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Zu “Das war 2004”
Wissenschaftliches Symposium der Krebsgesellschaft NRW und Jubiläum des Tumorzentrum Münsterland e.V. im Schloss Münster

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Tumorzentrums Münsterland e.V. fand am 15. Oktober 2004 im Schloss Münster das
36. Wissenschaftliche Symposium der Krebsgesellschaft NRW mit dem Titel „Target-oriented Therapy – Innovative Ansätze in der Krebstherapie“
statt. Eingeladen dazu hatten Prof. Dr. med. Hans Georg Bender, 1. Vorsitzender der Krebsgesellschaft NRW, und Prof. Dr. med. Ludwig Kiesel, 1. Vorsitzender des Tumorzentrums
Münsterland e.V.Mit dem steigenden Lebensalter steigt auch die Zahl der Tumorneuerkrankungen. Das Ziel einer
flächendeckenden optimalen Behandlung wird zunehmend durch ökonomische Zwänge erschwert. Wissenschaftler aus
Hannover, Mannheim und Münster informierten an diesem Veranstaltungstag über neue und innovative Medikamente sowie
Behandlungsmodalitäten, die den Patientinnen und Patienten trotz finanzieller Engpässe zugute kommen.Abends stand die Mitgliederversammlung der Krebsgesellschaft NRW auf dem Programm.
Am Vormittag des 16. Oktober 2004 war dann auch die Öffentlichkeit ins Schloss Münster eingeladen zu einer kleinen Feierstunde anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Tumorzentrums Münsterland e.V
. Die Grußworte sprachen Prof. Kiesel als 1. Vorsitzender des Tumorzentrums Münsterland e.V., Prof. Jürgens als stellv. Vorsitzender der Krebsgesellschaft
NRW und Frau Reismann als Bürgermeisterin der Stadt Münster. Über die Geschichte des Tumorzentrums informierte Prof.
Grundmann, Ehrenvorsitzender des Tumorzentrums Münsterland e.V., sehr anschaulich anhand von Zeitdokumenten.
Prof. Hense, Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin Münster, informierte die Gäste über die heutige Arbeit des
Krebsregisters für den Regierungsbezirk Münster. Datenquelle für dieses Register sind jährlich ca. 12.000 Meldungen des
Onkologischen Schwerpunktes Münster – Nachsorgeleitstelle, ca. 2.500 Meldungen kommen von den niedergelassenen Ärzten
, ca. 5.000 Pathologiebefunde und ca. 5.000 Todesbescheinigungen.Die Anzahl der Neuerkrankungen wird jährlich
aufgeschlüsselt nach Geschlecht und Art der Krebserkrankung. Die erfassten Daten bieten dann beispielsweise die Möglichkeit,
Problemgebiete auf Krebshäufigkeit hin zu untersuchen (Belastung durch Chemiewerke, Sendemasten usw.). Deutschlandweit würden jährlich ca. 88.000 neue Erkrankungsmeldungen registriert.
Prof. Debus, Universitätsklinik Heidelberg, referierte dann über „Comprehensive Cancer Centre“ – Modell für die Zukunft?
Nach seinen Aussagen bringen Studien eine Verbesserung der Heilungsrate, die Behandlung nach Leitlinien mehr
Überlebenszeit. Deshalb sei die Auswahl des Behandlungsplatzes wichtig.Noch haben die deutschen Tumorzentren Probleme
wegen unklarer Strukturen und der Beliebigkeit zur multidisziplinären Zusammenarbeit. Damit sich das ändert, braucht es die
Bereitschaft zu Reformen, Mut zu Innovation und Kooperation und den Verzicht auf Besitzstände. Leitmotiv sollten Qualität und
Kompetenz sein. Auch die Einbeziehung der mündigen informierten Patientinnen und Patienten sei wichtig.Die Aktivitäten eines
CCC (Tumorzentrums) beziehen sich auf die Entwicklung neuer Strategien, Patientenversorgung (leitlinien-orientiert, Second
Opinion) und edukative Aufgaben (Facharztausbildung, Informationsdienst zu Aufklärung, Gesundheit und Prävention)
.Verbesserungen durch CCC in Heidelberg: Eine neue Qualität in der onkologischen Versorgung, die Verknüpfung von Forschung und klinischer Onkologie sowie neue Diagnose- und Therapieansätze.
Über Brustzentren und DMP beim Mammakarzinom sprach Dr. Tuschen vom Westdeutschen Brust-Centrum Düsseldorf.
171 Kliniken beteiligen sich bisher an der Dokumentation durch das Programm des WBC. Halbjährlich gibt es eine Benchmarking-Dokumentation.
Als Vorteil nannte er: Agieren statt Reagieren, DMP und Planungssicherheit, Brustzentren und Einkaufsmodelle. Das große Ziel sei Synergie. „Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen!“ (Aristoteles)
Antonia Waning Zum Seitenanfang
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