Vorbemerkung:
Die Idee zu diesem Projekt ergab sich aus zwei Lesetexten des
Mathematiklehrwerkes Lambacher Schweizer: In Band 5 werden im
Anschluß an die Behandlung der Grundrechenarten die ägyptischen
Zahlzeichen und deren Rechentechniken thematisiert ("So rechneten
die Ägypter vor 4000 Jahren", LS Band 5, S.102 / 103).
Im 6. Band wird analog zum Abschluß des Themas "Rechnen
mit Brüchen" die ägyptische Bruchrechnung behandelt
("Bruchrechnung ägyptisch", LS Band 6, S. 94 /
95).
Mir erschien die nur vier Seiten umfassende Behandlung der ägyptischen
Rechenweise in den beiden Jahrgangstufenbänden für Unterstufenschüler
zu kurz und zu komprimiert. So entstand die Idee, den Schülerinnen
und Schülern die ägyptischen Rechentechniken mit Hilfe
eines Projektes spannender und umfassender nahezubringen. Ganz
besonders bietet es sich bei dieser Thematik an, fächerübergreifend
zu arbeiten, um z.B. auch auf die geschichtliche Entwicklung Ägyptens,
den Totenkult, die ägyptischen Gottheiten etc.einzugehen,
wozu sich vor allem die Fächer Geschichte, Erdkunde, Deutsch
und Religion anbieten.
Da im Fach Geschichte erst in der Quinta das Thema "Ägypten"
behandelt wird, habe ich mich dazu entschlossen, die ägyptischen
Rechentechniken ebenfalls erst in der Quinta mit Hilfe des fächerübergreifenden
Projektes zu vermitteln.
Projektbeschreibung
Das Projekt wurde im November / Dezember 1998 fächerübergreifend
in der Quinta d durchgeführt. Beteiligt waren an diesem Projekt
die Fächer Mathematik ( Fachlehrer: Christina Rösel)
, Geschichte ( Referendar: Olaf Zumhagen ) und Kunst.( Fachlehrer
: Dr. Roland Heßler ) .
Bei der Arbeit an diesem Projekt wurden in den Fächern entsprechende
Schwerpunkte gesetzt:
Während im Geschichtsunterricht beispielsweise die politisch
- historische Entwicklung des Landes, die ägyptische Klassengesellschaft,
die Bedeutung des Nils, die Pyramiden und die Entstehung der Hieroglyphen
thematisiert wurden, wurde im Mathematikunterricht mit ägyptischen
Zahlzeichen gerechnet, Hieroglyphenrätsel entziffert, ägyptische
Lernspiele mit Hieroglyphen erstellt , verschiedene Pyramidenformen
und - querschnitte konstruiert. Aus den in Mathematik und Geschichte
bearbeiteten Unterlagen wurden von den Schülern und Schülerinnen
individuelle Ägyptenmappen angelegt. Gleichzeitig entstanden
parallel im Kunstunterricht großformatige Bilder mit ägyptischen
Motiven.
Nicht nur kognitive Lernziele standen bei diesem Projekt im Vordergrund,
sondern auch handwerkliches Geschick, als die Schülerinnen
und Schüler für eine abschließende Ausstellung
ihrer erstellten Ergebnisse in der Kulturhalle unserer Schule
mit Bohrmaschine, Tacker und Schraubenzieher den Nachbau der Cheops
- Pyramide im Maßstab 1: 100 in Angriff nahmen. Als erstes
Modell bauten sie ein Kantenmodell der Pyramide aus Holzsparren,
bespannt mit einer Bauplane. Dankenswerterweise erhielten die
jungen Konstrukteure fachliche und finanzielle Unterstützung
aus der Elternschaft (von F.Hillebrand und F. Hölscher),
so daß auch ein zweites, noch stabileres Holzmodell der
Pyramide angefertigt werden konnte, in das unser Schulmodell,
ebenfalls im Maßstab 1:100, hineingestellt werden konnte.
Erst durch den Vergleich der Pyramide mit unserem Schulmodell
wurden den Schülerinnen und Schülern die gewaltigen
Ausmaße der Cheops-Pyramide so richtig bewußt.
Christina Rösel
