Ein Erlebnisbericht von den Schülerinnen der Lateinkurse der Jahrgangsstufe 9
Am Freitag den 19.06.2009 begann unsere Fahrt in die älteste Stadt Deutschlands: Trier.
An der „Römerstadt Jugendherberge“ angekommen, stand es uns frei, nach einem gemeinsamen
Abendessen, die schöne Innenstadt Triers zu besichtigen, oder an der Mosel, welche bereits von
unserem Zimmer aus sichtbar war, zu entspannen.
In der Jugendherberge haben wir uns aufgrund der angenehmen Atmosphäre, des leckeren Essens
und der vielseitigen Freizeitangebote sehr wohl gefühlt.
Wir schlossen schnell Bekanntschaften, mit anderen Bewohnern der insgesamt 228 Zimmer,
doch die wohl aufregendste Bekanntschaft war der Vogel Beo, der sowohl Schimpfwörter, als
auch freundliche Bemerkungen von sich gab.
Nach unserer ersten Nacht und einem leckeren Frühstück machten wir uns auf den Weg, um die
Sehenswürdigkeiten Triers zu entdecken.
Zuallererst besichtigten wir das Wahrzeichen Triers, die „Porta Nigra“, deren Geschichte uns ein
wahrhaftiger römischer Centurio erklärte. Angeheuert als römische Soldaten wurden wir
beauftragt die Stadt vom Tor aus zu bewachen und den Feind abzuwehren. Daneben erfuhren wir
in dieser Erlebnisführung, dass die Porta Nigra nur erhalten blieb, weil sie als Kirche
umgewandelt wurde und später dem preußischen König so gut gefiel.
In der darauf folgenden Mittagspause durften wir die Innenstadt von Trier erkunden, eine
Kleinigkeit essen, oder uns auf dem Marktplatz, bei mehr oder weniger gutem Wetter, erholen.
Der nächste Programmpunkt waren die Kaiserthermen.
Nachdem auch hier einige Schülerinnen Referate gehalten hatten, überlegten wir uns
Theaterstücke, in denen wir einige Thermenberufe (wie Heizungswart oder Bademeister) in
einem simulierten Bewerbungsgespräch, darstellten.
Danach machten wir uns mit Regenschirmen bewaffnet auf den Weg zu den überdachten
Thermen am Viehmarkt.
Dort konnten wir uns einige Zeit die Ruinen ehemaliger Saunabereiche und Bäder anschauen.
Beim Abendessen wunderte sich keiner, dass unsere Beine, nachdem wir laut Schrittzähler
29.675 Schritte und fast 12 Kilometern gelaufen sind, so schwer waren.
Nur wenige wagten anschließend noch den Gang zum Kino, die anderen fielen erschöpft ins Bett
und unterhielten sich mit ihren Zimmergenossinnen über den ereignisreichen Tag.
Am Sonntag machten wir uns nach dem Frühstück 8 auf den Weg zum Rheinischen
Landesmuseum, welches in der Nähe der Konstantin Basilika liegt. Kurz darauf konnten wir uns
die prunkvollen Grabdenkmäler wohlhabender Römer wie die Igeler Säule anschauen. Außerdem
bekamen wir einen guten Einblick in das Leben von damals.
Mit Mosaiken, Schmuck, Münzen und Statuen
 wurde uns anschaulich gezeigt, wie wichtig die
 äußere Darstellung war. Ein besonderes
 Highlight war das Modell des antiken Triers
 (Treviris – Augusta Treverorum). Jedes
 einzelne der Gebäude, die wir schon
gesehen hatten, war hier in seiner alten
 Pracht abgebildet. Danach hatten wir
noch die Möglichkeit die Ausstellung
„Schönheit Ägyptens“ zu besuchen.
Nach der Mittagspause besichtigten wir
die Konstantin Basilika, welche heute als
evangelische Kirche genutzt wird. Wie
es für evangelische Kirchen üblich ist,
war sie eher schlicht eingerichtet, bestach
jedoch mit einigen farbenfrohen Mosaiken.
Außerdem waren dort die Köpfe der Statuen
der vier Evangelisten (Matthäus, Markus,
Lukas und Johannes) und Jesus zu sehen. Hiernach kam ein langer Weg zum ehemaligen
Amphitheater von Trier, in dem heute noch Römerfestspiele stattfinden. Von dem Amphitheater
war dann aber doch nicht mehr so viel zu sehen, außer vielleicht der Keller und die Zellen rund
um die Manege. Wir bekamen die „schreckliche“ Aufgabe uns einen Gladiatorenkampf
auszudenken und zu spielen. Mit Hilfe von „starken Kerlen“ gingen wir schnell an die Arbeit,
aber leider fing es in Strömen zu regnen an. Das Amphitheater wurde größtenteils geflutet, auch
die meisten Zellen in denen wir uns vor dem Regen untergestellt hatten. So wurden die wenigen
trockenen Zellen schnell überfüllt. Statt Brot und Spiele gab es dann eben Wasser und Spiele.
Unter dem strengen Auge der Imperatrix Konstantina und des Volkes mussten wir dann unsere
„Kämpfe“ in der Arena austragen, danach ging es zurück in die Jugendherberge. Total erschöpft
ruhten wir uns auf unseren Zimmern aus, bis wir in der Lage waren uns zum Abendessen zu
begeben.
Nach dem Frühstück hieß es erstmal Kofferpacken
und aufräumen. Während unsere Koffer noch in der
Jugendherberge blieben brachen wir ein letztes Mal
an der Mosel entlang Richtung Innenstadt auf.
In der Stadt schauten wir uns einen Teil des mittel-
alterlichen Triers an. Dazu gehört zum Beispiel der
Dom, in dem es düstere Orgelmusik und eigenartige
Reliquien (=Knochen) Danach besichtigten wir
den wir uns den Marktplatz und das Rote Haus
genauer an.
Die Zeit bis zur Abfahrt am frühen Nachmittag
konnten wir frei gestalten. Dann nahmen wir Ab-
schied und brachen Richtung Münster auf. Dort ange-
kommen trennten sich dann unsere Wege. Die einen
beeilten sich um noch ihren Zug oder Bus nach
Hause zu kriegen und die anderen fuhren mit ihren
Eltern davon. So endete unser Studientripp in
die Römerstadt Trier.