2.3
Interkulturelles Lernen
Die Marienschule als bilinguale Schule mit deutsch-englischem Zweig hat eine lange Tradition in
der interkulturellen Ausrichtung. Der Englischunterricht wird in der gesamten Erprobungsstufe
seit langem mit einem verstärkten Stundenumfang erteilt, was dazu führt, dass sprachbegabte
Schülerinnen aus dem R-plus-Zweig auch nachträglich in den bilingualen Zweig wechseln
können. Die nahezu 20-jährigen Erfahrungen in diesem Bereich sichern eine gute Grundlage für
die Fortentwicklung.
Angestrebt wird, trotz Schulzeitverkürzung auch weiterhin vielen
Schülerinnen einen Auslandsaufenthalt zu ermöglichen. Derzeit verbringen
etwa 20 % aller G9-Schülerin-nen eine mehr oder weniger lange Zeit im
Ausland.
Elemente des Fremdsprachenunterrichts sollen ein sich nach Europa
öffnendes bzw. sich global orientiertes Denken intensivieren. Die Ausrichtung
von Europatagen ist in diesem Kontext ebenso angestrebt wie die
Einbeziehung weiterer außerschulischer Partner.
Darüber hinaus wird das Thema Europa fachimmanent an der Schule
aufgegriffen und durch Unterrichtsvorhaben gestützt. Im Rahmen der
beruflichen Orientierung wurde im Schuljahr 2008/09 erstmals ein Workshop
mit Arbeitgebern, deren Firmen europaweit oder gar global arbeiten, realisiert. Dieses
Projekt soll weiter ausgebaut und durch die Integration ehemaliger Schülerinnen noch
fruchtbarer werden. Beabsichtigt ist auch der Ausbau der bestehenden Schulpartnerschaften
durch internationale Projekte wie z. B. Comenius. Nicht nur die Erweiterung der
Medienkompetenz, sondern auch die Öffnung für internationale Projekte erfolgt in Kooperation
mit dem Netzwerk
SolarNet. Im Aufbau von Schulpartnerschaften im Bereich des E-Twinnings sind erste Schritte
erfolgt und sollen intensiviert und erprobt werden. Angestrebt wird ferner der Aufbau von
internationalen Lernarrangements mit Partnerschulen.
Der bilinguale Unterrichts soll partiell für nichtbilinguale Schülerinnen
geöffnet werden. Erprobt wird in der Sekundarstufe II bereits die Teilnahme von nicht
bilingualen Schülerinnen in die Erdkundekurse, und ein Geschichtskurs bietet ihnen erfolgreich
bilinguale Module an. Geplant ist, bilinguale Module auch in den nicht bilingualen Klassen der
Sekundarstufe I zu erproben, etwa im Sport-, Religions- oder Erdkundeunterricht, um
Integration, Vernetzung, Vertiefung sprachlicher Arbeit in den Sachfächern zu verankern. Ein
Projekt im Religionsunterricht wurde bereits bilingual fächerübergreifend in der Stufe 7 erprobt:
„Biblische Schöpfungserzählungen“,  erarbeitet anhand der literarischen Verfremdung „The
Magician’s Nephew“ von C. S. Lewis.                                         
Die erfolgte Anerkennung der Marienschule als Pilotschule für das Excellencelabel
CertiLingua unterstützt dieses Vorhaben.
Ein Beispiel auf der Unterrichtsebene im Bereich des interkulturellen Lernens in Zusammenhang
mit neuen Medien ist die Benutzung virtueller Klassenräume. Um einer 6. Klasse für einen
Briefaustausch mit der Mc Donogh School in Baltimore eine zusätzliche
Kommunikationsplattform zu bieten, wird ein virtueller Klassenraum eingerichtet, in dessen
Rahmen die Schülerinnen per Mail, Chat und Kurznachricht miteinander kommunizieren können.