MUT e.V.  Münster
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 Martin Schneider

Zehn Jahre MUT e. V.

   10TitelBerlin

20.10.2000 MUT e.V. in Berlin

Es waren zehn MUTige Jahre….
Ein Rückblick von Gisela Schneider

Der Verein MUT – Frauen und Männer im Kampf gegen Brustkrebs e.V. wurde am 30.April 1998 in der Szehn001tadthalle in Münster-Hiltrup gegründet. Ursprünglich trug der Verein den Namen „WIR ALLE“ – Frauen gegen Brustkrebs e.V. Dieser Verein war in Köln bereits etabliert. Es hatte sich aber sehr schnell herausgestellt, dass es sinnvoller war, hier in Münster den Verein unter einem anderen Namen bekannt zu machen, um nicht nur als Ableger zu gelten. So wurde der Verein einige Monate später in MUT – Frauen und Männer im Kampf gegen Brustkrebs e.V. umbenannt. Es waren 11 Mitglieder, die den Verein gegründet und aus der Taufe gehoben haben. Die Gründungsmitglieder waren Gritli Dieckmann, Ute Wülfing, Dr. Mechthild Kuhlmann, Prof. Dr. Ralph J. Lellé, Gudrun Lellé, Mechthild Bedenbecker-Busch, MdB Wolf-Michael Catenhusen, Dr. Elisabeth Elstner, Petra Jebali, Doris Riesenbeck und Barbara Richter. Die 1. öffentliche Veranstaltung des Vereins wurde am 24. Mai 1998 in der Stadthalle Münster-Hiltrup von 11 – 13 Uhr unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeisterin Marion Tüns durchgeführt.

Ute Wülfing, Gritli Dieckmann und Dr. Mechthild Kuhlmann bildeten den ersten Vorstand des Vereins . Im Mai und September 1998 wurden bereits zwei Vorträge von MUT in der Stadthalle Hiltrup durchgeführt. Im Oktober 1998 konnte erstmals die Wasserentspannung für betroffene Frauen angeboten werden, die bis Ende März 2008 durchgeführt wurde.002

1999 wurden bereits 11 Vorträge gehalten. Bis Ende 2007 haben wir insgesamt 70 Vorträge angeboten, die von MUT e.V. organisiert und veranstaltet worden sind. Das ist eine stolze Bilanz, denn die 003gesamte

 

 

 

 

Bandbreite des Themenbereichs Brustkrebs wurde dadurch abgedeckt. Die Vorträge waren in der Regel gut besucht. Nur im letzten Jahr wurde deutlich, dass das Thema nicht mehr brandneu ist und in erster Linie nur neu erkrankte Frauen interessiert. Das hatte sicher aber auch damit zu tun, dass durch die Einrichtung der Brustzentren in Münster jährlich Patientinnentage zur Information angeboten und durchgeführt wurden. So wurde der Informationsstau abgebaut.                    Zum Seitenanfang  

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Ich bin im Mai 1999 Mitglied des Vereins geworden und wurde am 20. Oktober 1999 - nach dem Rücktritt des damaligen Vorstandes - in den neuen Vorstand gewählt . Jetzt waren fünf Vorstandsfrauen für den Verein aktiv: Mechthild Bedenbecker-Busch, Brigitte Rühland, Birgit Booß, Elisabeth Hoffmann und Gisela Schneider. Ute Wülfing war noch bis Oktober 2000 hauptamtlich in unserem Büro beschäftigt. Wir haben gemeinsam vieles auf den Weg gebracht. Besonders gerne erinnere ich mich an den Oktober 2000. Es fand die erste Demonstration in Berlin statt. Was war das für ein besonderes Erlebnis! Über 800 Frauen aus dem gesamten Bundesgebiet waren mit Bussen nach Berlin gefahren, trafen sich dort, beteiligten sich an der Demo und gingen durch das Brandenburger Tor bis zum August-Bebel-Platz, wo die Abschlussveranstaltung stattfand. Alle beteiligten Frauen trugen pinkfarbene Schals und hatten sich Buttons angesteckt! Ich habe diesen Schal immer noch. Außerdem wurden wir von einer weiblichen Trommlergruppe begleitet. Viele Zuschauer und Passanten schlossen sich spontan dem Protestzug an. Wir trugen entsprechende Plakate und Transparente mit unseren Forderungen: „Wir wollen (Über)Leben!“, „Mehr Informationen!“, „Mehr Forschungsgelder!“ usw. Zwischendurch blieb noch ein wenig Zeit für eine kleine Radtour durch Babelsberg.

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Zuhause angekommen, hatten alle 48 Demonstrantinnen aus Münster ein gutes Gefühl. Wir hatten etwas auf den Weg gebracht und die Koalition Brustkrebs wurde ins Leben gerufen! Im Jahre 2001 wurde die Demonstration noch einmal wiederholt. Leider hat sich einige Jahre später die Koalition Brustkrebs wieder aufgelöst. Die inhaltlichen Unterschiede der einzelnen Gruppen und Vereine in der Zielsetzung waren nicht auf einen Nenner zu bringen. Auch zwischenmenschliche Probleme tauchten auf.

Aber auch in Münster wurde viel bewerkstelligt. Im Juli 2000 fand bereits unter der Leitung von Christoph Hambrügge der 1. Krebsinformationstag im Kongresssaal der Halle Münsterland statt. Alle Krankenhäuser und die Universitätsfrauenklinik beteiligten sich mit Vorträgen, die parallel an diesem Wochenende stattfanden. Wir von MUT haben mit unserem 1. Info-Stand oben auf der Empore gestanden. Es war der erste Info-Stand, den wir spontan und ohne große Hilfsmittel gemacht haben. Es sollten noch viele folgen…. Für mich war es die ganzen Jahre über sehr wichtig, dass wir an unseren Ständen so viele Kontakte knüpfen konnten und ein offenes Ohr für die Fragen der betroffenen Frauen hatten. Die Standbetreuung habe ich sehr gerne gemacht. Ich wurde dabei immer von den engagierten MUT-Frauen unterstützt .                                 Zum Seitenanfang  

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Ein besonderes Highlight im Jahre 2000 war unsere Patientinnenbefragung mit 200 Frauen, die für uns einen großen Stellenwert hatte. Der Rücklauf von 100 Ant-wortbögen war gut. Mein Mann Martin Schneider hat dann die mühsame Arbeit der Auswertung übernommen. Mit dem Ergebnis waren wir sehr gut zufrieden. An-lässlich eines Pati-entinnentages beim Brustzentrum Ib-benbüren durften wir einige Ergeb-nisse vorstellen.

 

 

 

Am 22. November 2001 standen wieder Vorstandswahlen an. In den Vorstand wurden Gisela Schneider, Birgit Dépel, Elisabeth Hoffmann, Antonia Waning und Helga Arnold gewählt. Ich war jetzt 1. Vorsitzende, Birgit Dépel und Elisabeth Hoffmann Stellvertreterinnen. 
  
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051Die kommenden zwei Jahre waren durch viel Arbeit geprägt. Antonia Waning und ich wurden Mitglied im Arbeitskreis Brustkrebs der Gesundheitskonferenz der Stadt Münster, der nach zwei Jahren von der Krebsberatungsstelle bis heute weiter geführt wurde. Außerdem war ich Mitglied der „Nürnberger Brust -krebsgespräche“. Insgesamt habe ich zwölf Mal an diesen Treffen teilgenommen. Außer der Durchführung unserer eigenen Vorträge haben wir viele Patientinnenkongresse und Informationsveranstaltungen besucht. So hatten wir mehrmals Info-Stände in Düsseldorf, Bad Hamm, in Ibbenbüren, in Warendorf/-Freckenhorst und natürlich in Münster. Die Universitätsfrauenklinik in Münster veranstaltete 2001 den 1. Informationstag für

 

Betroffene in der Aula des Schlosses in Münster. Mitveranstalter war auch das Westdeutsche Brustcentrum aus Düsseldorf. Über 300 Personen haben an dieser Veranstaltung teilgenommen. Wir waren von MUT natürlich auch mit dabei. Es war wieder eine „Aufbruchstimmung“ zu spüren. Insgesamt schlossen sich in den nächsten Jahren noch weitere fünf Patientinnentage der Universität an.

 

Auch das Brustzentrum Münsterland war sehr aktiv. Sie veranstalteten ebenfalls in jährlichen Abständen Patientinnen-Informationstage. Bilder unserer verschiedenen Stände sind auf den Seiten 10 bis 12 zu sehen.

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Es wurde auch der MUT-Stammtisch aus der Taufe gehoben. Fast drei Jahre haben wir uns einmal monatlich in einer Gastwirtschaft getroffen. Danach flaute das Interesse ein wenig ab.

 

Die Telefonberatung durch betroffene Frauen im Vereinsbüro war ein sehr wichtiges Instrument, erkrankten Anruferinnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Hier wurden sehr wertvolle Hinweise gegeben und gute Gespräche geführt. Im Laufe der Zeit haben die Beraterinnen gewechselt, aber das Angebot der Telefonberatung konnte die 10 Jahre konstant beibehalten werden. Viel Lob und Anerkennung für den unermüdlichen Einsatz haben Antonia Waning, Gilla Eggemann, Gabi Märtin, Adelheid Weller, Dietlinde Thyssen, Ingeborg Oliver und Annette Göpfert verdient.

Am 28. Januar 2004 fanden erneut Vorstandswahlen statt. Zum neuen Vorstand wurden Gisela Schneider, 071Birgit Dépel, Antonia Waning, Helga Arnold und Marianne Röhr gewählt. Ich wurde 1. Vorsitzende, Birgit Dépel und Antonia Waning wurden Stellvertreterinnen.

In dieser Periode bot der Verein einen Literaturkreis unter der Betreuung von Birgit Dépel an. Auch das Bochumer Gesundheitstraining nach Simonton wurde unter der Leitung von Angelika Lünenborg einmal durchgeführt.

Im Laufe der Jahre haben wir von MUT auch nette und unterhaltende Nachmittage für unsere Vereinsfrauen veranstaltet. Ich denke gerne an unsere Ausflüge zu den Landesgartenschauen nach Oelde und Gronau/Losser,

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an den Barfußgang in Tilbeck,                                Zum Seitenanfang  

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an die Wanderung über den Hexenpfad in Tecklenburg

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und nach Kloster Paradiese in Soest zurück.

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121Auch an die verregnete Fahrradtour nach Senden zum Kaffeetrinken erinnere ich mich gut. Der Kaffee hat dann nach der Wasserschlacht umso besser geschmeckt.

 

Wie lustig und entspannend war auch der Grillabend bei Gilla und Alfons Eggemann in Albachten. Wir haben doch viel Spaß gehabt!                                  Zum Seitenanfang  

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Auch das gemeinsame Frühstück des Vorstandes mit den Telefonberatungsfrauen in der Weihnachtszeit war immer schön.

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Die Weihnachtsfeiern mit den Märchenerzählerinnen waren unterhaltsam und besinnlich.

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Auch die MUT-Info-Nachmittage mit bestimmten gewünschten Themen haben viel zum Verständnis untereinander beigetragen und waren immer informativ.

Und wieder fanden Vorstandswahlen statt. Am 02. Februar 2006 wurden Gisela Schneider, Brigitte Nolte, Antonia Waning, Annette Schwicking und Annette Mackel in den Vorstand gewählt. Ich war wieder 1. Vorsitzende, Brigitte Nolte und Antonia Waning wurden Stellvertreterinnen.

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Es begann wieder eine anstrengende Zeit mit Vorstandssitzungen, Mitgliederversammlungen, Vorträgen, Informationsveranstaltungen und dem Schreiben unserer Info-Briefe. Insgesamt haben wir in den 10 Jahren mit der heutigen Ausgabe 26 Briefe geschrieben. Wir haben diese Briefe mit viel Begeisterung, Umsicht und Zeitaufwand gestaltet. Es war nicht immer leicht, die richtigen Themen oder die richtigen Sprüche und Bilder zu wählen. An dieser Stelle herzlichen Dank an das Redaktionsteam Elisabeth Hoffmann, Uschi Decker-Bönniger, Antonia Waning, Brigitte Nolte, Gaby Gruber-Schwartenbeck und Annette Schwicking. Auch an alle andere Personen, die Artikel für unsere Briefe geschrieben haben, herzlichen Dank. Ich persönlich habe an 22 Info-Briefen mitgewirkt (weiter Seite 21). 

Unsere Info-Briefe im Wandel der Zeit…                               Zum Seitenanfang  

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Mein Mann Martin Schneider hat für 20 Briefe das Layout erstellt. Außerdem hat mein Mann seit meiner Wahl in den Vorstand im Jahre 2001 die gesamten Internetseiten für MUT erstellt und bearbeitet. Das war enorm viel Arbeit. Dafür waren viele Stunden vor dem Computer erforderlich. Für diese Unterstützung bedanke ich mich ganz besonders bei meinem Mann.

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Die MUT-Frauen waren auch sehr kreativ. So hat der Verein die Gelegenheit zur Durchführung von fünf Malkursen unter der Leitung von Katharina Jakubith gegeben. In dieser Zeit entstanden sehr schöne Bilder, die wir in der Bilderausstellung „MUTige Maler“ im Sommer 2006 im Gesundheitshaus in Münster präsentieren durften.                                 Zum Seitenanfang  

Die Supervisorin Adelheid Weller hat für den Verein mehre Enneagramm-Einführungsseminare und ein Aufbauseminar angeboten. Auch dieses Angebot haben einige Mitgliedsfrauen gerne angenommen und geschätzt.

Viermal haben wir bei der bundesweiten Aktion Lucia im Oktober mitgemacht. Wir durften vor dem Rathaus und vor den Münster-Arkaden unseren Info-Stand aufbauen. Viele Passanten waren interessiert, sind stehen geblieben und haben sich nach dem Sinn erkundigt. Es waren immer anstrengende und interessante Aktivitäten am Stand, mit vielen persönlichen Kontakten. Auch an den Stand vor dem Bankhaus Lampe denke ich gerne zurück. Wir haben allen interessierten Personen eine gelbe Rose mit unserer MUT-Adresse geschenkt.

All diese Aktivitäten sind nur möglich gewesen, weil sich in den vergangenen 10 Jahren engagierte MUT -Frauen für den Verein eingesetzt haben. Das waren zwangsläufig ganz besonders die Vorstandsfrauen und die Telefonberatungsfrauen. Ihnen möchte ich meinen besonderen Dank für die Unterstützung aussprechen. Aber auch andere Personen und Mitglieder haben sich für den Verein eingebracht und ihn unterstützt. Alle kann ich leider hier nicht aufzählen. Wir haben gemeinsam im Interesse der betroffenen Frauen viel bewegt. Sie haben alle ihren Teil zum Erfolg von MUT beigetragen. MUT war zukunftsorientiert. Das Bereitstellen von Informationen zur Früherkennung, Diagnostik und Therapie von Brustkrebs waren Hauptanliegen.

Bei aller Euphorie über das Erreichte, will ich aber nicht vergessen, dass wir in den letzten 10 Jahren liebe Frauen durch den Tod verloren haben. Sie hatten keine Chance, die Krankheit zu überleben. Wir haben doch zu viele Frauen auf den letzten Weg begleiten müssen. Das hat immer weh getan, und die Frage nach dem WARUM blieb ohne Antwort. Wir werden diese Frauen nicht vergessen.

 
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So geht nun nach 10 Jahren ein Lebensabschnitt für uns alle zu Ende. Bei der letzten Mitgliederversammlung am 24. Januar 2008 wurde kein neuer Vorstand mehr gewählt. Es gibt viele Gründe dafür, persönlicher und organisatorischer Art. Für mich persönlich war es eine bewegte und spannende Zeit. Vielleicht ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, um einfach auf Wiedersehen zu sagen. Es werden sicherlich auch Kontakte bestehen bleiben.

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Jedes Mal, wenn ein Mensch lacht,
fügt er seinem Leben ein paar Tage hinzu.
Curcio Malaparte

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