jährlich 180 Frauen neu an Brustkrebs erkranken. Was können wir tun, um Abhilfe zu schaffen? Es gibt z.z. eigentlich nur eine Möglichkeit, die Sterblichkeitsrate zu senken: das ist die Früherkennung dieser Krankheit, die dann auch Thema der Podiumsdiskussion war.

 Von fachkompetenter Seite wurden die verschiedenen Methoden der Früherkennung wie Mammographie (Röntgenuntersuchung), Sonographie (Ultraschall) und die Selbstuntersuchung der Brust durch die MammaCare -Methode vorgestellt. Über die Möglichkeiten, Chancen und Risiken der Mammographie referierte die niedergelassene Radiologin Dr. Doris Rink aus Mainz. Diese Methode ist mit einer geringen Strahlenbelastung verbunden und bietet in Abhängigkeit von der Struktur des Drüsenkörpers eine bis 90%ige Diagnosesicherheit zur Früherkennung des Brustkrebses. In Kombination mit der Sonographie (Ultraschall) und dem Tastbefund wird diese Sicherheit noch erhöht. Die Qualität der Mammographie wird leider oftmals bemängelt. Gefordert werden hier Standards nach den EU-Leitlinien.

 Frau Dr. Christine Solbach von der Uni Frauenklinik Frankfurt informierte über die Selbstuntersuchung der Brust nach der MammaCare-Methode. Achtzig bis neunzig Prozent der Frauen ertasten ihren Knoten oder die Veränderungen in der Brust selbst. Um die Tastuntersuchung leichter lernen zu können, kann man dies mit Hilfe eines Silikonmodells üben, in dem verschiedene Knoten zu ertasten sind. Nicht jede ertastete Veränderung bedeutet Brustkrebs - im Gegenteil – vier von fünf entdeckten Knoten sind gutartig. Die Selbstuntersuchung ist ein wichtiger Schritt zur Früherkennung.

 Die Bedeutung des Ultraschalls in der Brustkrebsfrüherkennung wurde von Frau Dr. Elke Baez von der Uni-Frauenklinik Münster erläutert. Die Ultraschalluntersuchung der Brust bietet in vielen Fällen die Möglichkeit der genaueren Differenzierung eines klinischen Befundes und kann bei der Entscheidung helfen, welcher Knoten operiert werden muss und welcher verbleiben kann. Zusätzlich kann unter Ultraschall ein Knoten gezielt punktiert werden, um durch die feingewebliche Untersuchung der Punktionsprobe eine Diagnose zu erzielen. Ultraschall wird bei unklaren Tastbefunden, einem erhöhten Krebsrisiko bei familiärer Belastung, dichtem Drüsengewebe mit erschwerter Mammographiebeurteilbarkeit und unklaren Mammographiebefunden eingesetzt.

 Die Landesbeauftragte für Frauen des Landes Bremen, Frau Ulrike Hauffe, ging in ihrem Vortrag auf „die Brüste als ein Teil der ganzen Frau“ ein. Sie referierte über Anspruch und Wirklichkeit einer ganzheitlichen Medizin und ging sehr kritisch auf das Mammographie-Screening als Methode ein, weil auch hier die Frau nicht als Ganzes betrachtet wird. Es wird suggeriert, dass die Frauen selber Schuld sind, wenn sie einen Brustkrebs entwickeln und nicht an Reihenuntersuchungen teilgenommen haben. Die ganzheitliche Sichtweise der Frauen dagegen bietet die Möglichkeit, die Erkrankung eines einzelnen Organs als Störung des gesamten Organismus zu betrachten und somit auch eine die ganze Person berücksichtigende Behandlung durchzuführen.

 Wie brisant und wichtig das Thema der Früherkennung ist, zeigte auch die rege Beteiligung der Frauen. Es hatten sich bereits vor der Veranstaltung ca. 200 Teilnehmerinnen angemeldet. Die Bürgermeisterin Frau Karin Reismann begrüßte zu Beginn alle Mitwirkenden und hob den Stellenwert dieser Podiumsveranstaltung hervor. Frau Jeanette Kuhn, Moderatorin beim WDR, führte dann souverän durch die Veranstaltung, die durch einen kleinen Imbiss unterbrochen wurde. Danach schloss sich die Podiumsdiskussion an, an der sich die Teilnehmerinnen rege beteiligten und auch kritische Fragen stellten.

 Abschließend bleibt festzustellen, dass die Organisation und Durchführung dieser Veranstaltung gut gelungen waren. Der Arbeitskreis hat Frauen erreicht, die sich bislang kaum Gedanken über das Thema Brustkrebs gemacht hatten und nun mit den entsprechenden Informationen versehen sicher aufgeklärter auch mit ihren ÄrztInnen sprechen können.

 Gisela Schneider

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„Es gibt keine Garantien“

Dr. Bernd Bauer, Hospizbewegung Münster

 Viele Menschen treibt die Sorge um, am Ende ihres Lebens einer „Apparatemedizin“ ausgesetzt zu sein, sinnlose lebensverlängernde Maßnahmen erdulden zu müssen, obgleich das Leben unaufhaltsam verlöscht und keine Aussicht auf Heilung mehr besteht. Sie haben Angst vor unnötigem Leiden und vor Schmerzen. Sie haben Angst vor einer letztlich nur das Leben und Sterben verlängernden und so gesehen unsinnigen Maximaltherapie am Ende des Lebens.

 Der immer häufiger von PatientInnen geäußerte Wunsch, eine sogenannte Patientenverfügung zu verfassen, mit der dieses ausgeschlossen werden soll, ist umso verständlicher.

 Eine Vielzahl von Mustern für Patientenverfügungen oder sog. Patiententestamenten sind bereits im Umlauf. Ob sie allerdings immer für den Zweck taugen, den sie bewirken sollen, darf bezweifelt werden: Sie müssen dem behandelnden Arzt in der Entscheidung tragfähige Hinweise auf ihren ganz persönlichen Willen geben können – und zwar bezogen auf eine ganz konkrete Entscheidungssituation. Können sie dies nicht – was beispielsweise dann der Fall ist, wenn

 Allgemein gehaltene

Verfügungen helfen

Niemandem weiter

 nur allgemein formuliert ist „Ich möchte keine sinnlosen lebensverlängernden Maßnahmen erdulden“ – wird dieser Zweck verfehlt. Eine solche allgemeine Formulierung beschreibt zwar das Ziel, ist aber viel zu allgemein, um im „Ernstfall“ eine Entscheidungsgrundlage für die behandelnden Ärzte abgeben zu können. Solche Verfügungen beruhigen für den Augenblick, sie vermitteln das gute Gefühl „vorgesorgt zu haben“. In der konkreten Entscheidungssituation helfen sie aber nicht weiter – und sie sind nach der Rechtsprechung unwirksam.

 Jede Patientenverfügung ist eine Fiktion, mit der ich mich gedanklich an eine unbekannte Lebenssituation annähere. Eine Patientenverfügung gibt Entscheidungshinweise für den Fall, dass die eigene Entscheidungsfähigkeit nicht mehr gegeben ist.

 Wie soll ich aber wissen, wie ich mich morgen entscheiden werde? Gerade mit einer lebensbedrohlichen Krankheit können Lebenswille und Hoffnung wachsen; mehr als ich mir das als gesunder Mensch vielleicht vorzustellen vermag. Heilungschancen lassen sich vielleicht statistisch abschätzen, auf die eigene Krankheit bezogen bleibt aber jede Statistik abstrakt. Wann wird im konkreten Einzelfall eine Maximaltherapie unsinnig? Spielt vielleicht auch der Wunsch eine Rolle „niemand zur Last fallen zu wollen“?

 Außerdem: Wenn Sie sich nicht entschieden haben und im Ernstfall auch nicht mehr ihren Willen äußern können, dann müssen andere auf der Grundlage Ihres „mutmaßlichen Willens“ für Sie entscheiden!

 Wenn Sie nicht mehr selbst

entscheiden können,

müssen andere

für Sie entscheiden

 Und wenn schon entsprechend der Rechtsprechung und den „Grundsätzen der Bundesärztekammer zur ärztlichen Sterbebegleitung“ der („mutmaßliche“) Wille des Patienten bei Entscheidungen am Lebensende zu beachten ist, so sind Sie als zukünftiger Patient vor dem Hintergrund Ihrer Lebensgeschichte sicherlich am ehesten geeignet, jetzt Aussagen über Ihren „mutmaßlichen Willen“ für den Fall zu machen, dass Sie nicht mehr entscheidungsfähig sind. (Übrigens: auch Ehegatten oder Kinder können nur mit Vollmacht oder als Betreuer für Sie entscheiden und handeln.)

 Es gibt im Leben keine letzten Garantien, erst recht nicht in Grenzsituationen. Eine Patientenverfügung muss mit dieser Tatsache angemessen umgehen. Es handelt sich hierbei immer um eine Annäherung an künftige konkrete Entscheidungssituationen. Deshalb muss die Patientenverfügung so konkret wie möglich auf eventuell eintretende Grenzsituationen Antwort geben, ohne sich in Einzelheiten allzu vieler spezieller Krankheitsbilder zu verlieren. Ein gewisses Maß an Abstraktheit wird sie daher immer enthalten müssen. In der Patientenverfügung muss aber dennoch zum Ausdruck kommen, dass der Verfasser sich mit diesem Problem auseinandergesetzt und eine eigene, ganz persönliche Antwort gefunden hat.

 Dieser Leitfaden will Ihnen hierbei helfen. Wir bieten Ihnen deshalb keine Muster zum Abschreiben oder Ausfüllen an: Wir bieten Hilfe, um eine ganz persönliche und damit tragfähige Patientenverfügung zu erarbeiten.

 Unser Leitfaden befasst sich nur mit dem gesundheitlichen Aspekt der Vorsorge. Für die anderen Bereiche (insbesondere Vermögensfragen) gibt es weiterführende Literatur und verständliche Broschüren. Fragen Sie bei Bedarf einen Anwalt.

 (Dieser Text ist folgender Broschüre entnommen: Patientenverfügung und Vorsorge-Vollmacht. Ein Leitfaden für Patienten und Angehörige. Hrsg.: Ärztlicher Arbeitskreis Sterbebegleitung bei der Ärztekammer Westfalen-Lippe in Zusammenarbeit mit der hospizbewegung  Münster e.V.)

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Was leistet die Psychoonkologie?“

Dipl.-Theol. Petra Jebali, Psychotherapie / Psychoonkologie
Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Universitätsklinikum Münster

 Die Psychoonkologie beschäftigt sich in der Forschung und in der Praxis mit dem Einfluss psychischer, somatischer und sozialer Faktoren auf das Erleben und Verarbeiten von Krebserkrankungen und ihrer Therapien.

Die Inhalte psychoonkologischer Forschung sind z.B. die vielfältigen psychischen Reaktionen im Zusammenhang mit Krebs, unterschiedliche Wege der Krankheitsbewältigung oder die Frage nach der Lebensqualität. Dabei steht stets die Frage im Hintergrund, ob es besonders „günstige“ bzw. empfehlenswerte psychische Reaktionen und „Strategien“ im Umgang mit der Krankheit gibt, doch dieses lässt sich nicht allgemeingültig festlegen.

 Das Erleben und die Bewältigung einer Krankheit ist stets ein individuelles Geschehen und findet immer vor dem Hintergrund einer persönlichen Lebensgeschichte statt.

 Also müssen auch mögliche Hilfen zum Umgang mit der Krankheit und ihren Folgen auf den einzelnen Menschen und seinen Lebenshintergrund abgestimmt sein – dieses ist die Aufgabe der Psychoonkologie in der Praxis.

 Die Konfrontation mit der Diagnose Krebs stürzt den Menschen und sein Umfeld in eine Krise, deren Dauer nicht absehbar ist und die durch jede Folgeuntersuchung reaktiviert wird. Die eigenen Empfindungen und Reaktionen werden in Frage gestellt, depressive Symptome und Ängste treten wiederholt auf und das Umfeld appelliert häufig an das „Positive Denken“ und das „Kämpfen“. Viele Menschen fühlen sich zwischen Hoffnung und Verzweiflung hin- und hergerissen und können diese Ambivalenz selbst nicht verstehen. Aufkeimende persönliche oder familiäre Konflikte werden häufig übergangen aus Furcht, die Auseinandersetzung mit „Problemen“ könnte die Krankheit beschleunigen.

 Aufgabe der Psychoonkologie ist es hier zunächst, zu verdeutlichen, dass Orientierungslosigkeit, Ambivalenzen und Ängste „normale“ Reaktionen in einer Krise sind. Das Erleben von Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit ist nicht das Gegenteil von Bewältigung, sondern ein wesentlicher Bestandteil derselben. Ängste gehören zum (Über-)Leben, die „Fähigkeit zur Angst“ motiviert den Menschen zur Veränderung. Die Verleugnung oder Verdrängung von Themen und Problematiken, die der Einzelne derzeit nicht bewältigen kann, hat zunächst eine strukturierende und schützende Funktion.

 In der angewandten Psychoonkologie geht es also nicht darum, bestimmte Symptome bei einer Patientin wegzutherapieren. Es geht auch nicht darum, dieser Patientin bestimmte Problemlösungsstrategien beizubringen.

 Vielmehr gilt es in der psychoonkologischen Beratung, Hilfe und Unterstützung zur Orientierung in dieser Krisenzeit anzubieten und gemeinsam mit der jeweiligen Patientin zu besprechen, welche Themen ihrer Krankheit oder ihres Lebens sie wann ansprechen möchte und wie sie die derzeitige Situation so strukturieren kann, so dass sie handlungsfähig bleibt. Wann eine Patientin sich mit ihrer Erkrankung auseinandersetzt und in welchem Umfang sie dieses tut, hängt von ihrer Persönlichkeit und ihrem Lebenshintergrund ab; ebenso welche Strategien zur Krankheitsbewältigung sie in ihrem Leben als sinnvoll erachtet. Entscheidend ist, dass die jeweilige Patientin mit ihrer individuellen Art der Krankheitsbewältigung so gut wie möglich leben kann.

 Es sind im Laufe der Jahre eine Reihe von Programmen und Trainings als Beitrag zur Krankheitsbewältigung entwickelt worden, z.B. das Simonton-Training oder das Bochumer Gesundheitstraining. Diese Trainings sind als Anregung zu verstehen, sich in Einzelsitzungen oder in einer angeleiteten Gruppe mit Entspannungstechniken, Visualisierungsübungen und bestimmten Lebensthemen zu beschäftigen.

 Doch auch hier gilt: die Methode muss der Patientin angepasst werden, nicht umgekehrt!

 Wenn eine Patientin mit dem vermittelten Training nicht zurechtkommt, gibt es eine Auswahl anderer Methoden zur Entspannung (z.B. auch die simple Empfehlung, spazieren zu gehen, Musik zu hören o.ä.).

 Zusammenfassend ist zu sagen: es gibt kein psychotherapeutisches Programm und kein allgemeingültiges Bewältigungsverhalten, das man trainieren könnte, um damit den Krebs zu überwinden. Die Aufgabe der psychoonkologischen Begleitung besteht in der individuellen Unterstützung der Patientin und – wenn gewünscht – ihrer Familie auf dem Weg der Auseinandersetzung mit der Erkrankung und der Suche nach den jeweils geeigneten Bewältigungsmöglichkeiten.

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Entscheiden Sie sich für das Leben

Annette Rexrodt von Fircks

 Annette Rexrodt von Fircks, Mutter von drei kleinen Kindern, erkrankte 1998 im Alter von 35 Jahren an Brustkrebs. Sie verlor beide Brüste und erhielt eine dosisintensivierte Chemo- sowie Strahlentherapie. Viel Zeit gab man ihr nicht mehr...

 Sie schrieb schon während der Chemotherapie einen Brief, den sie als Botschaft für Kranke und Gesunde an zahlreiche Kliniken in Deutschland schickte.

 Annette Rexrodt von Fircks hat uns ihr Einverständnis gegeben, dass wir ihren Brief veröffentlichen.

 Diagnoseschock

 Um mich herum wurde es still, es gab kein Oben und kein Unten mehr, die Erde hörte auf sich zu drehen, die Zeit blieb stehen, ich war alleine, ganz alleine mit mir. Ich hörte mein Herz klopfen, spürte meinen Atem, Tränen wollten fließen, aber sie kamen nicht. War das nur ein Albtraum? Ich wollte raus aus diesem Traum, aber er war Wirklichkeit:

 Vor ein paar Augenblicken hatte man mir vorsichtig eröffnet, dass ich Brustkrebs habe, einen riesigen Tumor, der die ganze Brust befallen hatte. Ich spürte durch die Betroffenheit der Ärzte und Schwestern, wie es um mich stand, und ich wusste nur zu gut, dass die besten Chancen einer Heilung bei Brustkrebs nur dann bestehen, wenn der Tumor rechtzeitig erkannt wird, also noch sehr klein ist. Ich war wie betäubt. Wem sollte ich diese Nachricht mitteilen, meinem Mann, meinen Eltern, wer konnte mir in dieser Situation helfen und Mut machen? Noch nie zuvor war mir so deutlich klar geworden, wie allein man sein kann, wenn man am Abgrund steht.

 Die Entscheidung

 Für mich brach erst einmal meine Welt zusammen.

 "entscheiden Sie sich für das Leben"

 sagte mir meine Psychologin, als ich sie am Morgen danach völlig verzweifelt aus einer Uniklinik in Norddeutschland, fern meines Heimatortes Ratingen, anrief und um Rat bat. Ich wollte leben ‑ Krebs mit 35 Jahren und dann... nein, ich hatte viel zu kurze Zeit gelebt und meine Kinder, meine drei noch kleinen Kinder brauchten mich doch und zwar für lange Zeit.

 Die schiere Angst saß mir im Nacken.

 Entscheiden Sie sich für das Leben, dieser Satz machte nicht dort Halt, wo alltägliche Sätze enden, sondern hatte die Wirkung eines beruhigenden Tranks voll lebenssüßer Weisheit.

 Entscheiden Sie sich für das Leben bestimmte den weiteren Verlauf meiner Krankheit und brachte einen Stein ins Rollen, der meine Einstellung und Sichtweise zum Leben, zum Gegenwärtigen gänzlich veränderte. Das Wort "entscheiden" war dabei für mich ausschlaggebend, leben wollte ich

sowieso. Entscheiden Sie sich für das Leben bedeutete, mich selbst für das Leben neu zu gewinnen, einzutauchen in meinen Körper und meine Seele, um zu lauschen, was sie mir erzählten. Zu ergründen, welcher Sinn sich darin verbarg, dass ich am Abgrund stehen musste ‑ und zu handeln.

 Heute lebe ich mein Leben anders: Meine Sinne wurden geschärft für alles "Lebendige" auf dieser Welt.

 Damals entschied ich zunächst das Jetzt, die nächsten Momente, Tage, Wochen, Monate glücklich und mit Freude zu erleben. Ich sah mich ohne Schmerzen und gesund. Ich glaubte an die Kraft dieser Entscheidung, denn sie entsprach meinem tiefsten Wunsch. Diese Vorstellung tauchte tief in mich hinein, breitete sich allmählich aus, drang in mein Unterbewusstsein und echote aus jeder Zelle meines Körpers.

 Mit diesem tiefen Selbstvertrauen ließ ich mich in die Nähe meines Heimatortes nach Essen verlegen und wurde dort operiert.

 Therapie

 Liebe Leserin, lieber Leser,

 vielleicht befinden Sie sich in einer ähnlichen Situation?

 Ich möchte Ihnen mit diesen Zeilen Mut machen. Jeder von uns hat die Möglichkeit, sich an der Genesung von Krebs selbst aktiv zu beteiligen. Ich habe in dem Zeitraum zwischen Operation und Eintreffen des histologischen Befundes ‑ das waren immerhin 11 Tage ‑ von morgens bis spät abends nur gelesen. Meine Freunde und Familie bat ich, Bücher statt Blumen mitzubringen. Medizinisch fühlte ich mich in guten Händen, doch ich wollte auch selber etwas dafür tun, dass der Krebs schwindet. Aus diesen Büchern lernte ich Atemtechniken zur Entspannung und verschiedene Meditationsarten zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte kennen, die ich auch heute noch täglich anwende. Ich erfuhr vieles über die psychologischen Hintergründe, die zusammen mit anderen Faktoren bei der Krebsentstehung eine große Rolle spielen können und dass die Liebe eine der bedeutendsten heilenden Energiequellen ist.

 Das war so faszinierend und aufbauend, dass ich mir aus den Literaturhinweisen immer mehr Bücher bestellte. Eine kleine "Bibliothek" häufte sich neben meinem Bett an.

 Ich erlernte allmählich verschiedene Atem‑ und Meditationstechniken und wurde von Tag zu Tag ruhiger und entspannter.

 Dank der Meditation schaffte ich mir eine innere, immerwährende, kleine, grüne Insel, die mich überall hin begleitete und mich beruhigte, wenn Ängste vor Untersuchungen oder Ergebnissen mich bedrängten. Sie ist mein innerer Ratgeber, zu dem ich immer Zugriff habe. Dieser innere Ratgeber ‑ der weise, ehrliche Teil meines inneren Selbst ‑ behütet mich und meldet sich, wenn etwas "nicht in Ordnung" ist.

 Krebs durchzog die gesamte rechte Brust und hatte sich auch in Lymphknoten eingenistet. Die Brust musste abgenommen werden. Zwei Wochen später entschied ich gemeinsam mit den Ärzten, auch die linke Brust zu entfernen, da "meine" Krebsart meistens die andere Brust ebenfalls befällt.

 Ich erholte mich schnell von den Operationen und begann eine dosisintensive Chemo‑ und Strahlentherapie im Tumorzentrum. Wider allen Erwartungen habe ich diese Behandlung gut vertragen. All die schlimmen Nebenwirkungen, die man mir voraussagte, trafen so gut wie gar nicht ein. Ich betrachtete die Chemotherapie nicht als meinen Feind, als pures Gift, wie die Ärzte selber häufig sie beschreiben, sondern als meinen zu der Zeit besten Freund. Ich gab ihr einen Namen, und wenn Beschwerden auftraten, dann sprach ich mit meinem Körper und der "Chemo", um sie miteinander in Einklang zu bringen. Es funktionierte immer. Die Schmerzen verschwanden, denn die vielen negativen Aussagen über Chemotherapie hatte ich nie "verinnerlicht". Im Gegenteil, ich sah mich gemeinsam mit der "Chemo" das Leben genießen, und so ist es auch gekommen.

 Ich habe Patienten kennen gelernt, denen schon im Fahrstuhl des Krankenhauses übel wurde, weil ihnen die nächste "Chemo" bevorstand. Eine Frau erzählte mir, dass sie nach der Chemotherapie die Farbe Rot nicht mehr ertragen konnte; der bloße Anblick von Erdbeeren brachte sie zum Würgen, da sie unverzüglich an die rotfarbigen Infusionen denken musste und dann deren Geschmack auf der Zunge hatte.

 Unsere Vorstellungsbilder sind mächtiger als wir glauben, und es ist unsere Vorstellungskraft, die Wirklichkeit werden lässt.

 Stellen Sie sich nur vor, Sie müssten eine aufgeschnittene, saftige Zitrone völlig auslutschen. Sicherlich läuft Ihnen jetzt das Wasser im Mund zusammen.

 Auch die Strahlentherapie, die während des vierten Chemozyklus begann, habe ich gut vertragen. Ich muss zugeben, dass ich ihr zu Anfang sehr skeptisch, fast ablehnend gegenüberstand. Vor allem wusste ich nicht, ob mein Körper alles weiterhin noch so gut verkraften würde: zur "Chemo" obendrein noch Bestrahlung! Widerwillig suchte ich die Abteilung für Strahlentherapie auf: Neue Schwestern, neue Ärzte, ich hörte von neuen Nebenwirkungen, die mit dieser Therapie zusammenhängen. Ziemlich mutlos ging ich zum  "Einzeichnen" - halb nackt auf einem Tisch liegend, fror ich. Eigentlich wollte ich ja gar keine Bestrahlung ‑ und so fror ich noch ein wenig mehr.

 Sollte ich derart deprimiert sechs Wochen lang täglich zur Bestrahlung gehen? Wenn ich mir vorstelle, dass etwas nicht funktionieren wird, schließe ich sozusagen mit Nachdruck die Tür zum Erfolg. Wieder musste ich mich entscheiden , und ich erinnerte mich an die Aussage in einem Buch von Anthony Robbins, dass wir jederzeit die Wahl haben, uns positiv zu programmieren.

 Ich wollte, dass mir die Behandlung bekommt. Also änderte ich meine Haltung, meine Einstellung, ja, ich programmierte mich und sagte mir immer wieder: Mir geht es gut und mit jedem Moment besser. Ich bin das, woran ich glaube. Die Bestrahlung selbst betrachtete ich als eine gutmeinende Sonne, die alle Krebszellen zerschmelzen lässt. Der Bestrahlungsraum wurde zu einer kleinen "Oase".

 Und es hat gewirkt, Wunder gewirkt! Mir ging es während der ganzen Zeit gut, ich erlitt keine Verbrennungen, kannte keine bleierne Müdigkeit und mir wurde nie übel!

 Der eigene Weg

 Ist unser Körper nicht wie ein Garten, dessen Gärtner unser Geist ist?

 Entscheiden Sie sich für das Leben hat Wunderbares bewirkt; schade, dass ich erst am Abgrund stehen musste, um zu verstehen.

 Heute versuche ich, jeden Moment gelassen mit all meinen Sinnen zu leben. Die Gegenwart ist unser höchstes Gut, das einzige, was wir wirklich haben. Freude und Glück finden wir nur im Jetzt, wenn wir mit uns eins sind. Zweifellos bedarf dies der Übung, denn schnell verfällt man wieder dem alltäglichen Trott, der uns den eigentlichen Reichtum des Lebens raubt.

 Darum nehme ich mir jeden Tag die Zeit, Ruhe zu finden, mal meditiere ich, mal höre ich Musik, oder ich sitze auf meinem Bett und spüre, spüre wie es mir geht. Durch diese "Auszeiten" trete ich in einen inneren Dialog mit mir selbst. Erst durch diesen erlangten Zugang bin ich in der Lage, auf das Flüstern meiner inneren Stimme (mein innerer Ratgeber) zu achten, das ich früher fast immer überhört habe.

 Um nicht mehr "Opfer meiner Krankheit" zu sein, beteilige ich mich zusätzlich zur schulmedizinischen Therapie selber aktiv an meiner Heilung, indem ich die meditiere. Hier geht es um die Aktivierung der körpereigenen Abwehrkräfte durch Vorstellungsbilder. So werde ich zum "Täter meiner Gesundheit".

 Es gibt unzählige Anti‑Krebs‑Therapien, unzählige Anti‑Krebs‑Diäten, verheißungsvolle Pillen, heilversprechende Grotten ... würden wir alles ausprobieren wollen, hätten wir wohl kaum mehr Zeit das Leben zu leben und vielleicht auch keinen Pfennig mehr in der Tasche. Der Markt ist voll von vielversprechenden "Mittelchen". Nicht selten verbergen sich dahinter Scharlatane, die ihr teures Zeug an todkranke Menschen verkaufen und somit deren Not schamlos ausnutzen. Man sollte stets kritisch sein und bleiben!

Ich denke, dass jeder seinen eigenen Weg finden muss. Meditieren nützt bestimmt nichts, wenn man es als mühselig empfindet, Sport hat sicherlich keine gute Wirkung auf den Körper, wenn man keinen Spaß dabei hat und Müsli am Morgen fördert auch nicht meine Gesundheit, esse ich es mit Widerwillen. Das Entscheidende ist, dass man einen Lebensstil wählt, der zu einem passt: Heilmittel, Therapien, Speisepläne, Sportarten ... mit denen man das Leben genießen kann. Hier ist jeder für sich selbst der beste Experte. Am wichtigsten ist jedoch, so denke ich, dass man sich treu bleibt, sich selber lieb hat und dass man auf das Flüstern der inneren Stimme hört und mit ihr in Einklang lebt. Dann gibt es kein richtig und kein falsch und man ist auf dem besten Wege, an Körper und Seele gesund zu werden.

 "Ach, was hast du schöne Zöpfchen", sagte eine Frau meiner dreijährigen Tochter, als wir, meine drei Kinder und ich, ein Eis schleckend durch die Stadt schlenderten. Meine Tochter machte vor Freude eine kleine Pirouette und meinte schließlich: "Meine Mama hat aber eine Glatze, ja wirklich", und schaute mich an. Auch die Frau sah mich ‑ allerdings ein bisschen verwirrt ‑ an. Ich musste lachen, wir lachten alle zusammen, ich zog mein Käppchen vom Kopf und zeigte ihr meine Glatze. Früher hätte mir meine Eitelkeit so etwas nie erlaubt: da schaute ich unzählige Male in reflektierende Schaufensterscheiben, um mich zu vergewissern, ob die Spangen noch richtig in meinem langen, lockigen Haar saßen. Ich deckte jeden Pickel ab, den ich entdecken konnte, benutzte Massagegels zur Festigung des Bindegewebes, Creme gegen Fältchen.

 Welch übertriebene Eitelkeit! Dann verlor ich von heute auf morgen meine Brüste und Haare und plötzlich hieß es "nur" noch: Leben oder Sterben!?

 Das war wohl die größte Widersprüchlichkeit in meinem Leben, die ich überwinden musste.

 Ewige Schönheit ‑ Antifaltencremes, Liftings, Massagegels gegen Cellulitis, Abmagerungskuren, Schönheitssalons, Sonnenbänke, Fitnesszentren. Was für eine Fassade, welch eine Energie und Zeitverschwendung! Wer "schön" sterben will, sollte jung sterben.

 Wie Schuppen fiel es mir von den Augen: wahre Schönheit kommt von innen und ist einfach da, wie eine Blüte, die sich auch nicht "schminken" muss. Weder trug ich eine Perücke, noch trage ich Brustprothesen, weder Fältchen noch irgendein Pickel können mich heute stören. Ich bin frei!

 Ewiges, auf Erfolg getrimmtes Bewusstsein, ob zu Hause oder bei der Arbeit! SCHÖN (dies gilt vor allem für die Frau), ERFOLGREICH und DYNAMISCH. All das kann Stress, Selbsthass, Ärger, Wut und Groll schüren ...

 aber das sind die Antreiber unserer heutigen Gesellschaft! Sie machen blind für die Erkenntnis, wie wichtig ein "gesunder" Geist ‑ unsere Seele ‑ für ein gelassenes, freud- und friedvolles Leben und schließlich für die Förderung der Gesundheit und Verhütung von Krankheit ist.

 Wenn es uns gelingt, uns uneingeschränkt selbst zu lieben und zu schätzen, öffnen sich alle Schranken, können wir andere wirklich lieben, andere und uns selbst heilen. "Liebe ist die mächtigste aller Heilenergien", "Die Energie der bedingungslosen Liebe ist die stärkste Kraft im Kosmos", schreibt Leonard Laskow in seinem Buch HEILENDE ENERGIE mit wirkungsvollen Anleitungen zur Meditation.

 Ich könnte hier noch so viel schreiben, aber dann würde es doch schon ein Buch werden.

 Ich weiß, dass in den meisten Kliniken weder Zeit noch Platz für eine nach Hilfe suchende Seele ist. Ich hatte großes Glück, eine wunderbare Psychologin zu kennen, die mir in meiner damaligen, mir ausweglos erscheinenden Situation, diesen entscheidenden Satz sagte:

 Entscheiden Sie sich für das Leben ...

 Sie gab mir Literaturempfehlungen und unterstützte mich psychologisch lange Zeit.

 In Tumorzentren spürt man regelrecht den Ruf nach Hilfe. Man sollte immer mit einer kleinen "grünen Insel" Kliniken betreten.

 Daher wuchs in mir das Bedürfnis, Ihnen meine positiven Erfahrungen mitzuteilen und die Botschaft zu übermitteln, dass jeder seine ganz persönliche Krise als Chance für ein "neues" Leben nutzen kann.

 Das Glück liegt allein in uns selbst.

 ...entscheiden Sie sich für das Leben

 ... machen Sie sich positive Vorstellungsbilder

... finden Sie Ihren inneren Ratgeber, Ihre innere Stimme

... leben Sie im Jetzt

... aktivieren Sie Ihre Selbstheilungskräfte

... sein Sie gut zu sich selbst

 Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich für das Leben entscheiden ...

 Annette Rexrodt von Fircks

 Das Buch zum Brief

 Mit der Zeit ist dieser Brief immer länger geworden. Manche Male arbeitet mein Drucker von morgens bis abends, denn die Resonanz ist groß, ebenso meine Freude am Schreiben, und nun, drei Jahre später, ist daraus doch ein Buch entstanden

für alle, die es lesen möchten.

 Mein Buch:

 ... und flüstere mir vom Leben

 ISBN 354836342‑3

Ullstein Taschenbuch‑Verlag

 Dieser Brief  ist am 20.11.2001 den Internetseiten der Techniker Krankenkasse entnommen worden.

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 Die Selbsthilfe „Frauen – Leben mit Brustkrebs“

 

Frau Gritli Dieckmann ist die Leiterin der Selbsthilfegruppen „Frauen – Leben mit Brustkrebs“, die sich mtl. im 1. Halbjahr zu folgenden Terminen treffen:

 Volkshochschule Münster                                           Volkshochschule Münster-Hiltrup

15:00 – 17:00 Uhr                                                      20:00 – 22:00 Uhr

 03.04.2002, Raum 203                                               17.04.2002, Gruppenarbeitsraum

08.05.2002, Raum 203                                               05.05.2002, Gruppenraum

05.06.2002, Raum 203                                               19.06.2002, Gruppenraum

 Die Termine für das 2. Halbjahr sind in der Planung. Sie werden auch im Internet unter www.muenster.org/mut unter Selbsthilfe bekannt gegeben.

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Frau Dieckmann ist Mitglied im Arbeitskreis „Brustkrebs“ des Gesundheitsamtes Münster. Sie hat dort am 20.02.2002 den folgenden Kurzvortrag gehalten.

 „Komplementäre Therapien. – Was wünschen Patientinnen?“

 „Die nachfolgenden Punkte geben die wesentlichen Wünsche der Patientinnen wieder. Befragt habe ich die Mitglieder zweier Selbsthilfegruppen „Frauen – Leben mit Brustkrebs“, Mitglieder des Vereins MUT – Frauen und Männer im Kampf gegen Brustkrebs e.V. und Frauen, die ich während meiner Tumorbehandlung in Heidelberg kennen lernte. Meine eigenen Erfahrungen spielen auch mit hinein.

 Am besten vor der Brustkrebsoperation oder unmittelbar danach – bevor Strahlen- und Chemotherapie einsetzen – sollten Informationsmaterialien zum Thema zur Verfügung stehen. Die Folgen der Strahlen- und Chemotherapie können durch komplementäre Maßnahmen entscheidend gemildert werden. Entsprechendes Infomaterial gibt es über die Gesellschaft für biologische Krebsabwehr in Heidelberg. Telefonische Anfragen sind ebenfalls möglich.

  1. Die behandelnden Ärzte sollten über komplementäre Maßnahmen informiert sein und ihnen aufgeschlossen gegenüber stehen.
  2. Patientinnen sollten von ihren Ärzten ernst genommen werden. Reaktionen wie: „Das nützt ohnehin nichts! Na, ja , schaden wird es wohl nicht! Lassen Sie uns erst einmal die herkömmlichen Therapien machen! Wer hat Ihnen denn den Floh ins Ohr gesetzt?“ - sind überflüssig.
  3. Dass es keine ausreichenden Studien gibt, interessiert die betroffenen Frauen nicht. Es gibt genügend Informationen, dass komplementäre Therapien helfen – sogar besonders gut wirken.
  4. Ärzte sollten sich mehr Zeit für Gespräche mit ihren Patientinnen nehmen. Alle, die mit komplementärer Medizin zu tun haben, nehmen sich wesentlich mehr Zeit.
  5. In den Bereich der komplementären Medizin fällt aus meiner Sicht auch das Austesten von Chemotherapien. Wenn Tumormaterial zur Verfügung steht, kann es mit Chemotherapien behandelt werden. Man kann  mit bis zu 70-prozentiger Sicherheit sagen, ob die entsprechende Chemotherapie überhaupt hilft. Es gibt Aussagen im Bereich Brustkrebs, dass nur 5-10 % aller Chemotherapien erfolgreich sind, aber 100 % Nebenwirkungen haben.
  6. Mediziner sollten die Behandlungsmethoden anderer Universitäten kennen und akzeptieren. In Heidelberg läuft z. B. die ASI-Tumorimpfung, die ich selbst erfolgreich anwendete. Hier war sie so gut wie  nicht bekannt.
  7. Zu den komplementären Therapien zählen aus meiner Sicht auch Gesprächstherapien und Kurse, die sich mit den Erkenntnissen von C