|
Zu “Das war 2005”
Eröffnung des Referenzzentrums für Mammographie am Universitätsklinikum Münster und der angeschlossenen Screening-Einheiten
im Oer’schen Hof und im Medical Center am Clemenshospital im Oktober 2005
Nun ist es endlich soweit: Das Mammographie Screening in Münster konnte am 24. Oktober 2005 beginnen. Auf Einladung der
Kassenärztlichen Vereinigung in Münster wurden die ersten Frauen im Medical Center und im Oer’schen Hof gescreent. Es war ein weiter Weg bis dahin, den wir als Verein seit 1999 begleitet haben.
Es war im Herbst 1999. Unser Verein erhielt von der Bundestagsfraktion „Bündnis 90/die Grünen“ eine Einladung in das
Reichstagsgebäude nach Berlin zu kommen, um an einer öffentlichen Anhörung zum Thema „Mammographie-Screening“ teilzunehmen. Zusammen mit unserer damaligen Vorsitzenden – Ute Wülfing – fuhr ich nach
Berlin. Vertreter und Vertreterinnen von Vereinen, Initiativen, Verbänden, der Ärzteschaft und der Krankenkassen waren eingeladen. Einer der Referenten war der Radiologe und Screeningexperte Dr. Jan Hendrix aus den
Niederlanden, der seine Erfahrungen mit diesem Verfahren schilderte, da man dort schon vor Jahren mit dem Screening begonnen hatte.
Ein Jahr später – im Oktober 2000 - haben wir Frauen bundesweit für die Einführung des Mammograhie-Screenings demonstriert. Acht
Busse – vollbesetzt mit Frauen - fuhren aus allen Teilen Deutschlands nach Berlin, um an einer Demonstration teilzunehmen. Wir waren von MUT auch dabei. Fünfzig Frauen aus Münster und dem Münsterland sind
mitgefahren. Jede von uns hatte einen pinkfarbigen Schal um den Hals und die rosa Brustkrebsschleife angesteckt. Wir trugen unsere selbst hergestellten Transparente vor uns her. Ca 400 Frauen gingen so durch das
Brandenburger Tor, am Adlon vorbei, Unter den Linden entlang zum August-Bebel-Platz, wo die Abschlusskundgebung stattfand. Die Zahl der Demonstranten wurde immer größer, weil sich viele Zuschauer und Passanten
spontan anschlossen und mitgingen. Ein Jahr später – Oktober 2001 – haben wir wieder in Berlin demonstriert und die Forderung nach einer besseren Früherkennung gestellt! Die Politikerinnen und Politiker
haben reagiert: In drei Regionen in Deutschland wurden Modellprojekte für das Mammographie-Screening eingeführt und erprobt.
In den letzten Monaten war dann bei den Verantwortlichen für das Screening – Prof. Dr. Heindel mit Team sowie Frau Spital vom
Medical Center - viel Arbeit, Engagement, Stress und Organisationstalent gefordert. Herr Prof. Dr. Heindel ist der Leiter des Referenzzentrums für Mammographie am Universitätsklinikum, der übergeordneten
Institution. Für ganz NRW werden hier die Daten der radiologischen Praxen ausgewertet, die verwendeten Screening-Geräte auf ihre Qualität geprüft und die Fachkräfte geschult. Die Screening-Einheit im Oer’schen
Hof an der Königsstraße in Münster ist direkt dem Referenzzentrum unterstellt und soll den Bereich Nord abdecken. Die Radiologin Frau Simona Spital deckt mit ihrer Screening-Einheit im Medical Center den südlichen
Bereich Münsters ab. Dazu gehören auch die Bereiche Coesfeld und Warendorf. Die großen niedergelassenen radiologischen Praxen in Münster und Coesfeld sind als Befunder mit integriert.
Auf Einladung von Frau Spital haben wir am 22. Oktober
2005 an der Eröffnung ihrer Referenz Screening Einheit teilgenommen. Wir haben uns über diese Einladung sehr gefreut. Es war eine angenehme Feierstunde. Nach den
offiziellen Ansprachen konnten dann alle Gäste die neuen Räume im Medical Center besichtigen. Wir waren von MUT bereits einige Tage vorher dort gewesen und haben uns
die modern gestalteten Räume und das ansprechende, schöne Ambiente angeschaut. Dabei gab uns Frau Spital einen kleinen Einblick in die digitale Mammographie und das Auswerteszenario.
Am 28. Oktober 2005 um 19 Uhr folgte dann die offizielle Eröffnung des Referenzzentrums für Mammographie des
UKM Münster und der neu geschaffenen Screening-Einheit im Oer’schen Hof an der Königsstraße. In diesem wunderbaren al-ten Gebäude ist eine moderne
radiologische Praxis entstan-den, die den höchsten An-sprüchenge-nügt. Auch hier werden die Mammographien digital und sehr strahlenarm von gut geschulten Mitarbeitern erstellt und von fachkundigen und kompetenten
Radiologen „befundet“. Nach der Besichtigung fand dann in den Sparkassen-Arkaden eine Feierstunde statt. Der
Oberbürgermeister der Stadt Münster und Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen Lippe und der Krankenkassen und Ersatzkassen sprachen Grußworte. Die besondere Krönung des Abends war der Live-Auftritt
der Flamenco Gruppe „Carmen Lòpez y grupo“, die uns mit andalusischem Flamenco verwöhnte. Es sprang ein Funke der Begeisterung und Lebensfreude auf das Publikum über.
Wir von MUT haben den Abend genossen. Es war schön, dass wir bei der Eröffnung der Screening-Einheiten dabei
sein durften. Wir bedanken uns ganz herzlich.
Gisela Schneider Zum Seitenanfang
|