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Das Pikkolo

Bild Pikkolo

Fast in jedem großen Orchesterstück des 19. und 20. Jahrhunderts wird die Pikkoloflöte eingesetzt. Dieses kleine Instrument besitzt die höchste Tonlage innerhalb des großen Orchesters und eine etwas schrille Charakteristik, mit der es alle andere Instrumenten des Orchesters klanglich überstimmen kann. Deshalb wurde die Pikkoloflöte von Komponisten meistens eingesetzt, um wichtige Höhepunkte der Musik zu unterstreichen. Als eigenständiges Melodieinstrument trifft man es dagegen selten: Seine hohe Tonlage klingt nicht immer angenehm. Während besonders lauter und dramatischer Momente jedoch kann das Pikkolo dem Orchesterklang eine spannungsreiche und dynamische Farbe verleihen.

Das Pikkolo ist eine Miniaturflöte, genau halb so groß wie ihre Verwandte, die große Querflöte. Es besteht entweder aus Metall und Holz (Mundstück aus Metall und der Rest des Instruments aus Holz), oder es ist völlig aus Silber oder Gold gefertigt. Im Orchester spielt das Pikkolo üblicherweise dieselben Noten wie die Flöte - nur sehr viel höher und punktuell. Die Tonhöhe hängt auch von der Lippenstellung zum Instrument ab, da heißt, der Flötist muss die Stimmung jedes einzelnen Tones immer genau kontrollieren. Da die Fingerhaltung aber bei beiden Instrumenten identisch ist, kann ein Spieler leicht von einer Flöte auf die andere wechseln - und manchmal verlangt ein Komponist genau dies während eines Werkes.

"Piccolo" ist das italienische Wort für "klein". Auch Geige, Cello, Klarinette und sogar der Kontrabaß besitzen "Piccolo"-Äquivalente, die sämtlich die kleinsten und am höchsten klingenden Mitglieder ihrer jeweiligen Instrumentenfamilie sind.

Der Klang der Pikkolo-Flöte

Frühe Flöten bestanden aus einem hölzernen Rohr mit Fingerlöchern. Zur Vermeidung unnatürlicher Fingerstellungen konnten die Löcher nicht immer an dem für einen präzisen Ton nötigen Platz gebohrt werden. Um dieses Problem zu lösen, wurden Klappen angebracht. So kann mit einem Hebel an einem Ende des Instruments ein Loch am anderen Ende geöffnet werden. Der deutsche Flötenbauer Theobald Böhm übertrug sein Flöten-Klappensystem später auch auf das Pikkolo. So wurde die Klangreinheit des erzeugten Tons und die Handhabung der Klappen verbessert. Ein flüssiges Spiel war plötzlich unmöglich.

Ergänzungen

- Beethovens Fünfte Symphonie gehörte zu den ersten Orchesterwerken, in denen die Pikkoloflöte eingesetzt wurde.

- Die unterste Lage des Pikkolo wird beispielsweise von Ravel raffiniert im G-Dur-Klavierkonzert verwandt.

Bild Pikkolo: © YAMAHA Music Europe GmbH
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