Fahrt nach „Kloster Paradiese“ in Soest am 14.09.2002
Partnerschaft Klinik „Kloster Paradiese“ Soest und MUT e.V. Münster
Gewiss ist der Besuch der Radfahrergruppe aus Soest Mitte
August 2001 mit dem Empfang im Rathaus der Stadt Münster allen noch in guter Erinnerung. 10 RadfahrerInnen besuchten Münster auf der ersten Etappe ihrer 18 Tage dauernden
Benefiz-Radtour von Soest nach Vällingby (Schweden) und zurück nach Soest.
Seitdem gibt es den Kontakt zum Kloster Paradiese über Infos, Fotos und Vorträge. Am 14. September folgten wir
also der Einladung zu einem Gegenbesuch nach Soest. Früh morgens um 8.30 Uhr trafen sich die 14 Teilnehmer in Hiltrup in bester Wochenendlaune. Nach einer guten Stunde Fahrt
erreichten wir die Privatklinik hinter dicken alten Klostermauern vor den Toren der Stadt Soest.
Freundlich begrüßt wurden wir von Herrn Dr. med. Thomas Oyen, Arzt im Kloster Paradiese und Vorstand des Kloster
Paradiese Krebshilfe e.V. und Herrn Behse, der für uns den Ta g organisiert hatte. Von Herrn Dr. Oyen erfuhren wir einiges über die abwechslungsreiche Geschichte des
ehemaligen Klosters. Die Idee, in dem alten Klostergebäude eine Klinik einzurichten, war ihm auf einer Radtour gekommen. Aber bis zur Umsetzung dieser Idee war noch so manche Hürde zu
nehmen. Doch die Arbeit hat sich gelohnt. Gemeinsam mit drei anderen Fachärzten wurde das Projekt verwirklicht.Wir fühlten uns gleich wohl in der behaglichen Atmosphäre des alten Fachwerkgebäudes. 
Die Klinik verbindet die naturwissenschaftliche Medizin mit traditionellen Erfahrungen der Naturheilkunde und neuen
Erkenntnissen der Komplementärmedizin. Damit erreicht sie eine bedeutsame Erweiterung des Behandlungsspektrums im Verhältnis zur „reinen“ Schul- bzw. konventionellen Medizin. So kann der
bestmögliche Behandlungsweg für die jeweiligen Patienten gefunden werden. Es werden stationäre und tagesklinische Behandlungen durchgeführt. Die Klinik arbeitet
eng mit anderen Krankenhäusern zusammen. Ein besonderer Tätigkeitsschwerpunkt der Klinik liegt bei der Schulung und Fortbildung der Ärzte und Mitarbeiter im Bereich der Zytologie.
Einen entscheidenden Beitrag zur Abklärung von Brustveränderungen leistet die sog.
Feinnadelpunktion. Durch Punktion mit einer sehr feinen Kanüle (dünner als eine Stecknadel) werden einzelne Zellen aus dem Gewebe entnommen, die dann von
Spezialisten ausgewertet werden. Diese Methode bringt schnelle und sichere Ergebnisse, erfordert keinerlei medizinische Vorbereitung oder Nachsorge und hinterlässt keine bleibenden Veränderungen im Brustgewebe.
In einem Nebengebäude sahen wir uns O.B.ST an. Diese Abkürzung steht für „Onkologische Beratungsstelle Soest“.
Symbol dieser Einrichtung ist ein Apfel, von dem schon ein Stück abgebissen wurde. Dr. Oyen informierte uns dann
über den Verein „Kloster Paradiese Krebshilfe e.V.“. Er arbeitet eng mit den Spezialisten der Klinik Kloster Paradiese
zusammen und finanziert sich ausschließlich durch Spenden und Mitgliedsbeiträge. Seine Ziele sind:
- Verbesserung der Krebsdiagnostik und . -therapie, Förderung insbesondere auch der komplementären onkologischen Medizin
- Informationen und Aufklärung über Krebserkrankungen und Behandlungs-möglichkeiten
- Schaffung von Einrichtungen auf dem Klostergelände, die der Krebsbekämpfung dienen im Hinblick auf eine
Verbesserung der Lebensqualität und Lebensverlängerung
- Förderung der wissenschaftlichen und kliniknahen Forschung und ihrer Anwendung.
Dann besichtigten wir Räume, in denen früher eine alte Nagelschmiede untergebracht war. Auf kleinstem Raum lebte
und arbeitete hier eine ganze Familie. Das können wir uns heute gar nicht mehr vorstellen.
Nach diesem Rundgang bedankte sich Gisela Schneider bei Herrn Dr. Oyen
und Herrn Behse mit einem kleinen Geschenk für die Führung und den Imbiss. Zum Mittagessen war ein Tisch in einem italienischen Restaurant für uns reserviert. Es könnte sein, dass der Ober heute noch darüber
nachdenkt, warum Einige gefragt haben, ob sie das Pilzgericht schon vorher bezahlen müssten! Die Pause tat gut, denn für 14.00 Uhr war eine Stadtführung angesagt. Begleitet wurden wir dabei von Herrn Dr. Hamm
und Herrn Behse. Wir erfuhren viel über Kirchen, Stadtmauern, Wohlstand und Handel und so manches Sprichwort wurde uns erklärt. Jetzt freuten wir uns auf Kaffee und Kuchen, auf jeden Fall etwas zum Wärmen. Denn
inzwischen war es recht kühl geworden. Und wir fanden auch gleich ein gutes Café ...
Ja, und dann war es ganz schnell so spät, dass wir die Rückreise antreten
mussten. Im Auto konnte uns auch der große Regenschauer in der Soester Börde nicht mehr stören. Unter Elisabeths Führung ließen wir den Stau auf
der Autobahn bei Unna ganz schnell links liegen und kamen somit pünktlich und bei Sonnenschein wieder in Hiltrup an.
Antonia Waning
Zu “Das war 2002”
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