8.3.97 ab 19.00 Uhr
9.3.97 12.00 bis 20.00 Uhr
10.3.97 8.00 bis 15.00 Uhr

 

 

Mitteilung vom 14.3.97:

Liebe Schüler und Schülerinnen!

Aufgrund des großen Interesses und vieler Anfragen hat sich die Planungsgruppe der Aktion "verborgene welten" überlegt, eine Videokassette zum Kauf anzubieten. Auf dieser Kassette sollen alle Videoproduktionen des Wochenendes (das Auge aus "Klausur", "Gänge", "Niki's Talk im Speisesaal", "Videoportrait") sowie Impressionen von den anderen Aktionen und Performances (z.B. "Klangraum-Raumklang", "l.Schultag") zusammengestellt werden. Die Gesamtlaufzeit der Kassette wird etwa 45 min betragen, der Preis richtet sich nach der Bestellmenge und wird zwischen 10-15 DM liegen. Solltest Du Interesse haben, einen solchen Film zu erwerben, trage Dich bitte in die beigefügte Liste ein. Wir werden uns dann wieder bei Dir melden.

Bis denne, die Planungsgruppe "verborgene welten"


Pressemitteilung:

Poesie eines Schulgebäudes

Kunstinstallation am Gymnasium St.Mauritz

Unter dem Titel ,Verborgene Welten" fand am letzten Wochenende drei Tage lang eine ungewönliche Kunstaktion am Gymnasium St. Mauritz statt. Das alt ehrwürdige Schulgebäude, das die Wirren zweier Weltkriege heil überstanden hat, animierte mit seiner 100jährigen ,Biographie" alle großen und kleinen Künstler der Schule, in über 20 Installationen und Performances, den Teil der Schule einmal zum Leben zu erwecken, der im Schulalltag nicht unbedingt sichtbar wird. Die modernen Kunstformen, deren Gestaltungen ja gerade den Raum selbst thematisieren, eignen sich besonders gut für ein derartiges Vorhaben.

Mit einer kurzen Ansprache eröffnete Schulleiter Theo Welling die Veranstaltung, an der eine große Schüler- und Lehrerzahl beteiligt war. Die Ausmaße dieser Aktion, Hunderte von Besuchern strömten täglich durch die Räumlichkeiten zwischen Keller und Dach, war bestens dazu geeignet, nun auch offiziell das Jubiläumsjahr zu eröffnen. Die räumliche und zeitliche Dimension dieser Schule ließ sich in dieser außergewöhnlichen Kunstform einmalig darstellen.

Initiator, Hauptideenträger und Regisseur der sehr aufwendigen und sehr beeindruckenden Veranstaltung war der Kunstlehrer Christof Hake; er wurde unterstützt durch die Fachkollegen Elisabeth Arenz, Marga Coppenrath und Roland Heßler, aber auch durch die Kollegen anderer Fächer, so durch den Musiklehrer Peter Mack, der mit einer eigenen "Wandelkomposition für Flöten und Dirigent" eine ungewöhnliche Stimmung in der Schulkapelle hervorrief, was große Begeisterung beim Publikum auslöste. Auch die kurze Performance "Erster Schultag" in der Eingangshalle, von Sportlehrerin Irmtraud Brune betreut und von Unterstufenschülerinnen einfühlsam dargestellt, löste unter den Zuschauern Rührung und Anteilnahme aus. Manch einer fühlte sich durch den Auftritt einer Ordensschwester an die behütete Schulzeit im "Kloster" zurückerinnert, wie überhaupt die Internatszeit in der gesamten Aktion immer wieder durchschimmerte. Die Errichtung einer Schlafstätte für eine ehemalige Sextanerin im Schlafsaal, der heute Zeichensaal ist, erweckte das gesamte Spektrum an Gefühlen und Stimmungen, die damals wohl geherrscht haben mochten.

Viele Gestaltungen setzten sich aber auch kritisch mit dem Lern- und Lehrraum Schule auseinander, so die anschauliche Darstellung "Ein deutsches Klassenzimmer" der 10c mit Deutschlehrer Ludger Kleinhans, die Installationen "Klausur", "Replikator - Duplikator" oder "Bildungshunger". Eine andere Darstellung "Kreuzweg - Kreuz weg" erinnerte an die Verknüpfung der Schule mit Kirche, was viele Besucher sicherlich auch nachdenklich machte.

Eine engagierte Talk Show der Klasse 10b mit Birgit Hartmeyer zeigte in einer kritisch-ironischen Videoinstallation das Fernseh-Umfeld der heutugen Schülergeneration.

In die gesamte Veranstaltung mischten sich immer wieder auch fröhliche Töne und Bilder, so die überdimensionalen Papierschwalben im Park von Chr.Hake oder die "wohl längste Portraitgalerie der Welt", bei der jeder einzelne Schüler und Lehrer der Schule dem Besucher freundlich zulächelte, oder doch nicht jeder?

Jedenfalls wurde mit dieser großangelegten Show der erste Schwerpunkt des Veranstaltungsreigens im Jubiläumsjahr gesetzt.

In der nächsten Woche können sich dann alle Freunde der Schule auf einen vergnüglichen Theaterabend einstellen, wenn am 19. und 20.3. um jeweils 20 Uhr der Literaturkurs der Jg.13 "Das lebenslängliche Kind" von R.Neuner nach einer Bearbeitung von E.Kästner zur Aufführung bringt.


Ingrid Wethkamp

 

Ein Videoband mit den Kunstinstallationen und Performances ist bei den Kunstlehrern käuflich erhältlich.

Siehe auch:
Eroeffnungsrede des Schulleiters (mit Fotos, 40 kB))
Aussenaufnahme der Altbaufassade mit Objekten (69 kB)