Weitere Empfehlungen nach Lesealter geordnet:

1. Neuerscheinung : Lesealter ab 12 Jahren

Cornelia Funke: Tintenblut.

 Verlag Dressler, Hamburg, 707 Seite,19.90€

„Tintenherz“ hielt sich zwei Jahre lang in den Bestsellerlisten und galt als Überraschungserfolg, denn Cornelia Funke galt bis dahin nur als erfolgreiche Kinder- und Jugendbuchautorin. Dieses Buch über die Magie der Bücher, die Kraft der Worte fesselte - auch wegen des Erzählstils - Erwachsene. Der jetzt erschienene 2. Band ist sicherlich für Kinder und Erwachsne gleichermaßen faszinierend.

Mo, der Buchrestaurator, mit der Gabe, Figuren aus den Büchern herauszulesen, seine Tochter Meggie und andere helden des ersten bandes treten in Tintenblut  wieder auf. Doch ist auch dieser Band für sich allein verständlich. Meggie will und muss das Land sehen, in dem ihrer Mutter so wunderbare, aber auch grausame Dinge widerfahren sind. Neben allen Abenteuern verliebt sich Meggie außerdem ... Viel Spaß beim Lesen! (B.L.)

 

2. Unterhaltsam Biographisches : Lesealter Oberstufe

Sigrid  Damm, Cornelia Goethe (Bibliothek)

Cornelia Goethe, die Geliebte jüngere Schwester des berühmten Dichters, war Zeit ihres Lebens von Männern dominiert : erst vom Vater, dann von Bruder Wolfgang und endlich vom Ehemann – bis sie mit 26 Jahren am Rollenzwang zerbrach. Sigrid Damm nähert sich in dieser Biographie jenem fernen, kurzen Leben. Interessant hierbei ist auch der Ausflug in die Goethezeit: das Aufwachsen und die Erziehung von Kindern in einer wohlhabenden Familie sowie das Leben als Frau werden hier lebendig.

 

Renate Feyl, Idylle mit Professor (Bibliothek)

Victoria Kulmus ist 22 Jahre alt, als sie 1735 Professor Gottsched, einen einflussreichen Literaturkritiker, heiratet. Sie entspricht zu dieser Zeit den Vorstellungen ihres Mannes, nach denen eine Frau für den Mann das Paradies seiner Augen und die Göttin seiner Lust zu sein hat. Als der Professor beginnt, ihr Lateinunterricht zu geben, ist sie eine gelehrige Schülerin, die bald anfängt, sich geistig zu emanzipieren. Sie veröffentlicht selbständig Übersetzungen und schreibt sogar Lustspiele. Ihre Hauptarbeitskraft stellt sie jedoch in den Dienst ihres Mannes, unter dessen Namen auch vieles erscheint, an dem sie gearbeitet hat. Als sie langsam scheint berühmter als ihr Mann zu werden, dessen Ruhm langsam verblasst, wird diese Entwicklung ihr zum Verhängnis.

 

Renate Feyl, Das sanfte Joch der Vortrefflichkeit (Bibliothek)

Caroline von Wolzogen (1763-1747) war Schriftstellerin. Zudem war sie die Schwägerin Schillers. Sie musste erfahren, was es bedeutet, mit einem Genie in der Familie zu leben und an seiner Seite den eigenen Weg als Schriftstellerin zu finden. Sie war es, die mit ihrer Biographie über ihren Schwager, den Grundstein zu Schillers Nachruhm legte. Zwei Dinge prägten das Leben der Caroline von Wolzogen : ihre schriftstellerische Arbeit und die Nähe zu ihrem Schwager Friedrich Schiller. Er liebte die Schwestern von Lengefeld, heiratete, weil Caroline ablehnte, Charlotte und wollte dennoch beide um sich haben – Charlotte für das alltäglich Praktische und Caroline für das geistig Höhere. Caroline, in 2.Ehe mit Geheimrat von Wolzogen verheiratet, musste sich im Schatten ihres genialen Schwagers ihren eigenen Weg als Schriftstellerin bahnen.

 

Renate Feyl, Die profanen Stunden des Glücks (Bibliothek)

Der Roman erzählt die Geschichte der Sophie von LaRoche, einer bemerkenswerten Frau zur Zeit der Klassik. Sie schrieb den ersten Frauenroman in Deutschland. Sophie LaRoche, eine gebildete, kluge und warmherzige Frau führte ein für ihre Zeit zwar ungewöhnliches Leben im Literaturbetrieb ihrer Zeit, aber ihr gelang es doch, ihre Aufgaben als Frau ihrer Zeit unverkrampft wahrzunehmen. So war sie auch die geliebte und bewunderte Großmutter von Clemens und Bettina von Brentano (bedeutender Dichter der Romantik – Dichterin und Ehefrau von Achim von Arnim, ebenfalls romantischer Dichter).

 

Alois Prinz, Beruf Philosophin (Bibliothek)

Hannah Arendt (1906-1975) ist die eine der bedeutendsten Frauen in der Geschichte der Philosophie. Die Gedanken, die sie berühmt machten, gingen unmittelbar aus den Erfahrungen ihres abenteuerlichen und leidenschaftlichen Lebens hervor. In dieser Biographie, die sich liest wie ein Roman, stellt Alois Prinz Leben und Werk dieser beeindruckenden Frau erstmals einem jüngeren Publikum vor.

 

Alois Prinz, Lieber wütend als traurig (Bibliothek)

Ulrike Marie Meinhof (1934-1976) war gläubige Christin, engagierte Pazifistin und schließlich Terroristin. Was muss geschehen – in Politik, im Privatleben, dass Engagement für Frieden und Gerechtigkeit umschlägt in Gewalt und Feindseligkeit? Alois Prinz erzählt nachdenklich und zurückhaltend diese Lebensgeschichte, die auch die einer Mutter ist, die ihre Kinder ihrer Überzeugung opferte. Zugleich wird einem jüngeren Publikum ein Lehrstück deutscher Nachkriegsgeschichte vor Augen geführt.

 

Alois Prinz, Und jedem Anfang wohnt eine Zauber inne (Bibliothek)

Der Literaturpreisträger Hermann Hesse (1877-1962) ist weltweit der meistgelesenste Autor deutscher Sprache. Jede Generation entdeckt ihn neu und immer sind seine Leser jung Auch zu diesem Leben schrieb Prinz eine Biographie, die sich vor allem an Jugendliche wendet.

3. Sachbuch : Lesealter Oberstufe

Bastian Sick, Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod – Ein Wegweiser durch den Irrgarten der deutschen Sprache, Köln 2004 €8,90

Bastian Sick, Jahrgang 1965, ist seit 2003 der Autor der Kolumne „Zwiebelfisch“ , die bei Spiegel Online zu finden ist. Der überwältigende Erfolg seiner hinreißend komischen und immer klugen Kolumnen zu deutschen Sprachgewohnheiten führte zu dieser Sammlung in einem Buch.  Die oder das Nutella ? Wo gibt es denn ein Apostroph? Unsinn scheint aufhaltbar durch dieses Buch! – Übrigens findet Ihr hier neben den satirischen Texten, die das Labyrinth der deutschen Sprache beleuchten,   daneben die entsprechenden Regeln in sachlichem Lexikonstil.

 

Manfred Görtemaker, Kleine Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Frankfurt 2005 €9,90

Görtemaker schildert in diesem Buch ebenso sachkundig wie anschaulich die Geschichte der Bundesrepublik vom Ende der NS-Zeit bis zur Wende. Er beschreibt Ereignisse und Persönlichkeiten ohne zu viele Details, aber vorstellbar. Wie löste Erhard den großen Alten, Konrad Adenauer, ab? Wer erfand die soziale Marktwirtschaft? Was machte Helmut Schmidt so bedeutsam? Wer war Rainer Barzel? Wie kam die große Koalition zustande? Was bewegten die 68ger? Wer solche Fragen übersichtlich, hintergründig und unterhaltsam beantwortet haben möchte, der greife zu diesem Buch.

 

 

Viel Besprochenes, viel Gelobtes – 

aktuelle Romane: Lesealter Oberstufe

 

Christoph Hein, Landnahme (Bibliothek)

Die 40 Jahre im Leben von Bernhard lässt Christoph Hein von Wegbegleitern, Freunden ,Klassenkameraden, Geliebten und Kollegen erzählen. Jeder Lebensabschnitt wird von einer anderen Person erzählt, deren Schicksal sich mit dem Bernhards vermischte oder kreuzte. Bernhard lebte in der DDR, er ist in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsen, war Überlebenskünstler im Sozialismus und erlebt jetzt die Wende. Für Euch könnte das Buch interessant sein, da hier viel über den Alltag im Sozialismus erzählt wird : es geht um die Geschichte eines Mannes in der DDR , der nicht hoch hinaus will, der nur Gerechtigkeit verlangt. Er arbeitet als Selbständiger!, Fluchthelfer, Politiker... – er gehört , übrigens ein Flüchtling aus dem Osten, zum einfachen Volk. Die Passagen, die um den 17.Juni und um die Wende kreisen, bilden einen erfrischenden Kontrast zu manchem Lehrbuch.

Christoph Hein, In seiner frühen Kindheit ein Garten, Frankfurt 2005 (wird für die Bibliothek angeschafft)

Der Roman beruht auf tatsächlichen (nicht vollständig geklärten) Ereignissen um den Tod eines Terroristen im mecklenburgischen Bad Kleinen. Ein junger Terrorist wird bei einem Schusswechsel mit Grenzschutzbeamten tödlich verletzt. Sein Vater, ein angesehener Gymnasialdirektor, und seine Mutter suchen nach Ursachen für den Lebensweg ihres Sohnes. Der plötzliche Tod führt zu Gesprächen in der Familie, es gab noch eine Schwester und einen jüngeren Bruder, aber auch mit ehemaligen und jetzigen Freunden des jungen Mannes. Zunehmend entsteht bei dem Vater der Verdacht, dass der Staat den Fall auf merkwürdige Weise verschleiert. Spannend und aufwühlend geschrieben.

 

Pascal Mercier, Nachtzug nach Lissabon, Wien 2004 (wird für die Bibliothek angeschafft)

Mitten im Unterricht verlässt ein Lehrer seine Schule und macht sich auf den Weg nach Lissabon, um den Spuren eines geheimnisvollen Autors zu folgen. Auf seiner Suche trifft er auf viele verschiedene Menschen mit ihren Geschichten im Portugal der Diktatur. Dieser geheimnisvolle Amadeo de Prado, ein Kämpfer gegen den Diktator Salazar, war Arzt, hochbegabt, Liebender, aber auch Einsamer – ein spannend geschriebenes Buch des Philosophen BIERI, der seine Romane unter dem Namen Mercier veröffentlicht. Lesenswert für Philosophieinteressierte Das Handwerk der Freiheit von Bieri

 

Carlos Ruiz Zafon, Der Schatten des Windes (Bibliothek)

Daniel Semperes Leben im grauen Barcelona der Nachkriegszeit erfährt eine drastische wende, als er die Schicksalsbahn eines geheimnisvollen Buches kreuzt. Er gerät in ein Labyrinth abenteuerlich verknüpfter Lebensläufe, und es ist, als wiederhole sich vergangene Geschichte in seinem Leben. Die Menschen, denen er bei seiner suche nach dem Verschollenen Autor begegnet, die Frauen, in die er sich verliebt – sie alle scheinen Figuren in einem großen Spiel, dessen Fäden erst ganz am Schluss sichtbar werden. Spannend, unterhaltsam und gut geschrieben.