Reportage zum Thema: Nebenjob nach der Schule
„ Einfach unerhört, dass sich Kinder schon so etwas antun und neben der Schule jobben. Was
haben sie am Ende denn schon davon?! Rückenschmerzen, Erkältungen und schlechte Noten!!
Mit dem Geld kaufen sie sich sowieso nichts Anständiges, sie kaufen sich damit doch nur Süßes
oder die neuesten Magazine!“ Verärgert schlägt sie mit ihrer Hand auf den Tisch.
So lautet die Meinung der 27-jährigen Marina Koschke und genau wie sie, vertreten auch viele
andere Mütter und Väter diese Meinung.
Allerdings gibt es auch Vorteile diesbezüglich: „ Ich halte Nebenjobs für selbstverständlich.
Kinder haben so die Möglichkeit selbstständiger zu werden, sie lernen mit ihrem eigenen Geld
umzugehen und es zu schätzen“, antwortete die 47-jährige Mutter namens Alexandra
Janiszewski. Sie selbst trug als Jugendliche auch Zeitungen aus.
Als Leiterin des Zeitungsverbands „kaufen+sparen“ berichtete sie, es seien ca. 20 Anmeldungen
wöchentlich und die meisten Kinder und Jugendliche würden sofort eingestellt werden.
Scheinen Nebenjobs also wirklich eine gute Alternative für Kinder und Jugendliche zu sein, um
ihr Geld zu verdienen? Was halten Kinder und Jugendliche nun von Nebenjobs und was leisten
sie sich von dem Geld?
Valentina berichtete Folgendes: „ Ich halte sogar ganz viel von Nebenjobs. Allerdings braucht
man viel Zeit und vor allem Spaß“, sie lächelte während sie sich daran erinnerte, als sie noch
selber Zeitungen austrug.
Jeden Sonntag um acht Uhr morgens ging sie mit ihrer Schwester los. Sie half ihr und bekam
dafür ihren monatlichen Geldanteil. Dazu trug die 14-jährige Marienschülerin bei: „ Mit den 30
Euro spare ich für die Zukunft.“ Sie berichtete, dass die Zeitungen bei einem Verwandten
angeliefert wurden. Dort luden sie also ihren Wagen auf und verteilten die rund 300 Zeitungen an
die Häuser aus. Allerdings gingen die Zeitungen nach etwa einer Stunde aus und sie mussten
ihren Wagen neu aufladen. Nachdem sie nach mehr als zwei Stunden wieder zu Hause
angekommen waren, waren sie ziemlich erschöpft und gönnten sich eine kleine Pause.
           
„ Ich finde es gut nicht mehr von meinen Eltern abhängig zu sein und sie ständig nach Geld
fragen zu müssen. Außerdem verprasse ich das Geld nicht einfach, sondern ich spare für meinen
Führerschein“, denn ihn wird die 17-jährige Marienschülerin Anna schon bald absolvieren
wollen, sagte sie voller Stolz. Sie verdient ihr Geld allerdings nicht indem sie Zeitungen austrägt,
sondern indem sie in einem Möbelhaus aushilft. Dort verdient sie im Monat 400 Euro. „ Ein
schönes Sümmchen “, verriet sie.
Wie es sich herausstellte sind sich die Menschen nicht einig, was sie von Nebenjobs wirklich
halten sollen. Schaden sie den arbeitenden Kindern und Jugendlichen oder dienen ihnen
Nebenjobs um zu lernen, wie man mit Geld besser umzugehen hat?
Quellen:
Interview am 7.01.2010 mit Marina Koschke.
Interview am 7.01.2010 mit Alexandra Janiszewski.
Interview am 7.01.2010 mit Valentina.
Interview am 7.01.2010 mit Anna.
                                              
                                                       Evelyn Koschke