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Bericht über den Kongress „Patient und Arzt im Dialog“ 25 Jahre Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr
13. Internationaler Kongress vom 11. – 13. Mai 2007 in Heidelberg
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Interessiert las ich im Frühjahr im MUT-Büro das umfangreiche Festprogramm zum 25-jährigen Bestehen der Biologischen Krebsgesellschaft
Heidelberg. Die Vorträge bekannter Referenten wie O.C. Simonton, Rüdiger Dahlke, Anselm Grün, Jirina Prekop u.v.a.m. interessierten mich. Seit meiner ersten Brustkrebserkrankung im Jahr 1993 informiere ich mich über
komplementäre Behandlungsmöglichkeiten. So stand mein Entschluss schnell fest, an diesem Kongress teilzunehmen, und ich fuhr auf eigene Kosten zu diesem Wochenende.
Mit der Bahn kam ich pünktlich in Heidelberg an, prima - das ist ja nicht immer so. Und die Kongresshalle konnte ich gut mit Straßenbahn und Bus
erreichen. 
1500 Teilnehmer wurden dort zum Kongress erwartet, um sich über biologisch ganzheitliche Methoden zur
Vorbeugung und Behandlung von Krebserkrankungen zu informieren. Rund 100 Einzelveranstaltungen standen auf dem Programm. Ein wissenschaftlicher Programmteil war ausschließlich dem medizinischen
Fachpublikum vorbehalten. Neue Aspekte der ganzheitlichen Krebsbehandlungen wurden ebenso diskutiert wie bewährte Verfahren.
Beeindruckend war der festliche Rahmen der Eröffnungsfeier am Freitagvormittag! Nach dem offiziellen Beginn mit Grußworten sowie
den Ansprachen des Präsidenten der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr (GfBK), Prof. Dr. med. Klippel und des Ärztlichen Direktors der GfBK, Dr. med. György Irmey, führte dieser dann weiter durch
das Programm. Er wünschte den Besuchern, dass sie von diesen Kongresstagen frischen Mut, neue Hoffnung und viele anregende Heilimpulse mit nach Hause nehmen.
Dr. Dr. E. Dieter Hager ging dann in seinem Vortrag: GfBK – die Avantgardisten in der Krebstherapie
auf die Gründung der GfBK vor 25 Jahren ein. Obwohl das Interesse an komplementären und alternativen Methoden in der Bevölkerung schon damals groß gewesen sei, wurde weder die Forschung gefördert noch standen den
Kranken neutrale Informationsquellen zur Verfügung. Das führte im Jahre 1982 zur Gründung der GfBK. Seither wurden verschiedene Schriften und Bücher über komplementäre
Krebstherapien verfasst und regionale Beratungsstellen in verschiedenen Städten eingerichtet. Die GfBK habe heute etwa 8.000 Mitglieder und viele Förderer. 150
Forschungsprojekte wurden bisher gefördert. Jährlich würden etwa 30.000 Anfragen beantwortet. Heute sieht es so aus: - Die Tumorimmuntherapie mit ihren vier Säulen, die Hyperthermie als fünfte Säule
sowie Mikronährstoffe finden zunehmend Bedeutung. - Psychotherapie = Der positive Einfluss auf das Überleben ist heute dokumentiert. - Mistel-/Thymustherapie = Der Nutzen ist belegt.
- Sport = Reduziere das Risiko an Brustkrebs zu sterben um die Hälfte. - Gemüseverzehr = Längeres Überleben bei Brustkrebs - Ernährungsberatung = Verbessert die Lebensqualität während der Strahlentherapie.
Zum Abschluss seines Vortrags sagte Dr. Hager: „Wir warten immer noch auf den Tag, an
dem ein weiser Politiker vom Himmel fällt und die therapeutische Bedeutung und das ökonomische Sparpotential der komplementären Methoden erkennt und daraus politische
Konsequenzen in der Forschung, Lehre und Anwendung zieht.“
Der Arzt, Psychotherapeut und Buchautor Dr. Rüdiger Dahlke
hielt dann einen Vortrag mit dem Thema: „Lebenskrise Krebs – Chance zur Entwicklung?“. Immer noch ist Krebs die Krankheit, vor der sich die Menschen am meisten fürchten. Krebs kann fast
überall im Körper vorkommen. Spätere Krebspatienten sind häufig Menschen, die sich weit von ihren eigenen Lebensträumen entfernt haben. So weit, dass sie schon gar nicht mehr wissen, was sie
selbst einmal wollten. Das Leben der fremden Tugend ist nicht sehr heilsam. Der Trend der Gesellschaft ist ein „lauwarmes Verhalten“.
Und provozierend sagte er: Das Problem ist, mit 40 Jahren zu sterben und sich erst mit 80 eingraben zu lassen. Das ist gefährlich. So soll es nicht sein, aber das ist heute der Trend.
Jeder muss aber selbst herausfinden, wohin sein Weg geht und ob er sein Leben lebt. Zur Überprüfung empfiehlt er einen kurzen Test. Wenn man die folgenden Fragen viermal
spontan mit „Ja“ beantworten kann, ist man relativ ungefährdet. Diese Fragen lauten: 1. Lebe ich mit dem Menschen, den ich liebe? 2. Liebe ich die Arbeit, mit der ich lebe?
3. Lebe ich an dem Ort, den ich liebe? 4. Wenn ich morgen gehen müßte, könnte ich gehen, ohne viel versäumt zu haben?
Die künstlerischen Beiträge zwischen den Vorträgen waren wirklich sehens- und
hörenswert. Da möchte ich zuerst Wadokyo – eine jahrhundertealte Tradition des japanischen Trommelns nennen. Das hat wohl alle Zuhörer beeindruckt. Eine tolle Show, die
diese drei Personen mit anfangs leisen, dann aber enorm lauten und kraftvollen Trommelschlägen zeigten. Und im weiteren Programmablauf begeisterte die Zuhörer dann
Britta Wessel mit einem „Tangong“ - Tanz der Schöpfung, der zu ganz leisen Klängen getanzt wurde.
Chanten – darunter versteht man heilsames Singen – sowie Gong-Akzente waren weitere
aktivierende und belebende Elemente zwischen den Vorträgen und rundeten das Festprogramm ab.
Angebote für Erholungspausen waren: - Klangliege, auf einer Soundwolke konnte man die Wirkungen einer Klangmassage
erleben. Musik wird dabei nicht nur über das Gehör, sondern mit dem ganzen Körper erlebt. - Fußreflexzonen-Massage. Sie führt über Energiebahnen am Fuß zu innerer
Harmonie und zum Ausgleich. Das Allgemeinbefinden wird verbessert, erkrampfungen und Stauungen beseitigt. - Reiki-Anwendungen. Das ist eine ganzheitliche Heilmethode, die ihre Wurzeln in
Japan hat. Sie fördert die Tiefenentspannung, schafft Balance und aktiviert die Selbstheilungskräfte. - Cranio-Sakral-Therapie
. Dabei versucht der Therapeut durch Abtasten des Schädels das Pulsieren der Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit wahrzunehmen. Er kann Rückschlüsse auf Verspannungen ziehen und diese durch kaum
wahrnehmbare Druckbewegungen beseitigen.
Am 12. Mai 2007 hatte die GfBK um 19.30 Uhr zu einem Festabend ins Foyer der Stadthalle
eingeladen. Ein buntes Programm erwartete die Gäste.
Wichtig war für mich am zweiten Veranstaltungstag die Teilnahme am Seminar:
Ganzheitliche Ansätze bei Brustkrebserkrankungen aus konventioneller und biologischer Sicht Ich schreibe hier eine kurze Zusammenfassung meiner Notizen über das 4-stündige Seminar:
Einige Regeln für die Lebensführung: Allgemein: Angst überwinden, Verantwortung übernehmen, Vertrauen in den persönlichen
Weg haben, Geduld haben und die Hoffnung nicht verlieren. Gewicht: Ab 18 Jahre möglichst Gewicht halten, vor allem bei erblichem Brustkrebs wichtig. Energieaufnahme:
Hohe Energieaufnahme und wenig Bewegung hat negativen Einfluss. Der Verzehr von Obst- und Gemüse wird empfohlen. Vitamin D (auch durch Sonne) ist wichtig.
Belastende Genußmittel (Kaffee, Limo, Alkohol, Süßigkeiten u.a.) meiden.
Mehr Hülsenfrüchte, Fisch und Eier sollten verzehrt werden!
Nur Bio-Fleisch! Rapsöl, Olivenöl, Leinöl benutzen.
Fettarmer Joghurt, Nüsse, Samen.
Täglich mindestens 1,5 Liter Wasser oder Tee trinken.
3 Mahlzeiten täglich, die letzte sollte aber nicht nach 18 Uhr liegen.
1 Fast- oder Safttag pro Woche.
Gründlich kauen, in Ruhe essen. Genießen und auf jeden Fall „auf den Bauch hören“!
Bewegung ist wichtig. Entspannungsverfahren ebenso.
Konventionelle Therapien aus ganzheitlicher Sicht:
Leitlinien sind in ihrer Bedeutung als Orientierungshilfe richtig einzuschätzen und im Sinne eines individuellen Behandlungskonzeptes optimal zu nutzen. „Es gibt keine Regeln, wie man Regeln anwendet.“ (Immanuel Kant)
- Patienten sollten sich für ein Krankenhaus entscheiden, in dem mindestens 100 Frauen mit Erstbefund jährlich operiert werden - Es ist wahrscheinlich günstiger, wenn die Operation in der zweiten
Zyklushälfte durchgeführt wird.
Biologische Therapien bei Brustkrebs:
Immunstimulation mit tierischen Organextrakten Thymuspräparate - Verminderte Infektanfälligkeit
- Bewährt begleitend zur Chemotherapie - Schon vor der OP beginnen, um das Immunsystem anzuregen - Lebensqualität wird gesteigert.
Durchführung ratsam nach den gesamten Behandlungen! Injektionen besser als Dragees. Dauer: 3 Monate im Jahr; 2 x in der Woche; Nicht zusammen mit Enzymen geben.
Leber-Milz-Peptide - Aktivierung von Lymphozyten - Freisetzung von Zytokinen - Stabilisierung des Stoffwechsels
Wird eingesetzt zur Steigerung der Lebensqualität. Appetit, Übelkeit, Fatigue bessern sich. Erholung wird gefördert. - Präparat: Factor AF2 ist am besten erforscht. Für 6 Monate im Jahr
empfohlen. Nebenwirkung: Rötung, Schwellung (wenig gesehen). Kosten: 500 – 1000 Euro für 6 Monate.
Misteltherapie In Studien sei nachgewiesen worden, dass bei Brustkrebspatientinnen die Lebensqualität
verbessert wird, Nebenwirkungen von Strahlen- und Chemotherapie reduziert werden und das Immunsystem angeregt wird. Es gäbe auch Hinweise darauf, dass Misteltherapie die Überlebenszeit verlängern kann.
Darmsanierung, Mikrobiologische Therapie und Enzyme Die Oberfläche des Darms hat die Größe von 400 Quadratmetern. Sie besteht aus 80 %
Abwehrzellen und hat ein eigenes Immunsystem. Insbesondere bei Magen-Darm-Störungen sei eine Darmsanierung durch Ernährungsmaßnahmen und eine mikrobiologische Therapie zu empfehlen, da die Resorption
von Enzymen in hohen Dosierungen nur über den Magen-Darm-Trakt und mithilfe einer intakten Darmflora erfolgt. Enzyme werden auch zur Behandlung von Lymphödemen und bei
Zahnproblemen eingesetzt. Wobemugos E gibt es nicht mehr, der neue Name sei Neozym.
Phytoöstrogene, Selen und orthomolekulare Substanzen
Nur Leinsamen zeigt nachweislich einen Brustkrebsschutz, aber nicht Soja. Leinsamen muss geschrotet sein! Bei Hitzewallungen während der Einnahme von Tamoxifen kann
Traubensilberkerze ausgleichen. Evtl. ergibt sich auch bei Knochenproblemen ein Nutzen. Eine genaue Ernährungs- und Beschwerdeanamnese sollte erhoben werden, denn
Mikronährstoffe können bei bestimmten Krankheitsphasen gezielt zur Unterstützung der Immunabwehr und Tumorbekämpfung eingesetzt werden. Selen ist wichtig, weil es an der
Zerstörung von Tumorzellen beteiligt ist und die gesunden Zellen schützt. Weitere allgemeine Empfehlung wurde ausgesprochen für Zink, Vitamin D, Vitamin C, Vitamin B-Komplex und Aminosäuren (bei Schwäche).
Eine weitere Vortragsreihe war dem Thema Hyperthermie gewidmet. Hier meine Notizen: Hyperthermie (HT)
Hyperthermie als Baustein zur Prognoseverbesserung Dr. Wehner: Die Vielfältigkeit der Möglichkeiten, auf den Organismus und die Begleitbehandlungen zu
wirken, macht die Hyperthermie im Bemühen um Prognoseverbesserung so interessant. - „Es gibt keine austherapierten Patienten, höchstens einfallslose Ärzte.“ - Bessere integrative Verfahren schaffen für jeden Einzelfall!
- Erhöhte Schmerzfreiheit bei Knochenmetastasen durch Hyperthermie An der Charitée Berlin sind alle Behandlungsformen mit HT möglich.
Prof. Wagner in Osnabrück soll HT haben. Krebsforschungszentrum Heidelberg hat keine HT. Dort hat man Vorbehalte.
Laser-induzierte Thermotherapie bei Mikrometastasen OA Dr. Jangus, Klinik Frankfurt: Die MR-gesteuerte LITT stellt derzeit bei malignen Erkrankungen des Abdomens, speziell
aber bei nicht-resektablen Mikrometastasen das optimale Therapieverfahren dar mit einer hohen lokalen Tumorkontrolle, einer niedrigen Komplikationsrate und den ersten Ergebnissen zum Langzeitüberleben.
Sichtbare Mikrometastasen werden durch Ablation lokal entfernt, nicht durch Resektion. Dauer: 10–25 Minuten. Leider kann beim Eingriff die Temperatur noch nicht gemessen werden.
Elektrohyperthermie Die Onkothermie ist eine Hyperthermie, die besonders gut geeignet ist, gezielt malignes
Gewebe in oberflächlichen als auch tiefer gelegenen Läsionen zu zerstören. Elektromagnetische Wellen werden auf das Tumorgewebe abgestrahlt. Das zerstört wesentlich mehr Krebszellen als HT allein.
Innovative Behandlungskonzepte bei Prostatakarzinom: Dr. Douwes, Bad Aibling, St. Georg: - 40.000 Neuerkrankungen jährlich
- Ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern. - Problem: Chronische Entzündung, Ernährung ist zu fett, süß und kalorienreich.
- Leider hätten bei Diagnose aber schon 30 – 50 % der Patienten Zellablagerung in anderen Gewebebereichen. Vor 10 Jahren wurde ein Konzept entwickelt, bei dem durch eine transurethrale
Thermotherapie eine Tumordestruktion vorgenommen wird. Dabei stirbt der Tumor in der Prostata bzw. geht in Apoptose. Kombiniert wird diese tumordestruktive Methode mit einer
kompletten Androgenblockade für die Dauer von 6 Monaten. Damit dies funktioniert ist aber auch ein striktes Gesundheitsprogramm mit Ernährungsumstellung usw. notwendig.
Zum Schluss möchte ich noch erwähnen, dass ich die Vorträge an allen Tagen gut auswählen musste, weil diese
oftmals gleichzeitig in verschiedenen Räumen stattfanden. Zwischendurch habe ich aber auch mein „Erholungsprogramm“ gestartet mit Spaziergängen durch Heidelberg, das alte Schloss wollte ich
natürlich sehen und auch am Neckar entlanggehen. Am Sonntagnachmittag war es mir sogar noch möglich, mit dem neuen „Solarboot“ eine kleine Rundfahrt auf dem Neckar zu machen. Beim Betreten des Bootes
bekam ich vom Kapitän ein Gläschen Sekt angeboten. Auf meine verwunderte Nachfrage sagte er: „Heute ist doch Muttertag.“ Das war eine nette Überraschung.
Übrigens: Für die Rückfahrt brauchte der Zug eine Stunde länger als vorgesehen war …
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