Ratten sind aufgrund ihrer Vermehrung eine große Plage
Immer häufiger spielen sich solche Szenen bei Hausverwaltung Martin Brintrup in Münster
Die Mieterin Frau M.* kommt ganz aufgelöst in das Büro und bricht fasst zusammen. Herr
Brintrup versucht sie zu beruhigen und raus zu finden, was geschehen ist. Frau M. erklärt
hysterisch: „Also, das war so, ich wollte gerade die Wäsche aus dem Keller holen, da ist sie
mir über den Weg gelaufen. Sie hatte eine abgerundete Nase und einen langen, nackten
Schwanz. Eine Ratte! Und ich habe doch so eine Angst vor Ratten - mein Mann meinte schon,
ich habe eine Phobie gegen Ratten. Das schlimmste aber kommt noch, denn als ich dann
meine Wäsche geholt habe ist mir eine ganze Horde entgegen gekommen. Tun Sie was
dagegen!“ Der Hausverwalter schüttelt den Kopf und verspricht ihr, sich darum zu kümmern.
Wie erkennt man überhaupt, dass man eine Rattenfamilie im Haus hat, es könnten ja auch
Die Antwort ist, dass man es an den Hinterlassenschaften erkennen kann. Die Wanderratte,
sie kommt am meisten vor, hinterlässt einen ca. 3 cm langen, stumpfen, länglichen Kot.
Der Kot der Dachratte ist ungefähr 1,3 cm lang und spitz. Mäuse hingegen haben wesentlich
kleinere Hinterlassenschaften, wie z.B. die Hausmaus, mit 0,6 cm langen Kot.
Wo kann man die Ratten finden?
„Die meisten Vorkommnisse sind in der Kanalisation , in der Nähe von Komposthaufen oder
irgendetwas Essbarem, weil Ratten Allesfresser sind. Sie haben aber auch ein schönes
Plätzchen unter einem Gartenteich. Ratten sind absolute Lebenskünstler. Sie können auch, bei
idealen Umständen, durch die Abflussröhren von Toiletten hochklettern und so in das Haus
gelangen, das ist alles schon mal vorgekommen.“ erzählt Herr Brintrup, „Doch meistens
nehmen sie den einfachen Weg durch die Haustür.“
Was tun, wenn man sie im Haus hat?
Ratten können bis zu 70 Jungen im Jahr zur Welt bringen, leben aber nur höchstens 18
Monate, deshalb muss man schnell handeln, um die Vermehrung zu unterbinden.
Leider gibt es keinen Rattenfänger mehr, wie damals im Jahre 1284 in der Stadt Hameln. In
dem Märchen von den Gebrüder Grimm brauchte jener nur eine Flöte, um alle Mäuse und
Ratten aus der Stadt heraus zu führen. So eine rattenscharfe Flöte gibt es heutzutage leider
nicht mehr. Die einfachste und effektive Art ist Gift zu streuen. Vorher sollte man sich aber
den Ort überlegen. Eine unkomplizierte Art, um andere Tiere, z.B. Hunde, von dem Gift
fernzuhalten, ist eine Rattenköderstation an eine Raumwand aufzustellen und darin einen
Köder zu befestigen. Beachten Sie die Tipps auf der Verpackung. Von einer Lebendfalle ist
abzuraten, weil das Entfernen der noch lebenden Ratten nicht angenehm ist.
Auch Hunde oder Katzen können bei der Beseitigung von Ratten behilflich sein.
Der Hausverwalter hat inzwischen Giftköder fachgerecht im Keller von Frau M. ausgelegt.
Diese Köder werden nun regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls nachgelegt.
Frau M. will aber erst keine Ratten haben!
Um vorzubeugen sollte sie vor allem den Komposthaufen mit einem Maschendraht versehen
und ihn abdecken. Frau M. wird darauf achten keine Essensreste über die Kanalisation zu
entsorgen. Auf ihre geliebte Vogelfütterungen im Winter wird sie verzichten, denn das lockt
die Ratten erst recht an.
Und wie bekämpfen Sie Ratten?
*Frau M. möchte anonym bleiben Justina Bintrup
1. Interview mit Herrn Martin Brintrup von der Hausverwaltung Brintrup Gmbh in Münster v. 12.01.2010
2. www.ratten-bekämpfen.de