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Ein Tag für die Geschichtsbücher Friedensschluß in Münster Genau 350 Jahre ist es am 24. Oktober her, daß abends gegen 21 Uhr 70 Kanonen auf den Wällen von Münster dreifachen Salut schossen. Alle Kirchenglokken läuteten, die Menschen fielen sich jubelnd in die Arme. In Osnabrück wurde ein Feuerwerk abgebrannt. Am frühen Nachmittag waren in Münster die Friedensverträge zwischen Kaiser Ferdinand III., dem französischen König Ludwig XIV. und der schwedischen Königin Christina unterzeichnet worden. Nachdem im Mai 1648 schon der Spanisch-Niederländische Friede im Rathaus zu Münster beschworen wurde, fanden jetzt endgültig 30 Jahre Krieg in Europa ein Ende. Es war Schluß mit dem Terror, den Schlachten, der Not und dem Elend der Zivilbevölkerung, mit Krankheit und Tod. Samstag, der 24. Oktober 1998, wird für Münster wieder ein Tag, der in die Geschichte eingehen wird. Insgesamt 20 Staatsoberhäupter der am 30jährigen Krieg beteiligten Nationen und deren Nachfolgestaaten werden nach Münster kommen, um zum einen an den historischen Tag zu erinnern und zum anderen die 26. Europaratsausstellung zu eröffnen. Seit dem Wiener Kongress im Jahr 1815 soll es keine so große Versammlung von gekrönten und ungekrönten Staatsoberhäuptern mehr gegeben haben. Auch für die Bundesrepublik wird es der protokollarische Höhepunkt des Jahres sein. Bundespräsident Roman Herzog hat gemeinsam mit der Veranstaltungsgesellschaft Westfälischer Friede die Einladungen ausgesprochen. Wer den Weg nach Münster antritt, ist auf den Seiten dieser Beilage zu lesen. Nur in wenigen Ausnahmen reist ein hochrangiger Stellvertreter des Staatsoberhauptes an. Die baltische Staaten mit den Republiken Estland, Lettland und Litauen nehmen als Teil des schwedischen Einflußbereichs und als Kriegsschauplätze im Ostseeraum an den Friedensfeierlichkeiten teil. |