oder (deutsch)
Bratsche ist das Altinstrument der Streicherfamilie.
Sie ist wie die Violine gebaut, nur etwas größer: zwischen
40 cm und 47 cm beträgt die Länge des Violakorpus.
Der größere Korpus der Viola sowie die tieferen,
schwerer ansprechbaren Saiten sind auch die Ursache,
warum die Viola lange im Schatten der kleineren, handlicheren
Violine gestanden hat.
Bis auf wenige, berühmte Ausnahmen (J.S. Bach, G.Ph. Telemann) begannen
die Komponisten erst von der Mitte des 18. Jahrhunderts an die charakteristische,
weichere und dunklere Tonfarbe der Viola zu schätzen
und in ihren Konpositionen einzusetzen.
Seit den Orchester- und Kammermusikkompositionen von
Haydn, Mozart und Beethoven ist die Viola zum gleichberechtigten
Mitglied der Streicherfamilie und zum festen Bestandteil
des Instrumentariums geworden. Fast alle berühmten
Kompositionen haben der Viola auch solistische Aufgaben
zugeteilt. |
Im Anfängerunterricht für jüngere Schüler (bis ca.
11 Jahre, abhängig von der Körpergröße) wird die Viola
nur selten eingesetzt. Die besondere Klangfarbe der Viola beruht ja insbesondere
auf dem größeren Korpus, der jedoch für die kleineren Instrumentalisten
beim Erlernen der Grundtechniken viel unhandlicher ist als bei der Violine.
Experimente mit kleineren Instrumenten (um 35 cm Korpuslänge, also
vergleichbar mit der Größe eines Violinkorpus) konnten sich
nicht durchsetzen, da die klanglichen Resultate eher unbefriedigend waren.
So beginnen die meisten Violaspieler auf der Violine, um bei entsprechender
Körpergröße zur Viola zu wechseln.
Dieser Wechsel ist meist unproblematisch, da die Technik der beiden Instrumente
sehr ähnlich ist. Für den fortgeschrittenen Violinschüler
stellt die Viola eine beträchtliche Erweiterung des musikalischen
Horizonts dar, da die Viola im Gefüge einer Komposition ganz andere
musikalische Bereiche wahrzunehmen hat als die Violine. Tritt die Violine
hauptsächlich als Trägerin des melodischen Gedankengutes einer
Komposition hervor, so ist die Viola mehr mit harmonischen und rhythmischen
Aufgaben betraut.
|
|