| Bei der Quadratur geht es darum, zu einer vorgelegten Figur mit Zirkel und Lineal ein genau
flächengleiches Quadrat zu konstruieren. Die Quadratur von Dreiecken und Polygonen war
zur Zeit von Hippokrates schon bekannt. Ihm gelang es als erstem, ein krummlinig begrenztes
Flächenstück zu quadrieren. Das schraffierte Möndchen ist genauso groß wie das punktierte Quadrat. |
![]() |
| Bei seinem Beweis ging Hippokrates folgendermaßen vor:
Die Flächeninhalte zweier Kreise verhalten sich wie die Quadrate der Radien.
Ebenso verhalten sich die Kreissegmente zweier Viertelkreise wie die Quadrate der Radien.
|
![]() |
Die nächste Quadratur einer krummlinig begrenzten Fläche gelang erst knapp 200 Jahre
nach Hippokrates. Archimedes konnte 260 v.Chr. beweisen, dass jedes Parabelsegment
des umspannten
Dreiecks ist.
Erst weitere 1880 Jahre später, um 1630 gelang es Cavalieri, dieser Entdeckung weitere zur
Seite zu stellen. Er berechnete Parabelsegmente für Parabeln dritten bis neunten Grades.
Im 19. Jahrhundert wurde gezeigt, dass die Quadratur des Kreises nicht möglich ist, da
ist eine transzendente Zahl ist.
Hippokrates von Chios darf nicht verwechselt werden mit dem etwa gleichzeitig lebenden Arzt Hippokrates von Kos, nach dem der ärztliche Eid (Berufseid des Arztes, niemals keimendes Leben zu töten, noch tötlich wirkende Mittel zu verabreichen, selbst wenn er darum gebeten wird) benannt ist.
Quellen: Otto Toeplitz: Die Entwicklung der Infinitesimalrechnung. Darmstadt 1972
Arpad Szabo: Entfaltung der griechischen Mathematik. Mannheim 1994