Die Reformen der letzten Jahre führten zu massiven Veränderungen in Schule und Schulleben.
Darauf galt und gilt es zu reagieren.
Ein moderner Unterricht gerade unter dem Gesichtspunkt der Schulzeitverkürzung basiert auf
einem straffen Kernlehrplan, der sich auf das Wesentliche beschränken muss. Er hat zum Ziel
Kompetenzen für eine erfolgreiches lebenslanges Lernen zu vermitteln. Dabei geht es nicht nur
um inhaltliche Kompetenzen, die selbstverständlich zu einem soliden und tragfähigen
Allgemeinwissen vernetzt werden müssen, es geht gleichrangig um prozessorientierte
Kompetenzen, die zu mehr Selbstständigkeit und Nachhaltigkeit führen. Gerade das Erlangen
dieser prozessbezogenen Kompetenzen erfordert neben Zeit auch selbständiges und
eigenverantwortliches Auseinandersetzen mit den inhaltlichen Aspekten des Lernstoffs.
Die Schule will ein Raum sein, der produktive und nachhaltige Lernprozesse initiiert und
gleichzeitig den Schülerinnen Raum für die Entwicklung ihrer Persönlichkeit bietet.
Die herkömmliche 45-Minuten Unterrichtsstunde ist hiermit nur bedingt zu vereinbaren.
Außerdem ist die Belastung durch häufige Wechsel von Unterrichtsfächern, Lehrern und
Räumen, die körperliche Beanspruchung durch das Tragen von Materialien im 45-Minuten
Rhythmus besonders hoch. Das Doppelstundenprinzip soll in diesen Bereichen eine
Verbesserung sowie eine Entlastung erzielen. Denn
ermöglichen effektives und nachhaltiges Lernen ohne Zeitdruck,
begünstigen alle Formen selbstständigen Lernens (z.B. kooperatives Arbeiten),
zwingen Schülerinnen mehr Mitverantwortung für ihr Lernen zu übernehmen,
unterstützen die Individualisierung des Lernens,
ermöglichen eine Vertiefung des Unterrichtsstoffs schon unmittelbar nach der Einführung
erlauben ein flexibles Zeitmanagement,
reduzieren die Anzahl der Fächerwechsel pro Tag und erleichtern die Hausaufgabenarbeit,
intensivieren die gemeinsame Arbeit von Lehrerinnen und Lehrern mit den Schülerinnen,
erhöhen die Nettounterrichtszeit,
entlasten die Schultasche,
führen zu mehr Ruhe im Schulalltag.
Diese Vorteile überwiegen im Vergleich zu Nachteilen, die das Doppelstundenmodell mit sich
bringt. Da ist z.B. der seltenere Kontakte zwischen Lehrern und Schülerinnen, der sich jedoch
sehr erfolgreich durch die die Bildung von Klassenleitungsteams auffangen lässt. Auch die
selteneren Lernanreize gerade bei der Einführung neuer Fremdsprachen müssen durch eine
entsprechende Gestaltung des Unterrichts aufgefangen wird.