1000 Anschläge pro Sekunde
Zwölf
Sekretärinnen an zwölf Schreibtischen mit Schreibmaschinen und der
gleichen Anzahl Lampen. Auf den ersten Blick nicht gerade ein einladendes
Ambiente.
Uniformität
ist hier Trumpf, Maschinengeschriebenes, nicht Handgeschriebenes ist erwünscht.
Auf
zum Diktat!
Der alltägliche Ablauf ist immer
gleich, wird nur unterbrochen durch kleine Pausen mit Zigarette, einem
Kaffee, ein bisschen Tratsch, Nagellack auftragen, Zeitschriften und
Horoskope lesen.
Weiße
Blätter werden beschrieben. Es klappern die Maschinen, man schreibt und
schreibt das Tagebuch seines eigenen eintönigen Lebens, so scheint es.
Doch
hinter dieser Fassade pulsieren die Herzen einmaliger Menschen, Herzen,
angefüllt mit Träumen von Glück, von Zukunft, von Sehnsüchten.
Da
kommt auch mal die Wut nach oben, aus dem Tippen können Schläge werden,
Anschläge sogar. Da werden
auch schon mal Hoffnungen besungen, die unerfüllbar sind, da schmilzt
manchmal das gewonnene Liebesglück vor unseren Augen dahin.
Im
Grunde ist dieses Musical, oder besser Tippsical, ein Liederabend, wenn
das nicht so langweilig klingen würde. Es reiht sich ein Song an den nächsten,
alles bekannte Sachen, teilweise mit neuen Texten versehen oder verfremdet
durch das Spiel der Akteure. Temporeich kommt das Stück daher, natürlich
mit einer Lifeband.
Das alles macht soviel Spaß, dass
am Ende ein Schmunzeln bleibt, auch ein Schmunzeln über sich selbst. (wk) |