Neben den bewährten Modellen innerschulischer Förderung von Schülerinnen mit besonderen
Begabungen (Bi-Zweig, Drehtürmodell, Wettbewerbskultur, Forderkurse im Rahmen des Klin-
Klex-Programms, Arbeitsgemeinschaften, durch die Schule gestütztes Überspringen einer
Klasse, JuniorUni) soll die Vielfalt der Begabtenförderung verstärkt auch über Elemente der
Unterrichtsarbeit wachsen. Binnendifferenzierung, intensivierte Teilnahme an Wettbewerben
und Begegnungsprogrammen für besonders begabte Schüler werden umgesetzt, fortentwickelt
und erprobt. Parallel dazu werden variable Möglichkeiten der Akzeleration, des Enrichments
und des Erwerbs von Zusatzqualifikationen weiterentwickelt.
In den Fachkonferenzen der Kernfächer (insbesondere Mathematik, Deutsch und Englisch)
sollen Diagnoseinstrumente entwickelt werden und – auf dieser Basis – entsprechende Kataloge
mit differenzierenden Aufgaben, die für Schülerinnen mit besonderen Begabungen den Stoff aus
unterschiedlichen Perspektiven beleuchten und so eine vertiefte eigenständige Beschäftigung
mit ausgewählten Ansätzen und Strategien ermöglichen.
Erprobt werden soll für einzelne Schülerinnen mit besonderen fachlichen Leistungen die
Teilnahme an Kursen einer höheren Jahrgangsstufe, ebenso das Angebot, sich mit individuell
zugeschnittenen Erweiterungsprojekten zu beschäftigen.
In Kooperation mit der Erich-Klausener-Realschule wurde im Schuljahr 2008/09 erst-mals zwei
besonders begabten Realschülerinnen in der Erprobungsstufe die Teilnahme am Unterricht der
Marienschule in einer begrenzten Probezeit eröffnet, die ggf. den Wechsel zum Gymnasium
abzusichern sollte. Dieser Ansatz soll weiterverfolgt und die erfolgreiche Eingliederung evaluiert
Angestrebt wird der Ausbau des bestehenden kleinen Labors der Schule zu einem Schüler- oder
Forscherlabor. Zunächst im Rahmen einer betreuten Arbeitsgemeinschaft, dann aber auch
perspektivisch durch Integration in den Unterricht, bieten sich hier besondere Möglichkeiten
der Begabungsentfaltung. Die naturwissenschaftlichen Fachschaften erarbeiten hierfür ein
Konzept der Nutzung im Fachunterricht. Die Evaluation dieses Vorhabens wird neben der
Teilnehmerzahl, die Aufschluss über das Interesse der Schülerinnen gibt, das Gelingen der
unterrichtlichen Integration und die Auswirkungen auf die Beteiligung und den Erfolg bei den
einschlägigen Wettbewerben in den Blick nehmen müssen.
Die Qualifizierung weiterer Kolleginnen und Kollegen durch Fortbildung in speziellen Bereichen
ist angestrebt, z. B. der Erwerb des ECHA-Diploms, das derzeit eine Kollegin der Schule
nachweist, die als Beraterin jederzeit ansprechbar ist.
Ein Beispiel für ein Enrichmentangebot ist ein Erweiterungsprojekt einer Schülerin in der 8.
Klasse. Die Schülerin liest „Die Leiden des jungen Werther" von Goethe. Sie nimmt einen
Perspektivwechsel und eine Modernisierung vor und produziert einen 12minütigen Film, der in
drei Szenen auf entscheidende Textstellen Bezug nimmt. Anschließend zeigt sie den Film in einem
LK Deutsch (12) und diskutiert mit den älteren Schülerinnen, die sich mit dem Buch im Unterricht