Eduard
Mörike (1804-1875): Denk es, o Seele!
Ein
Tännlein grünet wo,
Wer
weiß, im Walde,
Ein
Rosenstrauch, wer sagt,
In
welchem Garten?
Sie
sind erlesen schon,
Denk
es, o Seele,
Auf
deinem Grab zu wurzeln
Und
zu wachsen.
Zwei
schwarze Rößlein weiden
Auf
der Wiese,
Sie
kehren heim zur Stadt
In muntern Sprüngen.
Sie
werden schrittweis gehn
Mit
deiner Leiche;
Vielleicht,
vielleicht noch eh
An
ihren Hufen
Das
Eisen los wird,
Das
ich blitzen sehe!
(1852)
Gottfried
Benn (1886-1956): Kleine Aster (Blickfeld
Deutsch, S. 324)
Aufgaben:
1.
Ordnen
Sie Autor und Text literaturhistorisch ein und weisen Sie epochentypische
Merkmale nach.
2.
Interpretieren
Sie das Gedicht von Mörike und vergleichen Sie es mit dem von Benn. Beachten
Sie dabei besonders, wie die unterschiedlichen Vorstellungen vom Menschen zur
Darstellung gelangen.
3.
Verfassen
Sie einen Brief an Mörike, in welchem Sie sich in der Rolle Georg Büchners zu
dem Gedicht "Denk es, o Seele" äußern.