Dracula

2011

Inhalt

Das Musical "Dracula" basiert auf dem Roman von Bram Stoker. Komponiert wurde es von keinem Geringeren als Frank Wildhorn, aus dessen Feder auch das bekannte Musical "Jekyll and Hyde" stammt. "Dracula" wurde bereits unzählige Male in den unterschiedlichsten Versionen auf die Kinoleinwände und TV-Bildschirme gebracht. Das Musical aber zeigt die sehr nah an dem Roman orientierte Geschichte um den Grafen Dracula, der seine Frau verliert, und – geleitet von tiefen Gefühlen der Trauer und Wut – als Vampir durch die Jahrhunderte zieht. Am Ende ist es wieder die Liebe zu einer Frau, die ihn umdenken lässt und ihn verändert. Doch "Dracula" ist keine klassische Liebesgeschichte. Es fließt Blut, es wird gekämpft, gejagt und gemordet. Allerdings nie, ohne den Blick für die Hintergründe und die wahren Gefühle der Handelnden zu verlieren.

Rückblick

Nachdem die Titanic erfolgreich versenkt war und sich auch Ebenezer Scrooge nach 2008 im Jahr 2010 bereits zum zweiten Mal über die Bühne der Waldorfschule grummelte, stand erstaunlicherweise die Wahl des neuen Stücks für 2011 bereits vor der letzten Vorstellung 2010 fest: "Dracula" sollte es sein, wieder aus der Feder von Frank Wildhorn und das FME durfte mit dieser Produktion dessen Deutschlandpremiere feiern, wie es auch im Wikipedia-Artikel über das Musical nachzulesen ist. Die Geschichte über den Vampir Vlad Dracula, der nach London kommt, um Immobilien zu erwerben und in der Frau seines Maklers die Reinkarnation seiner vor 500 Jahren gestorbenen Frau zu erkennen glaubt, scheint zunächst nicht blutrünstig. Im Mittelpunkt des Musicals steht vor allem der romantische Aspekt, der aus dem Buch von Bram Stoker eher hervorgeht. Das Musical zeigt deutliche Nähe zum Kinofilm von Francis Ford Coppola aus dem Jahr 1992 mit Gary Oldman als Dracula und Anthony Hopkins als Van Helsing.

Zu dieser Produktion arbeitete das FME erstmals mit der Modeschule Münster zusammen, die die Kleider für Mina und Lucy sowie die Gewänder für Graf Dracula entwarfen und herstellten. Zusätzlich mussten alle Darsteller den Weg zu einem Zahntechniker machen, denn jeder bekam für seine eigenen Zähne die passenden Vampirzähne auf einer Schiene angepasst. Mit dieser Schiene verständlich zu sprechen und vor allem auch zu singen, war für alle Darsteller eine große Herausforderung und erforderte einige Sprechprogen. Statt den drei bei Wildhorn vorgesehenen Vampirinnen – bei uns Vampirellas genannt – gönnte sich das FME sieben. Für das Bühnenbild wurden sechs Tonnen Holz verarbeitet, und insgesamt gut 16 Liter Theaterblut flossen über die Bühne, davon der Großteil in Form von präpariertem Rote-Bete-Saft in der ersten Szene aus dem gewaltigen Holzkreuz, das innen mit Schläuchen versehen war. Die allgemeine Detailverliebtheit machte sich auch in den Requisiten und im Bühnenbild bemerkbar. Da mussten die Stäbe von Renfields Käfig künstlich nachrosten, während er selber Fliegen in Form von Rosinen und Spinnen in Form von zusammengeknoteten Lakritz-Schneckenfäden (in der Derniere durch ein ungleich größeres Frikadellen-Exemplar ersetzt) verspeiste. Licht und Ton sorgten für angenehmes Gruseln, sodass durch die große Nachfrage sogar noch eine Zusatzvorstellung realisiert und ausverkauft werden konnte.

Wie schon bei "Titanic" sorgte das Publikum auch dieses Mal in der letzten Vorstellung für den Gänsehautmoment auf der Bühne: Auf Initiative von Anja Weigang war das Publikum mit Feuerzeugen bewaffnet. So entstand beim Lied "Eh du verloren bist", in dem Van Helsing mit seiner Gang aufbricht, um Dracula zu stellen, das im Lied erwähnte "Lichtermeer". Beim FME muss man eben mit allem rechnen.

Wissenswertes

Buch: Christopher Hampton, Don Black
Musik: Frank Wildhorn
Deutsche Texte: Roman Hinze
Uraufführung: 13. Oktober 2001 im La Jolla Playhouse in San Diego

Stärke des Bühnenensembles: 38 Personen
Stärke des Orchesters: 41 Personen
Anzahl der Aufführungen: 12
Besucherzahlen: ca. 4.500 Personen