2.6     Management und Mitwirkung
Das Kollegium der Marienschule hat sich in den letzten Jahren stark verjüngt. Daraus ergibt sich
zwingend eine Diskussion über die Ausrichtung der Schule mit dem Ziel, auch traditionelle
Einstellungen und Praktiken des didaktischen Handelns mit neuen Ansätzen zu verknüpfen, also
einen tragfähigen pädagogischen Konsens im Kollegium sicherzustellen, der möglichst alle
mitnimmt. Ein wesentliches Ziel ist die Ausweitung des Blicks über das einzelne Fach hinaus zur
Verständigung über eine gemeinsame pädagogische Ausrichtung der Arbeit in der Schule. Damit
rücken Fragen der Methodik und Didaktik immer stärker in das Zentrum der Diskussion im
gesamten Kollegium. Ausdruck findet das in gemeinsamen Fortbildungen, die sich aus den
vereinbarten Zielen der pädagogischen Arbeit ableiten. Aktuelle Beispiele sind „Kooperatives
Lernen“ im September 2009 und „Vertretungskonzept“ im Juni 2009. Gleichzeitig wird in der
Vereinbarung, pädagogische Konferenzen auf Klassenebenen zweimal im Schuljahr zu
terminieren, deutlich, dass der Teamgedanke im Kollegium längst Einzug gehalten hat. Dies wird
gestützt durch angestrebte schuljahrbezogene Jahrgangsstufenteams innerhalb der
Fachkonferenzen, in denen konzeptionelle Unterrichtsentwicklung betrieben wird, deren
Ergebnisse in die curriculare Arbeit der Fachkonferenz zurückfließen sollen. Die
Klassenleitungsteams, die es schon seit vielen Jahren in Form von Klassenlehrer und
Stellvertreter an der Marienschule gibt, definieren sich neu als echtes Team, das gemeinsam
und gleichermaßen Verantwortung für die Klasse übernimmt.
Die Schulleitung als eng kooperierendes Team versteht sich durchaus als Vordenker und setzt sich
zum Ziel, Entwicklungsprozesse anzustoßen, zu moderieren, Strukturen zu schaffen und Zeitpläne
zu überwachen. Dies geschieht jedoch nicht im Sinne einer einseitigen Vorgabe von
Entwicklungsbedarfen, sondern in der Absicht, das Kollegium von Anfang an in die Entscheidungsprozesse
einzubinden. So ist es gelungen, dass zentrale Entwicklungsschritte wie die Einrichtung von
pädagogischen Konferenzen, neue Organisationsstrukturen und Verankerung kooperativer
Lernarrangements sowie Evaluationsvorhaben und Teamorientierung Einzug
in den Alltag der Schule erleben. Das Kollegium selbst wirkt sowohl inhaltlich
als auch hinsichtlich des Tempos steuernd mit. Ein Motor der Schulentwicklung ist
die am Ende des Schuljahres 2007/8 gewählte Steuergruppe geworden, der neben dem
Schulleiter nur ein weiteres Mitglied der erweiterten Schulleitung angehört. Von Beginn an, und
das soll auch in Zukunft so sein, stellt sich die Gruppe hinsichtlich der erarbeiteten
Zielperspektiven, der aktuellen Arbeitsaufträge und dem Stand der Entwicklung einer
unmittelbaren Rückkopplung ins Kollegium. In jeder Lehrerkonferenz ist der Bericht der
Steuergruppe ein fester Tagesordnungspunkt, neue Vorhaben müssen vorab durch das
Kollegium legitimiert werden. Seitens des Schulträgers erhält die Steuergruppe große
Unterstützung, da die Marienschule als eine von sechs Schule des Bistums Münster am Projekt
Unterrichtsentwicklung teilnimmt. In diesem Rahmen werden der Steuergruppe Fortbildungen
und Begleitung durch eine externe Moderatorin gesichert und wertvolle Hilfen zur Klärung des
eigenen Rollenverständnisses, aber auch Instrumente zur Gestaltung und Ausprägung der
inhaltlichen Entwicklungsarbeit  an die Hand gegeben. Hinzu kommt ein intensiver Austausch
mit den fünf weiteren beteiligten Schulen im Bistum Münster, die einander fruchtbare Anstöße
geben.
Für die Zukunft gilt es, Eltern und Schülerinnen noch stärker in die Schulentwicklungsarbeit einzubeziehen.
Bisher gibt es einen intensiven und auch konstruktiven Austausch mit der Schulpflegschaft, zudem wird
ein niederschwelliger Arbeitskreis unter Beteiligung von Eltern und Schülerinnen angestrebt.
Fest vereinbart ist ein aus Eltern, Schülerinnen, Lehrerinnen und Lehrern bestehender neuer Arbeitskreis,
der die Ergebnisse der im Oktober 2009 durchgeführten SEIS-Befragung für die Schule aufarbeiten wird.
Daraus sollte sich ein festes Gremium entwickeln, das auch in Zukunft gemeinsam an der
Schulentwicklung arbeitet. Ein weiterer Ansatzpunkt, die Elternarbeit zu intensivieren, ist eine in
Kooperation mit der katholischen Fachhochschule angestoßene inhaltliche Elternarbeit zu
Fragen der pädagogischen Arbeit an der Schule, die, in dieser Form erstmals, im November 2009
erprobt wird.
Der Austausch mit der Schülervertretung soll intensiviert werden. Neben dem jährlich stattfindenden
zweitägigen SV-Seminar außerhalb der Schule, das sich mit aktuellen Fragen der Schulwirklichkeit und
Entwicklungsperspektiven aus Schülersicht beschäftigt, wird in diesem Schuljahr,
erstmals, alle acht Wochen eine Sitzung des gesamten Schülerrats stattfinden und nicht nur die
regelmäßige SV-Sitzung der Leitungsmitglieder. Auf diese Weise sollen die Schülerinnen noch
stärker in die Schulentwicklung eingebunden werden.