Erfolgreiche Teilnahme
bei Vor einem Jahr untersuchte eine Gruppe von Schülern der
Stufe 13 unter Betreuung von Herrn Dr.Altmeyer, wie sich bei einer
Kerze mit mehreren Dochten die Flammen gegenseitig beeinflussen.
Sie wurden dafür bei "Jugend forscht" mit einem
Preis ausgezeichnet.
Seit diesem Erfolg ließ mich die Idee nicht mehr los, Schüler
dafür gewinnen zu wollen, sich mit physikalischen Fragestellungen
zu beschäftigen und an diesem Wettbewerb teilzunehmen. Als
ich im Herbst dieses Thema erstmalig in der Klasse 9a anschnitt,
war ich von der Reaktion der Klasse positiv überrascht. Es
dauerte nicht lange, bis sich 3 Gruppen mit 8 Schülern gebildet
hatten, die an dem Wettbewerb teilnehmen wollten. Als es Ende
November zur endgültigen Anmeldung kam, sprang leider eine
Gruppe ab. Ihr Thema "Untersuchung von Laufzeiten von Laserlichtimpulsen"
erwies sich als zu anspruchsvoll.
Die zweite Gruppe ( Simone Haakshorst,
Stefanie Sauer und Sanna Reiche ) gab sich selbst das hochaktuelle
Thema "Kann man ein Kernkraftwerk durch alternative Energiequellen
ersetzen ?"
Auf unsere Anfragen hin wurden wir von der Energiewirtschaft mit
Material überschüttet. Anhand dieses Materials untersuchte
die Gruppe arbeitsteilig die Kraftwerkstypen Wasserkraft, Windenergie,
Photovoltaik, Geothermie und fossil befeuerte Wärmekraftwerke.
Theoretisch könnte man ein Kernkraftwerk mit 1400 MW Leistung
durch 2300 Windenergieanlagen oder durch eine Fläche von
16 km2 Solarzellen ersetzen, was aber in Deutschland praktisch
nicht umsetzbar wäre. So bleiben nur fossil befeuerte Kraftwerke
übrig, die aber eine erhöhte CO2 -Emission zur Folge
haben.Es liegt an unserer Gesellschaft, zu entscheiden, ob sie
eher mögliche Strahlungsrisiken oder einen erhöhten
Treibhauseffekt durch vermehrten CO2-Ausstoß in Kauf nimmt.
Im Rahmen dieser Arbeit wurde uns ein Termin mit dem Staatssekretär
im Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Herrn Catenhusen
zugesagt, den aber leider das Büro Catenhusen nicht vor den
9. Februar, den Tag der Präsentation der Arbeit, legen konnte.
Die 3. Gruppe ( Anna Nelles und
Veit Spägele ) beschäftigte sich mit dem Thema "Energiesparen
im Haushalt". Mit einem Energiemesser untersuchten sie, welche
Energieersparnis z.B.das Entkalken einer Kaffeemaschine bringt.
Weiter stellten sie fest, daß es sparsamer ist, sich beispielsweise
die Haare länger auf niedrigerer Stufe zu föhnen als
kürzer auf hoher. Besonders überrascht war die Gruppe,
als sie den Standby-Betrieb einiger Geräte maß. Für
den Standby-Betrieb von Radiowecker, Fernseher, Videogerät
und Stereo-Anlage zahlt man im Jahr über 100,- DM !
Darufhin schrieben Anna und Veit 4 Herstellerfirmen an doch nur
2 antworteten. Die Firma "Akai" wies uns auf einen Meßfehler
hin,der darauf beruht, dass die Schüler in Klasse 9 noch
nicht mit Wechselstromtechnik vertraut sind. Meine Nachmessung
bestätigte die Angabe von "Akai", so dass die genannte
Summe im Endeffekt um 13,- DM reduziert werden muss.
Firma "Sony" schrieb zurück: "Wir wissen,
dass die Produkte Sony's im direkten Vergleich mit den Produkten
von Mitbewerbern nicht die energiesparsamsten sind. Wir können
Ihnen aber heute bereits mitteilen, dass Sony Deutschland in Zusammenarbeit
mit unseren Umweltkollegen in Tokyo an der Lösung des Problems
arbeitet."
Mit Spannung erwarteten wir den 9. Februar, den Tag, an dem in der Industrie- und Handelskammer alle Teilnehmer ihre Arbeiten der Öffentlichkeit präsentieren und sich den Juroren stellen mussten. Schon bald suchte die Jury unsere Stände auf. Beide Gruppen wurden freundlich, aber auch sehr detailliert befragt.In den folgenden Stunden bis zum Beginn der Preisverleihung erklärten wir Besuchern unsere Arbeiten, aber die Zeit wurde uns recht lang. Bei der feierlichen Preisverleihung schließlich erfuhren wir, wie wir abgeschnitten hatten: Beide Gruppen erhielten den 2. Platz in Physik ! Da wir uns mit Energiefragen beschäftigt hatten, erhielten beide Gruppen zusätzlich den Sonderpreis Energietechnik, in Form eines attraktiven zusätzlichen Geldpreises für unsere Schüler!
Ich hoffe, dass sich im nächsten
Jahr noch mehr Schülerinnen und Schüler unserer Schule
begeistern lassen und mitmachen, auch in anderen Fächern,
und auch zu dem Urteil kommen, das wir einmütig gefällt
haben: Es hat sich gelohnt !
Gerhard Canstein (8.3.99)