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Ein Schulbesuch im englischsprachigen Ausland

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Live English!

Ein Schulbesuch im englischsprachigen Ausland

 

Jedes Jahr entschließen sich nicht weniger als ein halbes Dutzend Schüler des Gymnasiums St. Mauritz, einige Monate oder ein ganzes Jahr an einer Schule im englischsprachigen Ausland, meist in den USA, zu verbringen. Nur um diesen langfristigen Austausch geht es hier. Und noch etwas vorweg: Auch wenn der Gedanke des Schüleraustausches ursprünglich einen gegenseitigen Besuch vorsah, reduziert sich die heutige Praxis fast immer auf den Aufenthalt deutscher Schüler in den USA. Diese Klärung ist nicht ganz unwichtig, da manche Schüler oder ihre Eltern vor einem Schüleraustausch zurückschrecken, weil sie für so lange Zeit keinen Gast bei sich beherbergen können oder möchten.

Angesichts des hohen Beratungsbedarfes hat die Fachschaft Englisch unter engagierter Mitarbeit vieler Schüler begonnen, Informationen aus aktuellen Ratgebern und Prospekten der kommerziellen und gemeinnützigen Austauschorganisationen sowie private Erfahrungen der Schüler zu sammeln und systematisch darzustellen. Wir bitten aber zu beachten, dass in den folgenden Kapiteln nur eine erste Orientierungshilfe gegeben werden kann. Für genauere Auskünfte sind stets die angegebenen Organisationen selbst zu kontaktieren. Das gilt vor allem für sämtliche Termin- und Preisangaben.

Ins Ausland kann man jedoch nicht nur mit Hilfe eines privaten Anbieters gelangen. Es gibt auch verschiedene Angebote kommunaler oder staatlicher Träger. Eine Übersicht ist hier noch schwieriger als bei den privaten Unternehmen, die bekanntlich mit ihrer Werbung nicht geizen. In unserer Broschüre nennen wir zwei Möglichkeiten, in die USA, nach Kanada oder Neuseeland zu gelangen, die von unseren Schülern bereits mehrfach genutzt worden sind.

Da der Markt der privaten und öffentlichen Anbieter kaum noch überschaubar ist, sind aktuelle Informationen nicht immer verfügbar. Für die Richtigkeit der Angaben können wir daher keine Gewähr übernehmen. Um unsere Datenbank dennoch möglichst zuverlässig zu halten, sind wir auf Ihre tätige Mithilfe angewiesen. Belassen Sie es daher nicht beim Schimpfen, wenn Sie Fehler entdecken – teilen Sie es uns mit.

 Münster, im Januar 1999

 Dr. Michael Hiltscher

 

 

 

Anschrift:

 Gymnasium St. Mauritz

 Tel.: (0251) 14 191-0

 Fachschaft Englisch

 Fax: (0251) 14 191-22

 Wersebeckmannweg 81

 Email: mauritz@muenster.de

 48155 Münster

 Homepage: http://www.muenster.org/mauritz/

Die gedruckte Fassung dieser Broschüre ist für 3 DM in Briefmarken (plus 3 DM Porto) beim Sekretariat der Schule erhältlich. Das Geld fließt dem Etat der Fachschaft Englisch zu.

 

Letzte Überarbeitung: 20. Juni 2000

 

 

Inhaltsverzeichnis

1. Warum lohnt sich ein Schulbesuch in den USA?

2. Als Austauschschüler in die USA

3. Was erwartet den Schüler an der High School?

4. Was erwartet den Schüler in der Gastfamilie?

5. Schritte auf dem Weg in die USA

6. Was kostet der Aufenthalt?

7. Verzeichnis der kommerziellen und gemeinnützigen Organisationen

8. Einige staatliche Austauschprogramme

9. Wer hilft bei der Entscheidung?

(a) Organisationen
(b) Bücher und Broschüren
(c) Websites und Diskussionsforen im Internet

10. Ziele außer den USA

(a) Kanada
(b) Australien
(c) Neuseeland
(d) Großbritannien
(e) Irland
(f) Südafrika

11. Erfahrungsberichte von Austauschschülern

USA
Kanada
Australien
Neuseeland
Großbritannien

 

 

1. Warum lohnt sich ein Schulbesuch in den USA?

Unsere Schüler geben meist folgende Gründe für ihren Wunsch an, eine längere Zeit in den USA zu verbringen. Die Mehrzahl dieser Motive lässt sich natürlich auch auf andere Staaten der englischsprachigen Welt übertragen:

 

2. Als Austauschschüler in die USA

Wer einen längeren Aufenthalt an einer amerikanischen High School verbringen möchte, plant dies meist für 5 oder für 10 Monate. In der Regel besucht man eine öffentliche High School und wird bei einer ausgewählten Gastfamilie untergebracht. Die Programme der privaten Anbieter unterscheiden sich dabei eher in der Sorgfalt und im Service als im grundsätzlichen Leistungsangebot. Die Preisdifferenzen sind teilweise allerdings sehr erheblich. Einige gemeinnützige Organisationen bieten auch Teilstipendien für Bewerber an, welche die vollen Kosten nachweislich nicht tragen können.

Die Leistungen der einzelnen Anbieter umfassen in der Regel:

 

 

3. Was erwartet den Schüler an der High School?

Der Bildungsauftrag einer amerikanischen High School unterscheidet sich deutlich von dem eines deutschen Gymnasiums. In den USA ist die Schule ein wichtiges Zentrum des sozialen Lebens, denn sie ist nicht nur Ort des Unterrichtes, sondern auch der vielen Extra-curricular Activities und eines großen Freizeitangebots. Die amerikanischen Schüler identifizieren sich in hohem Maße mit ihrer Schule, sind stolz auf ihre Sportteams und ihre Lehrer.

Bei aller Lockerheit ist das Schulleben in den USA meist disziplinierter als in Deutschland. Schüler mit guten Leistungen sind bei Mitschülern hoch angesehen und nicht etwa als Streber verachtet. Wenn der Umgangston zwischen Lehrer und Schüler oft salopp ausfällt, ist dies kein Zeichen mangelnden Respekts oder antiautoritären Denkens, sondern entspricht eher einer verbreiteten amerikanischen Mentalität.


Das amerikanische Schulwesen

Je nach Regelung durch das regionale Board of Education beginnt die Schule Mitte August bis Anfang September. Sie schließt zwischen Ende Mai und Ende Juni. Der Unterricht findet von Montag bis Freitag jeweils von 8 bis 15 Uhr statt. Zwischen den einzelnen Fächern liegen kurze Pausen. Mittagessen gibt es in der Schule. Im Gegensatz zur deutschen Schule ist die Abfolge des Stundenplans meist jeden Tag gleich. Auch wechseln nicht die Lehrer, sondern die Schüler den Klassenraum.

Die High School kennt vier Klassenstufen: Freshman (9. Klasse), Sophomore (10. Klasse), Junior (11. Klasse), Senior (12. Klasse). Das Schuljahr hat zwei Semester oder drei Trimester (= Terms). Nach jedem Term erhalten die Schüler ein Report Card genanntes Zeugnis. Die am meisten verbreitete Notenskala reicht von A bis F. Am Ende des Schuljahrs gibt es ein Abschlusszeugnis mit der Angabe der belegten Kurse und der Benotung. Ferien gibt es neben dem zehnwöchigen Summer Vacation an Weihnachten und Ostern.


Fächerwahl
Die Lehrplangestaltung der High School ermöglicht den Schülern, in stärkerem Umfang als in Deutschland auf die eigenen Neigungen einzugehen. Es gibt Pflicht- und Wahlfächer. English, US History und Government sind zumeist Pflichtfächer für Gastschüler. Daneben steht ihnen je nach Größe der Schule ein reiches Angebot an Fächern und Kursen zur Auswahl, die nach jedem Term neu gewählt werden können. Darunter können sein: Business Education, Computer Studies, Foreign Languages, Health Education, Industrial Arts, Journalism, Photography, Physical Education, Science, Social Studies, Theatre, Visual Arts.


Guidance Counselor

Der Guidance Counselor einer Schule berät die Schüler individuell in schulischen und persönlichen Fragen. Er entspricht in einigen seiner Funktionen dem deutschen Vertrauenslehrer, hat aber einen deutlich breiteren Aufgabenbereich, da er sich auch um die schulischen Angelegenheiten der Schüler kümmert. Dem Gastschüler steht er bei der Auswahl der Fächer zur Seite und hilft bei der Entscheidung, welchen Schwierigkeitsgrad (= Level) man in den einzelnen Fächern wählen soll.


Sport

Eine herausragende Stellung an der High School nimmt der Sport ein, der meist am Nachmittag stattfindet. In den USA übernimmt der Schulsport die Funktion der Sportvereine in Deutschland. Zumindest an großen High Schools steht eine Vielzahl von Sportarten zur Auswahl: Soccer, American Football, Tennis, Baseball, Volleyball, Softball, Eishockey, Leichtathletik, Schwimmen, Skilaufen, Surfen. Eine wichtige Rolle spielen die Schulteams, die unter fachmännischer Betreuung trainiert werden. Angefeuert von Mitschülern, Freunden und Eltern treten die Teams regelmäßig gegen andere Schulen an.


Activity Clubs

Wer musikalisch begabt ist, kann im Schulorchester oder in einer Band mitspielen, oder bei den Cheerleaders mitmachen. Teamgeist und Führungsqualitäten sind gefragt bei Arbeitsgruppen wie Student Government, School-dance Committee, School-newspaper, Yearbook und dergleichen. Schulfernsehen, Debating und Theateraufführungen stehen auf dem Programm jeder High School. Da die Wahlen zu diesen Clubs in vielen Fällen bereits im ablaufenden Schuljahr erfolgen, sollte der Gastschüler sein Interesse an einer Teilnahme möglichst früh seiner Gastfamilie und (falls möglich) auch der Schule mitteilen.


Führerschein

Wenn die High School einen Führerscheinkurs anbietet und die deutschen Eltern sowie die Gasteltern eine Einverständniserklärung unterschrieben haben, besteht bei den meisten Austauschorganisationen die Möglichkeit, in den USA mit Vollendung des 16. Lebensjahres den Führerschein zu machen. Erlaubt ist aus versicherungsrechtlichen Gründen nur das Ablegen der Führerscheinprüfung, nicht aber das Fahren.

Die Anerkennung des amerikanischen Führerscheins in Deutschland hängt davon ab, in welchem Bundesstaat man ihn erworben hat. Generell darf man mit einem während eines mindestens 185-tägigen Aufenthalts in den USA erworbenen Führerschein maximal sechs Monate in Deutschland fahren, ohne ihn mit oder ohne weitere Fahrprüfung umschreiben zu lassen. Nähere Auskunft erteilen beispielsweise der ADAC oder die örtliche KFZ-Zulassungsstelle.


Graduation

Wer als Senior die 12. Klasse der High School besucht, hat nach den Abschlussprüfungen meist die Möglichkeit, an der Graduation, der feierlichen Verabschiedung, teilzunehmen. Über die Genehmigung entscheidet allein vor Ort die High School. Die High School entscheidet auch, ob der Gastschüler wie die amerikanischen Schüler ein High School Diploma erhält oder nur ein Certificate of Attendance, eine Art Teilnahmebescheinigung.


Private Schulen
Einige Organisationen haben als Alternative zu den öffentlichen High Schools auch Privatschulen im Angebot. Privatschule bedeutet, dass die Schule von einem privaten Träger unterhalten wird. Dieser Träger ist konfessionell oder nicht-konfessionell. Privatschulen werden teilweise als Tagesschulen angeboten, wo der Austauschschüler in einer amerikanischen Familie wohnt. Die andere Form ist das Internat (= Boarding School); hier wohnt der Schüler in der Schule.

Privatschulen haben ein sehr anspruchsvolles schulisches Niveau, kleinere Klassen, intensiveren Unterricht, eine hervorragende materielle Ausstattung und eine bessere persönliche Betreuung. Die Kosten für den Besuch einer Privatschule sind erheblich höher als bei den öffentlichen High Schools. Je nach Anbieter liegt der Preis für ein Schulhalbjahr zwischen 16000 und 24000 DM, und zwischen 24000 und 40000 DM für ein ganzes Schuljahr.

Ein Besuch von Privatschulen wird von mehreren Veranstaltern angeboten; die Organisation i-way (Köln) vermittelt ausschließlich Privatschulen. Dies ist auch bei ASSIST (Rösrath) der Fall; allerdings erfolgt dort der Austausch nur unter Vergabe von Voll- und Teilstipendien, die Schülern mit guten oder sehr guten schulischen Leistungen vorbehalten sind.

 

 

4. Was erwartet den Schüler in der Gastfamilie?

Typische Gastfamilien
Die typische Gastfamilie gibt es nicht: Da sind zum einen relativ junge Ehepaare, zum anderen auch ältere, deren eigene Kinder bereits aus dem Haus sind. Auch kinderlose Paare nehmen Gastschüler auf, genauso wie allein erziehende Mütter. Die Gastfamilien kommen aber durchweg aus dem amerikanischen Mittelstand. Potentielle Gastfamilien bewerben sich bei den amerikanischen Partnerorganisationen der deutschen Reiseanbieter. Bei einem Besuch in ihrem Zuhause und einem Auswahlgespräch mit dem zuständigen Repräsentanten wird über ihre Eignung entschieden.


Leben in der Gastfamilie
Die Familie wählt sich den Gastschüler nach seiner Persönlichkeit und seinen Interessen aus. Hohe Bedeutung wird allgemein dem Foto beigemessen. Der Schüler wird in der Regel wie ein Sohn oder eine Tochter aufgenommen. Meist sind die Gasteltern berufstätig. Doch die Freizeit verbringen sie mit ihrem neuen 'Kind' bei Ausflügen und mit Freunden. Die amerikanische Gastfreundschaft ist sprichwörtlich. Übrigens erhalten die Familien für die Aufnahme eines Schülers kein Entgelt; sie können lediglich die zusätzlichen Kosten von der Steuer absetzen.

Von dem neuen Familienmitglied wird erwartet, dass es sich an die Lebensgewohnheiten der Gastfamilie anpasst und an ihren Aktivitäten und alltäglichen Arbeiten teilnimmt. Dazu gehört auch Rücksichtnahme auf die anderen und Zurückhaltung bei eigenen Ansichten und Umgangsformen. Wer anpassungsfähig und aufgeschlossen ist, wird meist rasch ein herzliches Verhältnis zu seiner Familie aufbauen.


Kirche
Die Kirche spielt im gesellschaftlichen Leben der USA eine wichtige Rolle, besonders im Bible Belt, dem Süden und dem Mittleren Westen. Es gibt eine Vielzahl von Religionsgemeinschaften, die alle gleichberechtigt neben einander stehen. Kirche beschränkt sich nicht auf den sonntäglichen Kirchgang, sondern sie organisiert viele kulturelle, gesellige und sportliche Veranstaltungen und Kurse. Viele amerikanische Familien sind aktiv in ihrer Kirchengemeinde tätig. Gastschüler sollten sich aus Höflichkeit und Neugier diesem Aspekt des amerikanischen Lebens nicht verschließen.

Area Representative
Jedem Gastschüler steht ein Repräsentant zur Seite, der in seiner Nähe wohnt. Er hat die Familie ausgewählt und die Anmeldung an der zuständigen High School veranlasst. Als Ansprechpartner für Fragen aller Art hält er von Anfang an Kontakt zum Gastschüler, beginnend mit dem Einführungstreffen nach der Ankunft bis zur Rückkehr nach Deutschland.


Wechsel der Gastfamilie

Wenn berechtigte Gründe für einen Wechsel der Gastfamilie vorliegen, ist dies mit Zustimmung der amerikanischen Partnerorganisation möglich. Der zuständige Repräsentant ist dabei behilflich. Immerhin 20% der Austauschschüler wechseln ihre Familie. Damit weiterhin dieselbe High School besucht werden kann, erfolgt die neue Platzierung meist in der näheren Umgebung. Allerdings kann es hier Ausnahmen geben. Es muss auch darauf hingewiesen werden, dass ein Wechsel der Gastfamilie oft sehr schwierig ist.

 

 

5. Schritte auf dem Weg in die USA

Folgende Schritte sind bei den meisten Organisationen zu absolvieren:


Bewerbung bei einer der zahlreichen Organisationen
Bewerben können Sie sich jederzeit, doch empfiehlt sich eine erste Kontaktaufnahme mit der Organisation etwa ein Jahr vor Reiseantritt, also im August oder September. Eine frühzeitige Anmeldung erleichtert in vielen Fällen die Suche nach einer Gastfamilie.


Bewerbungsgespräch mit dem Schüler und seinen Eltern
Dieses Gespräch findet in einer größeren Stadt mit einem Repräsentanten der Organisation statt. Es geht darum, den Bewerber persönlich kennen zu lernen und etwas über seine Eignung zu erfahren. Häufig berichtet auch ein ehemaliger Austauschschüler über seine Erfahrungen.


Beurlaubung von der deutschen Schule
Man sollte möglichst früh mit der Schulleitung über die Beurlaubung für ein Schuljahr sprechen. Bei einem guten oder befriedigenden Leistungsbild stehen einer Beurlaubung keine Hindernisse im Weg. Allerdings sind die Regelungen hierfür nicht einheitlich und vor allem von Bundesland zu Bundesland verschieden. Sinnvoll ist es auch, sich erste Gedanken darüber zu machen, ob man nach der Rückkehr nach Deutschland eine Aufnahme in die alte Jahrgangsstufe oder eine Rückversetzung beabsichtigt.


Aufnahme in das Programm
Kurz nach dem Bewerbungsgespräch erhält der Schüler einen Annahmebescheid mit einer Reihe von Unterlagen: Fragebogen zu persönlichen Angaben, Auskünfte des Hausarztes zu Gesundheitszustand und Impfungen, Angaben zu den schulischen Leistungen der letzten drei Jahre mit Gutachten des Englischlehrers und des Schulleiters, Geburtsurkunde und eine mit Fotos ausgestattete Darstellung der eigenen Familie.


Einreichen der Unterlagen
Der Bewerber entscheidet endgültig, ob er den angebotenen Platz im Programm annehmen möchte und füllt dazu die ihm zugesandten Formulare aus. Damit ist der Vertrag mit der Austauschorganisation perfekt.


Unterlagen bei der amerikanischen Partnerorganisation
Die eingereichten Unterlagen und das Bewerbungsgespräch bilden die Grundlage für die Auswahl der Gastfamilie. Die Unterlagen selbst werden an die amerikanische Partnerorganisation weitergeleitet, um mit der Suche nach einer Familie zu beginnen.


Vorbereitungsmaterial
Von jetzt an wird der Austauschschüler von der Organisation mit Informationsmaterial auf seinen Aufenthalt in den USA vorbereitet und über die erforderlichen Reisevorkehrungen unterrichtet.


Adresse der Gastfamilie
Die Gastschüler werden in allen Staaten der USA, in kleinen bis mittelgroßen Städten, nicht jedoch in Großstädten untergebracht. Die Platzierung in einem Staat, einer Region oder einem Ort nach Wahl des Schülers ist meist nicht vorgesehen, doch ermöglichen dies viele Anbieter gegen eine zusätzliche Gebühr von 500 bis 1000 DM. Die Reiseanbieter können keinen genauen Termin für die Zuweisung einer Gastfamilie nennen. Meist erfährt man seine neue Adresse zwischen Februar und Juli. Allerdings kann dies auch erst im August der Fall sein.

Verbraucherschutzorganisationen weisen warnend darauf hin, dass sich für die amerikanischen Partnerorganisationen der deutschen Anbieter die Suche nach einer Familie häufig schwierig gestaltet. Dies gilt besonders, wenn der deutsche Gastschüler Raucher oder Vegetarier ist. Es kommt daher immer öfter vor, dass ein Schüler zunächst beim Area Representative oder bei einer sogenannten Welcome Family untergebracht wird, bis eine endgültige Gastfamilie gefunden ist.


Vorbereitungstreffen
Im Frühjahr wird der Schüler mit seinen Eltern zu einem Vorbereitungstreffen eingeladen, das in verschiedenen deutschen Großstädten abgehalten wird. Viele Organisationen übernehmen einen Teil oder die gesamten Anreisekosten, sei es durch die Bereitstellung eines gemeinsamen Busses oder durch Fahrtkostenerstattung. Auf dem Vorbereitungstreffen erhält man Informationen über das amerikanische Schulwesen, das Leben in der Gastfamilie, die Betreuung durch die Repräsentanten. Gleichzeitig trifft man natürlich andere Teilnehmer. Nach der Ankunft in den USA findet ein weiteres Treffen mit dem zuständigen Repräsentanten statt, bei dem man Teilnehmer aus anderen Ländern kennen lernt.


Visumantrag
Für den Aufenthalt benötigt man ein besonderes Visum, das Certificate of Eligibility IAP-66. Nachdem die neue Adresse in den USA bekannt ist, erhält der Schüler den erforderlichen Antrag von der amerikanische Partnerorganisation. Mit dem Reisepass beantragt man dann bei der zuständigen amerikanischen Vertretung oder Botschaft das Visum. Bequemer, mit etwa 150 DM allerdings auch recht teuer, lässt sich die Beantragung über eine Visaorganisation erledigen.

Einige Anschriften:
Visa Dienst Bonn
Koblenzer Straße 85
53177 Bonn
Tel.: 0228-36 79 90
Fax: 0228-36 79 936
Email: info@visum.de

Visum Express Service
Mühlenstraße 24
53173 Bonn
Tel.: 0228-95 63 759
Fax: 0228-95 63 779
Email: visa@expseraol.com


Flug
Auf dem Transatlantikflug wird der Schüler von Escorts begleitet, die bei den Ein- und Ausreiseformalitäten behilflich sind. In den USA angekommen, wird der Schüler von Repräsentanten der amerikanischen Partnerorganisationen empfangen und zum Anschlussflug gebracht, an dessen Ziel man von der Gastfamilie erwartet wird.


Taschengeld
Man muss mit monatlich etwa 200 bis 250 US-Dollar für den eigenen Bedarf rechnen. Am besten besorgt man sich für die ersten Monate Dollar-Reiseschecks. Nach Ankunft in den USA kann man ein eigenes Bankkonto eröffnen, auf das die Eltern Geld überweisen. Eine wesentlich preisgünstigere Möglichkeit ist allerdings die Kreditkarte. Oder man eröffnet in Deutschland ein Girokonto bei einer Bank, die auch in den USA vertreten ist; dadurch verbilligt sich die Gebühr für die Abhebungen oder entfällt sogar ganz.


Zeugnisse
Nach Abschluss des High School-Jahres erhält der Schüler von seiner Schule in jedem Fall ein Certificate of Attendance, eine Art Teilnahmebescheinigung. Besuchte der Schüler an seiner Gastschule die 12. Jahrgangsstufe und hat er die Abschlussprüfungen erfolgreich abgelegt, kann die High School ihm auch wie den amerikanischen Schülern ein High School Diploma aushändigen.


Nachbereitung
Nach Rückkehr aus den USA ist eine Anpassung an den deutschen Alltag erforderlich. Dabei hilft ein Nachbereitungstreffen, auf dem man seine Erfahrungen mit den anderen Teilnehmern austauschen kann.

 

 

6. Was kostet der Aufenthalt?

Die Kosten für einen von einem privaten Unternehmer organisierten Aufenthalt an einer amerikanischen High School sind sehr unterschiedlich. Bei einem Preisvergleich sollte man unbedingt darauf achten, welche Leistungen bereits im Preis inbegriffen sind.

Nach unseren Erhebungen liegen die Kosten für ein Schulhalbjahr (5 Monate) meist zwischen 6800 (ohne Flug) und 10000 DM, für ein ganzes Schuljahr (10 Monate) meist zwischen 8400 (ohne Flug) und 11000 DM.

Im Preis inbegriffen sind im Allgemeinen:

 

Nicht im Preis inbegriffen sind im Allgemeinen:

 

 

7. Verzeichnis der kommerziellen und gemeinnützigen Organisationen

Im Folgenden geben wir eine Liste von allen uns bekannten privaten Anbietern, gegen die nach Auskunft der Verbraucherschutzorganisation 'Aktion Bildungsinformation' (Stuttgart) keine Einwände bestehen. Informationen über den rechtlichen Status der Organisationen, Teilnahmebedingungen, Leistungen und Kosten finden sich in den in Kapitel 9: 'Wer hilft bei der Entscheidung?' aufgeführten Ratgebern.

 

Adventures in Real Communication

Flotowstraße 7

38106 Braunschweig

Tel.: 0531-34 23 61

Fax: 0531-34 06 53

 

 

Advised Studies Sprachreisen GmbH

Wiesnerstraße 5

44141 Dortmund

Tel.: 0231-42 42 88

Fax: 0231-41 14 51

Email: Advised-Studies@t-online.de

Homepage: http://www.advised-studies.de

 

 

AFS Interkulturelle Begegnungen e. V.

Postfach 50 01 42

22701 Hamburg

Tel.: 040-39 92 22-0

Fax: 040-39 92 22-99

Email: germany@afs.org

Homepage: http://www.afs.org

 

 

Alfa-Sprachreisen GmbH

Rotebühlplatz 15

70178 Stuttgart

Tel.: 0711-61 55 300

Fax: 0711-61 55 30 10

Email: alfa@alfa-sprachreisen.de

Homepage: http://www.alfa-sprachreisen.de

 

 

American Secondary Schools for International Students and Teachers (ASSIST)

40 General Miller Road

Peterborough, NH, 03458

USA

Deutsche Kontaktadresse:

Thomas-Mann-Straße 7

51503 Rösrath

Tel./Fax: 02205-88 232

Email: assist@netcologne.de

Homepage: http://www.netcologne.de/assist

 

 

AMS Tours GmbH

Nachtigallenweg 28

74906 Bad Rappenau

Tel.: 07264-91 740

Fax: 07264-78 61

 

 

ASPECT Internationale Sprachschule GmbH

Schönbergstraße 35

65199 Wiesbaden

Tel.: 0611-46 54 80

Fax: 0611-46 73 78

Email: 106554.370@compuserve.com

Homepage: http://www.aspectworld.com

 

 

AYUSA International e. V.

Ringstraße 69

12205 Berlin

Tel.: 030-84 39 39-0

Fax: 030-84 39 39-39

Email: info@ayusa.de

Homepage: http://www.ayusa.de

 

 

CAMPS GmbH

Gesellschaft für Ferien- und Ausbildungsprogramme mbH

Daimlerstraße 17

25337 Elmshorn

Tel.: 04121-47 29 90

Fax: 04121-47 29 97

Email: info@camps.de

Homepage: http://www.camps.de

 

 

Carl Duisberg Centren gem. GmbH

Fremdsprachendienst Hannover

Rathenaustraße 9

30159 Hannover

Tel.: 0511-36 39 04

Fax: 0511-30 68 447 oder 32 58 88

Email: highschool@cdc.de

Homepage: http://www.cdc.de

 

 

Christliche Ferienfreizeiten Wolbeck e. V. (CFW)

Koordination Schüleraustausch

Herr Martin Schulz

Postfach 47 01 28

48075 Münster

Tel.: 02506-83 26 00

Fax: 02506-93 00 20

Email: cye@muenster.de


Die Christlichen Ferienfreizeiten Wolbeck organisieren den Austausch mit amerikanischen Schulen ausschließlich für Schüler aus dem Raum Münster. Der Preis liegt erheblich unter dem üblichen Niveau. Dem Aufenthalt geht ein ausführliches Vorbereitungsseminar voraus.

 

 

Council on International Educational Exchange e. V. (CIEE)

Oranienburger Straße 13-14

10178 Berlin

Tel.: 030-28 48 59-0

Fax: 030-28 09 61 80

Email: InfoGermany@councilexchanges.de

Homepage: http://www.council.de
http://www.ciee.org

 

 

cultura Sprach- und Studienreisen

Schubertstraße 18

69254 Malsch

Tel.: 07253-26 379

Fax: 07253-26 527

Email: cultura@t-online.de

 

 

Deutsch-Amerikanische Studiengesellschaft e. V. (DASG)

Pappelweg 1

89275 Oberelchingen

Tel: 07308-20 03

Fax: 07308-60 56

Email: mail@dasg.com

Homepage: http://www.dasg.com

 

 

Deutsches Youth for Understanding Komitee e. V. (YFU)

Postfach 76 21 67

22069 Hamburg

Tel.: 040-22 70 02-0

Fax: 040-22 70 02-27

Email: info@de.yfu.org

Homepage: http://www.yfu.org

 

 

Dr. Frank Sprachen und Reisen GmbH

Kleiner Markt 11

64646 Heppenheim

Tel.: 06252-93320

Fax: 06252-933260

Email: info@dfsr.de

Homepage: http://www.dfsr.de

 

 

Educational Exchange International e. V. (EEI)

Sedanstraße 31-33

50668 Köln

Tel.: 0221-73 91 958 oder 73 91 968

Fax: 0221-73 91 919

 

 

EF High School Year

Markgrafenstraße 58

10117 Berlin

Tel.: 030-20 34 73 00

Fax: 030-20 34 73 01

Email: hsy.berlin@ef.com

Homepage: http://www.ef.com und http://www.englishtown.com

 

 

esfa e. V.

Burgwedeler Straße 45

30916 Isernhagen

Tel.: 0511-77 62 58

Fax: 0511-72 41 843

Email: esfa-D@t-online.de

Homepage: http://www.ferienzeit.com/esfa

 

 

ESI Sprach- und Studienreisen GmbH

Grundstraße 25

74889 Sinsheim

Tel./Fax: 07268-91 13 40

 

 

Europäischer Austauschdienst e. V. (EAD)

Mainzer Landstraße 90

60327 Frankfurt/Main

Tel.: 069-74 61 54

Fax: 069-74 67 72

 

 

Europa-Sprachclub GmbH

Diezstraße 4 a

70565 Stuttgart

Tel.: 0711-74 10 61

Fax: 0711-74 20 73

 

 

Eurovacances GmbH

Rothenbaumchaussee 5

20148 Hamburg

Tel.: 040-44 70 70-0

Fax: 040-44 66 96

Email: eurovacances@eurovacances.de

Homepage: http://www.eurovacances.de

 

 

EXPERIMENT e. V.

Vereinigung für praktisches Zusammenleben der Völker

Friesdorfer Straße 194 A

53175 Bonn

Tel.: 0228-95 72 20

Fax: 0228-35 82 82

Email: experiment@t-online.de

Homepage: http://www.experiment.org/

 

 

fee Sprachreisen GmbH

Leibnizstraße 3

70193 Stuttgart

Tel.: 0711-63 80 48

Fax: 0711-63 65 378

Email: info@fee-sprachreisen.de

Homepage: http://www.fee-sprachreisen.de

 

 

Foreign Link Around the Globe (FLAG)

25 W. Michigan Avenue

Battle Creek, MI, 49017

USA

Deutsche Kontaktadresse:

Christine Moore

Lahnstraße 17

53840 Troisdorf

Tel.: 02241-70 927

Fax: 02241-70 945

 

 

Gemeinnützige Gesellschaft für Internationale Sprachreisen und Kulturaustausch mbH (GGS)

Hölderlinstraße 55

70193 Stuttgart

Tel./Fax: 0711-63 21 25

 

 

Gemeinnütziger Verein für Internationale Verständigung e. V. (GIVE)

In der Neckarhelle 127 a

69118 Heidelberg

Tel.: 06221-80 90 84

Fax: 06221-80 96 87

Email: give@language.de

Homepage: http://www.language.de

 

 

Gesellschaft für Internationale Jugendkontakte mbH (GIJK)

Oststraße 8-14

53173 Bonn

Tel.: 0228-95 730-0

Fax: 0228-95 730-10

Email: gijk@gijk.de

Homepage: http://www.gijk.de

 

GLS Sprachenzentrum

Kolonnenstraße 26

10829 Berlin

Tel.: 030-78 00 89-26

Fax: 030-78 74 191

Email: gls.berlin@t-online.de

Homepage: http://www.gls-berlin.com

 

 

Hardt-Forum e. V.

Verein für internationalen Jugend- und Kulturaustausch

Kurhausstraße 22

13467 Berlin

Tel.: 030-40 41 069

Fax: 030-40 40 525

Email: hardt.forum@usa.net

 

 

House of English Sprachreisen GmbH

Hölderlinplatz 2 a

70193 Stuttgart

Tel.: (0711) 63 10 89

Fax: (0711) 63 14 37

 

 

ICXchange-Deutschland

International Cultural eXchange-Deutschland

Gesellschaft für internationalen Kulturaustausch e. V.

Bahnhofstraße 16-18

26122 Oldenburg

Tel.: 0441-92 398-0

Fax: 0441-92 398-99

Email: ICX@aol.com

Homepage: http://members.aol.com/icx/info

 

 

International Culture Education

Michael Bräutigam

Engelbergerstraße 37

79106 Freiburg i.Br.

Tel.: 0761-36 359

Fax: 0761-36 055

Email: Highschool@aol.com

 

 

Internationale Sprach- und Studienreisen GmbH (iSt)

Stiftsmühle

Postfach 25 12 61

69080 Heidelberg

Tel.: 06221-80 90 47

Fax: 06221-80 91 77

Email: iSt@language.de

Homepage: http://www.language.de

In Münster wird der Anruf unter der Telefonnummer 0251-43 657 kostenlos zur Zentrale nach Heidelberg weitergeschaltet.

 

 

International Exchange and Study Program e. V. (iESP)

Denklinger Straße 90

51545 Waldbröl

Tel.: 02291-66 15

Fax: 02291-26 66

Email: iESP-Germany@t-online.de

 

 

into Schüleraustausch GmbH

Ostlandstraße 14

50858 Köln

Tel.: 02234-94 63 60

Fax: 02234-94 63 623

Email: germany@into.edu

Homepage: http://www.into.edu

 

 

ISKA-Sprachreisen GmbH

Hausener Weg 61

60489 Frankfurt/Main

Tel.: 069-97 84 720

Fax: 069-78 30 29

Email: ISKA@compuserve.com

Homepage: http://www.iska.de

 

 

i-Way

Verein für individuelle deutsch-amerikanische Bildungsprogramme e. V.

Gleueler Straße 272

50935 Köln

Tel.: 0221-46 39 47

Fax: 0221-46 42 14

 

 

Jeuneurope-Studienfahrten GmbH

De-Rode-Weg 10

59494 Soest

Tel.: 02921-33 295

Fax: 02921-31 528

 

 

Jürgen Matthes Sprachreisen

Bahnhofstraße 30 a

25524 Itzehoe

Tel.: 04821-68 00

Fax: 04821-61 305

Email: info@matthes.de

Homepage: http://www.matthes.de

 

 

Kompass-Sprachreisen GmbH

Limburgstraße 11 b

40235 Düsseldorf

Tel.: 0211-68 22 04

Fax: 0211-66 34 17

 

 

Kultur life GmbH

Kulturaustausch international

Jungfernstieg 14

24103 Kiel

Tel.: 0431-93 008

Fax: 0431-93 009

Email: kultur.life@t-online.de

Homepage: http://www.nacel.org

 

 

Language Studies International GmbH (LSI)

Zeil 107

60313 Frankfurt/Main

Tel.: 069-20 309

Fax: 069-29 63 39

Email: fra@lsi.edu

Homepage: http://de.lsi.edu

 

 

MAP Sprachreisen GmbH

Munich Academic Program

Connollystraße 16

80809 München

Tel.: 089-35 73 79 77

Fax: 089-35 73 79 78

Email: highschool@map-sprachreisen.com

Homepage: http://www.map-sprachreisen.com

 

 

OPEN DOOR Student Exchange e. V.

Mechtildisstraße 16

50678 Köln

Tel.: 0221-33 19 956

Fax: 0221-33 19 958

Email: opendoor.v@t-online.de

Homepage: http://www.opendoor.de

 

 

Partnership International e. V.

Frankstraße 26

50676 Köln

Tel.: 0221-24 05 841

Fax: 0221-24 05 538

Email: office@partnership.de

Homepage: http://www.netcologne.de/~nc-office

 

 

Reflections International

PO Box 57

Lone Rock, WI, 53556-0057

USA

Deutsche Kontaktadresse:

Christian Fritsch

Ergster Weg 30

58093 Hagen

Tel.: 02334-53 480

 

 

Rotary Schüler-Jahresaustausch

Email: ryege.ned@t-online.de

Homepage: http://home.t-online.de/home/ryege.ned/austauschinfo.html.htm

Bewerber für den Schüleraustausch wenden sich an ein Mitglied des örtlichen Rotary-Clubs oder werden von einem Mitglied des Rotary-Clubs vorgeschlagen. Der Austausch erfolgt auf Gegenseitigkeit. Die Eltern eines deutschen Bewerbers verpflichten sich, einen ausländischen Schüler aufzunehmen und zu versorgen. Meist umfasst die Aufnahmeverpflichtung eine oder mehrere Perioden von 3 bis 6 Monaten, insgesamt maximal für die Dauer eines Jahres.

Die gemeinnützigen Zwecken verpflichteten Rotarier sind weltweit in Distrikte gegliedert. Münster (Rotary-Clubs Münster-Himmelreich, Münster-Rüschhaus, Münster-St. Mauritz) und Telgte (Rotary-Club Telgte) gehören beide dem Rotary-Distrikt 1870 an. Der Governor des Rotary-Distrikts 1870 ist:
Ivo Holdefleiss
RC Gelsenkirchen-Nord
Reinersweg 5
45894 Gelsenkirchen
Tel.: 0209-39 02 09
Fax: 0209-93 32 706
Email: Ivo.Holdefleiss@bigfoot.com


SHARE International Exchange Programs

Vidumstraße 2

49492 Westerkappeln

Tel.: 05404-96 08 12

Fax: 05404-96 08 11

 

 

Sprachcaffé Reisen GmbH

Schneckenhofstraße 15

60596 Frankfurt/Main

Tel.: 069-61 09 120

Fax: 069-60 31 395

Email: Lpscteam@aol.com

 

 

STEP IN e. V.

Student Travel and Education Programmes International

Auf dem Brand 10

53177 Bonn

Tel.: 0228-31 40 30

Fax: 0228-31 40 90

Email: step.in@t-online.de

Homepage: http://www.step-in.de

 

 

STS Sprachreisen GmbH

Mönckebergstraße 5

20095 Hamburg

Tel.: 040-30 39 99 23 oder 0800-11 22 426 (gebührenfrei)

Fax: 040-30 39 99 08

Email: STShigh@aol.com

Homepage: http://www.sts.se

 

 

TASTE

Teen-Age Student Exchange Program

High-School-Aufenthalte

Lavesstraße 81

30159 Hannover

Tel.: 0511-32 99 77

Fax: 0511-32 95 15

Email: tastenet@aol.com

 

 

team! Sprachen & Reisen GmbH

Beethovenstraße 4

51427 Bergisch Gladbach

Tel.: 02204-61 421

Fax: 02204-23 208

Email: team!@www.language.de

Homepage: http://www.language.de

 

 

Terre des Langues e. V.

Sprachreisen

Ludwigstraße 6

93047 Regensburg

Tel.: 0941-56 56 02

Fax: 0941-56 56 04

Email: Terre-des-Langues@t-online.de

 

 

TREFF International Exchange e. V.

Negelerstraße 25

72764 Reutlingen

Tel.: 07121-24 07 47

Fax: 07121-27 04 10

Email: treff-sprachreisen@t-online.de

 

 

Verein für Internationale Begegnung e. V. (VIB)

Kleiner Markt 11

64646 Heppenheim

Tel.: 06252-69 256

Fax: 06252-26 80

Email: VIB-mailbox@t-online.de

Homepage: http://www.vib.de

 

 

8. Einige staatliche Austauschprogramme

(a) Parlamentarisches Patenschaftsprogramm (PPP)

Das Parlamentarische Patenschaftsprogramm PPP wurde 1983 als gemeinsame Initiative des amerikanischen Kongresses und des Deutschen Bundestags ins Leben gerufen. Es steht sowohl Schülern als auch Berufstätigen offen. Es wird erwartet, dass die Stipendiaten "als junge ‘Botschafter’ ihres Landes einen dauerhaften Beitrag zu einer besseren Verständigung zwischen jungen Deutschen und Amerikanern leisten”, wie die offizielle Broschüre betont.

Der Stipendiat besucht für ein Schuljahr die High School und lebt in einer amerikanischen Familie. Die Kosten für Vorbereitungsseminar, Schulbesuch, Unterbringung und Flug sind im Stipendium enthalten. Die eigenen Kosten beschränken sich auf das Taschengeld. Der Schüler muss bei der Abreise die 10. Klasse abgeschlossen haben und darf höchstens 17 Jahre alt sein.

Man bewirbt sich mit einem Bewerbungsbogen, den man beispielsweise bei den Englischlehrern unserer Schule oder direkt beim PPP in Bonn erhalten kann. Der Bewerbungsschluss liegt meist in der zweiten Septemberwoche. Der weitere Ablauf wird je nach dem Bundestagswahlkreis des Bewerbers von unterschiedlichen Organisationen durchgeführt, in Münster (Wahlkreis 99) vom Gemeinnützigen Verein für Internationale Verständigung GIVE. Er verschickt an die Bewerber die vollständigen Bewerbungsmaterialien und führt dann sowohl anhand der eingereichten Unterlagen als auch mit Hilfe von Auswahlinterviews (November/Dezember) eine Vorauswahl durch. Es werden auch Gutachten der Schule eingeholt. Da pro Wahlkreis höchstens ein Stipendium vergeben wird, gehören nur etwa 10% der Teilnehmer an den Interviews zu den späteren Stipendiaten.

Die Austauschorganisation stellt eine Auswahlliste der am besten qualifizierten Kandidaten zusammen und legt sie dem Bundestagsabgeordneten des jeweiligen Wahlkreises vor. Dieser Abgeordnete wählt dann aus der Liste den Stipendiaten und einen Ersatzkandidaten aus. Die Benachrichtigung der Stipendiaten kann bis Februar dauern.

Wegen des finanziell reizvollen Angebots ist die Zahl der Bewerber beim PPP sehr groß. Auch der Bewerbungsprozess ist nach den Erfahrungen unserer Schüler recht aufwendig. Eine gute Voraussetzung für den Erfolg ist die ausgeprägte Fähigkeit, sich differenziert schriftlich und im Gruppeninterview äußern zu können. Zur Begleitung des Bewerbungsverfahrens, vor allem zur Vorbereitung der Interviews hält die Fachschaft Englisch eine Reihe von Unterlagen bereit.

Anschrift:
Verwaltung des Deutschen Bundestages
Referat PB 4
Parlamentarisches Patenschaftsprogramm (PPP)
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Tel.: 030-227-0
Fax: 030-227-36 878 oder 227-36979
Homepage: http//:www.bundestag.de/europa/internat/16129.htm

 

 

(b) Bezirksregierung Düsseldorf

Die Bezirksregierung Düsseldorf richtet neben anderen Austauschprogrammen auch einen Schüleraustausch auf Gegenseitigkeit mit Kanada und Neuseeland aus. Diese direkten Austauschprogramme dauern jeweils zwei (Neuseeland) oder drei Monate (Kanada) und umfassen den Besuch eines deutschen Schülers an einer kanadischen/neuseeländischen Schule und die Unterbringung in der Familie des Austauschpartners sowie dessen Gegenbesuch bei der eigenen Familie. Für die Hin- und Rückreise organisiert die Bezirksregierung Düsseldorf einen Gruppenflug mit Reisebegleitung auf der Hinreise. Die Zuordnung der Partner wird von der Bezirksregierung Düsseldorf oder der entsprechenden ausländischen Behörde vorgenommen.

Der Aufenthalt in Kanada findet meist Mitte August bis Mitte November statt, der Gegenbesuch erfolgt zwischen Februar und Mai des folgenden Jahres. Der Besuch der neuseeländischen Schüler findet von Anfang Dezember bis Ende Januar statt, der Gegenbesuch der deutschen Schüler erfolgt Februar bis April. Die Kosten für Kanada betragen etwa 2200 DM (enthaltend Flugkosten, Reiseversicherung, Vorbereitungsseminar, Ausflug zu den Niagara-Fällen), für Neuseeland etwa 3600 DM (enthaltend Flug, Reiseversicherung und eine Exkursion in Neuseeland). Für den Schüler bleibt somit im Wesentlichen nur das Taschengeld.

Für beide Programme können sich nur Schüler der Klasse 10 bewerben. Die Bewerbung erfolgt ausschließlich über die Schule. Dazu stellen die Englischlehrer der jeweiligen 10. Klassen das Austauschprogramm im Herbst vor; der Bewerbungsschluss ist im folgenden Januar. Da nur wenige Plätze zur Verfügung stehen, werden sehr gute schulische Leistungen vorausgesetzt. In der Regel kann nur ein Schüler pro Schule berücksichtigt werden. Bei mehreren Bewerbern an einer Schule legen die Klassen- oder Englischlehrer eine Rangfolge fest.

Der in diesem Programm praktizierte Austausch auf Gegenseitigkeit stellt die direkteste Möglichkeit dar, ein fremdes Land kennen zu lernen. Er erfordert ein hohes Maß an Einsatz und Kooperationsbereitschaft. Die Austauscheltern übernehmen für den Gast die gleiche Verantwortung wie für ihr eigenes Kind und tragen seine Aufenthaltskosten. Die Gestaltung des Besuchs bleibt ihnen überlassen.. Für einen ausreichenden Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherungsschutz sind die Teilnehmer selbst verantwortlich, doch hat bisher die Bezirksregierung Düsseldorf immer eine Gruppenversicherung abgeschlossen. Die bisherigen Erfahrungen unserer Schüler und ihrer Eltern mit diesem Programm sind übrigens ausgezeichnet. Für nähere Auskünfte hält die Fachschaft Englisch der Schule weitere Unterlagen bereit.

 


9. Wer hilft bei der Entscheidung?

(a) Organisationen

 

Die Deutsch-Amerikanische Gesellschaft Münster e. V. lädt jedes Jahr im Spätsommer zu einem Informationsnachmittag für Schüler und Eltern in die Aula des Gymnasium Paulinum (Am Stadt-graben 30, 48143 Münster) ein, wo Hinweise zum Schüleraustausch mit den USA gegeben und gemeinnützige Organisationen vorgestellt werden. Der genaue Termin wird in der Lokalpresse und über einen Aushang am Schwarzen Brett in unserer Schule bekannt gegeben. Die Gesellschaft gibt auch kostenlos eine kleine Broschüre heraus, in der etwa ein Dutzend gemeinnütziger Organisationen vorgestellt werden.

 

 

Die Aktion Bildungsinformation ist eine unabhängige Verbraucherschutzorganisation, die sich auf Bildungsfragen und Bildungsreisen ins Ausland spezialisiert hat. In ihrem Buch Schuljahres-Aufenthalte in USA informiert sie jährlich über Programme und Anbieter sowie über rechtliche und steuerliche Fragen. Außerdem gibt sie dort Hinweise zum angemessenen Verhalten als Austauschschüler. Aus unserer Sicht ist die Lektüre des Buches zu empfehlen, um ein kritisches Korrektiv zu den vollmundigen Versprechungen der Austauschorganisationen zu erhalten. Das Buch kann bei der Fachschaft Englisch eingesehen oder gegen eine Gebühr von 25 DM bei der Aktion Bildungsinformation bezogen werden.

 

Der Deutsche Fachverband Highschool e. V. besteht aus mehreren deutschen Austauschorganisationen, die sich zur Einhaltung bestimmter Qualitätsrichtlinien für den Schüleraustausch mit den USA verpflichtet haben. Der Verband gibt eine Broschüre heraus, die allgemeine Informationen zum Schüleraustausch enthält. Sie ist für 5 DM beim Verband erhältlich.



Zülpicher Straße 62
50674 Köln
Tel.: 0221-94 20 540
Fax: 0221-94 18 642

Der CIEE unterhält Büros in den Amerika Häusern mehrerer deutscher Großstädte, von denen Köln das nächst gelegene ist. Allerdings bietet er eher allgemeine Informationsquellen an. Spezifische Beratung wird gegen eine moderate Gebühr angeboten.

Zwar bietet der USIS in der amerikanischen Botschaft keine schriftlichen und telefonischen Informationen an, doch finden sich auf seiner Homepage einige Links auch zum Schüleraustausch.

 

 

(b) Bücher und Broschüren

Die Zahl der Bücher und Broschüren ist in den letzten Jahren flutartig angestiegen. Bei der Lektüre sollte beachtet werden, dass einige Titel durchaus den Eindruck erwecken können, Auftragsarbeiten kommerzieller Austauschorganisationen zu sein. Wir führen einige neuere Publikationen auf, die uns entweder besonders aktuell oder seriös erscheinen. Die meisten der aufgeführten Materialien sind bei der Fachschaft Englisch des Gymnasiums St. Mauritz einzusehen.

Zu dem Werk, vgl. den vorherigen Abschnitt (a) Organisationen.

Ähnlich wie das zuvor genannte Buch befasst sich Gundlach sehr umfassend vor allem mit Anbietern und Programmen. Er geht aber auch auf menschliche Aspekte des Austausches ein (Eignung, Erwartungen, Verhalten des Austauschschülers). Das Buch ist für 26,80 DM im Buchhandel zu beziehen oder direkt bei S. Schill, Recherchen-Verlag, Heidenkampsweg 76a, 20097 Hamburg (Homepage: http://www.recherchen-verlag.de).

Das locker geschriebene Buch schildert die USA-Erfahrungen des Autors, enthält aber auch Informationen über Schulwesen und Schulalltag sowie über das tägliche Leben in den USA. Es ist für 26,80 DM im Buchhandel erhältlich.

Das Buch schildert zum einen die einzelnen Schritte von der Bewerbung bis hin zum Schulalltag im Gastland und zur späteren Rückkehr nach Deutschland, zum anderen gibt es einen systematischen Überblick über die Leistungen der verschiedenen Anbieter. Dabei werden auch zahlreiche nicht-englischsprachige Länder aufgeführt. Das Buch ist für 34,80 DM im Buchhandel oder direkt beim Verfasser erhältlich (http://www.schueleraustausch-online.de).

Das Heft informiert über den amerikanischen Schulalltag, das Verhalten im täglichen Umgang und stellt Erfahrungsberichte von Austauschschülern vor. Es ist kostenlos zu beziehen über den Pädagogischen Austauschdienst, Sekretariat der Kultusministerkonferenz, Lennéstraße 6, 53113 Bonn.

 



(c) Websites und Diskussionsforen im Internet

Bei dem raschen Veränderungen unterworfenen Markt des Schüleraustausches sind persönliche Erfahrungen mit Reiseorganisationen, Behördenformalitäten oder mit dem Leben im Gastland wichtig und hilfreich. Unzählige Schüler bieten ihre Erlebnisse auf Homepages im Internet an. Wenn auch oft sehr kurzlebig, haben sie den Vorteil großer Aktualität. Die früheren Gastschüler sind außerdem meist gern bereit, auf Fragen zu antworten. Daneben gibt es eine Reihe von gemeinnützigen Organisationen, die regelmäßig überarbeitete Informationen auf Ihren Websites bereit halten.

Sehr nützlich sind beispielsweise:
http://www.deutsche-kultur-international.de (Institut für Auslandsbeziehungen)
http://www.oskars.de/ (Oskars: Das deutsch-amerikanische Jugendmagazin)
http://www.wdr.de/tv/kindkegel/inhalte/990418_1.html (WDR)
http://www.schueleraustausch-online.de (Schüleraustausch-online)
http://www.schueleraustausch.de (Austauschschüler-Forum)
http://f6.parsimony.net/forum7854 (Austauschschüler Forum)
http://privat.schlund.de/c/chrissy/usa0ein.html (Christian Hatzfeld)
http://home.t-online.de/home/heinz_neumann/homepage.htm (Petra Neumann)


10. Ziele außer den USA

Der weitaus größte Teil der Austauschschüler entscheidet sich für einen Aufenthalt in den USA. Überraschenderweise sind die Kosten eines Schulbesuchs dort in der Regel deutlich niedriger als in anderen Ländern. Außer den USA bieten private und öffentliche Organisationen längerfristige Aufenthalte beispielsweise in folgenden Staaten an:

 

(a) Kanada

Kanada ist flächenmäßig noch größer als die Vereinigten Staaten, jedoch leben dort nur ca. 30 Millionen Menschen. Obwohl Kanada vor allem wegen seiner großartigen Landschaft und einer weitgehend unberührten Natur reizvoll ist, sind die größeren Städte genauso interessant und lebendig wie die amerikanischen. Dabei sind aber die sozialen Gegensätze in Kanada wesentlich weniger deutlich ausgeprägt.

Das kanadische Schulsystem ist dem der Vereinigten Staaten ziemlich ähnlich, und zwar was Fächerangebot, Unterrichtszeiten, Einteilung des Schuljahres in Semester bzw. Trimester betrifft. Der Lehrplan in Kanada ist für alle Schulen landesweit gleich, so dass auch der Standard überall ähnlich ist. Das neue Schuljahr beginnt in der Regel nach Labour Day, dem ersten Montag im September.

In Kanada wird Englisch und Französisch gesprochen, allerdings beherrschen 80% der Kanadier Englisch. Die Austauschschüler werden natürlich in den englischsprachigen Provinzen untergebracht, vor allem Ontario und Alberta.

Da in Kanada die Aufnahmekapazitäten der Reiseanbieter meist begrenzt sind, sollte man sich hier sehr frühzeitig bewerben. Die Kosten für einen Aufenthalt in Kanada liegen höher als in den USA. Man muss mit etwa 9300 bis 9500 DM für ein Schulhalbjahr, und mit etwa 10000 bis 11000 DM für ein ganzes Schuljahr rechnen. Viele Anbieter haben nur ein ganzes Schuljahr im Programm.

 

 

(b) Australien

Der fünfte Kontinent, wo im Sommer Winter ist und im Winter Sommer, ist ein riesengroßes Land mit nur 25 Millionen Einwohnern, die als gastfreundlich und locker bekannt sind. Die Natur des Landes ist überaus vielfältig und bietet sowohl Wüste als auch Regenwald, Gebirge, Buschwald und tropische Landschaften mit herrlichen Stränden. Australien hat aber auch moderne Großstädte wie Sydney oder Melbourne. Die Gastfamilien sind durchweg im Süden oder im Westen zu Hause, in den Bundesstaaten New South Wales, Victoria, South Australia und West Australia.

Das Schulsystem gleicht dem der USA, jedoch geht das Schuljahr den Jahreszeiten entsprechend von Anfang Februar bis Ende November. Das Schuljahr ist in vier Terms unterteilt, mit jeweils ein bis zwei Wochen Ferien und den langen Ferien im Dezember und Januar. In den meisten Schulen wird eine Schuluniform getragen. Da nur wenige Plätze für einen Austausch zur Verfügung stehen, gibt es bei den meisten Anbietern keine festen Bewerbungsfristen. Wer sich am schnellsten entscheidet, hat die größten Chancen.

Für einen Aufenthalt in Australien gibt es meist vier verschiedene Terminmöglichkeiten:

Die Preise liegen bei 11500 bis 20000 DM für ein Schulhalbjahr, bei 13500 bis 30000 DM für ein ganzes Schuljahr. Die Kosten bei einigen Organisationen liegen deshalb so hoch, weil sie nur private High Schools vermitteln. Einige Anbieter ermöglichen auch variable Aufenthaltstermine (3, 6, 10 oder 11 Monate).

 

 

(c) Neuseeland

'The Land of the Long White Cloud' nannten die Maoris, die Ureinwohner Neuseelands, ihr aus zwei großen Inseln bestehendes Land. Die Maoris sind noch heute die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe Neuseelands. Mehr als 80% der Neuseeländer stammen jedoch von Europäern, meist Briten, ab. Mit durchschnittlich 13,2 Einwohnern pro Quadratkilometer ist Neuseeland nicht dicht besiedelt. Der britische Einfluss ist allgegenwärtig, wie nicht nur die Vorliebe für Sportarten wie Cricket und Rugby zeigt. Neuseeland ist besonders geeignet für Schüler, die bevorzugt britisches Englisch lernen möchten und eine Neigung für Outdoor Activities haben.

Das Schulsystem orientiert sich am britischen Vorbild. Englisch ist an allen Schulen Pflichtfach. Aus den Fachrichtungen Geschichte, Fremdsprachen und Naturwissenschaften werden weitere drei bis vier Fächer gewählt. Der Stundenplan variiert täglich, die Unterrichtszeit bleibt aber immer gleich. Schuluniform ist meistens Pflicht. Das Schuljahr beginnt Ende Januar und endet Mitte Dezember. Es ist in vier Terms unterteilt.

Die meisten Neuseeländer leben im Einzugsgebiet der großen Städte, zum Beispiel von Wellington und Auckland. Hier werden auch die Austauschschüler untergebracht, und zwar sowohl auf der Nordinsel als auch auf der Südinsel.

Die Kosten liegen bei 11000 bis 20000 DM für ein Schulhalbjahr, bei 12000 bis 30000 DM für ein ganzes Schuljahr. Auch hier erklären sich die großen Preisunterschiede damit, dass einige Organisationen Privatschulen vermitteln. Einige Anbieter ermöglichen auch variable Aufenthaltstermine (3, 6, 9.5 , 10, 11 oder 12 Monate).

 

 

(d) Großbritannien

Ein Aufenthalt in England ist empfehlenswert für Schüler, die besonderen Wert auf britisches Englisch legen. Ein weiterer Vorteil ist natürlich die geringe Entfernung von zu Hause. Im Folgenden geben wir zunächst (a) allgemeine Informationen über das englische Schulwesen, bevor wir (b) auf den Austausch über eine deutsche Austauschorganisation, und (c) auf die Vermittlung mit Hilfe einer britischen Vermittlungsagentur eingehen.

 

(a) Allgemeines zum englischen Schulwesen

Das englische Schulwesen genießt zumal nach den Reformen der letzten Jahre hohes Ansehen. Die englischen Schulen sind Ganztagsschulen mit einem Schultag von 9 bis 16 Uhr. Es ist allgemein üblich, eine Schuluniform zu tragen, obwohl diese Pflicht in der Sixth Form, also der Oberstufe, mancher Schulen entfällt. Allerdings ist auch an diesen eine recht konservative Kleiderordnung üblich. Die englischen Schulen von heute sind dennoch offen und integrativ, und der Ruf der nur auf Disziplin beruhenden Erziehung ist weitgehend überholt. Gleichwohl wird dem Respekt vor dem Lehrer noch immer ein hoher Stellenwert beigemessen. Anders als in den USA gibt es an englischen Schulen nur wenige Aktivitäten außerhalb des Unterrichts, die von der Schule organisiert werden. Wenn sie dennoch angeboten werden, sind sie meist mit einer geringen Gebühr verbunden.

Schuljahresbeginn in England ist in der Regel Mitte September. Das Schuljahr ist in drei Terms aufgeteilt. Die meisten Austauschorganisationen bieten drei verschiedene Aufenthaltstermine für England an:

 

Die englischen Schultypen

Das im Folgenden erklärte Schulsystem gilt für alle staatlichen Schulen. Dort unterscheidet man die Comprehensive Schools, die den deutschen Gesamtschulen entsprechen und die von etwa 90% der englischen Schüler besucht werden, sowie die Grammar Schools und die Secondary Modern Schools. Vor allem die Grammar Schools genießen einen guten Ruf. Daneben gibt es noch weitere, weniger verbreitete Schulformen.

Private Schulen sind nicht an dieses staatliche System gebunden, richten sich aber de facto danach aus, da die offiziellen Prüfungen nach staatlichen Richtlinien abgenommen werden und die Qualität einer Schule vor allem nach diesen Prüfungsresultaten bewertet wird. Allerdings haben die privaten Schulen meist ein höheres Bildungsniveau als die staatlichen Schulen.

 

Abschlüsse

Die beiden letzten Pflichtschuljahre, die Fourth und die Fifth Form, entsprechen unserem 10. und 11. Schuljahr. Der damit erworbene Abschluss ist das General Certificate of Secondary Education (= GCSE). Danach kommen die Schüler in die zweijährige Sixth Form, die unserer Oberstufe entspricht. In diesen beiden Jahren bereiten sich die Schüler auf die A-Levels vor, die vergleichbar mit dem deutschen Abitur sind. Beim Ablegen der A-Levels werden Prüfungen in mindestens drei Fächern verlangt. Das ist deutlich weniger als in der deutschen Oberstufe, so dass die Sixth Form bereits eine sehr starke Spezialisierung ermöglicht. In diesen Fächern ist das Niveau oft recht hoch.

 

(b) Austauschschüler deutscher Organisationen in England

Deutsche Organisationen platzieren ihre Schüler meist im Süden oder Südosten, in der Regel jedoch nicht in London. Die Schüler werden üblicherweise in die Sixth Form eingestuft. Es ist ihnen nur selten möglich, die A-Levels zu erwerben, da diese einen zweijährigen Schulbesuch voraussetzen. Überdies werden die A-Levels in Deutschland nur als Fachabitur anerkannt.

Deutsche Austauschschüler belegen meist mehr als die für englische Schüler obligatorischen drei Fächer, um nicht den Anschluss an die deutsche Oberstufe zu verlieren. Englisch ist für Gastschüler Pflichtfach. Ihr Aufenthalt endet Ende Juni, denn die letzten Schulwochen im Juli sind nur für die Examina der abschließenden Klassen 10 oder 12 reserviert. In dieser Zeit findet kein regulärer Unterricht mehr statt.

 

Austauschschüler deutscher Organisationen an staatlichen Schulen

Die Austauschorganisationen vermitteln Schüler sowohl an staatliche als auch an private Schulen. Bei den staatlichen Schulen handelt es sich meist um Grammar Schools, manchmal auch um Sixth Form Colleges oder Technical Colleges. Sixth Form Colleges sind reine Oberstufenschulen, während Technical Colleges nicht nur GCSE und A-Levels abdecken, sondern auch Neigungsfächer wie Technik, Rechtswesen oder Wirtschaft erlauben.

Wenn die Gastschüler eine staatliche Schule besuchen, werden sie in der Regel bei Familien untergebracht, die von der englischen Partnerorganisation des deutschen Anbieters ausgesucht werden. Dem Schüler wird ein eigenes Zimmer zur Verfügung gestellt, und er erhält Frühstück und Abendessen, am Wochenende auch Mittagessen. In der Schule hat er Gelegenheit zu einem preiswerten Mensaessen. Zur Schule kommt er normalerweise mit dem Bus, manchmal auch mit dem Auto der Familie oder zu Fuß.

Es gibt in England aber auch knapp 40 staatliche Internatsschulen. Da die Plätze hier sehr gefragt sind, ist eine sehr frühzeitige Bewerbung notwendig. Die Auswahl einer bestimmten Schule ist bei den meisten deutschen Austauschorganisationen nicht möglich. Allgemein wird von einem deutschen Schüler an einem englischen Internat ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit verlangt, da hier sehr klare Regeln für das Zusammenleben von Schülern und Lehrern gelten und die Räumlichkeiten sehr schlicht und zweckmäßig eingerichtet sind. In den kurzen Ferien in der Mitte eines Terms werden die Schüler bei einer Gastfamilie untergebracht; diese Kosten sind in der Regel bereits im Preis eingeschlossen.

 

Austauschschüler deutscher Organisationen an Privatschulen

Bei den meisten Privatschulen handelt es sich um Internate, die aber auch von externen Tagesschülern besucht werden. Die Austauschorganisationen bringen ihre Gastschüler an Privatschulen in der Regel ebenfalls im Internat unter, doch besteht auf Anfrage bei einigen Anbietern auch die Möglichkeit, einen Aufenthalt in einer Familie zu arrangieren. In den Weihnachts- und Osterferien schließen die Internate, und es ist üblich, dass die Schüler nach Hause fliegen. Dieser Flug ist bei den meisten Anbietern im Preis inbegriffen.

Die Euro-Internatsberatung (München) vermittelt ausschließlich private Internatsschulen, die ausnahmslos als exklusiv einzustufen sind. Einen Überblick über die etwa 50 Schulen in allen Regionen Großbritanniens gibt der gegen eine Spende erhältliche Katalog Boarding Schools: A Selection of the Finest British Independent Boarding Schools. Er ist auch bei der Fachschaft Englisch des Gymnasiums St. Mauritz einsehbar.

Anschrift:
Euro-Internatsberatung
Abteilung Internationale Schul- und Studienberatung
Grillparzerstraße 46
81675 München
Tel.: 089-45 55 55-23
Fax: 089-45 55 55-45
Email: info@boarding-school.com
Homepage: http://www.boarding-school.com



Kosten deutscher Austauschprogramme

Die Kosten für einen Aufenthalt an einer staatlichen Schule in Großbritannien liegen bei deutschen Organisationen zwischen 7000 und 12000 DM für ein Term, bei 11000 bis 12000 DM für zwei Terms und bei 14000 bis 18000 DM für ein ganzes Schuljahr. Damit sind die Kosten deutlich höher als in den USA. Das erklärt sich nach Auskunft der Reiseanbieter durch die Bezahlung der Gastfamilie oder die Unterbringung im Internat sowie durch die hohen Schulgebühren. Die Kosten für einen Aufenthalt an einer Privatschule in Großbritannien liegen zwischen £3500 und £4500 pro Term, also zwischen 10000 und 13000 DM.

 

(c) Gastaufenthalt mit Hilfe britischer Organisationen

Informationen über einen langfristigen Gastaufenthalt an britischen Schulen mit einheimischen Organisationen gibt vor allem der British Council. Allerdings beschränkt sich die Hilfestellung erfahrungsgemäß auf das Versenden von kleinen Broschüren:

The British Council Information Centre
Hahnenstraße 6
50667 Köln
Tel.: 0221-20 644-59
Fax: 0221-20 644-68
Email: bc2@edina.xnc.com
Homepage: http://www.britcoun.org/index.htm

 

Britische Organisationen wie Gabbitas Educational Consultants oder Independent Schools Information Service (ISIS) vermitteln nur private Internate. Dagegen platziert Barnes Educational Holidays deutsche Schüler auch an staatlichen Schulen. Die Anschriften können Sie bei der Fachschaft Englisch des Gymnasiums St. Mauritz oder beim British Council erfragen.

Außerdem gibt es auch die Möglichkeit, sich direkt bei einer Schule zu bewerben. Die Anschriften sind bei der Local Education Authority (= LEA) erhältlich; eine Liste der Local Education Authorities wiederum verschickt auf Anfrage der British Council. Meldet man sein Kind nicht bei einem Internat an, so muss man sich allerdings selbst um eine Unterkunft kümmern. Bei staatlichen Internaten sind keine Schulgebühren zu entrichten, sondern nur die Kosten für die Unterbringung (ungefähr £2500 bis £5000 pro Jahr, also 7200 bis 14500 DM).

 

(e) Irland

Ein Schulbesuch in Irland verbindet die Vervollkommnung der eigenen sprachlichen Fähigkeiten mit der überaus herzlichen Gastfreundlichkeit der Bevölkerung, der landschaftlichen Schönheit der Insel und einer Vielzahl von kulturellen Eindrücken. Gleichzeitig ist der Schüler nicht so weit von zu Hause entfernt wie beispielsweise in den USA.

Die Gastschüler werden von den Austauschorganisationen meist in kleinen und mittleren Städten untergebracht und leben in Familien der gehobenen Mittelschicht. Diese werden wie in Großbritannien für die Aufnahme von Schülern bezahlt. Der Gastschüler erhält ein eigenes Zimmer und nimmt an den Familienmahlzeiten entweder in Halb- oder Vollpension teil. Bei Halbpension hat er Gelegenheit, sein Mittagessen preisgünstig in der Schule einzunehmen.

Das irische Bildungssystem kennt bei den weiterführenden Schulen vor allem die privaten Secondary Schools. Die meisten von ihnen werden von der katholischen Kirche betrieben, die überhaupt eine wichtige Rolle im öffentlichen Leben spielt. Daneben sind die staatlichen Comprehensive Schools und kommunalen Community Schools deutlich seltener vertreten. Alle drei Schultypen unterstehen selbstverständlich staatlicher Kontrolle.

Der Bildungsgang an allen weiterführenden Schulen ist in einen Junior Cycle (12 bis 15 Jahre) und einen Senior Cycle (16 bis 17 Jahre) unterteilt. Der Junior Cycle schließt mit dem Junior Certificate ab, während der zweijährige Senior Cycle mit dem Leaving Certificate zum Besuch der Universität berechtigt. Fakultativ können die Schüler auch für ein weiteres Transitional Year die Schule besuchen, in dem sie sich Fächern widmen, die nicht Gegenstand der Abschlussprüfung sind. An den meisten Schulen ist das Tragen einer Schuluniform Pflicht.

Die deutschen Austauschschüler besuchen meist eine privat geführte Secondary School und werden dort in der Regel in den Senior Cycle eingestuft. Dort müssen sie sieben Fächer belegen, darunter Englisch, Irisch und Mathematik. Insgesamt können sie ähnlich wie in Deutschland aus 13 bis 18 Fächern wählen, die in Gruppen aufgeteilt sind. In einer dieser Gruppen wird ein Schwerpunkt gesetzt, doch müssen alle Gruppen abgedeckt werden. Der Unterricht geht von 9 bis 16 Uhr; der Mittwochnachmittag ist frei.

Die Kosten liegen bei 10700 DM für einen fünfmonatigen Aufenthalt, bei 18000 DM für ein ganzes Schuljahr (10 Monate).

 

 

(f) Südafrika

Seit einigen Jahren haben manche Austauschorganisationen auch Südafrika in ihr Programm aufgenommen. Dabei hat man neben dem sprachlichen Gewinn sicher auch an die landschaftlichen Schönheiten und die Vielfalt der Regionen und der Kulturen gedacht. Nicht umsonst wird Südafrika die Rainbow Nation genannt.

Südafrika hat zur Zeit elf offizielle Landessprachen, wobei Englisch und Afrikaans (eine Mischung aus Englisch und Holländisch) in fast allen Gebieten gesprochen werden. In der Schule wird der Gastschüler also nicht nur Englisch sprechen, sondern auch mehrere Stunden in der Woche in Afrikaans unterrichtet werden.

Das Schuljahr ist in vier Abschnitte eingeteilt. Es fängt im Januar an und endet im Dezember. Südafrikaner besuchen die High School vier Jahre lang. Bestimmte Fächer sind an einer südafrikanischen High School vorgeschrieben. Zusätzliche Extra-curricular Activities sind möglich. In manchen Schulen werden Mädchen und Jungen getrennt unterrichtet. Eine Schuluniform ist fast überall Pflicht. Disziplin wird große Bedeutung beigemessen.

Die Preise liegen für ein Schulhalbjahr bei 10500 DM, für ein ganzes Schuljahr bei 11500 DM.

 

 

11. Erfahrungsberichte von Austauschschülern

Vereinigte Staaten von Amerika

USA: Alabama

Name Anna Konietzny
Land, Region, Ort des Aufenthalts USA, Alabama, Huntsville
Dauer des Aufenthalts 10 Monate (August 1998 bis Juni 1999)
Name und Anschrift der Schule Catholic High School
4810 Bradford Drive
Huntsville, Alabama 35805
U. S. A.

private katholische Schule
Homepage der Schule keine
Austauschorganisation mit Anschrift Christliche Ferienfreizeiten Wolbeck e. V.
Herrn Martin Schulz
Koordination Schüleraustausch
Postfach 470 128
48075 Münster
Preis 4000 DM Vermittlungsgebühr, dazu Flug
Datum des Berichts 21.8.1999

Die Entscheidung als Austauschschüler in die U. S. A. zu gehen habe ich mir gut überlegt. Ein Jahr von der eigenen Familie über 10000 km in einem fremden Land entfernt zu sein ist nicht einfach zu bewältigen, und daher muss dieser Schritt in aller Sorgfalt mit Hilfe der Familie und von Freunden abgewogen werden. Meine Schwester hat mir dabei besonders geholfen, da sie schon zwei Jahre zuvor das Gleiche gemacht hatte. Insgesamt waren für mich die wesentlichen Motive: die englischen Sprachkenntnisse zu verbessern, eine neue Kultur kennen zu lernen und neuen Menschen zu begegnen.

Nachdem die Entscheidung einmal getroffen war, ging alles in geregelten Bahnen. Durch die Vorbereitungen der Austauschorganisation, der Christlichen Ferienfreizeiten und ihren Leiter, Martin Schulz, habe ich dann auch noch andere Jugendliche getroffen, die vorhatten, Austauschschüler zu werden. Die Vorbereitungsphase war Bestandteil des Programmes, das Martin Schulz entwickelt hatte. Sie umfasste regelmäßige Treffen aller Schüler, und es wurden Informationen zu dem bevorstehenden Jahr als Austauschschüler gegeben. Wir haben, nicht immer mit unserer ganzen Aufmerksamkeit und unserem Interesse, Martin Schulz bei seinen Ausführungen über Amerika und die Erfahrungen früherer Austauschschüler zugehört. Arbeiten wie Referate und Tests sind bei ziemlich vielen, auch bei mir, auf einen gewissen Widerwillen gestoßen, der aber nur zum Teil berechtigt gewesen ist. Ich denke, es hat schon etwas gebracht, sich mit bestimmten Themen, z. B. über die amerikanische Geschichte, auseinander zu setzen. Im Großen und Ganzen aber haben die Vorbereitungen Spaß gemacht und sind von Nutzen gewesen.

Dann wurde es ernst: Es hieß Abschied nehmen von Freunden und Verwandten und schließlich auch von der Familie am Flughafen. Anfangs wurde die Vorfreude auf Amerika von der Trauer über den Abschied und dem Unbehagen über das Unbekannte überlagert, aber die düsteren Gedanken wurden schließlich verdrängt, und ich freute mich auf das gemeinsame Wochenende mit den anderen Schülern zur Eingewöhnung an das Klima und die Zeitumstellung.

Als dann das Flugzeug in Atlanta landete, spürte ich die Übermüdung noch nicht so sehr, aber das sollte sich ändern, als wir erst einmal im Hard Rock Cafe saßen und auf unser Essen warteten. Allzu viel Schlaf bekamen wir jedoch nicht, da wir am nächsten Morgen früh aus dem Bett mussten, um nicht zu spät aus Atlanta wegzukommen. Das neue Ziel war Guntersville, wo wir die nächsten zwei Tage verbringen sollten. Wir richteten uns ein, und ich rief bei meiner Familie in Deutschland an. Auch die Gastfamilie wurden informiert, dass wir alle heil und fröhlich angekommen waren. Der nächste Tag galt dem Vergnügen, aber für mich kam schon gegen Abend der Ernst des Lebens zurück, da ich frühzeitig in meine Familie umquartiert wurde, um an einem Orientierungstag an meiner neuen Schule teilnehmen zu können.

Ich wurde also am Abend in meine Gastfamilie gebracht. Ich erwartete die Ankunft in Huntsville, Alabama natürlich mit großer Spannung. Ich konnte anfangs weder meine Gasteltern noch meine Gastschwester verstehen. Aber sie waren offensichtlich sehr nett. Meine neue Schwester nahm mich sofort mit zu ihren Freunden. In dem ganzen Trubel konnte der Gedanke an die Familie in Deutschland gar nicht erst auftauchen, was sich allerdings am nächsten Morgen ändern sollte.

Denn in der Schule habe ich zunächst absolut nichts von dem verstehen können, was mir erklärt wurde. Das aber war nicht so schlimm wie die Erkenntnis, dass meine Kleidung nicht dem anerkannten Dress Code entsprach. Ich hatte also nichts den Regeln entsprechendes anzuziehen, und es kostete einige Zeit und Verzweiflung, bis ich hier Abhilfe schaffen konnte. In dieser Phase sehnte mich zurück nach Deutschland, wo ich meine alte Schule mit den mir vertrauten Regeln und Sitten hatte. Es ging aber dann doch ziemlich rasch besser, nachdem ich auch einige Änderungen an meinem Stundenplan gemacht hatte. Natürlich ließen sich nicht alle Probleme sofort bewältigen, und ich war manchmal sicher auch zu ungeduldig, aber das weiß ich leider erst heute.

Nach einer Weile konnte ich dann auch andere Projekte in Angriff nehmen, wie das Kennenlernen von Mitschülern und natürlich das Autofahren. Das Kennenlernen war kein allzu großes Problem, da die Schule nur 123 Schüler hatte, so dass alle wussten, wer ich war und mir helfen wollten. Ich kam schnell in Kontakt mit einigen Mädchen und Jungen, und ich schreibe mir auch heute noch mit vielen von ihnen. Ich kann nicht sagen, dass ich irgend etwas in meinem Wunsch nach Freundschaft an der Catholic High School vermisst habe. Ich habe wunderbare Freunde gefunden.

Mit dem Autofahren war es auch nicht schwer. Ich las das Buch für die Theorie und machte den Test. Ich bestand ihn und erlangte meine Learner’s Permit. Mein Gastvater erklärte sich sofort bereit, mit mir das Autofahren zu üben und mir auch ein Auto anzuschaffen. Ich war begeistert, und nach zwei oder drei Wochen Übung gelang es mir beim ersten Anlauf, den Führerschein zu erwerben. Von dem Zeitpunkt an konnte ich dann auch alleine in meinem Auto zur Schule fahren und war nicht mehr auf andere Leute angewiesen. Da die öffentlichen Verkehrsmittel in Huntsville eher unbefriedigend sind, war ich froh, ein Auto zu besitzen und unabhängig zu sein. Dann ging es in der Schule auch schon auf die ersten ‘exams’ zu. Ich hatte nicht die geringste Ahnung, was da auf mich zukommen könnte. Letztlich war ich froh, mich mit den Prüfungen leichter zu tun, als ich erwartet hatte.

Als es Weihnachtsferien gab, war alles Heimweh längst vergessen. Weihnachten selbst war natürlich ganz anders, als ich es bisher kannte. Der Umstand, dass nicht am Heiligen Abend, sondern am Morgen darauf gefeiert wurde, stellte für mich eine große Umstellung dar. Es gab ein großes Essen am Heiligen Abend und man ging in die Kirche, aber das war auch alles. Am nächsten Morgen warf mich meine Gastschwester aus dem Bett, um mit mir die Strümpfe vom Kamin abzunehmen und zu öffnen. Dann wurden die Geschenke bei Tageslicht und unechten Kerzen geöffnet, und es blieb kein Wunsch offen. Es war ein schönes Weihnachtsfest.

Silvester hingegen war eine Enttäuschung, da es überhaupt kein Fest gab. Wir verbrachten Silvester in Colorado und den Rutsch ins Neue Jahr erlebte ich vor dem Fernseher. Die Hälfte meiner Gastfamilie war schon ins Bett gegangen, und es wurde nicht mit Sekt oder auch nur Orangensaft angestoßen. Es war ein ganz normaler Abend. Für mich war das eine der ganz wenigen Erfahrungen, die ich nicht noch einmal machen möchte. Zu den anderen gehört der gelegentliche Streit mit meiner Gastmutter, mit der ich aber im übrigen immer sehr gut zurechtkam. Aber in einer richtigen Familie muss eben auch mal dicke Luft sein.

In meiner Freizeit in Huntsville gehörte Kino zu meinen Hauptaktivitäten, da es ansonsten in dem kleinen Ort nicht allzu viel zu tun gab. Die Partys und Feste in Deutschland habe ich vermisst, aber ich fühlte mich trotzdem in Huntsville wie in einer zweiten Heimat. Gegen Ende des Schuljahres fieberte ich mit den anderen 13 Seniors von Catholic High der Graduation entgegen. Für mich war es natürlich nicht ein ganz so großes Ereignis wie für alle anderen, da ich noch zwei Jahre am alten Gymnasium in Deutschland vor mir hatte, anders als meine Mitschüler.

Und dann war es soweit, wir bekamen die Kutten und die Hüte mit dem Bommel, den man von rechts nach links legen muss, wenn man sein Diplom erhalten hat. Es war ein tolles, unvergessliches Erlebnis, selbst als aktives Mitglied einer Seniorklasse an einer Graduation teilzunehmen. Für mich bedeutete das leider auch den Abschied von Huntsville und von meiner Gastfamilie. Das erwies sich als nicht ganz einfach, vor allem weil mich meine Gastmutter nicht gehen lassen wollte. Da außerdem auch mein Abflug plötzlich um einen Tag vorverlegt wurde, war die Rückkehr etwas chaotisch.

Dies ändert aber nichts an meinen einmaligen Erinnerungen an Alabama. Dieses Jahr möchte ich auf keinen Fall missen und wünsche jedem Austauschschüler genauso viel Freude und positive Eindrücke, wie ich sie erfahren habe. Ich empfehle allen Schülern ein Jahr als Austauschschüler. Es ist eine wunderbare Gelegenheit, sprachliche und kulturelle Kenntnisse zu erweitern und neuen Menschen in einer fremden Welt zu begegnen. Ich bin meinen Eltern, der Gastfamilie, den Lehrern der Catholic High School und nicht zuletzt Martin Schulz sehr dankbar für diese Erlebnisse, die mein Leben bereichert haben.


USA: Arizona

Name Eva Konietzny
Land, Region, Ort des Aufenthalts USA, Arizona, Sedona
Dauer des Aufenthalts 10 Monate (1996 bis 1997)
Name und Anschrift der Schule Mingus Union High School
1801 East Fir Street
Cottonwood, AZ 86326
Homepage der Schule keine
Austauschorganisation mit Anschrift Christliche Ferienfreizeiten Wolbeck e. V.
Herrn Martin Schulz
Koordination Schüleraustausch
Postfach 470 128
48075 Münster
Preis beim Veranstalter zu erfragen
Datum des Berichts 11.1.1999

Ich habe im Schuljahr 1996/97 zehn Monate in Sedona, Arizona verbracht. Sedona ist eine Kleinstadt von etwa 10000 Einwohnern, etwa zwei Autostunden von Phoenix, der Hauptstaat des Bundesstaates, gelegen. Mit meiner Gastmutter stimme ich voll überein, dass Sedona – inmitten von roten Felsen gelegen – der schönste und einzigartigste Flecken der USA sei.
Eine bessere Gastfamilie als meine kann ich mir nicht vorstellen. Sie hatten schon Erfahrung mit Austauschschülern: nicht nur, weil sie selbst mehrere vor mir aufgenommen hatten, sondern auch, weil meine beiden älteren Gastgeschwister als Austauschschüler für ein Jahr in Europa gewesen waren. Da meine Gastschwester das Schuljahr 1995/96 in Deutschland verbracht hatte, hatte ich eine kompetente Gesprächspartnerin für alle Schwierigkeiten, die sich am Anfang unvermeidlicherweise ergaben (Heimweh, Sprachprobleme, Schule). Ernsthafte Probleme, die man vor Antritt der Reise etwa haben könnte (Ärger mit der Gastfamilie, Probleme bei der Unterbringung in den ersten Wochen, Kriminalität) gab es aber zu keinem Zeitpunkt.
In der High School, die 20 Minuten mit dem Auto von meinem neuen Zuhause entfernt lag, besuchte ich die 12. Klasse und schloss diese mit dem High School Diplom ab. Die Schule begann um 7:45 Uhr und endete um 14:20 Uhr. Danach wurde Sport oder ähnliches angeboten. Ich trat dem Schwimmteam und Tennisteam bei, mit denen wir jede Woche Wettkämpfe mit anderen Schulen austrugen. Das schulische Niveau war allgemein niedriger als an einem deutschen Gymnasium; dennoch hatte ich nach meiner Rückkehr keine Anpassungsschwierigkeiten in St. Mauritz.
In meinem Jahr in den USA bin ich außerdem mit meinen Gasteltern, mit Freunden und auch mit dem Veranstalter, den Christlichen Ferienfreizeiten Wolbeck, noch an der Ostküste (New York, Washington DC), in den südlichen Bundesstaaten Florida und Alabama, in Texas, in Utah, in Nevada (Las Vegas) und in California gewesen.
Die zehn Monate in den USA waren eine rundum schöne Erfahrung, besonders weil ich bleibende Freundschaften mit Leuten in den USA schließen konnte. Die Organisation mit den Christlichen Ferienfreizeiten hat übrigens problemlos geklappt, und ich habe es als angenehm empfunden, meinen Veranstalter als direkten Ansprechpartner zu haben.



USA: California

Name Martina Cwojdzinski
Land, Region, Ort des Aufenthalts USA, California, Fresno
Dauer des Aufenthalts 1 Monat (Sommer 1997)
Name und Anschrift der Schule California State University Fresno
Fresno, CA 93740-0021
Homepage der Schule http://www.csufresno.edu/
Austauschorganisation mit Anschrift Jugendaustausch zwischen Münster und Fresno e. V.
Herr Horst Denecke
Zum Venn 17
49525 Lengerich
Tel./Fax: 05485-96 084
Preis ca. 1200 DM (Flug hin und zurück)
Datum des Berichts 6.1.1999

Ich habe im Sommer 1997, als ich in der Jahrgangsstufe 12 war, einen Monat bei einer Gastfamilie in Fresno, Kalifornien verbracht. Natürlich könnte man sagen, dass es sich für einen Monat kaum lohnt, eine amerikanische Schule zu besuchen, doch das trifft nicht zu. Ich hatte eine super Familie, deren Tochter im Rahmen des Fresno-Münster-Jugendaustausches zuvor schon einen Monat bei meiner Familie in Deutschland gelebt hatte. Ich bin sofort von meiner Gastfamilie und allen ihren Freunden herzlich aufgenommen worden. Zusammen haben wir in der kurzen Zeit das Land bereist und waren unter anderem in San Francisco und in Los Angeles, wo wir auf einer ausgiebigen Sightseeing-Tour auch die berühmten Universal Studios besuchten. Außerdem hatten wir Zeit, auch zum Yosemite National Park zu fahren und die riesigen Mammutbäume zu besichtigen.
In der Schule (es handelte sich um ein staatliches College) hatte ich keine Probleme, und selbst Mathe in englischer Sprache machte mir keine Angst. Das College kam mir sehr groß vor, mit seinen Fast-Food-Läden und dem Campus. In der Schule zeigte man Interesse an Deutschland, vor allem am Verhältnis zwischen Ost- und Westdeutschland und am Dritten Reich.
Der ganze Aufenthalt war gut organisiert, und unsere Austauschgruppe von 10 bis 15 Schülern und Schülerinnen aus Münster und Umgebung (Alter: 17 bis 19 Jahre) hatte keine Probleme, die Flüge über den Atlantik allein zu bewältigen.
Ein solcher Auslandsaufenthalt wirkt sich aber nicht nur auf die Sprachkenntnisse aus, sondern vor allem auch auf die ganze Persönlichkeit. Man kehrt zurück und ist erwachsener, offener und voller Erfahrungen.
Es war übrigens auch überhaupt kein Problem, meine Gastschwester aus den USA hier in Deutschland zu unterhalten. Wir haben verschiedene Städte (Köln, Berlin, Hamburg) besucht, und auf ihre Bitte hin waren wir sogar für zwei Tage in Auschwitz in Polen. Auch muss man nicht befürchten, den Gast mit teuren Vergnügungen überhäufen zu müssen, denn schon das Mitnehmen zum täglichen Einkauf in den Supermarkt oder ein Diskobesuch mit deutschem Bier beeindruckt amerikanische Jugendliche.

 

 

USA: California

Name Christina Pichlmaier
Land, Region, Ort des Aufenthalts USA, California, Fresno
Dauer des Aufenthalts 1 Monat (17.8. bis 15.9.1997)
Name und Anschrift der Schule Bullard High School
5445 North Palm Avenue
Fresno, CA 93704
Homepage der Schule http://www.psnw.com/~bullard/
Austauschorganisation mit Anschrift Jugendaustausch zwischen Münster und Fresno e. V.
Herr Horst Denecke
Zum Venn 17
49525 Lengerich
Tel./Fax: 05485-96 084
Preis ca. 1200 DM (Flug hin und zurück)), dazu Taschengeld
Datum des Berichts 10.1.1999

In my 12th class I went to Fresno, California for four weeks. There were still some days of the vacations left when I arrived. So I had the chance to make a short trip to Las Vegas right at the beginning. In many ways it was fascinating, although I felt that four days there were enough.
After that we made a weekend trip to Santa Cruz in California where my host family had a small house. We drove along the coast highway, the '17-mile-drive' (a highway along the coast), enjoying the stunning landscape. During my stay we also made trips to Disneyland in Los Angeles (funny, but exhausting) and to Yosemite National Park
I didn't have to officially enrol at my high school because four weeks were considered too short a time for that. At school, I was pleasantly surprised to find out how easy things classes in most subjects were. A few times I went to the German class. Most of the students there spoke German very well. I also made the acquaintance of a teacher of German language from another school, who one day invited me to talk to the students of her class. The teacher herself came from Germany, but had already been living in the US for many years. The school was only five years old and was thus very modern.
Even though I only stayed in Fresno for one month, I think I had enough opportunity to experience the everyday life of an American high school and of an American family. There were no problems with the organisation ('Jugendaustausch zwischen Münster und Fresno'), even though we (that is, our group of eleven exchange students) had to do the flight across the Atlantic on our own. Nor was it a problem to entertain my host brother from Fresno when he came to Münster on his exchange visit. We made a number of small trips to places like Osnabrück, Kassel, Erfurt or Nürnberg, or we went to an open-air concert, for example.
To sum up, I can say that my four weeks in California were full of lasting impressions that won't forget for a long time.

 

 

USA: Iowa
Name Sören Bröker
Land, Region, Ort des Aufenthalts USA, Iowa, Woodbury County, Sioux City
Dauer des Aufenthalts 10 Monate (Anfang August 1997 bis Ende Juni 1998)
Name und Anschrift der Schule Bishop Heelan Catholic High School
1021 Douglas
Sioux City, IA 51105
Homepage der Schule http://www.siouxlan.com/heelan/
Austauschorganisation mit Anschrift

Eurovacances
Rothenbaumchaussee 5
20148 Hamburg

Homepage: http://www.eurovacances.de

Preis ca. 10000 DM
Datum des Berichts 5.12.1998

Meinen USA-Aufenthalt habe ich in Sioux City, einer Stadt von etwa 80000 Einwohnern, im Bundesstaat Iowa verbracht. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase in meiner neuen Familie fühlte ich mich sehr schnell wie zu Hause, selbst wenn meine drei neuen Geschwister ziemlich nervig sein konnten. Sowohl meine neue Familie als auch die Leute in der Schule waren sehr freundlich zu mir, so dass es mir nicht schwer fiel, viele neue Freunde zu finden. Das Interesse an Deutschland war überall sehr groß, wenn auch eher oberflächlich.
Beruflich waren meine Gasteltern nicht so genau einzuordnen: eigentlich waren sie Alleskönner. Mein 'Vater' war offiziell Immobilienmakler (realtor), versuchte sich aber auch immer wieder in anderen Berufen. Meine 'Mutter' war mit dem Vertrieb von Handygeräten beschäftigt. Beide waren, so wie es für Amerikaner sehr typisch ist, sowohl schulisch als auch in der Kirche sehr engagiert. Ich hielt es immer für maßlos übertrieben, denn das ganze Familienleben hatte in gewisser Hinsicht darunter zu leiden, vor allem die Erziehung der drei Kinder.
Ich besuchte eine katholische Privatschule mit etwa 800 Schülern. Die Aufnahme dort war problemlos und erfolgte ohne große Anpassungsschwierigkeiten. Ich hatte bei den Lehrern zwar keinen Auslandsbonus, aber auch keine Akzeptanzprobleme. Das galt auch für meine Mitschüler: Mit ihnen spielte ich beispielsweise bald in der Tennismannschaft der Schule, bei den Heelan Crusaders.
Verglichen mit Deutschland war das schulische Niveau auf einem ähnlichen Level, teils leichter, teils auch schwerer. Dies ist allerdings ein sehr ungenauer Vergleich, da ich eine private Schule besuchte, auf der das Bildungsniveau deutlich höher ist als auf den meisten öffentlichen High Schools. Man stufte mich ohne weiteres in die 'senior class' (Jahrgangsstufe 12) ein. 1998 nahm ich an der 'graduation' teil und machte mein amerikanisches 'high school diploma', also das Äquivalent zum deutschen Abitur. Das war eine sehr schöne Erfahrung, die man sich nicht entgehen lassen sollte, wenn die Möglichkeit dazu besteht.
Obwohl ich mit dem Gymnasium St. Mauritz auch in Deutschland eine katholische Schule besuche, war die religiöse Ausrichtung meiner Gastschule für mich sehr ungewohnt: Bis zu 10 mal täglich beten und einmal im Monat eine Pflichtmesse waren normal. Teilweise kam mir das auch sehr scheinheilig vor, zumal bei so manchen Schülern.
Mit meinen Gasteltern bin ich auch in den USA selbst viel herumgekommen: Gleich am zweiten Tag nach meiner Ankunft fuhren wir zum Angeln nach Canada. Später nahmen sie mich für eine Woche mit nach Branson, Missouri. Dies ist ein sehr beliebter Ort bei den Amerikanern, der mit Las Vegas und Disneyland zu vergleichen ist. Dementsprechend war es ein schöner, aber kitschiger Urlaub.
Ansonsten sind wir noch nach Weihnachten nach Minnesota an einen großen See gefahren, wo ich in den Genuss von Skilanglauf und Snowmobiling kam. Obwohl jeglicher Motorsport von meiner Austauschorganisation nicht gestattet war, habe ich mir die Chance nicht entgehen lassen, auf diese Weise den äußersten Norden der USA kennen zu lernen. Und es war auch ein tolles Erlebnis inmitten der Tristesse des Schulalltags.
Ansonsten kam mich sogar meine 'echte' Familie aus Deutschland besuchen. Wir haben uns in Miami getroffen, und von dort aus erkundeten wir zwei Wochen lang Amerikas Süden und fuhren mit dem Leihwagen dann von Key West bis nach Sioux City hinauf.
Als Fazit kann ich jedem zu einem solchen Austausch raten. Es lohnt sich in jeder Hinsicht. Der organisatorische Ablauf war reibungslos, und ich hatte gleich bei der Ankunft am Flughafen in Amerika Kontakt mit dem Repräsentanten meiner Austauschorganisation. Er hatte übrigens nur einen Schüler, also mich, zu betreuen. Wenn ernsthafte Probleme aufgetaucht wären, hatte ich immer das Gefühl, meine Organisation (Eurovacances) würde sich darum kümmern.
Zu meiner Gastfamilie habe ich noch heute mindestens einmal monatlich Kontakt. Wahrscheinlich kommt sie uns 1999 in Deutschland besuchen. Wieder in Deutschland angekommen, hatte ich keine Anpassungsprobleme, wenn man einmal davon absieht, dass ich mich wieder an die deutsche Sprache gewöhnen musste. Schulisch hat mir das Jahr weder Vor- noch Nachteile gebracht. Nur in Englisch bin ich natürlich viel sicherer als zuvor.

 

 

 

USA: Iowa

Name Julia Giesenkamp
Land, Region, Ort des Aufenthalts USA, Iowa, Cedar Rapids
Dauer des Aufenthalts 10 Monate (7.8.1997 bis 28.6.1998)
Name und Anschrift der Schule Thomas Jefferson High School
1243 20th Street SW
Cedar Rapids, IA 52404-1691
Homepage der Schule http://www.cr.k12.ia.us/jeff/index.htm
Austauschorganisation mit Anschrift

Eurovacances
Rothenbaumchaussee 5
20148 Hamburg

Homepage: http://www.eurovacances.de

Preis ca. 10000 DM (ohne Taschengeld)
Datum des Berichts 16.12.1998

Als ich im August 1997 in Cedar Rapids ankam, hat mich meine Gastfamilie sofort lieb aufgenommen. Sie waren mir sofort sympathisch: mein Gastvater (Ingenieur), meine Gastmutter (Dozentin an einer Universität) und meine beiden Gastbrüder Bill (17 Jahre) und Steve (18 Jahre). Ich war froh, Geschwister in meinem Alter zu haben, denn sie haben mich von Anfang an überall mit hingenommen. Im Laufe des Jahres besuchte ich vor allem Staaten des Mittleren Westens: Minnesota, Nebraska, Wyoming, Colorado, Kansas, Missouri und Illinois, daneben aber auch Texas und California.
In Cedar Rapids, einer Stadt von etwa 150000 Einwohnern, besuchte ich eine öffentliche High School, die vor allem im musischen Bereich sehr gut ausgestattet war. Ich war zum Beispiel in der Marching Band, mit der wir auch nach Los Angeles gereist sind, im Chor, im Showchoir und in der Theatergruppe. Das schulische Anforderungsniveau war niedriger als in Deutschland. Ich habe meine High School sehr genossen, zumal man sehr nett zu uns Austauschschülern war und sich große Mühe mit unserer Integration gab. Meine Schule war nicht religiös orientiert; wir hatten nicht einmal Religionsunterricht. Anders als bei vielen anderen USA-Austauschschülern war auch meine Gastfamilie nicht in der Kirche engagiert (wohl aber in der Schule).
Insgesamt war das Jahr in Amerika das schönste Zeit meines Lebens, mit tausend tollen Erfahrungen. Ich kann mich an keine Probleme entsinnen. Ich würde jedem empfehlen, auch einmal für längere Zeit ins Ausland zu gehen, wenn sich die Gelegenheit bietet. Bei meiner Rückkehr nach Deutschland ging ich vorsichtshalber eine Jahrgangsstufe zurück, wurde also in die 11 eingegliedert. Trotzdem hatte ich in einigen Fächern Defizite, aber dafür ist natürlich mein Englisch stark verbessert.

 

 

 

USA: Michigan

Name Frauke Hoffschulte
Land, Region, Ort des Aufenthalts (1) USA, Michigan, Sterling Heights (bei Detroit)
(2) USA, Michigan, Holly
Dauer des Aufenthalts 5 Monate (August 1997 bis Januar 1998)
Name und Anschrift der Schule

(1) Henry Ford II High School
Clinton River Road 11911
Sterling Heights, MI 48313

(2) Holly High School
920 East Braird Street
Holly, MI 48442

Homepage der Schule (1) http://www.macomb.k12.mi.us/utica/ford/HFIILMC.htm
(2) nicht vorhanden
Austauschorganisation mit Anschrift Foreign Link Around the Globe (FLAG)
Christine Moore
Lahnstraße 17
53840 Troisdorf
Preis Angebot der Organisation: ca. 6500 DM (ohne Flug)
Gesamte Kosten mit Taschengeld: ca. 10000 DM
Datum des Berichts 8.1.1999

Ich habe fünf Monate in Michigan, USA verbracht und kann mich glücklich schätzen, viele Erfahrungen dort gemacht zu haben. Dies wurde auch bedingt durch die Tatsache, dass ich nach sechs Wochen die Familie wechselte und so die Möglichkeit hatte, verschiedene Seiten des Lebens dort kennen zu lernen.
Von meiner ersten Familie, die in einem Vorort von Detroit lebte, wurde ich mit viel Aufwand am Flughafen empfangen, und bereits in den ersten Tagen machten sie sich die Mühe, mir alles mögliche zu zeigen.
Nach eine paar Tagen bemerkte ich allerdings den offen zur Schau getragenen Rassismus gegen Schwarze (Detroit hat einen hohen Anteil an Schwarzen), der mir sehr naheging, da ich doch eher nach anderen Grundsätzen erzogen worden bin. So kam es in der Familie zu ersten Akzeptanzproblemen, die in der nächsten Zeit dadurch verschärft wurden, dass wir in puncto Lebensgewohnheiten, Kleidung und Äußeres, sowie Freunde, deren Bekanntschaft ich in Sterling Heights machte, aneinandergerieten.
Von der Familie war ich eher als neue Freundin für die jüngere Tochter gesehen worden, und es wurde kritisch beäugt, dass ich mich so selbständig verhielt und offen alles sagte, was mir in den USA auffiel. Bereits in der ersten Zeit bekamen ich sowie ein anderes Mädchen meiner Organisation eine heftige und, wie ich heute noch finde, übertriebene, schriftliche Rüge der Austauschorganisation, in der wir sogar beschimpft wurden. Unsere Probleme wurden als "ihr könnt euch nicht anpassen und höflich sein" abgestempelt.
Obwohl wir uns entschuldigten, besserte sich die allgemeine Situation nicht. Schließlich kam zu einem Gespräch mit meiner Gastmutter, und so wechselte ich nach etwa sechs Wochen einstimmig und nicht im Streit, musste jedoch vorerst eine Woche in der Familie meines Betreuers, der mir von der Organisation gestellt worden war, bleiben.
Nach diesem Zeitraum wurde mir eine andere Familie vorgestellt, die schon vorher klar mit meinem Charakter (Antirassismus, Selbstbewusstsein) konfrontiert worden war. Ich sagte gleich zu, da wir uns von Anfang an sympathisch waren. Ich kam sehr gut mit meiner zweiten Familie aus und lernte zudem noch einen ländlicheren Teil der USA kennen. Mein neuer Heimatort Holly war nicht größer als Ostbevern. Mit meinen Gasteltern stehe ich heute noch in Kontakt, doch arbeiten sie nicht mehr mit der Organisation zusammen, da diese oft vorschnelle Entscheidungen traf und sich nicht richtig mit den Schwierigkeiten ihrer Austauschschüler auseinandersetzte.
Das Anforderungsniveau an der High School war sehr niedrig mit Ausnahme von Mathe (aber das liegt wohl an mir). Man gab sich an der Schule durchweg Mühe, mich in den Unterricht und das Schulleben zu integrieren. Ein besonders tiefes Interesse an Deutschland habe ich allerdings nicht feststellen können.
Der Rest des Aufenthalts verlief problemlos und war eine Erfahrung fürs Leben, die man nie anders wiederholen könnte. Dazu zähle ich heute übrigens auch die anfänglichen Turbulenzen, die sicher mit zum Gesamteindruck beitrugen. Ich bin viel im nördlichen Teil des Mittleren Westen der USA herumgekommen und war beispielsweise mit meinen Gasteltern auch in Chicago und an den Niagara-Fällen.
In Deutschland zurückgekommen, hatte ich manche Probleme, mich im Schulstoff wieder zurechtzufinden, vor allem in Mathe und Biologie. Demgegenüber ist meine Fähigkeit, mich flüssig und halbwegs differenziert auf Englisch zu äußern, stark verbessert. Vor allem aber habe ich das Gefühl, dass sich mein Horizont insgesamt erweitert hat.

 

 

 

USA: Minnesota

Name Tim Rascher
Land, Region, Ort des Aufenthalts USA, Minnesota, New Ulm
Dauer des Aufenthalts 10 Monate (14.8.1997 bis 17.6.1998)
Name und Anschrift der Schule Minnesota Valley Lutheran High School
RR 5
Box 52 A
New Ulm, MN 56073
Homepage der Schule http://www.mvl.org
Austauschorganisation mit Anschrift

Eurovacances
Rothenbaumchaussee 5
20148 Hamburg

Homepage: http://www.eurovacances.de

Preis ca. 12000 DM
Datum des Berichts 8.12.1998

Als ich in Minneapolis aus dem Flugzeug ausstieg, winkten mir meine Gasteltern sofort zu, und der Funke sprang über. In den 10 Monaten entwickelte sich für mich ein wahnsinnig gutes Verhältnis zu meinen Gastgeschwistern (Lance, Russ, Emily) und meinen Gasteltern Drew und Sharon. Beruflich war mein 'Vater' als Sportlehrer am College tätig und meine 'Mutter' als Vertreterin für Kosmetika.
In meiner neuen Heimat New Ulm (13000 Einwohner) besuchte ich eine christliche Privatschule, an deren religiösen Vorstellungen man sich sehr gewöhnen musste. Anfangs war alles furchtbar erschreckend und einengend, aber schließlich konnte ich mich damit arrangieren. Die meisten Schüler waren sehr nett und hilfsbereit, jedoch gab es auch (wie an deutschen Schulen auch) negative Ausnahmen. Im Endeffekt war meine Schulzeit dort ein voller Erfolg. Beim Baseball war ich sehr engagiert und hatte viel Spaß mit meinen Teamkollegen. Außerdem war ich in der Schulband aktiv. Das schulische Anforderungsniveau war im Vergleich mit St. Mauritz sehr niedrig, und mit nur ein bisschen Mühe habe ich den besten Abschluss an unserer High School geschafft.
Ich bin viel herumgekommen in den USA, war unter anderem in Städten wie San Diego, Los Angeles (California) und Chicago (Illinois), oder im Bundesstaat South Dakota. All die Erlebnisse und die neuen Freundschaften machten dieses Jahr unvergesslich. Ich denke und hoffe, dass der Kontakt zu meiner Gastfamilie nie abbrechen wird.
Mit der Austauschorganisation (Eurovacances) habe ich weder gute noch schlechte Erfahrungen gemacht. Meinen Area Representative habe ich nie gebraucht, und das spricht sicher für die Organisation.

 

 

 

Kanada

Name Julia Canstein
Land, Region, Ort des Aufenthalts Kanada, Ontario, Toronto
Dauer des Aufenthalts 3 Monate (1998)
Name und Anschrift der Schule Leaside High School
200 Hanna Road
East York
Ontario M4G 3N8
Homepage der Schule keine
Austauschorganisation mit Anschrift

Bezirksregierung Düsseldorf
Postfach 30 08 65
40408 Düsseldorf

Bewerbung nur über die eigene Schule möglich

Preis 2200 DM
Datum des Berichts 28.1.1999

Ich war im Schuljahr 1998/99 für drei Monate in Kanada, zusammen mit einer 38köpfigen Schülergruppe aus Nordrhein-Westfalen. Ich wohnte etwa 30 Minuten (Bus oder U-Bahn) vom Zentrum von Toronto entfernt. In meiner Gastfamilie fühlte ich mich wie zu Hause, und sie haben sich unheimlich viel Mühe gegeben, mir so viel wie möglich zu zeigen. Mein Gastvater stammte aus Tschechien und arbeitete bei einer Computerfirma, meine Gastmutter war Britin und war beim 'Northern Ireland Tourist Board' beschäftigt. Ihre beiden Kinder waren 21 und 17, studierten oder gingen mit mir zur Schule.
Die Wochenenden waren am schönsten, weil wir da immer etwas mit dem Auto unternommen haben. Beispielsweise war ich in Ottawa, der Hauptstadt Kanadas, wo wir die Regierungsgebäude besichtigt haben. An einem anderen Wochenende nahm mich meine Gastfamilie mit in den Algonquin Park zum Campen. Außerdem waren wir auch noch in den USA, in den Bundesstaaten New York und Vermont. Meist war ich mit meiner Gastmutter und -schwester unterwegs, gelegentlich auch mit Freundinnen.
Ich ging auf eine typische kanadische High School, die allerdings nicht sehr anspruchsvoll war und meist etwas eintönig. Die Lehrer waren durchweg sehr freundlich und hilfsbereit. Es gab eine Verbindungslehrerin, an die ich mich mit Fragen und Problemen wenden konnte. Auch in den Klassen fühlte ich mich wohl und hatte keine Verständigungsschwierigkeiten. Überhaupt waren die Kanadier mir gegenüber alle sehr offen und freundlich.
Meine Gastfamilie war an Deutschland interessiert. Da sie selbst europäische Wurzeln haben und öfter nach Europa fahren, kennen sie natürlich den europäischen Lebensstil. Ich habe ihnen Dias von Münster gezeigt und ihnen von der Stadt erzählt. In der Schule dagegen bestand kaum Interesse an Deutschland. Die meisten Schüler kannten außer Berlin keine weitere deutsche Stadt. Auch die Bundestagswahlen in Deutschland nahm kaum jemand zur Kenntnis, obwohl über sie in den Zeitungen berichtet wurde.
Mein Aufenthalt in Kanada war richtig schön, und ich habe noch nie so viel gesehen und erlebt. Im Nachhinein waren die drei Monate viel zu kurz. Schulisch hat die Zeit natürlich nicht sehr viel gebracht, aber ich denke, dass ich mich jetzt freier auf Englisch unterhalten kann. Außerdem habe ich viel über Kanada gelernt, obwohl ich das nicht direkt in der Schule gebrauchen kann. Dieses Jahr kommt nun meine Gastschwester für drei Monate zu uns nach Deutschland, und ich freue mich schon sehr auf sie, da wir uns gut verstanden haben.
Mit der Organisation der Reise habe ich nur gute Erfahrungen gemacht. Wir wurden vor der Fahrt gründlich informiert, alles war super geregelt, und man wurde in den ersten Tagen nett betreut. Direkt nach der Ankunft in Kanada blieben wir noch drei Tage mit einer deutschen Betreuerin in einem Hotel in Toronto. Wir fuhren in dieser Zeit zu den Niagara-Fällen und sahen uns gemeinsam die Stadt an. Danach kamen wir in unsere Gastfamilien. Auch im weiteren Verlauf des Aufenthaltes konnte man sich bei Fragen an verschiedene Mitarbeiter wenden. Als ein Mädchen Probleme mit ihrer Gastfamilie hatte, war es keine Schwierigkeit, umgehend für sie eine andere Familie zu finden. Allerdings muss man sagen, dass die Zahl der Bewerber auf die Plätze für den dreimonatigen Aufenthalt in Kanada sehr groß ist.

 

Kanada

Name Marie-Theres Boll
Land, Region, Ort des Aufenthalts Canada, Ontario, London
Dauer des Aufentha