Descartes suchte eine zuverlässige Methode, um sichere, unbezweifelbare Erkenntnisse zu erhalten.
Er hielt nur zwei Tätigkeiten des Verstandes dafür geeignet: "Es sind nur zwei
zulässig, nämlich Intuition und Deduktion. Unter Intuition verstehe ich nicht das
mannigfach wechselnde Zeugnis der Sinne oder das trügerische Urteil, das sich auf die
verworrenen Bilder der sinnlichen Anschauung stützt, sondern ein so einfaches und distinktes
Begreifen des reinen und aufmerksamen Geistes, dass über das Erkannte weiterhin kein Zweifel
übrigbleibt. [...] Unter Deduktion verstehen wir all das, was sich aus bestimmten anderen, sicher
erkannten Dingen mit Notwendigkeit ableiten läßt."
(Descartes, Regulae ad directionem ingenii, Regel III) Dadurch ist die axiomatisch-deduktive
Methode als allgemeine Methode der Wahrheitssuche beschrieben, und zugleich Descartes Auffassung von
der Wahrheit der Axiome ausgesprochen: sie müssen durch Intuition gesichert sein.
Seine größte Leistung ist die Anwendung der Algebra auf die Geometrie. Grundidee: Punkte werden durch Koordinaten angegeben, geometrische Figuren können durch Gleichungen beschrieben werden. Diese Gleichungen können algebraisch gelöst, und die Ergebnisse wieder geometrisch gedeutet werden.
Da er ein berühmter Mann geworden war, wurde er wiederholt von der schwedischen Königin Christina nach Stockholm eingeladen. Bevor er abreiste verfaßte er testamentarische Briefe. Am Hofe war er gezwungen, seine Lebensgewohnheiten drastisch zu ändern. Die Königin wünschte schon um 5 Uhr morgens von ihm in ungeheizten Räumen unterrichtet zu werden. Die ungewöhnliche Arbeitszeit und das kalte Klima in Schweden bewirkten, daß Descartes erkrankte und am 11.2.1650 starb.
Literatur: Ettore Lojacono: René Descartes: Von der Metaphysik zur Deutung des Welt, Spektrum der Wissenschaft 2001