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Podiumsveranstaltung am 13.02.2002 im Rathausfestsaal der Stadt Münster
„Brustkrebs – Früherkennung in der Diskussion. Für Frauen, die selbst entscheiden wollen“. Das war der Titel der
Podiumsveranstaltung am 13.02.2002 im Rathausfestsaal der Stadt Münster am Prinzipalmarkt. Diese Veranstaltung wurde vom „Arbeitskreis Brustkrebsfrüherkennung“ geplant und durchgeführt. Der Arbeitskreis wurde
gebildet von Mechthild Bedenbecker-Busch, VHS Münster, Dorothee Kleinschmidt, Ärztin bei Pro Familia, Claudia Holt-Greiwe, Mitarbeiterin der Krebsberatungsstelle des Tumorzentrums Münsterland e.V., Heliane Klose und
Gisela Schneider von MUT e.V. Mit den ersten Vorarbeiten zu diesem Projekt wurde bereits im März 2001 begonnen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte dann doch die Veranstaltung im Februar 2002 durchgeführt
werden. Ohne die großzügige finanzielle Unterstützung der Sponsoren wie der Sparda-Bank Münster e.G., des Frauenbüros der Stadt Münster sowie der Firmen Hoffmann LaRoche-AG und GlaxoSmithKline wäre eine Durchführung
dieser Veranstaltung nicht möglich gewesen. An dieser Stelle unseren herzlichen Dank an die Sponsoren.
Wenn man sich vor Augen hält, dass in Deutschland jährlich ca. 46 000 Frauen an Brustkrebs erkranken und ca. 18 000 Frauen daran
sterben, wird deutlich, dass alles getan werden muss, um diese Sterblichkeitsrate zu senken. Die letzten Zahlen des Krebsregisters NRW weisen aus, dass allein in Münster jährlich 180 Frauen neu an Brustkrebs
erkranken. Was können wir tun, um Abhilfe zu schaffen? Es gibt z.z. eigentlich nur eine Möglichkeit, die Sterblichkeitsrate zu senken: das ist die Früherkennung dieser Krankheit, die dann auch Thema der
Podiumsdiskussion war.
Von fachkompetenter Seite wurden die verschiedenen Methoden der Früherkennung wie Mammographie
(Röntgenuntersuchung), Sonographie (Ultraschall) und die Selbstuntersuchung der Brust durch die MammaCare-Methode vorgestellt. Über die Möglichkeiten, Chancen und Risiken der Mammographie referierte die niedergelassene Radiologin Dr. Doris Rink aus Mainz. Diese Methode ist mit einer geringen Strahlenbelastung verbunden und bietet in Abhängigkeit von der Struktur des Drüsenkörpers eine bis 90%ige Diagnosesicherheit zur Früherkennung des Brustkrebses. In Kombination mit der Sonographie (Ultraschall) und dem Tastbefund wird diese Sicherheit noch erhöht. Die Qualität der Mammographie wird leider oftmals bemängelt. Gefordert werden hier Standards nach den EU-Leitlinien.
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Frau Dr. Christine Solbach von der Uni Frauenklinik Frankfurt informierte über die Selbstuntersuchung der Brust
nach der MammaCare-Methode. Achtzig bis neunzig Prozent der Frauen ertasten ihren Knoten oder die Veränderungen in der Brust selbst. Um die Tastuntersuchung leichter lernen zu können, kann man dies mit Hilfe
eines Silikonmodells üben, in dem verschiedene Knoten zu ertasten sind. Nicht jede ertastete Veränderung
bedeutet Brustkrebs - im Gegenteil – vier von fünf entdeckten Knoten sind gutartig. Die Selbstuntersuchung ist ein wichtiger Schritt zur Früherkennung.
Die Bedeutung des Ultraschalls in der Brustkrebsfrüherkennung wurde von Frau Dr. Elke Baez von der Uni
-Frauenklinik Münster erläutert. Die Ultraschalluntersuchung der Brust bietet in vielen Fällen die Möglichkeit der
genaueren Differenzierung eines klinischen Befundes und kann bei der Entscheidung helfen, welcher Knoten
operiert werden muss und welcher verbleiben kann. Zusätzlich kann unter Ultraschall ein Knoten gezielt punktiert
werden, um durch die feingewebliche Untersuchung der Punktionsprobe eine Diagnose zu erzielen. Ultraschall wird
bei unklaren Tastbefunden, einem erhöhten Krebsrisiko bei familiärer Belastung, dichtem Drüsengewebe mit erschwerter Mammographiebeurteilbarkeit und unklaren Mammographiebefunden eingesetzt.
Die Landesbeauftragte für Frauen des Landes Bremen, Frau Ulrike Hauffe, ging in ihrem Vortrag auf „die Brüste
als ein Teil der ganzen Frau“ ein. Sie referierte über Anspruch und Wirklichkeit einer ganzheitlichen Medizin und
ging sehr kritisch auf das Mammographie-Screening als Methode ein, weil auch hier die Frau nicht als Ganzes
betrachtet wird. Es wird suggeriert, dass die Frauen selber Schuld sind, wenn sie einen Brustkrebs entwickeln und
nicht an Reihenuntersuchungen teilgenommen haben. Die ganzheitliche Sichtweise der Frauen dagegen bietet die
Möglichkeit, die Erkrankung eines einzelnen Organs als Störung des gesamten Organismus zu betrachten und somit auch eine die ganze Person berücksichtigende Behandlung durchzuführen.
Wie brisant und wichtig das Thema der Früherkennung ist, zeigte auch die rege Beteiligung der Frauen. Es hatten
sich bereits vor der Veranstaltung ca. 200 Teilnehmerinnen angemeldet. Die Bürgermeisterin Frau Karin Reismann
begrüßte zu Beginn alle Mitwirkenden und hob den Stellenwert dieser Podiumsveranstaltung hervor. Frau Jeanette
Kuhn, Moderatorin beim WDR, führte dann souverän durch die Veranstaltung, die durch einen kleinen Imbiss unterbrochen wurde. Danach schloss sich die Podiumsdiskussion an, an der sich die Teilnehmerinnen rege
beteiligten und auch kritische Fragen stellten.
Abschließend bleibt festzustellen, dass die Organisation und Durchführung dieser Veranstaltung gut gelungen
waren. Der Arbeitskreis hat Frauen erreicht, die sich bislang kaum Gedanken über das Thema Brustkrebs gemacht
hatten und nun mit den entsprechenden Informationen versehen sicher aufgeklärter auch mit ihren ÄrztInnen sprechen können.
Gisela Schneider
Zu “Das war 2002”
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