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Erste Fortbildungsveranstaltung des Brustzentrums Münsterland
Am Mittwoch, 12.11.2003 fand im Mövenpick-Hotel in Münster eine Veranstaltung des „Brustzentrum Münsterland“
statt. Ziel war es, niedergelassene Gynäkologen un d Interessierte über die Arbeit des „Brustzentrum Münsterland“ zu informieren. Der Vorstand von MUT e.V. war hierzu eingeladen.
Zum „Brustzentrum Münsterland“ haben sich folgende Krankenhäuser zusammengeschlossen: Clemens-hospital, Münster / Raphaelsklinik, Münster / St.
-Vincenz-Hospital, Coesfeld / Franz-Hospital, Dülmen / Herz-Jesu-Krankenhaus, Münster-Hiltrup und die Fachklinik Hornheide, Münster-Handorf.
Zur Einführung stellte Prof. Dr. Reck
vom Clemenshospital die Struktur und die Aufgaben des Brustzentrums vor. U.a. die Verzahnung stationärer und
ambulanter Versorgung, Qualitäts-sicherung durch Einhaltung der so genannten S3-Leitlinien, Patientinnen-information und Einbeziehung der Betroffenen in
die Therapieentscheidung, psychosoziale Betreuung und Mitwirkung der Selbsthilfeorganisationen. Dies alles sind Kriterien, die ein Brustzentrum erfüllen muss,
um als solches anerkannt zu werden. Sollte die Anerkennung zum Brustzentrum ausgesprochen werden, so hat dies jedoch zunächst nur für 3 Jahre Gültigkeit
. Danach wird erneut geprüft, ob die notwendigen Kriterien nach wie vor erfüllt werden. Es ist also ein hohes Maß an Qualität im Bereich aller medizinischen
Disziplinen gefordert, um als Brustzentrum bestehen zu können. Prof. Reck erwähnte im Rahmen seiner Ausführungen auch das DMP und seine Bedeutung für
die niedergelassenen Gynäkologen. Brustzentrum und Disease Management Programm (DMP) sollen sich ergänzen. Alle Mitgliedskliniken des „Brustzentrum Münsterland“ sind inzwischen DMP-Krankenhäuser.
Anschließend referierte Dr. med. Ahrberg
(St.-Vincenz-Hospital, Coesfeld) über die Diagnostikmöglichkeiten. Hier stellte er insbesondere die bildgebenden
Verfahren (Mammographie, Sonografie, Biopsie) vor und zeigte anhand von Beispielen, wie schwierig es häufig ist, einen Tumor rechtzeitig zu erkennen.
Dennoch wurde deutlich, dass sich durch Qualitätssicherung immer bessere Diagnoseergebnisse erzielen lassen.
Als weiterer Refe-rent sprach Prof. Dr. Dame
(Raphaelsklinik, Münster) über die operative Therapie. Eingehend berich-tete er über die Möglichkeiten der
brusterhaltenden Operation und die anschließenden Re-konstruktionsver-fahren. Auch hier zeigt sich, dass eine Qualitäts-steigerung im Rahmen der
Operationsverfahren zu besseren Ergebnissen für die betroffenen Frauen führt.
Nach einer brusterhaltenden OP ist die Strahlentherapie unabdingbar. Über die einzelnen Möglichkeiten und den Verlauf dieser Therapie berichtete
Prof. Dr. Fischedick (Clemenshospital, Münster). Gerade bei der Strahlentherapie ist hohe Qualität und die Festlegung der einzelnen Strahlendosis von großer Bedeutung, um das
Rezidivrisiko so gering wie möglich zu halten.
Über die Chancen adjuvanter systemischer Therapien informierte Dr. Dresemann
(Franz-Hospital, Dülmen). Ein wichtiger Punkt im Bereich dieser Behandlung ist die
Klassifizierung des Tumors, um eine möglichst effektive Therapie einsetzen zu können, wie z.B. die Hormontherapie. Deutlich wurde im Rahmen des Vortrages, dass zur
Entwicklung weiterer adjuvanter Therapiekonzepte umfassende Studien notwendig sind.
S chließlich stellte Dr. Glosemeyer
(Herz-Jesu-Krankenhaus, Münster-Hiltrup) statistische Zahlen der Krankenhäuser vor, die sich zum „Brustzentrum Münsterland“
zusammengeschlossen haben. Er berichtete u.a., dass im Jahr 2002 allein in Münster 182 an Brustkrebs erkrankte Menschen behandelt (darunter 2 Männer) und 9.900 Mammo
-graphien durchgeführt wurden. 777 Schnell-schnitte wegen des Verdachts auf Mamma-karzinom wurden von den Pathologen untersucht. Davon wurde bei 228 Schnellschnitten
ein Mammakarzinom diagnostiziert. Bei 171 Betroffenen konnte brusterhaltend operiert werden, bei 141 Betroffenen war eine Amputation notwendig. Weitere Zahlen zu Biopsien, Bestrahlungen, Brustaufbau etc. folgten.
Das sind statistische Auswertungen, Zahlen hinter denen Menschen – Betroffene – stehen.
Für jede dieser Zahlen steht also ein Schicksal! Das darf bei allem medizinischem Fortschritt und Einsatz von Hightech nicht vergessen werden. Die Einrichtung eines Brustzentrums soll
dafür Sorge tragen, dass sich jede Patientin gut begleitet und aufgehoben fühlen kann. Dies sowohl im medizinischen als auch – und hier immer mehr - im psychosozialen Bereich. B ei den Vorträgen des Abends war ein hohes Maß an Engagement zu spüren. Wenn dieses
Engagement sich auf die Behandlung von Betroffenen überträgt, dann ist die Etablierung eines Brustzentrums ein lohnenswertes Ziel.
Zu “Das war 2003” Zum Seitenanfang Helga Arnold
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