„In acht Jahren an einem Gymnasium zum Abitur – eine gute Idee ?“
Interessiert schaue ich zu dem Direktor meiner Schule.
„ G8 an sich ist gut, doch es sollte mehr Rücksicht auf die Schüler genommen werden.
Arno Fischedick aus Münster, sieht mit einen ernsten Blick in mein Gesicht.
„ G8 kam sehr schnell, doch die Lehrpläne zu langsam. Dadurch entstand unnötiger
Der Direktor des Gymnasiums Marienschule in Münster scheint noch nicht mit dem G8-
System einverstanden zu sein.
„Die Stundenanzahl für die G8-Schüler wurde sehr stark erhöht.“
Die Atmosphäre, während des Interviews, war locker und ruhig.
Es war für Schüler, Direktor und Sekretariat aufregend, die Meinungen der anderen zu
hören. Gleich waren diese allerdings nicht immer.
Brunhilde Laup, aus dem Sekretariat der Schule, sagt dazu :
„ Eine eigene Meinung habe ich mir noch nicht gebildet.
Ehrlich gesagt, habe ich mir da kaum Gedanken drüber gemacht.
Für uns im Sekretariat hat sich nicht viel verändert, wir müssen nur mehr Formulare
Nach und nach merkte ich, wie mir etwas klar wurde.
Bei den Lehrern hat sich fast nichts verändert.
Als ich nach meinem Verdacht nachfragte, bestätigte sich dieser.
„ Die Lehrer haben die gleiche Stundenanzahl in der Woche wie früher.
Die G8-Schüler in der neunten Klasse dagegen, haben zurzeit so viele Stunden in der
Woche, wie es überhaupt nur geht.“
Der Ausdruck in dem Gesicht des Schuldirektors, brachte mich zum nachdenken.
Er scheint noch kein Freund des neuen Systems zu sein.
Aus neun Jahren zu einem Abitur werden acht gemacht, daher auch die Namen G8,
Gy8, Turboabitur oder Blitzabitur.
Der Abschluss der Umstellungen ist von Land zu Land unterschiedlich.
Der Sinn des neuen Systems :
Man kann ein Jahr früher als bisher in den Beruf oder das Studium einsteigen.
Das klingt am Anfang sehr gut, doch viele Schüler merken, wie der Stress in der Schule
Schlechte Laune, Müdigkeit und zuwenig Freizeit werden oft zum Problem.
Schülerin Sarah aus der Klasse 8 begründet ihre Meinung mit diesen Worten:
„Lange Schule ist zwar auf Dauer sehr strapazierend, aber man hat das Thema am
Ende schneller hinter sich.“
Die Schülerin des Mariengymnasiums aus Münster ist der zweite Jahrgang mit dem
Ihre Stundenanzahl pro Woche : 36 Schulstunden.
Viel Zeit für Freizeit und Training, welches zweimal pro Woche stattfindet,
Ein weiterer Problemfaktor : Es wird mehr Nachhilfe für die Schüler benötigt.
Und die Zeit dafür, wird von der schon geringeren Freizeit abgezogen.
Auch die Eltern der Schüler klagen schon länger über einen zu hohen Lerndruck ihrer
Doch die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium wurde an dem Treffen der
Kultusminister in Berlin ausgeschlossen. Die Stundenanzahl, die vom Anfang der fünften
265 Wochenstunden beträgt, soll ebenfalls nicht gesenkt werden.Also :
Die Versuchskaninchen werden vorerst wohl nicht befreit.
Interview am 17.12.2009 mit Herrn Fischedick und Frau Laup
Interview am 09.01.2010 mit Sarah Frisse
http://de.wikipedia.org/wiki/Abitur_nach_zw%C3%B6lf_Jahren
http://www.eltern.de/schulkind/weiterfuehrende-schule/eltern-und-g8.html
http://cdu-politik.de/wordpress261/wp-content/uploads/2008/11/versuchskaninchen.jpg