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Informationstag des Brustzentrums Münster 18. Nov. 2006 in den Münster-Arkaden, 25. Nov. 2006 im Marienhaussaal am Franziskus-Hospital
Zum 5. Informationstag des Brustzentrums Münster (Kooperation von
Universitätsklinikum Münster, St. Franziskus-Hospital Münster, Fachklinik Hornheide, Marienhospital Steinfurt, Josephs-Hospital Warendorf und Ev.
Krankenhaus Johannisstift Münster) hatten Herr Prof. Dr. Kiesel (Uniklinik Münster) und Herr Prof. Dr. Peters (St. Franziskus-Hospital Münster) eingeladen.
In den Begrüßungsworten zeigten sie sich, wie auch Frau Bürgermeisterin Reismann, erfreut über die große Zahl der Besucher. Frau Reismann ermunterte die
Teilnehmer, jetzt die Gelegenheit zu nutzen und die Fragen zu stellen, für die beim Arztbesuch nicht immer genug Zeit sei.
„Aktuelle Aspekte in der Brustkrebsbehandlung“ lautete das Thema des 1. Teils der Veranstaltung am 18. November 2006 in den Münster-Arkaden. In
kurzen Vorträgen wurden neue Entwicklungen in der Diagnostik und Therapie vorgestellt.
Herr Prof. Heindel informierte über das Mammographie-Screening. Er äußerte die Hoffnung, dass bei ganz früh erkanntem Brustkrebs eine komplette Heilung
erreicht werden kann. Zur Zeit nehmen ca. 55 % der eingeladenen Frauen in Westfalen-Lippe am Screening teil, in manchen Bereichen bis 70 %.
Die Vorteile der interdisziplinären OP-Planung zeigten anschließend Dr. Decker, Frau Dr. Weigel, Frau Dr. Tio und Frau Dr. Hungermann auf. Die
bildgebende Diagnostik würde immer besser. Die Tumoren seien heute häufig kleiner als 2 cm. Durch eine minimal-invasive Biopsie könne abgeklärt werden, ob
eine Operation notwendig sei. Zweimal in der Woche fände eine Konferenz mit den Radiologen, Pathologen, Gynäkologen usw. zur OP-Planung im Tumorzentrum statt
, um schon vor der Operation gemeinsam zu überlegen: Ist ein Erhalt der Brust möglich? Ist eine plastische OP möglich? Wie kann die Befundstelle markiert werden und welcher Sicherheitsabstand ist einzuplanen?
Über die medikamentöse Therapie informierte Frau Dr. Wülfing. Diese Behandlung schließt sich an, wenn vermutet wird, dass noch einzelne Krebszellen
im Körper vorhanden sind. Geschaut wird immer auf das individuelle Risiko.
In der palliativen Therapie werden Medikamente eingesetzt, um Lebensqualität zu erhalten, Beschwerdefreiheit zu bringen oder auch zur Lebensverlängerung.
Innovative Ansätze der Bestrahlung erläuterte Frau Dr. Berning. Nach brusterhaltender Operation sei immer eine Bestrahlung
vorgesehen. Dadurch wäre diese Operation genau so wirksam wie eine Brustentfernung.
Über Plastisch-operative Möglichkeiten der Rekonstruktion sprach Herr Dr. Krause-Bergmann. Dazu wird Fremdgewebe
(Implantat) oder Eigengewebe benötigt. Ganz wichtig sei, dass später eine onkologisch ausreichende Überwachung möglich sei.
Die Nachsorge war das Thema von Herrn Dr. Rensing. 95,3 % der Patientinnen halten die Nachsorge für wichtig. In den ersten
Jahren findet diese alle 3 Monate statt, nach 4-5 Jahren alle 6 Monate, danach sind jährliche Kontrollen vorgesehen. Bei individuell
höherem Risiko gibt es unterschiedliche Kontrolluntersuchungen. Die jeweilige Überlegung sei: Welche Untersuchung ist für diese
Patientin wichtig und nötig. Denn mehr Untersuchungen brächten nicht immer nur Vorteile. Die Nachsorge soll eine Optimierung
der realen und gefühlten Sicherheit bringen. Deshalb steht die symptomorientierte Untersuchung im Vordergrund.
Nach anschließender Diskussionsrunde konnten sich die Teilnehmer bei einem Imbiss stärken. Viele nutzten auch diese Pause, um sich bei den Infoständen umzuschauen.
Auch wir vom Verein MUT e.V. waren eingeladen und hatten unseren Informationstisch im Vorraum neben den Infoständen der
Krankenkassen, Pharmafirmen usw. aufgebaut. Viele Gespräche konnten wir mit Betroffenen und Angehörigen führen.
Nach der Pause stand das wichtige Thema Schmerztherapie auf dem Programm. Und in weiteren Kurzreferaten gab es Informationen über Mistel-Therapie, Ernährung, Sport und Hyperthermie
. Danach informierte Frau Bönnighaus-John über die vielfältigen sozialrechtlichen Aspekte. Zum Schluss hielt Frau Jebali unter dem Titel psychologische Aspekte einen weiteren interessanten Vortrag.
Der 2. Programmteil fand dann am 25. November 2006 unter dem Motto „Brustkrebsbehandlung – an Leib und Seele“ im Marienhaussaal des St. Franziskus-Hospitals statt.
Nach Begrüßung der Gäste durch Prof. Peters und Bürgermeisterin Reismann hielt Frau Dr. Krause-Bergmann einen Vortrag zum Thema:
„Operiert und nicht entstellt – Die Operation im Gesamtkonzept der Behandlung des Brustkrebses“.
In den weiteren Vorträgen sprach Frau Schreckenberg über dieHilfe in der Krankheit für Betroffene und Herr Dr. Povel über die Hilfe für die Helfer.
Frau Rexrodt von Fircks schilderte in einer Lesung die Brustkrebserkrankung aus der Sicht einer Betroffenen und stellte anschließend ihr
Stiftungsprojekt für Brustkrebsbetroffene und ihre Kinder vor.
Zum Abschluss zeigte das Sanitätshaus Lammers aus Münster in einer kleinen Modenschau Mode für Frauen nach Brustkrebsoperation. Die Fa. Rieswick
aus Ramsdorf stellte verschiedene Perücken vor und gab Patientinnen noch Tipps zum Friesieren und zum Schminken.
Antonia Waning Zum Seitenanfang
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