Biblio Jo rettet die Schule
(Laura Specking, 5c, Oktober 2009)
Es war ein ganz normaler Schultag, der zu Ende ging. Alle Kinder liefen nach
Hause. Ich, Biblio-Jo, setzte mich in ein Regal und stöberte in alten Büchern.
Nach einiger Zeit legte ich auch das letzte Buch wieder ins Regal zurück. Es
dauerte bestimmt nicht lange, da war ich eingeschlafen. Ich hätte noch lange
weiterschlafen können, aber in diesem Augenblick hörte ich ein Geräusch.
Ich schreckte hoch und fragte mich selbst: „Was war das?“ Da schaute ich zur
Tür und sah eine Gestalt, die aus der Tür ging. Ich wunderte mich: Die Gestalt
hatte ich schon mal irgendwo gesehen, aber wo, war mir nicht mehr bewußt. Da
fiel mein Blick auf ein offenes Buch, was auf dem Sofa lag. Ich ging hin und las
den Titel des Buches. „Bibi Blocksberg“. Ich schlich zur Tür, sprang an die
Türklinke und sie öffnete sich. Ich lief den dunklen Flur entlang und lauschte an
jeder Tür, ob dort vielleicht ein Geräusch war. Plötzlich hörte ich etwas. Es kam
aus dem Chemieraum. „Knack knack Pengt!“ Ich öffnete ganz leise die Tür und
erkannte ein Frau, die mit den Chemikalien experimentierte. Wer konnte das
sein? Meine Knie wurden weich, und ein kalter Schauer lief mir den Rücken
herab. Als ich gerade flüchten wollte, drehte sie sich um und bemerkte mich. O
nein, was sollte ich tun? Sie kam auf mich zugelaufen, aber ich erkannte nicht,
wer sie war. Ganz steif saß ich auf dem Boden und konnte mich nicht bewegen.
„Was ist das denn für ein häßlicher Stoff-Teddybär, der da auf dem Boden
sitzt, Maribor?“ Jetzt wurde mir alles klar! Es war Rabia aus dem Bibi-
Blocksberg-Buch. Heute Vormittag hatte doch eine Fünftkläßlerin in dem Buch
gelesen. Sich hatte es bestimmt nicht wieder zugemacht, und jetzt ist die böse
Rabia entflohen und wird unsere Schule verwüsten!
Plötzlich packte sie mich und warf mich mit voller Wucht gegen eine Wand. Als
ich wieder zu mir kam, waren sie und der Kater Maribor weg. Wo konnten sie nur
sein? Ich stand mühsam auf und taumelte zur Treppe, als mir ein riesiger
Rehbock und ein gemeiner Fuchs entgegenkamen. Hilfe, was war hier nur los?
Da verstand ich alles. Rabia erweckte die alten ausgestopften Tiere aus dem Bio-
Ich rannte die Treppe herunter in den Bio-Raum und wollte schon die Tür
zuschlagen, damit Rabia nicht mehr herauskonnte, aber sie war gar nicht mehr
dort. Mit gesenktem Kopf stieg ich die Treppe wieder hinauf. Jetzt ist es zu
spät, die ganze Schule würde mich hassen, ich bin doch Biblio-Jo, der Wächter
Als ich an der Bibliothek ankam, hörte ich ein leises „Hex-Hex“. Ich schlich mich
hinein und sah Rabia, wie sie alle Titel der Bücher vertauschte. Wie soll ich das
morgen nur der Lehrerin erklären? Plötzlich hatte ich eine geniale Idee. „Rabia“,
rief ich, „Komm mal her, du tolle Hexe!“ Sie beguckte mich und schrie: „Ach, der
olle Teddybär von eben, habe ich dich etwa auch zum Leben erweckt? Da kannst
du mal sehen, wie gut ich hexen kann!“ O, Rabia denkt, dass sie mich auch
verhext hat. Was soll ich nur tun? Ihr die Wahrheit sagen? Nein, das wäre
gefährlich, ich muss ihr doch zeigen, dass ich sie angeblich ganz toll finde. „Ja,
du hast mich auch verhext“, sagte ich deshalb, „sag mal, kannst du dich
eigentlich auch ganz klein hexen? Aber nein, das ist bestimmt viel zu schwer.“
Fast schon etwas wütend antwortete sie: „Aber natürlich kann ich mich klein
hexen! Ich bin doch die beste Hexe vom ganzen Blocksberg!“ Ich fragte sie:
„Kannst du dich und Maribor hier und jetzt auch klein machen? Wenn ja, dann
zeige es mir doch bitte mal.“ Dann hörte ich ein kurzes Murmeln, und die kleine
Rabia stand mit dem winzigen Maribor auf dem aufgeschlagenen Bibi-Blocksberg-
Buch. Ich packte das Buch mit beiden Händen und knallte es kräftig zu!
Endlich waren Rabia und Maribor wieder im Buch verschwunden. Ich nahm es und
stellte es wieder zu den anderen Büchern zurück. Nun gab es nur noch ein
Problem: Wie bekam ich die Tiere wieder ausgestopft, den Chemie-Raum in
Ordnung und die Titel wieder zu den dazugehörigen Büchern? Doch als ich in das
Regal schaute, waren alle Bücher den richtigen Titeln zugeordnet. Auch als ich
den Chemie- und Bio-Raum betrat, war alles wieder wie vorher. Was für ein
Glück! Der Spuk hatte nun ein Ende.
Nach einer langen und aufregenden Nacht schlief ich mit einem guten Gefühl ein.
Am nächsten Morgen erzählte ich mein Nacht-Erlebnis aber nicht, wer würde es