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Krebsinformationstag in der Halle Münsterland Zu “Das war 2004”
Am 03.04.2004 veranstaltete „Krebsmagazin.de“ mit der Krebsberatungs-stelle einen Krebsinformationstag in der Halle Münsterland. In die Zusammenarbeit waren das Brustzentrum
Münsterland und das Brustzentrum Münster, mit den jeweils angeschlossenen Kliniken, eingebunden. Neben verschiedenen Ausstellern (VdK, ARGE Bochum, Weleda, SaniCare u. v. a.) beteiligte sich
auch der Verein MUT e. V. mit einem Informationsstand an der Veranstaltung. Statt eines Ei ntrittsgeldes wurde um Spenden für
die Krebsberatungsstelle gebeten. Das Vortragsprogramm gestaltete sich rund um das Thema Krebs, also keiner Krebserkrankung im Besonderen und teilte sich auf zwei Vortragssäle mit einzelnen Schwerpunktthemen.
In zwei Vortragssälen fanden jeweils parallel Vorträge statt. Es ging um Brustkrebs (immer noch die häufigste Tumorerkrankung der Frau), Moderne Krebsdiagnostik, Strahlentherapie
und Prostatakrebs. Schwierige Themen, z. B. Rezidiv und Metastasierung wurden ebenso erörtert wie Psychosoziale Krisenbewältigung durch Erlernen des Bochumer Gesundheitstrainings bis zu Bewältigungsstrategien
und Häuslicher Pflege von Tumorpatienten.
Auch weniger in der Öffentlichkeit angesprochene Krebserkrankungen, wie beispielsweise Pankreaskarzinom, Hirntumoren,
Hautkrebs, Darmkrebs und die Möglichkeiten der Reduktion von Nebenwirkungen in der Krebstherapie wurden in den
Vorträgen angesprochen. Fast alle Krebsbetroffenen leiden während bzw. nach den Akuttherapien an einer verstärkten Erschöpfung. Viel zu selten wird diese Erschöpfung von den behandelnden Ärzten als Fatigue-Syndrom erkannt. Das hat zur
Folge, dass entsprechende Maßnahmen zur Behandlung meistens erst sehr spät eingeleitet werden. Ein Vortrag beschäftigte sich darum mit der Frage: „Welche
Möglichkeiten bieten sich, das Fatigue-Syndrom, mit dem Erhalt von Lebensqualität bei Krebs zu vereinbaren?“ Welche Chancen bietet die heutige
Schmerztherapie den Tumorpatienten? Krebs ist heute kein Tabuthema mehr. Das beweist nicht zuletzt auch die Besucherzahl bei diesem Krebsinformationstag. Die Menschen wollen wissen, wie es um sie und ihre
Erkrankung steht. Sie möchten sich in die Entscheidungsprozesse, welche Art der Behandlung für sie die richtige ist, einbringen. Sie sind informiert und
aufgeklärt, übernehmen Verantwortung. Und dies drückt sich z. B. darin aus, dass immer mehr Menschen (ob krank oder gesund) sich mit dem Thema
„Patientenverfügung“ auseinander-setzen. „Was ist, wenn ich meine Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln kann?“ Auch zu diesem wichtigen Thema gab es einen Vortrag.
Das Angebot, sich in Expertengesprächen direkt vor Ort mit einem Referenten über ihre Erkrankung zu unterhalten, wurde von
vielen Kongressbesuchern angenommen. In der Ausstellung konnten sie sich über Rentenfragen, Reha-Maßnahmen, Ernährung,
konventionelle Behandlungsmethoden und die Unterstützung durch Betroffenen-Organisationen informieren.
Unser MUT-Infostand war stark frequentiert. Nicht zuletzt deshalb, weil wir eine Aktionsfläche für einen Moment der Ruhe
und Erholung angeboten haben. Ich habe die Aktionswand unter das Thema „Meine Hand kann ...“ gestellt. An der Wand
waren verschiedene Fotos befestigt, die „Handlungen“ darstellten: werkende Hände; die Hand reichen; eine Muschel in der Hand; eine Kinderhand, die einen
Marienkäfer über die Finger laufen lässt; Hände, die zusammenhalten; schützende Hände; Hände, die mit Wasser in Berührung kommen; eine gebende Hand. Eine
bunte Schale mit kleinen Kärtchen, auf denen Adjektive standen, lud die Menschen ein, sich an der Aktion zu beteiligen. Dabei konnten sie sich ein
beschriebenes Kärtchen nehmen, oder auf ein Blankokärtchen selbst etwas schreiben: „Was wünsche ich mir von der Hand eines anderen? Was ist mir wichtig? Wem möchte ich die Hand reichen?“
Viele Menschen haben sich über diese Aktion gefreut. Über 70 Kärtchen hingen zum Schluß der Veranstaltung zwischen den Fotos. Ich möchte Ihnen einige der ausgewählten Wünsche nennen:
„behüten“, „auffangen“, „geduldig sein“ „Ich möchte wieder Kraft tanken“ „Musik machen - und mir und anderen Freude bereiten“
„beruhigen – Ich wünsche mir Gesundheit“ „sich mit anderen verbinden - nur gemeinsam kann man schwierige Situationen bewältigen“ „für jemanden sorgen“
„Deine Seele berühren“ „loslassen“, „verstehen“, „Tränen trocknen“, „Freude schenken“, „etwas wagen“ „bestärken - Dass zusammengehalten wird. Damit unsere Mutter stark
bleibt!“ „Angst wegstreicheln“, „Glück bringen“ „Kraft geben - Frieden und Gesundheit“ „ausruhen - gesund werden“ „Wärme schenken - und Verkrampfungen lösen“
Auf den beiden Fotos von der Aktionswand sehen Sie die entstandene Collage. Der nachfolgende Text stand in der Mitte der Aktionswand:
H ÄNDE ...
spielen in unserem Leben eine große Rolle. Diese Aktionswand zeigt HÄNDE in verschiedenen Situationen: Bei der Arbeit, in künstlerischem Schaffen, oder in
berührenden Momenten. Immer ist die HAND Ausdruck unseres Fühlens und Begreifens. „Wir handeln!“ Kaum ein anderes Körperteil des Menschen hat eine so starke Symbolik.
Jede HAND ist einzigartig! Ihre Schaffenskraft ist vielfältig. Sie ist unser wichtigstes Kommunikationsmittel. Eine kleine
Kinderhand schenkt uns ein paar Gänseblümchen und öffnet uns das Herz. Die kräftige Hand eines Arbeiters dagegen drückt
Stärke aus. Unsere Hand ist sehr vielseitig: Sie kann Mut machen, Zärtlichkeit ausdrücken, greifen, schützen, bitten und
streicheln. Sie kann Trost spenden, Zuwendung schenken oder Ablehnung signalisieren, und vieles mehr. Mit der HAND bekräftigen wir unsere Sprache. Wir nehmen mit ihr Kontakt zu anderen auf.
Fasziniert betrachten wir die fliegenden Hände von Gehörlosen. Wir besiegeln eine Vereinbarung mit einem Handschlag. Der
HÄNDEDRUCK gilt als Zeichen gegenseitigen Respekts. Es gibt Menschen, die mit den Händen „sehen“. Wir kennen geschmeidige HÄNDE und begnadete.
HAND in HAND
Ich wünsche Ihnen, dass Sie viele gute „Handlungen“ nehmen und geben können!
Birgit Dépel Zum Seitenanfang
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