|
6. Informationstag des Brustzentrums Münster
„Leben mit Brustkrebs“
Zurück zu “Das war 2007”
Blicken wir einer neuen Ära entgegen? Das Brustzentrum des Universitätsklinikums Münster in Kooperation mit der Klinik für Brusterkrankungen des
St. Franziskushospitals in Münster unter der politischen Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters veranstaltete gemeinsam den 6. Brustkrebs-Informationstag. Er trug das Motto „Leben mit Brustkrebs“. In
diesem Sinne rückten die Beiträge stärker als im vergangenen Jahr den PatientInnen-Blickwinkel in den Vordergrund. Es gab gleich zu Beginn eine gern genutzte Möglichkeit, zum Thema „Operationsfolgen – was
tun?“ Fragen an die Fachärztinnen zu stellen. Was soll man tun, wenn sich auch nach zwei Jahren noch Wundwasser im Narbengewebe befindet? Wann wird die MRT-Untersuchung im Rahmen
der Nachsorge von den Krankenkassen übernommen? Zu wem sollte man gehen, wenn man einen plastisch-chirurgischen Brust korrigierenden Eingriff wünscht? Zu welchem Zeitpunkt sollte dieser
Eingriff frühestens stattfinden und was sollte im Vorfeld zum Brustaufbau beachtet werden`? Statt „mein Mann will es“ solle man für sich herausfinden, ob man mit einer amputierten Brust leben könne.
Im Anschluss an diesen Part informierte Frau Dr. Wülfing sehr informativ und anschaulich über neue Substanzen und zielgerichtete
Therapiemöglichkeiten. Wer näher interessiert ist, kann sich den Vortrag als pdf-Datei zuschicken lassen. Frau Dr. Bremer informierte über ärztliche und sonstige Möglichkeiten,
die Nebenwirkungen einer Chemotherapie in den Griff zu bekommen. Rehabilitation, Bewegung und Sport sowie ein neues Angebot zur Unterstützung für betroffene Kinder
waren weitere interessante Themen. Die Veranstaltung schloss mit einem Beitrag zur Krisenbewältigung und dem Erfahrungsbericht nach einer Brustkrebserkrankung. 
Die an der Universitätsklinik als Psycho-Onkologin arbeitende Diplomtheologin Petra Jebali gab einen Überblick über die verschiedenen Phasen der
Krankheitsbewältigung, wo trotz Internet und den damit verbundenen neuen Möglichkeiten der behandelnde Arzt erster Ansprechpartner für Informationen und Fragen bleibt. Der
Prozess ist individuell sehr verschieden und vielfältig. Wo früher das Funktionieren im Beruf, die Fürsorge für die Familie außer Frage stand, stürzen Viele ab, beschäftigen sich mit
Trauer, Verlust- und Todesängsten, brauchen plötzlich - manchmal von Angehörigen und Freunden unverstanden - Zeit für sich, um Kraftquellen zu entdecken, die das aktuelle
Wohlbefinden bestärken. Ein solcher seelischer Sturzflug tritt häufig nach Beendigung der Behandlung und Rehabilitation auf. Er sei normal, betonte Frau Jebali, denn Gesundheit
bedeute nicht nur die Abwesenheit von Krankheit, sondern auch die Fähigkeit, mit ihr zu leben.
Die Veranstaltung war sehr gut besucht. Die
Gelegenheit, Fragen an die Spezialisten zu stellen, wurde von den Teilnehmerinnen gerne wahrgenommen. Auch wir von MUT e.V. waren für viele Frauen Ansprechpartner, und unser Info-Stand war gut frequentiert. In der
Eingangshalle zum Freiherr- vom- Stein-Saal der Bezirksregierung Münster am Domplatz waren wir gut platziert. Es begrüßte und verabschiedete uns dann auch ganz lieb der „Amtsschimmel“.
Ursula Decker-Bönniger/Gisela Schneider
Zurück zu “Das war 2007” Seitenanfang
|