blume.jpg (26267 Byte)Die Ausstellungsreihe „Junge Kunst in der Marienschule" zeigt vom 01.03. bis zum 26.03.1999

Matthias Brock , Malerei.

Der junge, 1962 geborene Maler Matthias Brock hat an der Kunstakademie Münster studiert und wurde dort wegen seiner Leistungen zum Meisterschüler ernannt. Schon früh machte er als talentierter Maler auf sich aufmerksam. Heute lebt und arbeitet er in Köln.In seinen starkfarbigen, großformatigen Bilder stellt Matthias Brock Situationen aus dem Leben kleiner Tiere dar. Die Bilder sind äußerst genau in der Wiedergabe der Inhalte, gleichwohl erkennbar „gemalt" und malerisch. Daß das kein Gegensatz sein muß, beweisen die ausgestellten Arbeiten. Malerei ist für Brock nicht allein Mittel zum Darstellungs-Zweck, sondern auch sinnliche Beschäftigung mit Material und Werkzeug. Der Pinselstrich bestimmt ebenso die Musterung eines Tierkörpers wie das natürliche Vorbild. Besonders dort, wo Farbflächen aneinanderstoßen, bemerkt man, wie malerische Ideen vor einem dogmatischen Naturalismus die Entscheidungen prägen. Gerade in der eher freien Wiedergabe zB. von Körperoberflächen verstecken sich gänzlich abstrakte Bild-erfindungen.

Der Fotografie wurde lange Zeit das Feld der Abbildung von Wirklichkeit überlassen. Brock hat diese Kapitulationserklärung nie unterzeichnet, für ihn sind die Autonomie der bildnerischen Mittel und die Abbildung von Tieren und Pflanzen keine Widersprüche. So gelingt ihm durch die eigenwillige, stets aber Natur-möglich wirkende Farbigkeit seiner Bilder eine emotionale Aufladung seiner Bildinhalte, die die Inhalte als etwas Bedeutsames jenseits aller Sentimentalität oder dekorativen Verspieltheit erkennen läßt. Hier ist auch bei allen Betrachtern unserer Ausstellung Einhelligkeit festzustellen: keiner, der nicht die Farbigkeit als auffälligstes Merkmal der Bilder erwähnt hätte.

Die übergroß gemalten Tiere und Pflanzen werden durch die Art ihrer Präsentation als Metaphern erahnt, die den Betrachter zum Nachdenken herausfordern:

Was sagt uns aber die grüne Wasserschlange, die einen Frosch gepackt hat ( im Bild „Smooth Operator") ? ... was die Unke, die grinsend eine vor ihr zirpende Grille beäugt ( in „Schwanengesang" ) ?... was berichtet der Tümpel im „ Reigen " von der Kraft des Lebens ? Welcher grimmige Witz teilt sich dem Betrachter im „Mausoleum" mit, auf dem man eine in der Falle verendete Maus erkennt ?

fisch.jpg (16828 Byte)Brock findet aussagestarke Sinnbilder für das Leben, er bietet uns keine Patentlösungen an, aber er fordert uns zu einer Auseinandersetzung auf.

Der Betrachter entdeckt auch, daß er selbst seine Inhalte und Ideen in die Bild-Anregungen projiziert. Die Bilder zeigen Themen, die den Fabeln von Äsop oder Jean de la Fontaine verwandt zu sein scheinen, nur daß ihnen die moralische Belehrung fehlt.

Dafür haben sie etwas Anderes, wunderbar Versöhnliches :

die Bilder haben eine unglaublich malerische Kraft !


Ernst Ulrich Gebbers