„Komm Lea wir müssen los. Heute ist der Tag der offenen Tür an der Marienschule!“,
ruft Claudia S. mit einem breitem Grinsen und strahlenden Augen zu ihrer Tochter.
„Och Mami! Du weißt, dass ich nicht auf dieses blöde Mädchengymnasium will. Das ist
total langweilig ohne Jungs und außerdem sagen die aus meiner Klasse das seien
alles nur Zicken!“, antwortet die 9-jährige
4-Klässlerin genervt. „Du schaust dir die Schule erst an und dann kannst du dich
entscheiden. “, überredet die 39-jährige Hausfrau ihre Tochter.
Nach der neusten Umfrage an der Marienschule in Münster sträubten sich genauso
wie Lea fünfzehn von zwanzig befragten Schülerinnen zum Tag der offenen Tür der
Marienschule zu gehen, da sie viele Vorurteile hatten.
„Während  der Besichtigung der Schule wurden meine Vorurteile ganz und gar nicht
bestätigt, zu meiner Überraschung waren die Mädchen überhaupt nicht zickig sondern
sie waren sehr nett, hilfsbereit und haben mir gut erklärt wie es in der Schule zugeht.
Wieder willig musste ich mir eingestehen, dass mir die Schule sehr gut gefallen hat.“,
erzählte eine ältere Schülerin mit einem fröhlichem Lachen.
Alle der zwanzig befragten Schülerinnen der 88 Jahre alten  Marienschule haben sich
selbst für das von Nonnen gegründete Mädchengymnasium entschieden und wurden
nicht von den Eltern beeinflusst oder gezwungen.
„Die Marienschule an der Hermannstraße 21 war die erste Schule die ich besichtigt
hatte, aber danach wollte ich mir keine andere Schule ansehen. Die Schule  hat mich
begeistert und meine Entscheidung stand fest: Ich will auf diese Schule und bis heute
bereue ich es nicht.“, erklärt die  8-Klässlerin Cindy glücklich.
Das schöne an der Schule ist, dass es nicht nur Unterricht gibt, sondern auch Pausen.
Aber was macht man auf einer Mädchenschule in den Pausen? „Was wir in den
Pausen machen?“, die 13-jährige Schülerin schaut mich mit großen Augen an.
„Eigentlich ziemlich viel. Manche gehen in die Milchbar, andere essen ihre
mitgebrachten Butterbrote oder gehen auf die Toilette, das was wir hauptsächlich
machen ist aber quatschen. Im Sommer gehen wir auch raus um uns zu bräunen.“
,erklärt Evelyn aus  der 8a.
Dieselbe Frage wurde auch einem Mädchen aus der Realschule im Kreuzviertel
gestellt. “Die Pausen sind bei uns eigentlich ziemlich unterschiedlich. Einige Jungs
spielen Fußball, ein paar Mädchen gehen auf Toilette um sich zu schminken, andere
gehen zum Bäcker, planen das Wochenende ,telefonieren  oder ärgern die Jungs,
schildert die 14- jährige 9-klässlerin Jessica. Wirkliche Unterschiede zwischen Pausen
einer Mädchenschule und einer Gemischtenschule erkennt man nicht.
Jedoch sind nicht die Pausen, sondern der Unterricht das wichtigste an der Schule.
Gibt es im Unterricht unterschieden zwischen einer reinen Mädchenschule und einer
Gemischtenschule? „Also richtig beurteilen kann ich das nicht, da ich bei  noch keinem
Unterricht an einer weiterführenden, gemischten Schule teilgenommen habe. Meine
Grundschule war jedoch eine gemischte Schule und da gibt es schon einige
Unterschiede.
 Im Unterricht auf der Marienschule ist es leiser als im Unterricht an der Grundschule,
obwohl wir eine sehr laute Klasse sind. Dadurch, dass es etwas leiser ist, wird man
nicht abgelenkt und versteht eigentlich alles. Meine Noten haben sich nicht verbessert
oder verschlechtert aber so finde ich den Unterricht besser.“, berichtet die 13-jährige
Evelyn nachdenklich.
Mädchenschulen werden immer weniger. In Nordrhein-Westfalen gibt es nur 27 reine
Mädchenschulen.   
„Mama, du hattest recht die Schule ist total toll !“ , ruft Lea zu ihrer Mutter Claudia 
Quellen:
http://www.muenster.org/marienschule/wirueberuns/flyer0809/s2_1200.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_bestehender_M%C3%A4dchenschulen 
Interview am 09.01.2010 mit Jessica
Interview am 11.01.2010 mit Evelyn
Schülerinnen auf dem Flur befragt am 12.01.2010
Umfrage am 08.01.2010
Mädchenschule = Nonnenkloster oder doch Zickenschule?